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mars754

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2026

intelligente Liebesgeschichte mit überzeugenden Charakteren

The Dirty Version
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Das optisch klar gehaltene Cover gibt einen ersten Hinweis darauf, um was es in dem Buch geht, auch wenn die Liebesszenen, die das grundlegende Problem des Buches sind, nicht in einem Bett spielen. Allerdings ...

Das optisch klar gehaltene Cover gibt einen ersten Hinweis darauf, um was es in dem Buch geht, auch wenn die Liebesszenen, die das grundlegende Problem des Buches sind, nicht in einem Bett spielen. Allerdings ist das Buch deutlich weniger spicy, als es der Titel vermuten lässt. An den entscheidenden Stellen wird ausgeblendet.
Auch wenn in diesem Buch die bekannten Tropes Forced Proximity und in gewisser Weise auch Enemies to Lovers bedient werden (auch wenn die Feindschaft nur einseitig ist), gefällt mir die Grundidee dieser Geschichte gut, da sie sich deutlich von den üblichen Szenarien von Liebesgeschichten abhebt. Man kann sehr gut den Kampf der Hauptperson nachfühlen, die nicht nur ihr geistiges Eigentum sondern auch ihre feministische Grundhaltung gegenüber den Ansprüchen der Filmbranche schützen will. Da sie leider vertraglich dazu gezwungen ist, Liebesszenen in die Verfilmung ihres Romans einzubauen, um für das Fernsehen ein größeres Publikum anzusprechen, muss sie in der Zusammenarbeit mit einem Intimitätskoordinator über ihren Schatten springen und genau das detailliert beschreiben, was sie im Roman absichtlich ausgeblendet hat. Dadurch ergibt sich eine große Spannung, zumal sie sich gegen jede (gefühlte) Entfremdung ihrer Geschichte auflehnt.
Mich hat an dem Buch beeindruckt, dass dieses doch eher anspruchsvolle Thema, wie man seine kreativen Werke gegen die Anforderungen anderer schützt, sehr gelungen in einer leichten Liebesgeschichte mit Wohlfühlatmosphäre umgesetzt wird. Denn genau das ist dieses Buch. Es lässt sich sehr gut und locker lesen, was auch an dem tollen Schreibstil liegt, der einen direkt abholt und die inneren Kämpfe der Hauptperson mit ihren Gefühlen sehr nachvollziehbar macht.
Ein kleiner Wermutstropfen sind die für mich etwas zu viel vorhandenen Fehler wie fehlende oder vertauschte Worte, die einen immer mal wieder aus der Handlung reißen. Trotzdem habe ich mich sehr gut von der Geschichte unterhalten gefühlt und kann das Buch nur jedem empfehlen, der an intelligenten Liebesgeschichten Geschmack gefunden hat.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Verwirrspiel um Illusionen, das nicht ganz überzeugt

Illusion – A Lie Worth Believing
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Dieser erste Band einer Dilogie besticht nicht nur äußerlich durch ein schönes Cover und einen passenden Farbschnitt sondern auch durch die Gestaltung des Innenteils. So ist jeder Kapitelanfang mit einer ...

Dieser erste Band einer Dilogie besticht nicht nur äußerlich durch ein schönes Cover und einen passenden Farbschnitt sondern auch durch die Gestaltung des Innenteils. So ist jeder Kapitelanfang mit einer Skizze hinterlegt, die einer der beiden Hauptpersonen zugeordnet ist. Außerdem wird der Inhalt von Notizzetteln oder Zeitungsartikeln nicht einfach im Text widergegeben sondern tatsächlich als Ansicht eines solchen dargestellt. Das macht den Text lebhafter und lässt den Leser besser in die Geschichte eintauchen.
Trotzdem hat mich die Geschichte nicht so richtig gepackt. Vielleicht lag das daran, dass ich insbesondere den männlichen Hauptcharakter Levin nicht so richtig packen konnte. Passend zu seinem Beruf als Illusionist hüllt er sich in Geheimnisse, die erst relativ spät im Buch nach und nach gelüftet werden. Auch wenn das sicherlich die Spannung hoch halten soll und ich Geheimnisse im Allgemeinen auch schätze, war es mir hier zu viel. Denn wenn man über lange Strecken nichts über einen Charakter weiß, außer dass er gut aussieht, Illusionist ist, Geheimnisse hat und seine Show wieder zurück möchte, ist das doch etwas wenig.
Im Gegensatz dazu konnte ich die Lage der weiblichen Hauptperson Stella sehr gut nachvollziehen. Sie steht vom Anfang an im Mittelpunkt der Geschichte und es ist leicht verständlich, warum sie sich dafür entscheidet, sich auf Levins Angebot einzulassen, auch wenn sie Zweifel hat. Sie ist auch die einzige Person, deren Motive klar sind, so dass man sich in sie einfühlen kann.
Der Schreibstil mit seinen ungewöhnlichen Wortbildern und interessanten Beschreibungen für Empfindungen hat mich anfangs sehr begeistert, weil er die geheimnisvolle Atmosphäre der Handlung gut einfängt. Im weiteren Verlauf des Buches wurde es mir aber zu viel, da ich stellenweise den Eindruck hatte, dass sich die Handlung hinter einem Nebel von Worten verbirgt. Wie gesagt, das passt zum durchgängigen Motiv des Buches über Illusionen, aber ich fand es zunehmend anstrengend zu lesen.
Die Handlung konzentriert sich zu Beginn des Buches auf Stellas Leben und ihre Gefühle und weitet sich erst sehr allmählich zu einem Spiel aus Intrigen und Verrat aus. Dadurch baut sich auch die Spannung nur langsam auf und leider waren einige Entwicklungen etwas vorhersehbar. Ich bin trotzdem auf die Fortsetzung gespannt, weil ich wirklich gerne die Auflösung für die zahlreichen ungelösten Rätsel wissen möchte.
Insgesamt gesehen war das Buch nett zu lesen, aber es hat mich nicht komplett abgeholt.

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