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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2025

Es könnte auch schön werden

sterben üben
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Über Jahre begleitet Autorin Katharina Feist-Merhaut ihre Großmutter. Bis zu deren Tod. Schreibt die Kommunikation auf, dokumentiert anhand von Fotos und Videos, macht sich Notizen. Aufgrund eines tragischen ...

Über Jahre begleitet Autorin Katharina Feist-Merhaut ihre Großmutter. Bis zu deren Tod. Schreibt die Kommunikation auf, dokumentiert anhand von Fotos und Videos, macht sich Notizen. Aufgrund eines tragischen Ereignisses in der Familie, nimmt der Tod viel Raum in ihren Gedanken ein. Kann man sterben üben?

Ich will ehrlich sein: Das Buch ist total seltsam. Es beginnt mitten in der Kommunikation, weist kaum einen Textrahmen auf, wirkt abgehackt, unvollständig, fragmentiert. Ich war verwirrt. Aber ich bin drangeblieben. Hab mich gefragt, was will dieses Buch mir sagen?

Als ich mich reingefunden hatte, war es schon fast wieder vorbei. Und rührte mich doch überraschend stark. Zwischen den Zeilen liegt Zärtlichkeit, fast schon Poesie. Die Beziehung zwischen der Autorin und ihrer Großmutter ist liebevoll, die alte Dame unglaublich humorvoll. Auch Weisheit konnte ich entdecken. Was ich gelernt habe? Der Tod macht uns alle gleich, Verlust bedeutet Erinnerung und es ist ratsam, die Stimme der Liebsten aufzunehmen, solange sie noch bei uns sind.

Veröffentlicht am 19.06.2026

Dieses Buch hätte so viel mehr gekonnt 🥺

Crown of War and Shadow
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Sorrel lebt als Außenseiterin mit außergewöhnlichen Heiler-Fähigkeiten in einem abgeschiedenen Dorf. Schon immer gilt sie als seltsam und genau diese Andersartigkeit wird ihr zum Verhängnis und sie muss ...

Sorrel lebt als Außenseiterin mit außergewöhnlichen Heiler-Fähigkeiten in einem abgeschiedenen Dorf. Schon immer gilt sie als seltsam und genau diese Andersartigkeit wird ihr zum Verhängnis und sie muss fliehen. Begleitet allein von einem mürrischen, undurchsichtigen Söldner, begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise, die ihr mehr und mehr über sich selbst offenbart und sie zur erbitterten Gegnerin der gefürchteten Dämonen-Bedrohung macht …

„Crown of War and Shadow“ hat mich hart getroffen. Das Buch ist absolut vielversprechend gestartet und ich mochte zunächst alles daran. Protagonistin Sorrel ist eine sympathische Figur, ihre Fähigkeiten hochinteressant. Auch ihre Entwicklung hat mir richtig gut gefallen. Sie lernt, sich selbst zu vertrauen, erfährt Hilfe und Anerkennung, nachdem sie lange wie eine Aussätzige behandelt wurde. Aber dann ist da Merc, der anfangs so liebenswert schroff-charmante Söldner, der ihr zur Seite steht. Ich mochte ihn, dann mochte ich ihn nicht mehr. Und das hat die Love Story für mich zu Staub zerfallen lassen. Red-Flag-Verhalten vom Feinsten und Sorrel lässt es sich gefallen. Jegliches Potenzial im Boden versenkt.

Dabei ist die Handlung unheimlich spannend, die Abenteuer kreativ und das Tempo angenehm. Gelangweilt habe ich mich keine Sekunde, geärgert umso mehr. Und zwar über die miserable Übersetzung des Textes! Immer wieder stolperte ich über seltsame, verwirrende Formulierungen und stark hervorstechende Fehler. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, ein unfertiges Manuskript vor mir zu haben, das lieblos durch einen maschinellen Übersetzer gejagt wurde. So, so schade! Es wurde bei diesem Buch unglaublich viel Potenzial verschenkt, was leicht hätte verhindert werden können, denn die Grundidee ist wirklich toll, die Umsetzung an vielen Stellen auch. Es gibt spannende Wendungen, eine durchdachte Story mit wunderschönen Erzählbögen. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte so viel mehr Liebe und Sorgfalt verdient gehabt! Ich bin noch immer hin- und hergerissen zwischen Faszination, Ablehnung und Unglaube. Die Fortsetzung steht momentan nicht auf meiner Wunschliste, aber ganz streichen kann ich sie auch nicht. Ich sagte ja anfangs schon, das Buch hat mich hart getroffen.

Veröffentlicht am 10.06.2026

Fantasievoller Auftakt 🪽

Starminster - Stadt in den Wolken
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Die elfjährige Astrid sehnt sich nach Freiheit, doch sie kennt nur das eintönige Leben in einem Schuppen, in dem ihre Mutter sie vor den Gefahren der Welt schützen will. Bis das Mädchen von einer geflügelten ...

Die elfjährige Astrid sehnt sich nach Freiheit, doch sie kennt nur das eintönige Leben in einem Schuppen, in dem ihre Mutter sie vor den Gefahren der Welt schützen will. Bis das Mädchen von einer geflügelten Frau befreit und zu der geheimnisvollen Schule Starminster gebracht wird. Eine Schule, die über den Wolken thront, denn auch Astrid sollen bald Flügel wachsen …

Angezogen und fasziniert hat mich an dem Kinderbuch „Starminster“ die originelle Idee, dass den Kindern Flügel wachsen und sie das Fliegen lernen. Der uralte Traum aller Menschen. Spielen tut die Geschichte in einer Welt, die aus einem „Überlondon“ und einem „Unterlondon“ besteht. Die Bewohner des Letzteren ahnen nichts von den geheimnisvollen Wesen über ihren Köpfen.

Astrid ist ein aufgewecktes, mutiges Mädchen, das nach und nach Freundschaften knüpft, aber auch hinterfragt, was um sie herum geschieht. Ganz warm geworden bin ich mit ihr und der Handlung dennoch nicht. Manches erschien mir nicht wirklich logisch oder zu inszeniert, um künstlich Spannung zu erzeugen.

Die Atmosphäre ist zudem sehr düster, was ich einerseits interessant und andererseits angesichts der Grausamkeit als too much empfand. Trotz der anschaulichen Beschreibungen der Stadt und des ausgefeilten Worldbuildings, kam ich in der Geschichte nie ganz an. Einige Passagen empfand ich zudem als langatmig. Obwohl ich die Fantasie der Autorin loben möchte! Ich glaube, dass junge Fantasy-Fans durchaus begeistert sein werden.

Veröffentlicht am 10.06.2026

Im Auftrag des Todes 💀🩺🧪

Das Dreizehnte Kind
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Geboren als 13. Kind, wächst Hazel ungeliebt und ungewollt in einer armen Großfamilie auf. Nur der „Endgültige“, der Tod höchstselbst, will sie als sein Patenkind aufnehmen und sie zu seiner Gehilfin machen, ...

Geboren als 13. Kind, wächst Hazel ungeliebt und ungewollt in einer armen Großfamilie auf. Nur der „Endgültige“, der Tod höchstselbst, will sie als sein Patenkind aufnehmen und sie zu seiner Gehilfin machen, einer Heilerin mit besonderen Fähigkeiten. Doch dieses Leben bietet nicht nur Wohlstand für Hazel, sondern auch viele Tücken. Als sie an den Hof des Königs gerufen wird, gerät sie in ernste Schwierigkeiten …

Erin A. Craigs „Das dreizehnte Kind“ mutet wie ein düsteres Märchen an. Das Hörbuch wird von der großartigen Rebecca Veil gelesen. Ich liebe es, ihrer angenehmen Stimme zu lauschen. Sie haucht jeder Geschichte Leben ein und begeistert mich immer wieder aufs Neue. Durch ihre Performance hat sie für mich viel gerettet, denn das Buch zog sich teilweise und konnte mich insgesamt nicht recht abholen.

Hazel ist durchaus ein interessanter Charakter und ihre Heiler-Fähigkeiten fand ich sehr spannend. Allerdings fand ich die Handlung irgendwie willkürlich und weniger faszinierend als erwartet. Schön finde ich, dass es sich um einen Fantasy-Einzelband handelt, der mit einem runden Ende abschließt. Zwischendurch ist das erfrischend.

Der Schreibstil ist ebenfalls angenehm, flüssig und bildhaft. Ich konnte mich gut in Hazel hineinversetzen, aber die Emotionen kamen nicht recht durch. Vor allem die nebensächliche Love Story habe ich überhaupt nicht gefühlt. Manchmal habe ich mich gefragt, was genau die Geschichte mir eigentlich sagen will, was mich dann aus dem Lese- bzw. Hörflow rausgeworfen hat. Für mich ein nicht ganz überzeugendes, aber dennoch unterhaltsames Werk.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Ich hatte mehr erwartet

Royal Houses – Haus der Drachen
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Als Halb-Fae kämpft Kerrigan mit Verachtung und Hass in einer Welt der reinblütigen Fae. Sie absolviert eine Ausbildung im Haus der Drachen, hofft auf die Aufnahme in die Hohe Gesellschaft und wird stattdessen ...

Als Halb-Fae kämpft Kerrigan mit Verachtung und Hass in einer Welt der reinblütigen Fae. Sie absolviert eine Ausbildung im Haus der Drachen, hofft auf die Aufnahme in die Hohe Gesellschaft und wird stattdessen Zielscheibe von Intrigen und bösen Machenschaften. Ausgerechnet der Schattenprinz Fordham, selbst ein Außenseiter, kommt ihr näher …

Mit „Royal Houses“ habe ich sehr gehadert. Das Buch war weder schlecht noch gut, es war irgendwas dazwischen. Erstmal finde ich, dass der Klappentext irreführend ist, da sich die Handlung viel mehr mit Kerrigans Privatleben, sowie mit gesellschaftlichen Themen wie Diskriminierung, Freundschaft und Familie auseinandersetzt und das Turnier eine, meiner Meinung nach, untergeordnete Rolle spielt. Der Untertitel „Haus der Drachen“ ist ebenfalls irritierend, denn die Drachen treten als absolute Nebenrollen auf.

Kerrigan mochte ich mal mehr, mal weniger. Sie hat mit Vorurteilen und Ausgrenzung zu kämpfen, das aber immer und immer wieder zu betonen, ist auch irgendwann ermüdend. Die Handlung hatte durchaus ihre Höhen, außerdem mochte ich den Schreibstil von K.A. Linde sehr gern, aber insgesamt war die Story nicht überzeugend, da sie sich in Nebenschauplätzen verlor. Ich hätte mir mehr klare Linie und ausgefeiltere Charaktere, sowie eine greifbarere Romance gewünscht. Schade, hier wurde viel Potenzial verschenkt.