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Veröffentlicht am 04.01.2020

Vielschichtiges Krimi-Debüt mit Hamburg-Flair

Der Aussteiger
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Auf einem Parkplatz in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft wird der Politikberater Lars Lutteroth erschlagen aufgefunden. Der Hamburger Kommissar Tom Simon ermittelt gemeinsam mit seiner Partnerin Mira ...

Auf einem Parkplatz in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft wird der Politikberater Lars Lutteroth erschlagen aufgefunden. Der Hamburger Kommissar Tom Simon ermittelt gemeinsam mit seiner Partnerin Mira Holbing in dem Mordfall, der sehr undurchsichtig erscheint. Lutteroths Agentur betrieb Lobbyarbeit und war in unsaubere Geschäfte verwickelt. Auch die familiären Verhältnisse des Ermordeten sind kompliziert, zu seinem Bruder besteht seit Jahrzehnten kein Kontakt. Dieser ist das glatte Gegenteil Lars Lutteroths: Ein Alt-Autonomist, der die Arbeit seines Bruders verachtet und zurückgezogen jenseits des Kapitalismus auf einem Bio-Bauerhof lebt. Des Weiteren entdecken die Kommissare, dass das Opfer ein Doppelleben führte, seine Tochter Bescheid wusste. Wer ist der wahre Mörder von Lars Lutteroth?
Während Tom Simon die verzwickten Ermittlungen vorantreibt muss er mit seinen ganz eigenen Dämonen kämpfen: Sein Zwillingsbruder Marco ist seit sechs Jahren auf der Flucht, er soll ein Drogenkartell angeführt und einen Polizisten ermordet haben. Tom ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seinem Bruder und seiner Pflicht als Polizeibeamter, insbesondere da Marco wieder auf dem Weg nach Hamburg sein soll...

„Der Aussteiger“ ist das Krimi-Debüt des Filmregisseurs Thorsten Kirves. An seinem bildlichen Schreibstil merkt man sofort den Drehbuchautor in ihm, die Spannung wird permanent hoch gehalten, die Geschichte kommt ohne unnötige Cliffhanger aus und sogar die notwendigen Ermittlungsarbeiten sind interessant und realistisch beschrieben. Das Buch lässt sich somit sehr flüssig lesen und ist kaum aus der Hand zu legen.

Bereits das Cover schafft eine mysteriöse, spannende Atmosphäre. Die rote Farbe sticht heraus, ebenfalls sind die Hamburger Landungsbrücken deutlich zu identifizieren. Auch im Buch sind verschiedene Handlungsorte sehr bildhaft beschrieben, das Hamburger Flair kommt absolut beim Leser an.

Kirves hat sehr authentisch erscheinende Protagonisten geschaffen, jeder für sich wird mit seinem individuellen Charakter, seinen Sorgen und Nöten nachvollziehbar beschrieben. Der Leser erhält ausführliche Einblicke in deren Leben, ich konnte mich in jede Person hineinversetzen und sogar Tom Simons Leidenschaft für das Boxen verstehen.

Der Plot ist spannend gestaltet und besticht durch verschiedene parallel verlaufende Handlungsstränge. Es gibt während des Verlaufs der Geschichte viele Wendungen und undurchschaubare Protagonisten, ich war ständig am Rätseln und änderte meinen Hauptverdächtigen permanent. Insgesamt kommt eine Vielzahl an Charakteren und deren verschiedene Handlungsperspektiven vor, man wird als Leser gefordert und muss die ganze Zeit mitdenken – mir hat das sehr gut gefallen. Das Ende war tempo- und actionreich, ich war absolut überrascht von der Lösung des Falls, mit der ich niemals gerechnet hätte – Chapeau an den Autor!

Den einzigen Punkt Abzug gibt für die ungeklärten Handlungsstränge, die – obwohl beabsichtigt – mich als Leser trotzdem etwas unbefriedigt zurückgelassen haben. Es bleiben einfach ein paar Fragen zu viel offen, die ich gerne geklärt gehabt hätte.

Fazit:
„Der Aussteiger“ ist ein spannender, undurchsichtiger Kriminalfall mit ständigen Wendungen und einem unvorhergesehenen Ende sowie facettenreichen Protagonisten. Meine absolute Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2019

Die ergreifende Geschichte eines liebenswerten Streuners

Liebes Wunder
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Die kleine Hundedame Zissy wird in Griechenland als eines von drei Welpen einer streunenden Hündin geboren. Zissy ist ein aufgewecktes und neugieriges Mädchen, was leider dazu führt, dass sie von ihrer ...

Die kleine Hundedame Zissy wird in Griechenland als eines von drei Welpen einer streunenden Hündin geboren. Zissy ist ein aufgewecktes und neugieriges Mädchen, was leider dazu führt, dass sie von ihrer Familie getrennt wird und in ihrem jungen Leben bereits als Streuner auf der Straße lebt. Sie macht zahlreiche – positive wie negative - Erfahrungen mit verschiedenen Menschen, Katzen und Hunden und lernt, vorsichtig zu sein, aber dabei nie das Vertrauen in das Gute zu verlieren. Diese positive Einstellung kommt ihr letztendlich zu Gute, denn am Ende nimmt Zissys Leben eine wunderbare Wende, die im großen Happy End für die liebenswerte Hundedame endet.

„Liebes Wunder – hier ist Welpe Zissy“ von Sandra A. Erb ist eine Geschichte, wie sie sicherlich täglich auf Korfu und in vielen anderen Ländern der Welt geschieht. Sie ist aus der Sicht des Welpen erzählt, was das Tier für den Leser absolut authentisch erscheinen lässt und seine Erlebnisse nachvollziehbar macht. Diese Erzählweise hat mich als Leser unheimlich berührt, das harte Leben des kleinen Hundemädchens machte mich betroffen und ich war oftmals sehr traurig über die Geschehnisse, die Zissy bereits in ihren jungen Jahren verwinden muss. Das Ende hat mich hingegen so sehr berührt, dass ich den Tränen nahe war.

Insgesamt ist das Buch sehr liebevoll geschrieben, der Leser spürt, mit wie viel Herzblut die Autorin sich für Straßenhunde einsetzt und versucht, andere Menschen auf die Problematik der schlimmen Lebensbedingungen dieser Tiere aufmerksam zu machen. Begleitet wird die Geschichte von passenden Illustrationen in schwarz-weiß.

Einen Extrapunkt gibt es dafür, dass die Hälfte des Erlöses am Verkauf des Buches an die Tierhilfe Korfu e.V. gespendet wird, was ich absolut unterstützendswert finde. Auch empfiehlt die Autorin am Ende des Buches verschiedene Tierschutzorganisationen für alle Leser, die gerne den armen Kreaturen helfen möchten.

Fazit:
Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle großen und kleinen Tierfreunde, die das zuckersüße Hundekind Zissy auf seiner Suche nach Liebe begleiten möchten.

Veröffentlicht am 11.05.2026

Wenn die Vergangenheit dich einholt

Nordlicht - Das fremde Gesicht
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In „Nordlicht – Das fremde Gesicht“ ermittelt das deutsch-dänischen Polizeiduo Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg in einer Mordserie im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Dänemark. Mehrere Opfer werden ...

In „Nordlicht – Das fremde Gesicht“ ermittelt das deutsch-dänischen Polizeiduo Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg in einer Mordserie im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Dänemark. Mehrere Opfer werden auf grausame Weise getötet aufgefunden. Die Taten an sich sind sehr unterschiedlich, gemeinsam haben sie allerdings, dass alle Opfer ein Foto im verklebten Mund haben. Während die Ermittler nach einem gemeinsamen Motiv suchen, stoßen sie auf ein tragisches Geheimnis aus der Vergangenheit. Der Fall entwickelt sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit, als Vibeke und Rasmus ein weiteres mögliches Opfer identifizieren.
„Nordlicht – Das fremde Gesicht“ ist der siebte Band der „Nordlicht“-Krimireihe von Anette Hinrichs. Das Cover gefällt mir gut, es zeigt bereits die raue Atmosphäre des Buches auf. Gut gefallen haben mir auch die Karte und Kurzbeschreibung der beiden Kommissare vorne im Buch sowie Fotos der realen Orte, die auch im Buch verarbeitet werden.
Wie bereits die Vorgängerbände ist auch dieses Buch erneut sehr düster-atmosphärisch und spannend geschrieben. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, die Kapitel sind kurz und temporeich aufgebaut, sie enden oft mit Cliffhangern, die zum Weiterlesen animieren. Zwar wirken einige Wendungen etwas konstruiert, insgesamt bleibt die Handlung jedoch überzeugend und abwechslungsreich.
Das deutsch-dänische Ermittlerduo Boisen und Nyborg überzeugt hier erneut durch ihre individuellen Charakteristika. Schön fand ich, dass sich die Figuren privat einander öffnen und sich die Beziehung der beiden somit weiterentwickelt. Etwas Probleme hatte ich zunächst, in Rasmus´ Geschichte wieder einzutauchen, da mein letzter Band der Reihe schon etwas her ist und seine private Geschichte doch immer wieder auftaucht.
Inhaltlich überzeugt mich aber die Mordserie, die sich vom nordfriesischen Grenzland bis nach Kopenhagen zieht. Die Opfer scheinen auf den ersten Blick nichts gemeinsam zu haben und ich hatte viel Spaß dabei, gemeinsam mit den Ermittlern nach dem Motiv zu suchen. Den Titel fand ich allerdings nicht hundertprozentig passend, da es sich nicht nur um ein Gesicht handelt und diese auch nicht fremd für die Opfer waren. Des Weiteren kamen am Ende für meinen Geschmack etwas viele Zufälle zusammen, aber insgesamt ist die Lösung stimmig.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich freue mich auf weitere grenzüberschreitende Fälle dieses speziellen Ermittlerduos.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Gut für Einsteiger mit wenigen Vorkenntnissen

Das einzige Buch, das Du über Finanzen lesen solltest
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Ich war zugegebenermaßen etwas skeptisch, als ich mich für dieses Buch entschieden habe. Finanzthemen machen mir keinen Spaß und ich habe wenig Ahnung davon, gleichzeitig weiß ich, dass ich mich hierum ...

Ich war zugegebenermaßen etwas skeptisch, als ich mich für dieses Buch entschieden habe. Finanzthemen machen mir keinen Spaß und ich habe wenig Ahnung davon, gleichzeitig weiß ich, dass ich mich hierum mehr kümmern und mich intensiver mit meinem Geld beschäftigen sollte. Der Titel hat mich also neugierig gemacht, auch wenn ich ihn als etwas sehr selbstbewusst empfang. Das Cover ist ebenfalls ansprechend, mir persönlich aber für die Ernsthaftigkeit des Themas etwas zu locker – sicherlich aber für viele Leser:innen gut, um die Scheu vor dem Thema abzubauen.
Inhaltlich bietet das Buch einen verständlichen Einstieg in die Welt der Geldanlagen und versucht gerade ängstlichen Menschen Mut zum Investment zu machen. Es gibt viele alltagsnahe Beispiele, gute Erklärungen und einen angenehm lockeren Schreibstil – etwas, was ich bei diesem Thema gar nicht erwartet hätte. Besonders positiv fällt auf, dass versucht wird auch komplizierte Themen wie ETFs, Inflation oder Altersvorsorge so zu erklären, dass auch jeder folgen kann.
Das Buch motiviert, da es den Ansatz verfolgt, dass Vermögensaufbau nicht kompliziert sein muss. Die Autoren zeigen Schritt für Schritt, wie man seine Finanzen ordnet, typische Fehler vermeidet und sinnvoll investiert. Dabei steht ein nachhaltiger und realistischer Umgang mit Geld im Mittelpunkt.
Insgesamt ist „Das einzige Buch, das Du über Finanzen lesen solltest“ ein guter Einstieg in die Welt der Finanzthemen, das Hemmschwellen abbaut und die wichtigsten Basics verständlich macht. Wer sich allerdings bereits mit dem Thema befasst hat wird in diesem Buch wohl aber nichts neues finden.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Auf der Suche nach der eigenen Identität

Die Kinder von Bilbao
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„Die Kinder von Bilbao“ sind der autobiographischer Debüt-Roman der spanisch-französischen Autorin Maria Larrea. Sie berichtet darin von der Krise, die der Fakt, adoptiert worden zu sein, in ihr auslöst ...

„Die Kinder von Bilbao“ sind der autobiographischer Debüt-Roman der spanisch-französischen Autorin Maria Larrea. Sie berichtet darin von der Krise, die der Fakt, adoptiert worden zu sein, in ihr auslöst und wie dieser ihr weiteres Leben und ihre Beziehungen beeinflusst. Dabei beleuchtet sie auch die Lebensgeschichte ihrer Adoptiveltern und beschreibt detailliert ihre Kindheit in Paris.
Das Buch ich aus der „Ich“-Perspektive geschrieben, was dem Leser einen tiefen Einblick in die Gefühle und Gedanken der Protagonistin gibt. Die Kapitellängen sind überschaubar, anfangs habe ich allerdings etwas gebraucht, um mich angesichts der verschiedenen Personen und Perspektiven zu orientieren. Der Aufbau des Buches wirkt filmisch, der berufliche Hintergrund der Autorin als Regisseurin wird spürbar – das fand ich sehr besonders.
Ebenfalls besonders ist der Schreibstil: Er wirkt auf den ersten Blick schlicht, nüchtern und sachlich, besticht aber gerade durch seine schonungslose und ungeschönte Ehrlichkeit. Er gibt dem Text eine besondere Tiefe, ist dadurch aber teilweise etwas zäh zu lesen. Dennoch gelingt es dem Buch, eine Sogwirkung zu erzeugen und auch der Inhalt berührt und klingt nach.
Ich bewundere, wie offen die Autorin über sehr intime, persönliche Erfahrungen berichtet und wie tief sie die Leser Einblick in ihre Seele gibt. Es werden sehr viele schwere Themen angesprochen: Gewalt, eine unglückliche Kindheit, Missbrauch, illegale Adoption, die Suche nach der eigenen Identität, dysfunktionale Familienstrukturen… dennoch deprimiert das Buch nicht. Ein paar offene Fragen sind geblieben und einige Hintergrundinformationen hätten mich noch interessiert, das ist aber sicherlich dem autobiographischen Ansatz des Romans geschuldet.

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