Profilbild von KGranger

KGranger

Lesejury Star
offline

KGranger ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit KGranger über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2026

besser als gedacht

Brombeerblaue Tage
0

„Brombeerblaue Tage“ hat mir letztlich deutlich besser gefallen, als ich anfangs erwartet hatte. Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt etwas schwer, weil die Geschichte recht ruhig beginnt und ich erst ...

„Brombeerblaue Tage“ hat mir letztlich deutlich besser gefallen, als ich anfangs erwartet hatte. Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt etwas schwer, weil die Geschichte recht ruhig beginnt und ich erst Zeit gebraucht habe, um wirklich hineinzufinden. Auch das Ende kam mir persönlich etwas zu plötzlich. Trotzdem habe ich das Buch am Ende sehr gern gelesen.

Besonders schön fand ich die Vater-Tochter-Beziehung im Mittelpunkt der Geschichte. Elisa reist widerwillig auf das heruntergekommene Gutshaus ihres Vaters auf Rügen, während dieser im Krankenhaus ist, und muss sich dort nicht nur mit einem völlig verwilderten Garten, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Gerade diese langsame Annäherung zwischen Vater und Tochter wurde sehr glaubwürdig und warmherzig erzählt. Das Buch zeigt auf schöne Weise, dass nicht jede Eltern-Kind-Beziehung perfekt ist, dass Verletzungen bleiben können – aber eben auch, dass Versöhnung und ein Neuanfang möglich sind.

Außerdem mochte ich die Atmosphäre auf Rügen und die vielen Naturbeschreibungen sehr. Wie Elisa nach und nach ihre Liebe zu Pflanzen und Gärten wiederentdeckt, hatte etwas Beruhigendes und Hoffnungsvolles. Insgesamt ein gefühlvoller Roman mit viel Herz, kleinen Schwächen und einer sehr gelungenen emotionalen Entwicklung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2026

Eine tolle Hilfe

Schule ohne Burnout
0

Schule ohne Burnout von Ann-Marie Backmann ist ein hilfreiches und angenehm praxisnah geschriebenes Buch für Lehrkräfte, die im Schulalltag ständig zwischen Unterricht, Organisation, Erwartungen von außen ...

Schule ohne Burnout von Ann-Marie Backmann ist ein hilfreiches und angenehm praxisnah geschriebenes Buch für Lehrkräfte, die im Schulalltag ständig zwischen Unterricht, Organisation, Erwartungen von außen und Privatleben jonglieren. Besonders gelungen fand ich den Fokus darauf, Mental Load zu reduzieren, Verantwortung im Kollegium zu teilen und wieder mehr Energie für die eigentliche Beziehungsarbeit mit Schüler*innen zu haben.

Viele der vorgestellten Strategien wirkten durchdacht und alltagstauglich. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen öfter das Gefühl, einiges davon bereits selbst über die Jahre für mich entwickelt zu haben. Wer sich schon intensiv mit Selbstorganisation, Grenzen setzen oder Work-Life-Balance beschäftigt hat, wird daher vermutlich nicht völlig neue Erkenntnisse finden.

Außerdem lassen sich manche Tipps nicht für jede Lebensrealität gleich gut umsetzen. Das Buch richtet sich meiner Meinung nach vor allem an Lehrerinnen mit Familie, Kindern und unterstützendem Partner im Hintergrund. Nicht jede Lehrkraft hat diese Voraussetzungen oder ein stabiles Umfeld, um Aufgaben einfach abzugeben oder Belastungen besser aufzuteilen.

Trotzdem bietet das Buch viele gute Denkanstöße, reflektiert typische Probleme im Schulalltag sehr treffend und vermittelt auf motivierende Weise, dass man nicht dauerhaft als perfekter Einzelkämpfer funktionieren muss. Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre – besonders für Lehrkräfte, die Gefahr laufen, sich zwischen Schule und Privatleben aufzureiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2026

traurig zu lesen

Schlaf
0

„Schlaf“ von Honor Jones ist ein ruhiger, nachdenklicher Roman, der mich vor allem emotional sehr berührt hat. Die Geschichte ist stellenweise wirklich traurig, weil sie schonungslos zeigt, wie prägend ...

„Schlaf“ von Honor Jones ist ein ruhiger, nachdenklicher Roman, der mich vor allem emotional sehr berührt hat. Die Geschichte ist stellenweise wirklich traurig, weil sie schonungslos zeigt, wie prägend – und verletzend – das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter sein kann.

Im Zentrum steht Margaret, die mit ihren eigenen Töchtern in ihr Elternhaus zurückkehrt, während ihre Mutter im Sterben liegt. Dieses Haus ist kein Ort der Geborgenheit, sondern voller schwieriger Erinnerungen. Ihre Mutter Elizabeth erscheint dabei als kontrollierend und kühl – eine Frau, die mehr Wert auf Haltung und äußere Ordnung legte als auf echte Empathie. Gerade diese Distanz hat mich beim Lesen oft betroffen gemacht.

Nach und nach setzt sich Margarets Vergangenheit zusammen: Erfahrungen aus ihrer Kindheit, unangenehme Situationen mit Jungen, familiäre Dynamiken und ein einschneidendes Erlebnis am Pool, das ihr Verhältnis zur Mutter nachhaltig geprägt hat. Dabei wird deutlich, wie sehr Margaret darum kämpft, sich von den Erwartungen ihrer Mutter zu lösen und ihren eigenen Weg zu finden.

Was das Buch besonders macht, ist seine dichte, fast schon schwebende Atmosphäre. Es passiert gar nicht so viel im klassischen Sinne – stattdessen lebt der Roman von Erinnerungen, Stimmungen und inneren Prozessen. Genau das hat mir einerseits gut gefallen, weil es sehr intensiv und literarisch wirkt. Andererseits hat mir an manchen Stellen etwas mehr Handlung gefehlt, um die Geschichte noch greifbarer zu machen.

Insgesamt ist „Schlaf“ ein stilles, melancholisches Buch über Familie, Identität und das Ringen um die eigene Stimme. Kein leichtes Lesen, aber ein eindrucksvolles – auch wenn ich mir hier und da etwas mehr Dynamik gewünscht hätte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2026

Frauenpower

Chasing Hearts
0

Nachdem ich die Formel-1-Reihe von Carolin Wahl wirklich geliebt habe – und das, obwohl ich eigentlich gar nichts für Formel 1 übrig habe – war ich super gespannt auf Chasing Hearts. Love at Full Speed ...

Nachdem ich die Formel-1-Reihe von Carolin Wahl wirklich geliebt habe – und das, obwohl ich eigentlich gar nichts für Formel 1 übrig habe – war ich super gespannt auf Chasing Hearts. Love at Full Speed 1. Die Erwartungen waren also ziemlich hoch… und ganz erreicht wurden sie leider nicht.

Die Geschichte dreht sich um Georgia Dubois, die als ehrgeizige Rennfahrerin alles daransetzt, die erste weibliche Formel-1-Weltmeisterin zu werden. Dabei hat sie nicht nur mit den Herausforderungen des Sports zu kämpfen, sondern auch mit Vorurteilen, Medienrummel und Sponsoren – besonders, weil sie Teil eines reinen Frauenteams ist. Parallel dazu steht ihr Rivale Luca Rossi unter Druck, nachdem sein Image durch einen Skandal ziemlich gelitten hat. Die Lösung? Eine inszenierte Beziehung, die beiden helfen soll, ihre Karrieren zu retten. Was als PR-Strategie beginnt, entwickelt sich natürlich langsam in eine echte emotionale Richtung.

Ich mochte das Buch insgesamt wirklich gern – der Schreibstil ist angenehm und die Atmosphäre rund um die Rennwelt wurde spannend eingefangen. Besonders hervorheben möchte ich Georgia: Eine weibliche Formel-1-Fahrerin ist einfach erfrischend und längst überfällig. Auch das reine Frauenteam fand ich richtig cool und einen der stärksten Aspekte der Geschichte.

Allerdings hat mich die Lovestory nicht komplett überzeugt. Gerade im Mittelteil wirkte die Entwicklung zwischen Georgia und Luca stellenweise etwas konstruiert oder nicht ganz greifbar. Da fehlte mir manchmal die Tiefe oder das gewisse Knistern, das mich emotional richtig abholt.

Im Vergleich zur Reihe von Carolin Wahl hat mir hier einfach ein bisschen das gewisse Etwas gefehlt – dieses Gefühl, komplett in die Geschichte hineingezogen zu werden.

Fazit: Ein gutes Buch mit starken Ansätzen, einer tollen Protagonistin und einem spannenden Setting, aber kleinen Schwächen in der romantischen Entwicklung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2026

spannend

Ein guter Blick fürs Böse
0

„Ein guter Blick fürs Böse“ von Elizabeth Arnott ist ein spannender Krimi mit einer wirklich außergewöhnlichen Ausgangsidee – auch wenn er mich nicht sofort komplett gepackt hat.

Die Geschichte spielt ...

„Ein guter Blick fürs Böse“ von Elizabeth Arnott ist ein spannender Krimi mit einer wirklich außergewöhnlichen Ausgangsidee – auch wenn er mich nicht sofort komplett gepackt hat.

Die Geschichte spielt im Kalifornien der 60er-Jahre und dreht sich um drei Frauen, die auf den ersten Blick ein ganz normales Leben geführt haben. Doch ihre Vergangenheit verbindet sie auf düstere Weise: Ihre Ehemänner wurden als Serienmörder entlarvt. Seitdem stehen sie selbst im Fokus der Öffentlichkeit und müssen mit der Frage leben, wie nah sie dem Bösen eigentlich waren, ohne es zu erkennen. Als Jahre später erneut grausame Morde geschehen, beschließen sie, selbst aktiv zu werden – und nutzen ihre Erfahrungen, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Was ich besonders interessant fand, war genau dieser Ansatz: Frauen, die durch ihre Vergangenheit einen ganz eigenen Blick auf Täter und Abgründe entwickelt haben. Das verleiht der Geschichte eine spannende psychologische Tiefe.

Allerdings muss ich sagen, dass die Handlung recht langsam startet. Es dauert ein wenig, bis die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt und mich emotional abholen konnte. Wer eher actionreiche Krimis sucht, braucht hier etwas Geduld.

Dranbleiben lohnt sich aber definitiv: Im Verlauf der Geschichte gab es einige überraschende Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Diese Momente haben das Buch für mich deutlich aufgewertet und für echte Spannung gesorgt.

Insgesamt ein atmosphärischer, eher ruhig erzählter Krimi mit einer originellen Idee und starken Figuren – nicht durchgehend fesselnd, aber mit einigen wirklich gelungenen Twists.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere