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Veröffentlicht am 10.05.2026

Suche nach Isabelle

Schattenmädchen
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Die Studentin Isabelle verschwindet nach einer Sommerparty eines erfolgreichen Tech‑Start-ups, dessen charismatischer Gründer jede Verbindung zu ihr abstreitet. Doch die Ermittler Fredrika Storm und Henry ...

Die Studentin Isabelle verschwindet nach einer Sommerparty eines erfolgreichen Tech‑Start-ups, dessen charismatischer Gründer jede Verbindung zu ihr abstreitet. Doch die Ermittler Fredrika Storm und Henry Calment stoßen auf Parallelen zu einem alten Mordfall an einer anderen Studentin. Obwohl damals jemand verurteilt wurde, zeigen sich deutliche Fehler in der damaligen Untersuchung. Immer klarer wird, dass beide Fälle miteinander verknüpft zu sein scheinen. Und die Universität Lund trägt ein dunkles Geheimnis.

"Schattenmädchen" ist der dritte Band der Reihe mit dem Ermittler-Duo Fredrika Storm und Henry Calment. Der Fall selbst ist in sich abgeschlossen und lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen. Jedoch empfiehlt es sich für die Entwicklung der Protagonisten auch die Vorgänger der Reihe zu kennen.

Die Handlung wird hauptsächlich aus der Perspektive mit Fredrika erzählt. Es dominiert weit über die komplette Handlung hinweg. Doch hin und wieder bekommen auch die anderen Protagonisten eine Perspektive, was dann recht abwechslungsreich ist. Der Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen. Durch die bildhafte Sprache konnte ich mir Setting, Atmosphäre und die Ermittlungsarbeit jederzeit lebhaft vorstellen.

Der Plot kommt ohne große Spannung aus. Viel mehr ist es eher eine ruhige, aber stetige Spannung ohne große Actionspitzen. Man begleitet das Ermittler-Duo Fredrika & Henry viel mehr bei ihrer Ermittlungsarbeit. Es gestaltet sich wie ein Puzzle, das sich Stück für Stück zusammensetzt, was dazu führt, dass man anfängt selbst mitzurätseln. Man verfolgt immer die Fragen: Ist Isabelle tot? Wer steckt dahinter? Wo ist sie – und was ist wirklich passiert? Immer wieder stößt man auf falsche Fährten, die einen bewusst in die Irre führen, bevor sich alles in einem unerwarteten Schluss zusammenfügt.

Das Ermittler-Duo Fredrika & Henry ist sehr authentisch. Ihre Zusammenarbeit wirkt glaubwürdig, professionell und menschlich. Man spürt ihre Entwicklung, ihre Dynamik und ihr Vertrauen. Zudem haben beide auch private Probleme, die einen während der Handlung nahe gebracht werden. Manchmal ist es nur etwas zu ausschweifend und hat die Spannung und Ermittlungsarbeit ein wenig gestört.

Mein Fazit:
Der dritte Fall überzeugt wieder mit ruhiger Spannung und dem authentischen Ermittler-Duo. Eine Leseempfehlung für alle, die miträtselbare, unaufgeregte Ermittlungen mögen und die Reihe um Fredrika & Henrys weiter verfolgen wollen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2026

Assassinen-Romantasy

Empire of Whispers and Shadows
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Saya wächst im abgeschotteten Dschungel auf und wird dort zur Assassinin des Gottkaisers ausgebildet. Um ihre Freiheit zu erlangen, muss sie sieben lebensgefährliche Prüfungen bestehen und das ausgerechnet ...

Saya wächst im abgeschotteten Dschungel auf und wird dort zur Assassinin des Gottkaisers ausgebildet. Um ihre Freiheit zu erlangen, muss sie sieben lebensgefährliche Prüfungen bestehen und das ausgerechnet gemeinsam mit Teno, dem Mann, der ihre Eltern töten ließ und ihr dunkelstes Geheimnis kennt. Obwohl sie ihn verachtet, bleibt ihr keine Wahl. Nur wenn sie zusammenarbeiten, können sie überleben.

"Empire of Whispers and Shadows" ist der Auftakt in die neue Assassinen-Romantasy-Reihe mit der Assassinenschülerin Saya.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Saya und Teno. Dadurch spürt man ihre Gedanken, Ängste und Entscheidungen hautnah. Man fiebert intensiv mit ihnen mit. Einige Szenen sind wirklich brutal, blutig und gefährlich. Die Kapitel enden häufig mit Cliffhängern, die eigentlich Spannung erzeugen sollten. Allerdings fehlt oft die erwartete Ausführung. Statt die Szene weiterzuführen, springt die Handlung abrupt weiter. Diese harten Szenenwechsel nehmen der Geschichte Dynamik und somit bleiben erzählerische Chancen ungenutzt.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, doch trotz des starken Ansatzes verliert die Handlung im Verlauf an Spannung. Der rote Faden wirkt nicht immer klar, manche Passagen verwirren eher, als dass sie fesseln.

Man wird in atmosphärisch starkes Setting enführt, das von asiatischen und leicht historischen Einflüssen geprägt ist. Die alte Stadt mit ihrem Palast, aber auch den Schatten in den Gassen wirkt geheimnisvoll und bietet eine spannende Bühne für Intrigen, Machtspiele und gefährliche Missionen. Es hatte viel Potenzial, doch die Beschreibungen wurden nie lebendig genug, um wirklich vollständig einzutauchen. Obwohl vieles gut dargestellt war, fehlte der letzte Funke Bildkraft, der die Welt vor dem inneren Auge zum Leben erweckt.

Saya als selbstbewusste Assassinenschülerin, die sich in einer männerdominierten Umgebung behaupten muss, ist eine starke Figur. Die Dynamik zwischen ihr und Teno ist sehr turbulent. Allerdings bleibt die Lovestory etwas im Hintergrund, auch wenn man merkt, dass sich da langsam etwas aufbauen kann. Aber man fühlt es nicht so wirklich.

Mein Fazit:
Tolle Grundidee, starke Protagonistin und ein faszinierendes Setting, auch wenn die Spannung nicht durchgehend trägt. Das Potenzial war definitiv da und ich bin gespannt auf die Fortsetung. Leseempfehlung für alle die asiatisches Setting mögen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Plötzlich Königin

Red as Royal Blood
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Ruby führt ein schlichtes Leben als Dienstmagd, träumt aber von mehr. Als der König plötzlich stirbt wird sie überraschend zur neuen Thronerbin erklärt. Damit wird sie mitten in die Intrigen des Hofes ...

Ruby führt ein schlichtes Leben als Dienstmagd, träumt aber von mehr. Als der König plötzlich stirbt wird sie überraschend zur neuen Thronerbin erklärt. Damit wird sie mitten in die Intrigen des Hofes geworfen. Die Königinwitwe ist außer sich, die drei Prinzen sind hochnäsig und alle scheinen etwas zu verbergen. Während Ruby versucht, sich in dieser neuen Welt zu behaupten, stößt sie auf Hinweise, dass der König ermordet wurde. Doch es kommt noch schlimmer. Sie selbst könnte das nächste Ziel sein. Um zu überleben und die Wahrheit aufzudecken, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich mit den Prinzen zusammenzutun...

Die Handlung wird aus der Ich-Erzählperspektive in einem angenehm, flüssigen Schreibstil aus Sicht der Hauptfigur Ruby erzählt. Dadurch ist man sehr nah an ihren Gedanken und ihrer Gefühlswelt. Ruby ist stark, schlagfertig, und mutig. Es macht sie dadurch zu einer sympathischen Protagonistin, mit der man in emotionalen sowie brenzligen Situationen mitfiebert. Sehr interessant ist, dass Rubys Ermittlungsstrategie und Denkweise wie Schachzüge in einem Schachspiel aufgebaut sind, was dem Plot eine besondere Note verleiht.

Das Schloss als Setting ist majestätisch, voller geheimer Orte, versteckter Räume und potenzieller Verräter. Auch wenn der Schreibstil nicht immer die volle Bildgewalt entfaltet und manche Szenen dadurch weniger visuell wirken, bleibt die Atmosphäre konstant spannend und leicht düster.

Im Mittelpunkt steht die Suche nach dem Mörder des Königs. Man befindet sich mitten in den höfischen Intrigen und Geheimnissen. Durch die Cliffhänger an den Kapitelenden sowie den falschen Fährten und unerwarteten Wendungen wird man animiert immer weiterzulesen. Es wird geschickt mit Vertrauen und Täuschung gespielt. Man entwickelt ein Misstrauen gegenüber den anderen Charakteren, sodass man sich immer fragt wer hier ein falsches Spiel spielt.

Die romantischen Elemente bleiben eher im Hintergrund, entwickeln sich aber sehr natürlich und unaufdringlich. Es gibt keine überdramatischen Szenen, keine überstürzte Liebe. Stattdessen eine leise, glaubwürdige Dynamik, die die Handlung ergänzt, ohne sie zu überlagern.

Mein Fazit:
Eine sehr gut gelungene Murder-Mystery-Romance mit einer guten Mischung aus emotionalen Momenten und einer spannungsgeladener Handlung. Die ein oder andere Szene hätte noch etwas mehr ausgearbeitet werden können und der Schreibstil noch ein wenig mehr bildgewaltiger sein können. Trotzdem hat sich eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre entfaltet. Lesenwert für alle, die Murder‑Mystery mit subtiler Romance und starken Charakteren suchen.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Sehr konstruiert

Doppelspiel
8

Nach seinem großen Erfolg steckt der Krimiautor Tom Borg mit seiner anhaltenden Schreibblockade in einer tiefen Krise. Auf der Suche nach neuer Inspiration landet er in einem dubiosen Club in Stockholm. ...

Nach seinem großen Erfolg steckt der Krimiautor Tom Borg mit seiner anhaltenden Schreibblockade in einer tiefen Krise. Auf der Suche nach neuer Inspiration landet er in einem dubiosen Club in Stockholm. Er wird dort Zeuge eines Mordes, der erschreckend genau dem Plot seines neuen, kaum begonnenen Romans entspricht. Plötzlich gilt er selbst als Hauptverdächtiger. Während immer mehr Realitätselemente mit seiner Fiktion verschmelzen, gerät Tom in ein gefährliches Spiel, in dem unklar ist, wer die Kontrolle über die Geschichte hat – und warum Menschen sterben, die eigentlich nur in seinem Buch existieren sollten.

"Doppelspiel" ist der Auftakt in die Trilogie mit dem Krimiautor Tom Borg.

Die Handlung startet mit einem enormen Tempo. Kurze Kapitel und schnelle Perspektivwechsel sowie ein flüssiger Schreibstil sorgen dafür, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Die Story wirkt dabei oft wie ein Actionfilm: rasant, laut, voller Fluchtmomente und überraschender Wendungen. Die wechselnden Perspektiven bringen Dynamik und Spannung aber so manch eine Szene wirkt sehr drüber. Einige Entwicklungen sind so konstruiert und unrealistisch, dass man sich hier mehrfach gefragt hat, ob die Logik hier bewusst zweitrangig war.

Viele der Figuren waren recht undurchsichtig, was auch zur Spannung beigetragen hat. Unbekannte Mächte ziehen Fäden, doch welches Spiel hier gespielt wird, bleibt lange unklar. Tom Borg, Hauptcharakter in der Story fand ich mit seinen Handlungen sehr naiv. Aber er wurde wahrscheinlich bewusst so dargestellt, dass die Story auch einen Sinn ergibt. Olivia, ebenfalls Hauptcharakter fand ich eher unsympathisch. Sie hat ihre Ecken und Kanten, was sie greifbar macht, aber sie handelt sehr impulsiv und kopflos. Ihre Handlungen sind schwer nachvollziehbar.

Die Auflösung fand ich recht eigenartig. Es war zu sehr an den Haaren herbeigezogen, wirkte auch wieder sehr konstruiert und es blieben noch relativ viele Fragen offen bzw. kamen neue hinzu. Man merkt, dass hier Raum für die Fortsetzung der Trilogie gelassen wurde.

Mein Fazit:
Es war fast wie in einem Actionfilm. Sehr rasante Handlung, aber es wirkte oft sehr überzogen und konstruiert. Ob ich Band 2 lese, bleibt offen. Perfekt für Fans rasanter, filmreifer Thriller. Wenn Realismus wichtig ist, könnte dieser Auftakt der Trilogie enttäuschen.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Tödlicher Wettkampf

The Crane and the Nightjar
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Die vermeintliche Diebin Zara wartet in den Kerkern von Raspa auf ihre Hinrichtung. Doch stattdessen bietet der König einen gefährlichen Deal an. Sie soll in einem brutalen Wettkampf gegen andere Todeskandidaten ...

Die vermeintliche Diebin Zara wartet in den Kerkern von Raspa auf ihre Hinrichtung. Doch stattdessen bietet der König einen gefährlichen Deal an. Sie soll in einem brutalen Wettkampf gegen andere Todeskandidaten antreten und anschließend ein sagenumwobenes Artefakt stehlen. Um überhaupt eine Chance zu haben, muss sie sich mit ihrem mysteriösen Zellennachbarn Crane zusammentun. Crane ist ein Mann, der ebenso gefährlich wie undurchschaubar ist und ganz offensichtlich eigene Pläne verfolgt. Während der Wettkampf immer tödlicher wird, steht Zara vor der entscheidenden Frage: Kann sie Crane trauen, wenn in diesem Spiel niemand wirklich gewinnen kann, sondern nur überlebt?

"The Crane and the Nigthjar - Nebelverhüllt" ist der erste Band einer Dilogie.

Es hat mich sofort mit seinem düsteren, nebelverhangenen Setting gepackt. Die bildhaften Beschreibungen lassen einen förmlich selbst durch die kalten, verschatteten Landschaften laufen. Dadurch verleiht es dem Setting eine Atmosphäre, die gleichzeitig geheimnisvoll und unterschwellig bedrohlich wirkt.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven der beiden Hauptprotagonisten Crane und Zara jeweils aus der Ich-Erzählperspektive erzählt. Dadurch taucht man in ihre Gedanken und Gefühle ein. Somit lernt man beide Figuren Stück für Stück besser kennen. Allerdings hat mir die Emotionalität zwischen den beiden etwas gefehlt. Obwohl man ihre Gedankenwelt gut nachvollziehen kann, entsteht zwischen ihnen weniger spürbare Intensität.
Die Nebenfiguren sind ebenfalls gut gezeichnet. Manche sind einem auf Anhieb sympathisch, manche sind bewusst kantig gezweichnet.

Die Erzählweise ist ruhig, aber flüssig und angenehm zu lesen. Es gibt keine rasante Entwicklung, sondern eine stetige, fast schleichende Spannung. Immer wieder tauchen kleine Überraschungen auf, die einen weiterziehen lassen, weil man unbedingt wissen will, was als Nächstes passiert. Das Ende kommt mit einem krassen Plot-Twist, der so nicht zu erwarten war. Er wirkte nur nicht ganz herleitbar, da eine klare Erklärung ein wenig gefehlt hat. Aber es macht definitiv neugrierig auf die Fortsetzung.

Mein Fazit:
Das Buch überzeugt mit einer dichten, atmosphärischen Welt und einer stetig wachsenden Spannung. Trotz kleiner Schwächen in der emotionalen Dynamik zwischen den Protagonisten und einem Twist, der etwas klarer hätte vorbereitet sein können, bleibt der Auftakt der Dilogie fesselnd und stimmungsvoll. Ideal für Leser*innen, die ruhige Fantasy mit starken Perspektiven und geheimnisvollem Flair suchen.

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