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Veröffentlicht am 11.05.2026

Viel versprechender Trilogieauftakt

Flut aus schwarzem Stahl
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Als sein Dorf von fremden Kriegern angegriffen wird, verwandelt sich Ruhlin in etwas schreckliches, wird aber dennoch gefangen genommen. Thera ist in Diensten einer der drei Schwesternköniginnen, die sie ...

Als sein Dorf von fremden Kriegern angegriffen wird, verwandelt sich Ruhlin in etwas schreckliches, wird aber dennoch gefangen genommen. Thera ist in Diensten einer der drei Schwesternköniginnen, die sie losschickt, um das Fehlen einer wichtigen Lieferung zu klären. Felnir arbeitet für seinen Onkel, wenn auch ungern, und bekommt wieder einmal einen kaum lösbaren Auftrag. E.vine ist klug und gelehrt, macht aber einen schweren Fehler, als sie sich für die falsche Religion entscheidet. Vier Protagonist:innen, vier Perspektiven, aus denen die Geschichte abwechselnd erzählt wird. Manche Wege überschneiden oder verknüpfen sich gar.

Ich habe zwar noch nicht alle seine Werke gelesen, doch schon einigen, und Anthony Ryan hat mich noch nie enttäuscht. Auch hier war ich schnell im Lesefluss, auch wenn es relativ lange gedauert hat, bis klar wurde, wohin die Reise gehen soll. Da ich aber jeden der vier Lebenswege, die hier erzählt werden, interessant und spannend finde, wurde ich von Anfang an gepackt, war gespannt, wohin es führen wird. und wie die einzelnen Protagonist:innen zueinander stehen beziehungsweise, was sie miteinander zu tun haben werden. Nur ein Lebensweg blieb bisher von denen der anderen isoliert, da es sich aber hier erst um den Start in eine Trilogie handelt, wird sich das sicher in weiteren Bänden ändern. Gegen Ende des Bandes wurde mir auch klar, dass es Verbindungen zu einer anderen Trilogie des Autors gibt, die ich jetzt wohl bald lesen sollte.

Die Protagonist:innen sind alle ganz unterschiedlich, mit verschiedenen Zielen und Wünschen, die Ereignisse sind es, die hier ihre Leben mitbestimmen, und denen sie sich nicht ohne weiteres entziehen können. Auch weitere Charaktere sind sehr interessant, zum Beispiel Lynnea, die zwar stumm ist, aber besondere Fähigkeiten hat. Im Anhang findet sich übrigens eine Liste der Personen.

Das Setting mutet wikingisch an, aber auch eigenständig, immerhin sind wir in einer fiktiven Welt. Anthony Ryan hat eine interessante Welt geschaffen, die man nach und nach besser kennenlernt. Zu Beginn des Romans gibt es eine Karte, die nützlich sein kann. Immer wieder gibt es auch Rückblicke in frühere Ereignisse, die wichtig sind, um das Heute zu verstehen.

Anthony Ryan hat mich wieder direkt packen können und ich freue mich nun auf die weiteren Bände der Trilogie. Der Roman punktet mit einer interessanten Welt, gelungenen Charakteren und viel Spannung.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2026

Gnadenlos und grandios

The Boys: Gnadenlos-Edition
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Vor Jahren wurde ein Mittel entdeckt, das aus Menschen Supermenschen machen kann, wobei die Art der Fähigkeiten nicht vorhersehbar und manchmal recht kurios ist. Viele dieser Supermenschn werden als Helden ...

Vor Jahren wurde ein Mittel entdeckt, das aus Menschen Supermenschen machen kann, wobei die Art der Fähigkeiten nicht vorhersehbar und manchmal recht kurios ist. Viele dieser Supermenschn werden als Helden und Beschützer verehrt, vor allem The Seven, die besten von allen. Nun, schön ist es, wenn Menschen mit besonderen Fähigkeiten diese für Gutes einsetzen, große Macht führt zu großer Verantwortung oder so, doch Macht kann auch korrumpieren. Das erfährt auch Annie, die sich sich schon ihr ganzes Leben gewünscht hatte, bei The Seven mitmachen zu dürfen, nun ist es endlich so weit, sie wird zu Starlight, doch die große Freude endet in großer Verachtung.

Hughies Freundin wurde von einem der Seven getötet, A-Train ist superschnell, und leider stand Robin einer Verfolgung im Weg, Kollateralschaden halt. Hughies Trauer ist tief, als er von Billy Butcher angesprochen wird. Dieser leitet im Auftrag der CIA eine kleine Gruppe, die durchgeknallte Supermenschen in Zaum halten soll, und lädt Hughie ein, ein Teil dieser Gruppe zu werden.

Die Serie zum Comic ist gerade in ihrer letzten Staffel angelangt, und so bekam ich Lust, mir die Comics anzusehen, auf denen sie basiert. Wer die Serie kennt, ahnt es schon, beides ist nur für Erwachsene geeignet, denn hier gibt es nicht nur viel Blut, Gewalt und vulgäre Sprache, sondern auch das andere Erwachsenenthema, ihr wisst schon welches, nimmt einigen Raum ein. Könnte abschreckend sein, ja, aber wer sehr schwarzen Humor mag, könnte dennoch gut unterhalten werden.

Man begleitet Butcher und seine Boys, die nicht alle männlich sind, bei mehreren Unternehmungen, die sich nicht nur auf die USA beschränken. Annie und The Seven nehmen hier noch einen relativ kleinen Part ein, und es gibt Unterschiede zur Serie, vor allem auch, weil die Comicreihe bereits 2006 gestartet ist.

Die Zeichnungen sind grandios. Karl Urban ist sicher ein toller Butcher, aber mir gefällt der gezeichnete aus dem Comic fast noch besser. Im Anhang zeigt der Zeichner einige Skizzen und erzählt von der Entwicklung einzelner Charaktere.

Diese Comicreihe ist ausschließlich für Erwachsene geeignet, blutig, vulgär, gnadenlos, und mit viel schwarzem Humor gesegnet. Wer damit klar kommt, erhält einen grandiosen Comic, dessen Geschichte und Zeichnungen sich in nichts nachstehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 02.05.2026

Empfehlenswerter Ratgeber

Ihr Geld für eine bessere Welt: Der Leitfaden für nachhaltige Anlagen
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Nachhaltigkeit, also nie mehr verbrauchen als nachkommen kann, wird in Zeiten einer beginnenden Klimakrise immer wichtiger. Nachhaltig zu investieren bedeutet, auf Firmen und Projekte zu setzen, die nachhaltig ...

Nachhaltigkeit, also nie mehr verbrauchen als nachkommen kann, wird in Zeiten einer beginnenden Klimakrise immer wichtiger. Nachhaltig zu investieren bedeutet, auf Firmen und Projekte zu setzen, die nachhaltig sind, sich also für Umwelt, und im besten Fall auch soziale Aspekte, wie zum Beispiel Verzicht auf Kinderarbeit, einsetzen. Ob eine Anlagemöglichkeit allerdings wirklich nachhaltig ist, ist oft schwer zu sagen, denn manche Firmen betreiben Greenwashing, setzen sich also in ein grüneres, sprich nachhaltigeres, Licht, als sie tatsächlich sind. Zudem gibt es oft das Best in Class-Prinzip, was auch nicht unbedingt bedeutet, dass die Angebote wirklich nachhaltig sind.

So wird man in diesem Buch auch nicht nur über nachhaltige Anlageformen aufgeklärt, man erfährt auch viel darüber, wie man die einzelnen Anbieter beziehungsweise Emittenten auf Nachhaltigkeit prüfen kann, genauso wie darüber, welche Risiken bei den einzelnen Formen jeweils bestehen. Am Ende sollte man gut einschätzen können, was einem wichtig ist, und welche Anlagemöglichkeiten daher am ehesten zu einem passen. Dabei spricht der Autor keine Empfehlungen aus, dafür ist der Finanzmarkt zu schnelllebig, er zeigt aber auf, wo man sich jeweils aktuell informieren könnte.

Wer nachhaltig anlegen möchte, hat einige Möglichkeiten, die aber nicht alle gleich empfehlenswert scheinen. Dieses Buch gibt einen umfassenden Überblick über dieses sehr komplexe Thema, für das man sich Zeit lassen muss.

Veröffentlicht am 29.04.2026

Was wäre wenn ...

Die Namen
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Gordon Atkin ist ein beliebter und geachteter Arzt. Doch zu Hause wird er zum Monster, demütigt, misshandelt und isoliert seine Ehefrau Cora. Nach der Geburt des Sohnes schickt er Cora zum Amt, den Vornamen ...

Gordon Atkin ist ein beliebter und geachteter Arzt. Doch zu Hause wird er zum Monster, demütigt, misshandelt und isoliert seine Ehefrau Cora. Nach der Geburt des Sohnes schickt er Cora zum Amt, den Vornamen registrieren zu lassen. Für ihn ist klar, der Junge kann nur Gordon heißen, der Name hat seit Generationen Tradition in seiner Familie. Doch für Cora sind zwei weitere Namen möglich. Sie selbst würde Julian wählen, während der Wunsch der neunjährigen Tochter Bear ist.

Und so trennt sich der Roman in drei Erzählstränge auf. Über 35 Jahre, beginnend am Tag der Registrierung des Namens im Jahr 1987, erfahren die Leser:innen, wie sich die Wahl des Namens auf Bear, Julian, Gordon und seine Familie auswirkt. Je nach Name sind die Ereignisse, die auf die Familien zukommen, sehr unterschiedlich.

Ich liebe solche Gedankenspiele. Was wäre, wenn man wichtige Entscheidungen anders getroffen hätte, wie hätte sich das Leben dann entwickelt? Man kann sich vorstellen, dass manche Entscheidung zu einem ganz anderen Leben geführt hätte.

So eine Entscheidung wirkt sich zudem oft nicht nur auf einen selbst aus, sondern auch auf das Umfeld, die Familie, aber vielleicht auch auf andere Personen. Auch hier gibt es Menschen, die das Leben von Coras Sohn und seiner Familie in jedem oder fast jedem Strang kreuzen, mal ist es nur ein kurzes Treffen und dann geht man getrennte Wege, mal ist es eine engere Beziehung, die sich aufbaut. In allen drei Geschichten gibt es auch zeitliche Fixpunkte, wie zum Beispiel die Lockdowns während der Covid-19-Pandemie

Ich habe alle drei Erzählstränge sehr gespannt gelesen, und fand jeden auf seine Art interessant. Die Ausgangssituation, die häusliche Gewalt, ist bei allen drei gleich, und hat seinen Einfluss auf jeden Strang, aber auch hier gibt es unterschiedliche Entwicklungen. Manchmal ist es kaum auszuhalten, was man lesen muss, und, da das leider aus dem Klappentext auch nicht deutlich wird, und es keine Triggerwarnung gibt, möchte ich hier eine aussprechen. Mich persönlich haben die drei Lebensgeschichten emotional sehr berührt.

Die Ausarbeitung der einzelnen Charaktere, basierend auch auf den unterschiedlichen Entwicklungen, erscheint mir sehr gelungen. Man kann deutlich erkennen, wie sich die unterschiedlichen Erfahrungen ausgewirkt haben und wie sie verarbeitet wurden. Auch die unterschiedliche Beeinflussung der Menschen außerhalb der engeren Familie, ist interessant und passend.

Im Anhang erfährt man etwas über die Bedeutung vieler Namen, die man in diesem Buch vorfindet, auch die Anmerkungen der Autorin sollte man lesen, denn hier erfährt man, was die Autorin inspiriert hat, vor allem bezüglich der Kunsthandwerker, die in einem der Erzählstränge eine Rolle spielen.

Ich liebe Gedankenspiele, die Überlegungen anstellen, wie sich bei anderen Entscheidungen ein Leben anders entwickelt hätte, und so passte dieser Roman sehr gut zu mir. Ich habe ihn mit großer Spannung gelesen, wurde aber auch emotional berührt. Florence Knapps Romandebüt ist für mich ein Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Trent Dalton hat mich wieder überzeugen können

Lola im Spiegel
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Seit es denken kann, ist das Mädchen mit seiner Mutter auf der Flucht, es kennt seinen Namen nicht, denn Namen sind gefährlich und könnten auf ihre Spur führen. Seit einigen Jahren leben sie in einem Autowrack ...

Seit es denken kann, ist das Mädchen mit seiner Mutter auf der Flucht, es kennt seinen Namen nicht, denn Namen sind gefährlich und könnten auf ihre Spur führen. Seit einigen Jahren leben sie in einem Autowrack in der Brisbaner Moon Street, zusammen mit anderen Getriebenen, wie das Mädchen sie nennt, alle obdachlos, haben sie hier eine kleine Familie gebildet. Eines Tages passiert ein Unglück, und das Leben des Mädchens stellt sich auf den Kopf.

Vor ein paar Jahren las ich „Der Junge, der das Universum verschlang“, war total begeistert und wollte natürlich mehr von Trent Dalton lesen. Auch in „Lola im Spiegel“ wird aus der Ich-Perspektive erzählt, dieses Mal von einem namenlosen Mädchen, wieder sind die Verhältnisse, in denen die Hauptfigur lebt, schwierig, aber nicht ohne Menschen, denen sie sich anvertrauen kann. Einer davon ist ein junger, ebenfalls obdachloser Alkoholiker, den die Protagonistin als ihren besten Freund ansieht. Aber es gibt auch andere, in der Regel wie sie obdachlos oder besser wohnungslos, denn alle haben ein gewisses Obdach, ein Auto, eine Höhle, auf jeden Fall einen Ort, an den sie sich zurückziehen können. Neben den obdachlosen Nachbar:innen gibt es noch Lola, die das Mädchen hin und wieder in einem alten Spiegel entdeckt, eine junge Frau im roten Kleid, die zu einer Vertrauten wird.

Bei der Gelegenheit kommt der Autor auch auf die sehr große Wohnungsnot in der australischen Stadt Brisbane zu sprechen, Wohnungen sind rar, es gibt sehr viel weniger als benötigt werden. Das ist ziemlich erschreckend. Und in so einer Situation ist es auch nicht einfach, für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu können, zumal, wenn man wie das Mädchen und ihre Mutter namenlos auf der Flucht ist. Und so verzahnen sie sich mit einem anderen Submilieu Brisbanes, dem des Verbrechens. Die Mutter, und später auch die Tochter, arbeiten für ein Frau, die nicht nur einen Meeresfrüchte-, sondern auch einen Drogenhandel betreibt. Hoffen darf man trotzdem, und so hat auch das Mädchen seine Träume, sie ist künstlerisch sehr begabt, zeichnet, was sie erlebt,und wird daher im Roman auch immer wieder die Künstlerin genannt.

Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, einige davon recht skurril, aber die meisten haben auch ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen. Wir betrachten sie aus Sicht der Künstlerin, diese hat aber auch als Künstlerin eine gute Beobachtungsgabe.

Erzählt wird der Roman auf besondere Art. jedes Kapitel wird durch eine Zeichnung der Künstlerin eingeleitet, der Titel des Kapites ist sogleich der Titel der Zeichnung. Diese sehr ausdrucksstarken Zeichnungen hat Paul Heppell beigesteuert.

Fängt der Roman zunächst relativ gemächlich an, steigert sich nach und nach die Spannung, die letzten circa 100 Seiten habe ich regelrecht atemlos gelesen. Ich denke, der Roman wird aus mehreren Gründen noch länger in mir nachhallen.

Trent Dalton konnte mich wieder absolut überzeugen, eine spannende Protagonistin, mit der man mitfühlen kann, weitere interessante Charaktere, eine fesselnde Geschichte und ein guter Schuss Gesellschaftskritik ergeben einen sehr lesenswerten Roman, der sicher noch länger nachhallen wird.

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