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Veröffentlicht am 20.10.2019

Skurrile Ermittlungen im London des neunzehnten Jahrhunderts

Die Ewigkeit in einem Glas
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Worum geht’s?
Als alleinstehende Frau im viktorianischen London hat es Bridie Devine nicht gerade leicht, vor allem nicht in ihrem Beruf. Als Privatdetektivin unterstützt sie die Londoner Polizei bei den ...

Worum geht’s?
Als alleinstehende Frau im viktorianischen London hat es Bridie Devine nicht gerade leicht, vor allem nicht in ihrem Beruf. Als Privatdetektivin unterstützt sie die Londoner Polizei bei den Ermittlungen zu ungelösten Todesfällen – inoffiziell, natürlich. Gemeinsam mit dem Geist des verstorbenen Boxers Ruby Doyle untersucht sie die Entführung der kleinen Tochter von Sir Edmund Berwick, und stolpert dabei in eine Welt voller seltsamer Wesen und undurchsichtiger Gestalten, die sie so schnell sicher nicht vergessen wird.


Meine Meinung
Das Cover ist von der Gestaltung her zunächst einmal nicht so mein Fall, dafür hat mir aber der Inhalt umso besser gefallen.

Der Schreibstil war zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit habe ich mich auch daran gewöhnen können. Der ständige Wechsel zwischen verschiedenen Charakteren und Zeiten erfordert gerade zu Anfang einiges an Konzentration, hat für mich aber auch einen Teil des Reizes der Geschichte ausgemacht.

Die Charaktere sind allesamt sehr skurril gestaltet, angefangen bei Bridie, die in ihrer Kindheit bei einem Leichensammler lebte, über den Geist des Boxers Ruby, der sie bei den Ermittlungen unterstützt, bis hin zu Bridies zwei Meter großem Hausmädchen Cora. Ich fand die Ecken, Kanten und kleinen charakterlichen Besonderheiten, die die Autorin den verschiedenen Rollen zugeschrieben hat, überwiegend sehr charmant und witzig und habe vor allem Ruby sehr gemocht. Irgendwie hätte ich mir auch gewünscht, dass es ein Happyend für ihn und Bridie gibt und war schlussendlich dann schon ein wenig enttäuscht davon, dass er einfach so verschwunden ist.

Die Geschichte an sich war durchweg fesselnd und spannend gestaltet und hat mir wirklich sehr gut gefallen. Besonders positiv hat mich überrascht, dass der Spannungsbogen das ganze Buch über aufrecht erhalten werden konnte. Normalerweise gibt es immer Passagen, in denen man sich früher oder später ein wenig langweilt, was hier jedoch überhaupt nicht der Fall war.

Ein wenig schade fand ich jedoch, dass auch am Ende noch einige Fragen offen und unbeantwortet geblieben sind. Die Fragmente an Fakten aus den Zeit- und Perspektivwechseln wurden zwar schlussendlich zu einem beeindruckend großen Gefüge aus Zusammenhängen verknüpft, was einen Großteil der anfangs relativ wirr erscheinenden Informationen schon klarer erscheinen ließ. Ich hätte darüber hinaus aber auch noch sehr gerne erfahren, warum beispielsweise Ruby Doyle überhaupt als Geist an Bridies Fersen geklebt hat oder wie es mit Bridie und ihren Plänen so weiter geht.


Fazit
Auch wenn ich am Ende ein wenig unzufrieden und mit einigen Fragen zurück gelassen wurde, hatte ich trotzdem Spaß beim Lesen.

An den Schreibstil muss man sich eventuell erst gewöhnen, denn Unaufmerksamkeiten können hier sehr schnell zu großer Verwirrung und am Ende vielleicht sogar zum Unverständnis für die ganze Geschichte führen.

Auch die Charaktere waren sehr eigen, dafür aber auch sehr individuell gestaltet und spannende Persönlichkeiten. Besonders Bridie und Ruby waren mir sehr sympathisch und ich hätte den beiden von Herzen ein Happyend gewünscht.

Wer ein wenig düstere Settings, das viktorianische Zeitalter in London und äußerst merkwürdige Ereignisse mag, dem wird Die Ewigkeit in einem Glas sicherlich gefallen. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und wäre über einen zweiten Teil mit einigen Erklärungen sicherlich nicht unglücklich.

Dafür gibt es von mir vier Bücherstapel

Veröffentlicht am 23.08.2019

Ein Ausflug in Schottlands erste offizielle Buchstadt

Tagebuch eines Buchhändlers
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Worum geht‘s?
Seit knapp zwanzig Jahren führt Shaun Bythell seinen „Bookshop“ in der schottischen Bücherstadt Wigtown. Im Laufe der Jahre haben große Buchhandelsketten und der Ausbau des Onlinehandels ...

Worum geht‘s?
Seit knapp zwanzig Jahren führt Shaun Bythell seinen „Bookshop“ in der schottischen Bücherstadt Wigtown. Im Laufe der Jahre haben große Buchhandelsketten und der Ausbau des Onlinehandels seinem Geschäft merklich zugesetzt, und der Alltag in einem Buchladen ist weder so gemütlich, noch so entspannt, wie man sich das als Nicht-Buchhändler vielleicht vorstellen würde. In seinem „Tagebuch eines Buchhändlers“ nimmt uns Bythell mit in eine Welt der zerschossenen Kindles, unhöflichen Kunden und dem obligatorisch fetten Kater Captain.


Meine Meinung
Das Cover finde ich schon mal sehr schön gestaltet, es wirkt kuschelig und ich könnte mich speziell in so einer Buchhandlung sicherlich eine halbe Ewigkeit lang aufhalten.

Dass der Autor selbst eine Buchhandlung führt, hat mich auf jeden Fall schon mal neugierig darauf gemacht, wie er die Welt zwischen nervigen Kunden und sinkenden Einkünften wahrnimmt.

Damit, dass die einzelnen Beiträge tatsächlich in Tagebuchform verfasst wurden, hatte ich vor dem Lesen des Buches ehrlich gesagt nicht wirklich gerechnet. Obwohl ich eigentlich kein besonders großer Fan von Tagebuch- oder Chatgeschichten bin, haben mich die teilweise ziemlich kurzen Einträge hier überraschenderweise nicht wirklich gestört. In keinen wirklich Lesefluss, zumindest keinen über eine längere Zeitspanne hinweg kommen zu können, war zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig für mich. Ich habe mich allerdings relativ schnell daran gewöhnt und kam dann auch problemlos durch den Rest des Buchs.

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass „Tagebuch eines Buchhändlers“ durch diese meist sehr kurzen Textpassagen gerade für Zeiten einer Leseflaute oder bei kurzen Konzentrationsspannen sehr praktisch sein kann. Man kann ohne viel Mühe auch mal eben kurz etwas lesen und hat trotzdem das „Erfolgserlebnis“ eines beendeten Kapitels bzw. in diesem Fall eines beendeten Tages.

Auch der Schreibstil ist ziemlich locker gehalten, und so würde ich mir auch Shaun Bythell selbst vorstellen. Er selbst hält sich in manchen Situationen für eine ziemlich klischeehaften Buchhändler, zieht aber auch gerne mal über seine Kunden und deren teils seltsame Angewohnheiten her. Insgesamt wirkt er auf mich manchmal ein wenig zynisch, aber das hält sich immer noch so in Grenzen, dass er nicht unsympathisch oder durchgehend herablassend wird.

Während des Lesens und auch nach Beendigung des Buches habe ich mich des Öfteren gefragt, als was für eine Art von Kunde mich Bythell wahrnehmen würde, und ob ich einen Tagebuch- oder Facebookeintrag wert wäre. Ob das aber wirklich ein Kompliment wäre, liegt vermutlich auch im Auge des Betrachters.

Besonders lustig fand ich Nicky, die im „Bookshop“ arbeitet und so ziemlich immer genau das Gegenteil von dem tut, was Bythell zu ihr sagt. Ob sie die gestapelten Bücher erst wegräumen soll, bevor sie eine neue Kiste auspackt, oder ihr Essen nicht einfach im Laden herum liegen lassen soll – Nicky hat meistens einen ausgesprochen plausiblen Grund, warum ihr das absolut unmöglich ist. Bei ihrem „Feinschmecker Freitag“ ist mir teilweise echt schlecht geworden, aber irgendwo war es dann auch schon wieder lustig, was sie so alles an mehr oder weniger Essbarem angeschleppt und im Laden verteilt hat.


Fazit
Eine groß angelegte Storyline oder einen ausgearbeiteten Spannungsbogen hatte das „Tagebuch eines Buchhändlers“ jetzt vielleicht nicht, aber dadurch muss ein Buch ja nicht unbedingt schlecht sein. Ich konnte wirklich oft lachen, sei es über einige echt schräge Kunden, über Nicky, die hin und wieder lieber die Facebookseite an sich reißt, als sich um das Einsortieren und Auspreisen von Büchern zu kümmern, oder über Shaun Bythell selbst, der mit trockenem Humor auf die seltsamsten Fragen antwortet und auch selbst manchmal für die eine oder andere peinliche Situation sorgt.

Wer sich ab und an mal mit einem Buchhändler unterhält, der keiner großen Handelskette angehört, dem werden die von Bythell beschriebenen Probleme seines Geschäfts nicht völlig fremd sein. Dass Onlinehändler und große Buchhandelsgesellschaften den Gewinn kleiner und unabhängiger Buchhandlungen und Antiquariate nicht gerade steigern, ist auch kein Geheimnis.

Trotzdem fand ich es sehr spannend, einmal aus der Perspektive eines solchen „bedrohten“
Geschäfts auf den Buchhandel und das Konsumverhalten unser heutigen Gesellschaft zu blicken.

Was wir daraus lernen können? Sicherlich kann man als eine Absicht hinter dem „Tagebuch eines Buchhändlers“ vermuten, dass wir als Leser und Kunden unser Konsumverhalten auch einmal überdenken sollten, um lokale und unabhängige Buchhandlungen zu unterstützen. Das ist sicherlich nicht verwerflich und für mich persönlich ein Gedanke, auf den ich bei meinen zukünftigen Bücherkäufen hoffentlich vermehrt achten werde.

Insgesamt vergebe ich dafür vier Bücherstapel und überlege, vielleicht auch mal einen Urlaub im schottischen Wigtown zu verbringen.

Veröffentlicht am 28.05.2026

Grundsätzlich spannende Story mit etwas zu viel Dehnung

Eisnebel
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Worum geht’s?
Theodora weiß eigentlich nicht mal ihren richtigen Namen, als sie auf Connor trifft und sich unsterblich verliebt. Die beiden wollen heiraten, müssen vorher jedoch das Kennenlernen mit Connors ...

Worum geht’s?
Theodora weiß eigentlich nicht mal ihren richtigen Namen, als sie auf Connor trifft und sich unsterblich verliebt. Die beiden wollen heiraten, müssen vorher jedoch das Kennenlernen mit Connors Familie überstehen – und die scheint alles daran zu setzen, die beiden auseinander zu bringen und Theodora dazu zu bringen, das Familienanwesen in den Bergen so schnell wie möglich zu verlassen.


Meine Meinung
Diese Geschichte fand ich auf jeden Fall grundsätzlich spannend, die Umsetzung hätte für meinen Geschmack aber durchaus ein wenig flotter vonstatten gehen dürfen. Insbesondere zu Beginn plätscherten die Geschehnisse meiner Meinung nach etwas zu gemütlich dahin, weshalb ich selbst bei doppelter Geschwindigkeit des Hörbuchs Probleme dabei hatte, mich wirklich auf die Handlung zu konzentrieren.

Die Charaktere blieben dabei für mich etwas zu blass, da selbst Protagonistin Theodora irgendwie keine wirklich greifbare Figur wurde. In gewisser Weise spiegelte das zwar ihre eigene Verlorenheit und Unwissenheit über ihre Vergangenheit wider, authentisch wurde ihr Charakter so für mich aber leider nicht dargestellt. Auch ihr Partner Connor und seine Familienmitglieder hatten in meinen Augen nicht genug Substanz, was es mir angesichts der eher unterschwelligen Spannung recht schwer gemacht hat, einen Verdacht hinsichtlich eines möglichen Täters zu hegen.

Auch das Setting kam meiner Meinung nach nicht so zur Geltung, wie es eigentlich wünschenswert gewesen wäre. Der einsame Berg und der Schneesturm haben auf mich ehrlicherweise gar nicht so bedrohlich gewirkt, auch wenn ich die Stimmung ganz grundsätzlich eigentlich gut beschrieben fand. Darüber hinaus waren auch die Spannungsmomente eher spärlich verteilt, was zwar grundsätzlich das Potenzial für überraschende Wendungen geboten hätte, mir aber in der Umsetzung beim Hören ehrlicherweise keinen Schauer über den Rücken gejagt hat.

Gestört hat mich am Ende auch tatsächlich der Epilog, der in meinen Augen einfach nicht hätte sein müssen. Die Auflösung an sich war keine allzu große Überraschung, insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der Personenkreis ohnehin unglaublich eng gehalten wurde und man somit gar nicht besonders viel Auswahl hinsichtlich des Täters und dessen Motiv hatte. Wirklich zufrieden war ich nach dem Hören dieses Buches aber ehrlicherweise so einfach nicht, denn das Potenzial für atemlose Spannung und eine wirklich bedrohliche Grundstimmung wurde meiner Meinung nach leider verschenkt.


Fazit
Für mich war diese Geschichte insgesamt eher ein bisschen durchschnittlich, wenn auch grundsätzlich mit einigen spannenden Momenten. Der Handlungsbogen hätte dabei allerdings durchaus etwas straffer aufgebaut sein dürfen, denn mein Interesse an der Geschichte hat unter den kleinen Längen und den eher nichtssagenden Figuren doch etwas gelitten, auch wenn sich die Sprecherin durchaus bemüht hat, das Buch zu einem interessanten Hörerlebnis zu machen.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 13.05.2026

Ein (vorerst) recht gelungener Abschlussband

Verraten
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Worum geht’s?
Carl wähnt sich mitten in einem Albtraum, als er plötzlich verhaftet wird und in Untersuchungshaft landet. Der Koffer voll mit Drogen und Geld auf seinem Dachboden gehört zwar eigentlich ...

Worum geht’s?
Carl wähnt sich mitten in einem Albtraum, als er plötzlich verhaftet wird und in Untersuchungshaft landet. Der Koffer voll mit Drogen und Geld auf seinem Dachboden gehört zwar eigentlich nicht ihm, doch weder die Justiz, noch seine Vorgesetzten wollen ihm das glauben. Als dann auch noch ein Kopfgeld auf ihn angesetzt wird, kann er die Schlinge um seinen Hals schon spüren – und muss gemeinsam mit seinem Team alles daran setzen, seine Unschuld zu beweisen.


Meine Meinung
Auch wenn ich mich mit den letzten Teilen der Reihe etwas schwerer getan habe, als das zu Beginn der Fall war, mochte ich das Team aus dem Sonderdezernat Q immer wirklich gerne. Dem Abschlussband habe ich daher durchaus mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegengesehen, denn insbesondere so lange Reihen und ihre Charaktere wachsen mir irgendwann fast schon zwangsläufig ans Herz.

Der Spannungsbogen war mir persönlich hier fast schon ein wenig zu sprunghaft, was meiner Meinung nach vor allem daran lag, dass es immer wieder Rückbezüge auf alte Fälle und Ereignisse gab, die als Erinnerungsstützen zwar sicherlich ganz nett sind, dabei aber definitiv nicht für einen Neueinstieg in die Reihe geeignet waren. Der eigentliche Fall bekam daher meiner Meinung nach auch nicht die Aufmerksamkeit, die er eigentlich verdient hätte, was es mir stellenweise wirklich nicht leicht gemacht hat, mit Konzentration bei der Sache zu bleiben. Nichtsdestotrotz wollte ich natürlich wissen, wie die Geschichte für Carl und sein Team ausgeht, weshalb ich mich beim Lesen definitiv nicht durchgehend gelangweilt habe.

Die Figuren sind bei zehn Bänden natürlich ein ganz elementarer Bestandteil der Reihe, die mir fast noch wichtiger sind als die Handlung an sich. Ganz rund fand ich das Gesamtbild auch in diesem Punkt leider nicht, was aber vermutlich einfach daran lag, dass die Geschichte um das Sonderdezernat Q mittlerweile dann doch weitestgehend auserzählt ist. Ich habe das Buch daher insgesamt eher als nettes Wiedersehen mit alten Bekannten gelesen, was ich als Abschluss der Reihe dann insgesamt doch recht nett, wenn auch nicht überragend gut fand.


Fazit
Auch wenn dieses Buch meiner Meinung nach nicht unbedingt das Rad neu erfindet, fand ich es als Abschlussband dieser langlebigen Reihe durchaus gelungen. Fans der Charaktere werden hier sicherlich noch einmal Freude beim Lesen haben, als Einstieg in die Reihe eignet sich diese Geschichte allerdings eher weniger.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Durchaus interessante Urban Fantasy mit verschenktem Potenzial

These Ancient Flames 1: Awake
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Worum geht’s?
Im Leben von Meiling dreht sich alles um den Schutz von Fürstensohn Tao, der ihr wie ein Bruder ist. Als dann jedoch die Magie aus ihrem Reich zu verschwinden droht und sich ein Krieg anbahnt, ...

Worum geht’s?
Im Leben von Meiling dreht sich alles um den Schutz von Fürstensohn Tao, der ihr wie ein Bruder ist. Als dann jedoch die Magie aus ihrem Reich zu verschwinden droht und sich ein Krieg anbahnt, bleibt ihr ausgerechnet der Sohne eines verfeindeten Fürsten und dessen Hilfe, um ihr Zuhause und die Menschen, die zu ihrer Familie geworden sind zu retten – nichtsahnend, wie gefährlich Raven für ihr eigenes Herz werden kann.


Meine Meinung
Fantasy und Drachen mag ich vor allem in Büchern unglaublich gerne, von daher war es für mich keine große Überraschung, dass auch diese Geschichte auf meine Wunschliste wandern musste.

Gut gefallen hat mir vor allem das Urban Fantasy Setting, auch wenn mir persönlich zu Beginn nicht so ganz klar war, wo und wann diese Geschichte eigentlich spielen sollte. Auch das Worldbuilding habe ich insgesamt als etwas zu dünn empfunden, da ich gerne mehr über das Magiesystem erfahren hätte und daher hoffe, dass die Leerstellen im ersten Teil lediglich das Potenzial für mehr Antworten in Band zwei offen lassen sollen.

Mit den Figuren bin ich dann leider nicht so ganz warm geworden, zum einen, weil ich mit Fast Burn absolut nichts anfangen kann und zum anderen, weil ich keinen der Charaktere wirklich schlüssig angelegt fand. Insbesondere Mei hatte dabei eigentlich großes Potenzial in meinen Augen, wurde aber in Kombination mit Raven so schnell blass und willenlos, dass ich bloß noch mit dem Kopf schütteln konnte. Von der starken Frauenfigur war bis zum Schluss kaum noch etwas übrig, was ich wirklich schade fand.

Auch ihre Beziehung zu Raven konnte ich leider nicht nachvollziehen, denn weder habe ich ein realistisches Knistern zwischen den beiden gespürt, noch konnte ich ihr Verhalten in Hinblick auf den Cliffhanger zu Band zwei nachvollziehen. Der Enemies-to-Lovers Part kam mir daher leider auch nicht so ganz authentisch vor, auch wenn das ehrlicherweise in meinen Augen ein Trope ist, der häufig nicht ganz überzeugend umgesetzt wird.

Hinsichtlich des Spannungsbogens bin ich jetzt im Nachhinein leider auch eher etwas zwiegespalten, da ich die Suche nach den Drachen zwar einerseits ganz interessant, den Aufbau der Geschichte aber ehrlicherweise eher inkonsequent fand. Dass die Existenz von Drachen so plötzlich aus dem Hut gezaubert wurde, fand ich persönlich etwas seltsam gemacht, und da die Geschichte in meinen Augen etwas zu sehr gestreckt wurde und stellenweise deutlich mehr Dynamik vertragen hätte, konnte mich dieses eigentlich spannende Element dann leider auch nicht mehr so abholen, wie das bei einem etwas anderen Aufbau und einem erkennbaren roten Faden vielleicht der Fall gewesen wäre.


Fazit
Als Auftaktband hat diese Geschichte in meinen Augen leider etwas an Potenzial verschenkt, auch wenn ich grundsätzlich gespannt darauf bin, wie es mit Meiling, Raven und den Drachen weitergeht. Für den zweiten Band werde ich mich jedoch sicherlich erst einmal motivieren müssen, da ich aktuell keine Lust hätte, direkt wieder mit diesem Figuren unterwegs zu sein.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.