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Veröffentlicht am 27.05.2026

Maria Magdalena

Maria Magdalena
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"Es ist nie zu spät, ein neues Leben zu beginnen."

Für niemanden anders trifft dieses Zitat so sehr zu wie auf Maria Magdalena, die wie Bibelleser wissen, von Jesus von sieben Dämonen befreit wurde. Die ...

"Es ist nie zu spät, ein neues Leben zu beginnen."

Für niemanden anders trifft dieses Zitat so sehr zu wie auf Maria Magdalena, die wie Bibelleser wissen, von Jesus von sieben Dämonen befreit wurde. Die Autorin Angela Hunt nimmt uns mit auf die Entdeckungsreise einer der interessantesten Frauen der Bibel, um die sich viele Geschichten ranken, doch Angela Hunt hält sich zuerst an die biblischen Quellen. Dabei versteht sie es geschickt, die biblisch-geschichtlichen Fakten in eine romanhafte Erzählung zu packen, die den Leser so bildhaft in die damalige Zeit mit hineinnimmt, dass er das Buch, einmal in die Hand genommen, nicht mehr weglegen kann.

Wir befinden uns in Magdala in Galiläa. Es ist die Zeit des Wirkens Jesu und die Heimat von Maria Magdalena, zu ihrer Zeit Mirjam genannt. In der Geschichte wird sie als erfolgreiche Geschäftsfrau beschrieben, ist verheiratet und hat Kinder. Die Familie lebt in bescheidenem Wohlstand in ihrer Stadt. Das Land wird von den Römern mit harter Hand regiert und die Juden tun gut daran nicht ihren Unmut zu erwecken. Marias Familie zieht durch eine unbedachte Handlung ihres ältesten Sohnes die todbringende Rache auf sich und von diesem Tag ist für Maria nichts mehr wie es war. Sie überlebt als Einzige in ihrer Familie und ist völlig gebrochen. Ihr Durst nach Vergeltung und Gerechtigkeit stößt sowohl bei der jüdischen als auch der römischen Obrigkeit auf taube Ohren und in ihrer Verzweiflung wirft sie ihren Glauben über Bord und öffnet sich anderen trostversprechenden Dingen, die sie in noch tiefere Verzweiflung stürzen und ihre Seele und ihr Geist versinken nach und nach in tiefe Finsternis bis sie Jeschua, dem Messias begegnet, der sie wie bekannt von sieben Dämonen befreit. Nun ist sie fest entschlossen ihm nachzufolgen, denn er wird ihr helfen Gerechtigkeit zu erlangen, doch es geschieht alles ganz anders als sie denkt.

Weiter begegnen wir Atticus, einem römischen Soldaten, der sein Leben allein der Verteidigung Roms gewidmet hat. Sein Leben ist mit dem von Maria auf eine geheimnisvolle Art verbunden, die niemals ans Licht kommen darf. Auch er sucht Macht und Kraft durch finstere Kräfte, ist entschlossen alles für Rom zu geben bis auf eines. Sein Einsatz in Galiläa, die Begegnung mit dem jüdischen Volk und ihrem sturen Glauben an den einen unsichtbaren Gott, wo doch Rom so viele Götter zu bieten hat und das Beobachten des Wirkens dieses sogenannten Messias bringen etwas in diesem rauhen Soldaten zum Anklingen, doch erst bei seiner Teilnahme an dessen Kreuzigung bekommt er eine leise Ahnung wen er da vor sich hat....

Angela Hunt versteht es auf ganz wunderbare Art und Weise die biblischen Geschichte von Maria Magdalena lebendig werden zu lassen. Der Leser kann sich vorstellen und das abseits von allen merkwürdigen Legenden und Auslegungen, die es über Maria Magdalena gibt. Sie nimmt uns mit in die Gesellschaft der Jünger, die bis zur Kreuzigung glaubten, dass Jeschua sie auf politische Weise befreien würde und erst danach das erfassten, was Jeschua ihnen drei Jahre lang nahe zu bringen versuchte. Es war so spannend zu lesen, was in Maria oder in ihrer Sprache Mirjam vorging und wie sie mit seiner Hilfe ihre dunklen Täler überwand und völlig frei wurde. Die Entwicklung ihres Charakters, ihres Glaubens und die Konsequenzen, die sie bereit war zu tragen sind unglaublich gut beschrieben. Ein biblischer Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Glück ist etwas, das aus dem eigenen Herzen kommt....

Ein Haus in Brooklyn
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"Glück ist etwas, das aus dem eigenen Herzen kommt und nicht von anderen Menschen."

Wir befinden uns Anfang der 1940er Jahre in Brooklyn in Amerika in einem ganz bestimmten Haus. Die tragisch verstorbene ...

"Glück ist etwas, das aus dem eigenen Herzen kommt und nicht von anderen Menschen."

Wir befinden uns Anfang der 1940er Jahre in Brooklyn in Amerika in einem ganz bestimmten Haus. Die tragisch verstorbene Miriam, die diesen weisen Satz ihrem Mann Jakob Mendel immer wieder sagte, lebte ihn anscheinend auch. Doch nun in diesen schwierigen Jahren des 2. Weltkrieges, der zwar nicht auf amerikanischem Boden stattfand, zumindest nur punktuell, der jedoch tiefgreifende Veränderungen in jeder Familie verzeichnete und der in vielen Menschen großes Unglück auslöste.

In diesem besagten Haus treffen wir als erstes auf die zwölfjährige Esther Schaffer und ihren neunjährigen Bruder Peter. Die Kinder sind unglücklich, nicht nur dass ihre Mama kürzlich einem tödlichen Unfall zum Opfer fiel, nun will auch ihr Vater Eddie in den Krieg ziehen. Er kommt nicht über den Tod seiner Frau hinweg und fühlt sich berufen für sein Land zu kämpfen. Da seine Kinder nicht bei ihrer Großmutter bleiben können, die ihr Haus mit Erinnerungen und allerlei Krempel vollgestopft hat, kommt er auf die grandiose Idee, seine unscheinbare Nachbarin Penny als Kindermädchen und Haushaltshilfe zu engagieren. Penny ist schon sehr lange unsterblich in Eddie verliebt und sagt dankend und innerlich jubelnd zu, in der Hoffnung, dass Eddie sie nun endlich bemerkt und zu lieben beginnt. Die Kinder sind davon jedoch alles andere als begeistert und somit verläuft der das gemeinsame zukünftige Leben mehr als holprig und Penny kommt in vielerlei Beziehung oft an ihre Grenzen, die von ihren Eltern mehr als eng gesteckt wurden.

Weiter begegnen wir Jakob Mendel, vor langer Zeit aus Ungarn eingewandert und konnte sich in Amerika mit seiner Miriam und seinem Sohn Avraham ein gutes Leben einrichten. Doch dieses Glück ist vergangen, denn Avraham ging noch vor dem Krieg nach Ungarn um dort die Thora zu studieren und sieht sich nun, gemeinsam mit seiner jungen Frau Sara Rivka, von den gefährlichen Progromen der Nazis verfolgt. Jakob verliert nach und nach seinen Lebensmut und seinen Glauben, denn er bekommt keine Nachricht mehr von seinem Sohn und er kommt auch nicht über den tragischen Tod seiner geliebten Miriam hinweg. Zu allem Unglück wird er auch noch der Brandstiftung beschuldigt, nachdem die gegenüberliegende Synagoge in Brooklyn abgebrannt ist.

Alle Protagonisten sehnen sich nicht nur nach dem äußeren Frieden und das der Krieg endlich ein Ende findet. Vor allem sehnen sie sich auch nach einem innerem Frieden, einem Glück, das aus dem eigenen Herzen kommt und das nur der Eine uns schenken kann. Doch bis das geschieht, ist es noch ein sehr weiter Weg, der durch viel Zweifel, Unglaube, Wut, Zorn ,Unvergebenheit und verschiedene Familiengeheimnisse führt und an dem alle Protagonisten wachsen und heil werden.

Lynn Austin hat es wieder mal geschafft in sehr einfühlsamen, wahren Worten den Leser mit auf eine Zeitreise zu nehmen und bei allem, was die Protagonisten zu durchleben haben, zu zeigen wie doch der Herr Wache hält zwischen den Menschen, auch wenn sie sich nicht sehen. Dazu ist es ihr wunderbar gelungen, einfache Menschen zu beschreiben und deren charakterliche Entwicklung, wie sie es schaffen, Lebenslügen zu identifizieren und lernen an der Wahrheit festzuhalten und danach zu leben. Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, weil auch die Glaubensimpulse in einer so feinen Art und Weise sich ganz natürlich in die Geschichte eingewebt wurden.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Geliebt und auserwählt

Freigekauft
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Geliebt und auserwählt fühlt sich Dany, mit früherem Namen Gudrun, von Anfang an nicht. Aufgewachsen in einem Elternhaus, das für sie vor allem gesetzlich und kalt wahrgenommen wurde. Die Familie ging ...

Geliebt und auserwählt fühlt sich Dany, mit früherem Namen Gudrun, von Anfang an nicht. Aufgewachsen in einem Elternhaus, das für sie vor allem gesetzlich und kalt wahrgenommen wurde. Die Familie ging zwar in den Gottesdienst und schickten Dany auch auf Gemeindefreizeiten, doch es wurde keine Beziehung gelebt. Dazu hatte sie mit einigen Defiziten zu kämpfen und die es ihr schwermachten, sich einzuordnen und ihren Platz zu finden und Dany hatte mit jeder Menge Hänseleien zu kämpfen. Zudem hatte sie als sehr junges Mädchen ein traumatisches missbräuchliches Erlebnis, dass auch ein Türöffner für weitere Missbräuche in ihrer Zukunft war.

Während ihrer Ausbildung lernt Dany einen sympathischen jungen Mann kennen und verliebt sich. Jedoch entpuppt er sich als ein Loverboy und ehe Dany sich versieht, findet sie sich in der Prostitution wieder. Von nun an bestimmen Gewalt und Erniedrigung ihren Alltag. Dany gelingt es aus dem Milieu zu fliehen und nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie und einer christlichen Einrichtung für Traumapatienten, schafft sie es langsam wieder ins Leben zu finden und bekommt eine neue Arbeitstelle vermittelt. Doch ihre innere Suche nach Liebe und Ankommen bleibt immer noch ungestillt und Dany beginnt sich zu fragen, ob sie, die soviel Dreck über sich ergehen lassen musste, überhaupt noch jemand lieben kann.

Dany findet wieder Halt in ihrem Leben, lernt ihren Mann Bernd kennen und sie findet wieder eine echte und tragfähige Beziehung zu Gott, lernt die Macht und Kraft des Gebets kennen und erfährt was es heißt freigekauft und reingewaschen zu sein, bedingungslos geliebt und auserwählt und trotz schwieriger Vergangenheit eine Berufung im Leben zu finden. Sie heiratet, gründet mit ihrem Mann eine Familie und hört nicht auf von der heilenden Liebe Gottes zu erzählen. Der Glaube hilft ihr auch nach einem schweren Unfall wieder ins Leben zu finden, Dankbarkeit zu leben und seine Liebe weiter zu geben.

Mir hat Danys Geschichte sehr gut gefallen. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, sie sitzt dabei und erzählt einfach kunterbunt aus ihrem Leben und ihre Geschichte hat mir gezeigt, dass keine Vergangenheit zu schwer oder zu finster ist um nicht wieder zu Gott zu finden.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Die Sehnsucht nach Freiheit

Twelve Years a Slave
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Solomon Northrup nimmt den Leser mit in seine wahre Geschichte, die so bewegend ist, dass ich sie nur in Abschnitten lesen konnte. Der Autor berichtet von den zwölf schrecklichsten Jahren seines Lebens, ...

Solomon Northrup nimmt den Leser mit in seine wahre Geschichte, die so bewegend ist, dass ich sie nur in Abschnitten lesen konnte. Der Autor berichtet von den zwölf schrecklichsten Jahren seines Lebens, die ihn alles an Kraft, Überlebenswillen und Hoffnung gekostet haben.

Solomon wird frei geboren und wächst im Norden Amerikas auf. Er hat die Möglichkeit eine Schulbildung zu genießen, arbeitet als talentierter Handwerker und ist auch überaus musikalisch. Sein Geigenspiel ist sehr beliebt und er wird oft auf Veranstaltungen eingeladen um dort aufzuspielen. Mit seiner Familie, seiner Ehefrau und seinen drei Kindern, lebt er als freier und anerkannter Bürger in Saratoga, New York. Dort in vermeintlicher Sicherheit wird er geschäftlich von zwei Männern in eine Falle gelockt, eingesperrt und in Ketten gelegt und letztendlich in die Sklaverei in den Süden Amerikas verkauft. Seine anfänglichen Versuche der Beteuerung doch ein freier Mann zu sein wurden in brutalen Peitschenhieben erstickt. Solomon wurde das Opfer perfider Sklavenhändler, die in ganz Amerika unterwegs waren um ihre "Geschäfte" zu tätigen.

Somit sieht er sich nicht nur aller Rechte beraubt, er darf auch seinen Namen nicht mehr erwähnen. Von nun an heißt er "Platt". Mit vielen anderen unwillkürlich gefangenen schwarzen Menschen wird er auf einem Raddampfer nach Louisiana verschifft und dort auf einem Sklavenmarkt verkauft. Solomon erzählt in diesem Buch nicht nur seine Geschichte, sondern auch die seiner Mitgefangenen und deren unermesslichen Leides. Als Sklave war er völlig entrechtet, weniger wert als Vieh und genauso behandelt. Er erlebte bösartigste Willkür und Sadismus von Seiten der Sklavenhändler und auch der Plantagenbesitzer, wurde jedoch auch nicht müde immer wieder zu erwähnen, dass es auch Menschen gab, die ihm Gutes getan haben und bemüht waren, die Bedingungen der Sklaven zu erleichtern. Eine Hinterfragung des Systems fand jedoch nicht statt, vieles wurde sogar mit der Bibel begründet, was die abartige Bosheit auf die Spitze trieb. Dennoch hielt Solomon an seinem Glauben fest, wenn auch still und in absoluter Verzweiflung und bewahrte sich trotz aller Unmenschlichkeit, die ihm widerfuhr seine Menschlichkeit. Oft dachte er an Flucht, doch das System der Sklaverei in Louisiana war so ausgeklügelt, dass es für die Sklaven keine Chance gab, außer sie hatten schon innerlich mit ihrem Leben abgeschlossen.

Solomon wusste nicht, ob er seine Familie zu Lebzeiten noch einmal wiedersehen würde und gerade als die Hoffnungslosigkeit am größten war, macht er die Begegnung eines weißen Mannes, der anders ist als alle anderen weißen Menschen in Louisiana und wagt das Unmögliche. Er gibt ihm Briefe mit an Menschen in Saratoga, die ihn kennen und sich für ihn einsetzen könnten und wartet. Die Wartezeit gestaltet sich unter seinem sadistischen Plantagenbesitzer äußerst gefährlich und doch geschieht das Wunder, auf das er und auch der Leser kaum mehr zu hoffen wagte. Solomon kommt endlich nach zwölf schrecklichen Jahren frei und kann wieder zu seiner Familie reisen.

Im Jahr 1953 schreibt er seine Geschichte als Erzählung auf, vergisst auch seine mitleidenden Mitmenschen wie Eliza und Patsey nicht zu erwähnen, damit auch ihre Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Die Geschichte ist in der Sprache seiner Zeit gehalten, was es für mich umso authentischer macht. Sehr nüchtern beschreibt er die brutalen Behandlungen, die dadurch noch mehr an Grausamkeit gewinnen. Ebenso beschreibt er sehr genau die Baumwoll- und Zuckerrohrernte, was es dem Leser noch besser ermöglicht, sich in diese Zeit hinein zu versetzen. Solomons wahre Geschichte kam ein Jahr nach "Onkel Toms Hütte" von Harriet Becher Stowe heraus, die fiktional geschrieben bis heute ein Klassiker ist. "12 years a slave" versank nach Solomons Tod, bis zum Schluss war er im Auftrag des Abolitionismus unterwegs, in den Tiefen der Historie und wir verdanken es dem Regisseur Steve McQueen und seiner Partnerin, Historikerin, dass Solomon und die Geschichte der Sklaverei nicht in Vergessenheit gerät und genutzt wird auch dieses mehr als finstere Kapitel der amerikanischen Geschichte aufzuarbeiten.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Was Vergebung möglich macht

Meine Krone in der Asche
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Diese wahre Geschichte nimmt uns Leser mit auf eine ganz besondere Reise. Sie lässt uns nach Köln in das Jahr 1939 reisen. Die Autorin Hanna Zack Miley nimmt uns mit auf ihre Reise des Lebens, welche so ...

Diese wahre Geschichte nimmt uns Leser mit auf eine ganz besondere Reise. Sie lässt uns nach Köln in das Jahr 1939 reisen. Die Autorin Hanna Zack Miley nimmt uns mit auf ihre Reise des Lebens, welche so tragische Brüche erlebt, dass ich schon während des Lesens spürte, hier passiert ein ganz besonderes Wunder der inneren Heilung.

Hanna Zack Miley begann ihre Geschichte mit 75 Jahren aufzuschreiben und sie nimmt uns mit in das Schicksal, das viele jüdische Kinder damals erlebten, nimmt uns mit in die Kinderlandverschickung nach England. Nachdem es für Juden im Dritten Reich immer enger wurde und abzusehen war, dass es für sie aus welchen Gründen auch immer immer keine Chance mehr ergab, sich und ihre Familien aus Deutschland zu retten, war für viele Familien der einzige Strohhalm ihre Kinder nach England zu schicken, wo sie von judenfreundlichen Menschen aufgenommen wurden. Vielfach sind diese Kinder die einzigsten Überlebenden ihrer Familie, denn wer aus Deutschland nicht rechtzeitig fliehen oder sich verstecken konnte, der wurde von den Nazis ermordet. So erging es auch Hannas Eltern.

Mit sieben Jahren kam Hanna tief traumatisiert in England an, die Kinder verstanden nicht was mit ihnen passierte und die abrupte Trennung von den Eltern bewirkte einen tiefen und alles bestimmenden Bindungsschmerz, ein Trauma, das oftmals nicht aufgelöst werden konnte. Auch für Hanna ist es aufgrund der Umstände sehr schwer eine tiefe Bindung zu anderen Menschen, zu sich selbst und auch mit Gott einzugehen. Durch ihre Pflegefamilie, die Christen waren, kam sie mit dem Gott der Christen in Berührung. Jedoch vermochte sie dadurch nicht ihre Bitterkeit und ihren rachsüchtigen Hass loszulassen. Erst als junge Frau auf einer Evangelisationsveranstaltung von Billy Graham hat sie eine Jesusbegegnung am Kreuz, die buchstäblich ihr ganzes Leben verändert.

Nun ist es ihr langsam möglich auf Spurensuche in ihrem Leben zu gehen, sich behutsam ihrer jüdischen Identität zu nähern, denn der lebendige Glaube an Jesus gibt ihr nun die Kraft. Hanna heiratet und ist mit ihrem Mann George unter anderem in Indien im Missionsdienst. Im Jahr 2000 hat sie wieder eine besondere Begegnung und erhält nun die Kraft und den Mut, sich auf die Suche nach ihren Eltern, ihrer jüdischen Vergangenheit zu begeben.

Vier Jahre braucht es um zu forschen und zu schreiben und sich letztendlich auf den letzten Weg ihrer Eltern zu machen, die in einem Konzentrationslager im Osten ermordet wurden. Hanna nimmt uns nicht nur geografisch mit auf diese Reise, sondern vor allem auch innerlich und hat mir auf eine ganz besonders bewegende Art und Weise aufgezeigt, was es heißt wirklich zu vergeben, den Schmerz zu fühlen, ihn loslassen zu können und sich mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen. Es ist ein langer und bewegender Weg der inneren Heilung und dass Hanna sich im hohen Alter von 75 Jahren auf diesen Weg gemacht hat, fand ich absolut bewundernswert.

Ihre Geschichte hat mir sehr oft die Tränen in die Augen getrieben, doch auch Dankbarkeit zu erleben, was geschehen kann, wenn sich ein Mensch für Jesus und seine kostenlose Vergebung öffnet.

Absolut lesenswert!

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