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Veröffentlicht am 14.05.2026

Die Spur in die Vergangenheit

Schatten über den Chianti-Hügeln
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Der Tod des Olivenbauern Paolo Fusco ist der neue Fall, mit dem sich Commissario Figallo beschäftigen muss. Wie er im Laufe der Ermittlungen feststellt, ist der Fall sehr kompliziert, weil auch politische ...

Der Tod des Olivenbauern Paolo Fusco ist der neue Fall, mit dem sich Commissario Figallo beschäftigen muss. Wie er im Laufe der Ermittlungen feststellt, ist der Fall sehr kompliziert, weil auch politische Motivationen, die Ermittlungen lenken. Der Vize-Questore ist der Parteifreund des Sohnes des Opfers und der möchte Bürgermeister werden. Seine Freundin Sandra, ehemalige Kommissarin aus Deutschland, erwartet den Besuch ihrer Eltern und wird dadurch Teil der Ermittlungen, die tief in die Vergangenheit hineinragen. Wie sie feststellen muss, war ihr Großvater in der Toskana stationiert und von dort ist er nicht mehr zurückgekehrt. Ob und wie die Fälle zusammenhängen wird die beiden eine ganze Zeit beschäftigen.
Der Toskana-Krimi „Schatten über den Chianti Hügeln“ von Gianni Borsa wird durch ein sehr interessantes Cover eingeführt. Wer schon mal in der Chianti Region war, wird dieses Bild lieben, denn es zeigt die anmutige Schönheit dieser Landschaft. Genau hier spielt dieser Krimi, der die Gegenwart mit der Vergangenheit und Deutschland mit Italien verbindet. Ein mysteriöser Todesfall steht am Anfang dieser Ermittlungen, die der Autor sehr geschickt, sehr tief in die Vergangenheit geführt hat. Aber auch die Gegenwart bietet sehr viele authentische Ansätze, wie die politische Situation zwischen links und rechts eine Mordermittlung beeinflussen können. Es braucht standhafte Polizisten, die diesen Einflüssen widerstehen können. Als dieser wird, der Commissario Figallo dargestellt und auch seine Problem mit den Einflussnahmen von Vorgesetzten. Die andere Hauptperson dieses Krimis ist sein Freundin Sandra, die dieses Mal in eigener Sache zum Verschwinden ihres Großvaters ermittelt. Geschickt ist wie der Autor immer wieder Berührungslinien zwischen diesen beiden Fällen zieht. Außerdem muss sich Figallo sich um seine pubertierende Tochter kümmern, ein sehr interessanter Seitenast, der auch mit der neuen Beziehung des Commissrio zu tun hat. Die Sprache des Autors ist sehr bildhaft und ich konnte gut in die Toskana und den Fall eintauchen. Auch der Spannungsbogen ist sehr gut angelegt, mit einem interessanten Ende.
Ich mag diese Art Krimis, die die Region mit einbeziehen und hier auch eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit und zwischen Politik und Polizeiarbeit ziehen. Für Freunde von regionalen Krimis und der Toskana allemal empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Tötet die Reichen

Das Gesetz der Elite
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Die frühere Polizistin Colomba Caselli wird von einer ihrer Geheimdienstkontakte angesprochen bei dem mysteriösen Todesfall eines sehr reichen, ehemaligen Fußballprofis mit ihrer Expertise zu helfen. Jesus ...

Die frühere Polizistin Colomba Caselli wird von einer ihrer Geheimdienstkontakte angesprochen bei dem mysteriösen Todesfall eines sehr reichen, ehemaligen Fußballprofis mit ihrer Expertise zu helfen. Jesus Martinez, der Tote, wurde in einer Kryosauna tot aufgefunden. An der Seite von Colomba steht der exzentrische Dante Torre, ein sehr intelligenter, aber chaotischer Mensch, der sie bei den Ermittlungen unterstützt. Dante ist zwar sehr speziell, aber auch so kreativ, dass sie herausfinden das Martinez ermordet wurde. Außerdem stellen sie fest, dass Martinez nicht der einzige Tote war, der über die Massen reich war. Ein Bekennerschreiben taucht auf, „Tötet die Reichen“!
Der Thriller „Das Gesetz der Elite“ von Sandrone Dazieri spielt in der Welt der Reichen und Superreichen. Schon auf dem Cover ist ein sehr extravagantes Haus zu sehen, die Jungla Urbana in Mailand. Dieses Haus spielt in der ersten Phase des Thrillers eine entscheidende Rolle und ist auch schon das erste Zeichen für extremem Reichtum. Dem Autor gelingt es diesen Bereich des extremem Reichtums sehr kraftvoll zu beschreiben, wenn er das Umfeld dieser Menschen darstellt. Sicherheitskräfte und Bedienstete, die nie sicher sein können, wie lange sie ihren Job behalten können. Auch die Hauptcharaktere Colomba und Dante sind ebenfalls sehr extravagante Persönlichkeiten, vor allem Dante. Colomba ist da eher die toughe Frau, die allerdings zeigt, dass sie auch eine Romanze bzw. der Liebe nie abgeneigt ist. Dafür baut der Autor den Bruder des ersten Opfers, Glenn, ein und hier ist sein Reichtum mit seiner Liebe zu Colomba gepaart. Dante ist so das extravagante Genie in dieser Beziehung, ein inniger Freund von Colomba, aber nicht ihr Liebhaber. Standesgemäß geht es in der Welt der Reichen zu. Man fährt nicht nur mit dem Auto oder der Bahn, sondern man nimmt dann schon mal den Hubschrauber. Um dieses Szenen immer mal wieder zu durchbrechen, baut der Autor Bekennerbriefe und brutale Morde in seinen Thriller ein. Manchmal liest sich dieser Thriller, wie ein Zukunftsszenarium, mit Kryosauna und Kryoaufbewahrung von Toten und eine Stadt in der Antarktis. Die Sprache die der Autor benutzt ist sehr kraftvoll und auch sehr bildhaft. Die Spannung wird in diesem Thriller hochgehalten und mit einigen Twitches versehen, aber der Spannungsbogen schließt am Ende den Roman ab.
Dieser Thriller ist ein wirklich gelungenes Werk, dass in der Gegenwart spielt, aber sehr interessante Zukunftsszenen beschreibt. Die Welt der Superreichen, wird hier sehr krass dargestellt. Ein sehr gut konstruierter Thriller, der auch spannend und interessant geschrieben ist. Empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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Veröffentlicht am 06.05.2026

Das Geschäft mit der Kunst

Die Mallorca-Kommissarin - Schatten über Calvià
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Die Kommissarin Thea Molt aus Deutschland hält sich bei ihrer Freundin Becca in Peguera auf, um sich von einem Trauma zu erholen. Eines Abends geht sie mit ihrer Freundin zu einer Vernissage von einer ...

Die Kommissarin Thea Molt aus Deutschland hält sich bei ihrer Freundin Becca in Peguera auf, um sich von einem Trauma zu erholen. Eines Abends geht sie mit ihrer Freundin zu einer Vernissage von einer jungen deutschen Künstlerin. Zufällig bekommt sie einen lauten Streit mit, weiß aber nicht um wen es sich handelt. Etwas später merkt sie das eine der Streitenden Juna, die Künstlerin gewesen sein muss. Am nächsten Morgen findet die Polizei Juna tot auf. Das regt natürlich Theas kriminalistisches Gespür an und ihren Freund den Sargento David Martinez auf. Denn er möchte nicht, dass Thea auf der Insel ermittelt, weiß aber, dass er es nicht verhindern kann. Als kurze Zeit später Luca von der Kunstraub Division auftaucht und Thea bittet ihn zu einigen Händlern zu begleiten, ist Thea mitten im Fall angekommen.
Der Krimi „Die Mallorca Kommissarin, Schatten über Calvia“ von Cara Maria Cardenes spielt auf der Insel Mallorca und in der Kunstszene. Das Cover passt perfekt zu diesem Krimi, denn es zeigt einen Jachthafen an der Küste, der auch ein Ort in dem Krimi sein könnte. Also ei perfekter Opener für diese Story. Auch das Thema ist eines, was man als Besucher der Insel nicht von der Hand weisen kann, denn es gibt viele reiche Menschen auf Mallorca und das Thema Kunst ist allgegenwärtig. Wenn das Thema Kunst thematisiert wird, ist es nur ein kleiner Schritt auch zum Kopieren und Fälschen. Aber zurück zu den Hauptpersonen Thea Molt, die eigentlich nicht ermitteln soll, das aber natürlich nicht lassen kann, ihr Freund David Martinez, der es manchmal nicht schön findet, wenn Thea dieser Beschäftigung nachgeht und Luca Calderon, aus einer Behörde, die sich mit Kunst beschäftigt. Diese drei sind in ihren Charakteren sehr ähnlich und in diesem Roman ist Luca, Theas Anker, dass sie mit ermitteln darf. Es ist ein immerwährendes Katz- und Mausspiel zwischen Thea und David, dass sehr amüsant anzusehen ist. Dieses Hin- und Her ist für mich ein wichtiges Bestandteil, dass auch zur Spannung beiträgt, da, wie David manchmal feststellt, Thea schon ein gute Spürnase hat und sie es auch überhaupt nicht lassen kann und will. Es scheint das Theas Handlungen ein bisschen drüber sind, dich ich finde dieses macht den Reiz dieser Reihe aus. Die Sprache der Autorin ist sehr bildhaft und ich kann, wie in einem Film verfolgen, wie die Geschichte weiterläuft. Der Spannungsbogen ist gut entwickelt und hält auch die ein oder andere Überraschung parat.
Ich mag diese Art von regionalen Krims, wo ich in die Story und in die Landschaft eintauchen kann und ich finde mich auch immer gerne auf Mallorca wieder, da ich die Insel mag. Deshalb wird es auch kein Wunder sein, dass ich diesen Krimi sehr gut empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Der Absturz

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Der berühmte Schriftsteller stürzt beim Freiklettern ab. Das reißt seine Frau Sarah in ein tiefes Loch, dass er von einer auf die andere Minute nicht mehr da ist. Sie kann sich nicht damit abfinden, dass ...

Der berühmte Schriftsteller stürzt beim Freiklettern ab. Das reißt seine Frau Sarah in ein tiefes Loch, dass er von einer auf die andere Minute nicht mehr da ist. Sie kann sich nicht damit abfinden, dass es ein Unfall war, und das sagt sie auch dem Ermittler Delmas. Doch es weist nichts auf einen Mord hin. Deshalb macht sie sich mit einem Freund, dem ehemaligen Kommissar Reynaud auf die Suche und sie werden fündig. Es gibt Hinweise, dass jemand in den Absturz verwickelt war. Außerdem bekommt sie einen Brief, den Marceau hinterlassen hat und in einer Bank findet sie 3,5 Millionen Euro aber kein Manuskript, wie ihr Mann es angekündigt hat. Irgendetwas ist faul und auch die verschwundene Jade, Marceaus Schwester, wird wieder zum Thema. Und es wird noch mysteriöser.
„Das letzte Buch von Marceau Miller“ von Marceau Miller Ist ein sehr mysteriöser Krimi, der mit dem Tod des Titelgebers beginnt. Das Cover unterstützt mit einem mysteriös, schönen Bild eines Sees. Ich vermute mal eines kleineren Sees, an dem der Autor abgestürzt ist. Dadurch ist nun deine Frau die Hauptperson in diesem Krimi. Diese Person wird sehr authentisch beschrieben in ihrer Trauer und ihrer Orientierungslosigkeit nach dem Tod ihres Mannes. Das Verständnis für diese Situation ist groß, doch durch ihr chaotisches Verhalten wird es auch als Leser schwer auszuhalten, obwohl auch in mir ein großes Verständnis da war. Da die Sprache so lebendig diese Situationen, die diese Sarah durchlebt, wird man direkt in diese Szenerie hineingezogen. Sie, die sich in der Sorge um ihre Kinder und der großen Trauer um ihren Mann sehr schlingernd bewegt zieht alle Aufmerksamkeit des Lesers in ihren Bann. Sehr dicht geschrieben finde ich diesen Roman und ja man hat das Gefühl das Buch nicht aus der Hand legen zu können, so fesselnd ist die Suche nach dem Grund des Absturzes und der Suche nach dem Manuskript, das eine Aufklärung verspricht. Der Spannungsbogen ist sehr intensiv bis zum Ende aufgebaut und hält einige Überraschungen parat.
Ich finde diesen Roman sehr spannend und auch sehr interessant wegen des Themas und der sehr intensiven Sprache, die mich als Leser in seinen Bann gezogen hat. Klare Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Nichts ist wie es scheint

Tödliche Begegnung
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Als Giovanna Ruggieri zu einem Streit am Ufer des Comer Sees gerufen wird, ist ihr noch nicht klar, dass es ein sehr komplizierter Fall wird. Der erste Blick ist klar, denn der Mörder steht mit der Tatwaffe ...

Als Giovanna Ruggieri zu einem Streit am Ufer des Comer Sees gerufen wird, ist ihr noch nicht klar, dass es ein sehr komplizierter Fall wird. Der erste Blick ist klar, denn der Mörder steht mit der Tatwaffe in der Hand über sein Opfer gebeugt. Er lässt sich auch ohne Gegenwehr abführen, doch er will nicht mit der Commissaria sprechen. Er möchte nur mit Maria di Bartolomeo reden, denn das ist seine Ex-Frau. Maria ist zwar nur Streifenpolizistin, doch sie hat in einem anderen Fall schon bewiesen, dass sie auch ein kriminalistisches Gespür aufweist. In diesem Fall ist ihr klar, dass ihr Ex unschuldig ist. Giovanna weiß nun, dass es kompliziert werden wird, da der Questore und der Staatsanwalt anderer Meinung sind.
Der Lombardei-Krimi „Tödliche Begegnung“ von Elisa Corti ist der zweite Fall in dem die Commissaria Giovanna Ruggieri und Maria di Bartolomei ermitteln. Der Blick auf den Comer See, der auf dem Cover zu sehen ist, zeigt einen schönen Anblick, der in diesem Krimi auch in manchen Beschreibungen durchblitzt. Die beiden Hauptpersonen haben nicht viel gemeinsam und doch hat die Autorin ein sehr erfolgreiches Ermittlerinnen Duo entwickelt, die sehr gut zusammenpassen. Eigentlich dürfen die beiden gar nicht zusammenarbeiten, da sie unterschiedliche Aufgaben in der Polizei haben. Geschickt lässt die Autorin ihre beiden Wege immer wieder kreuzen und so eine Zusammenarbeit entwickeln. Auch die Darstellung der Giovanna gefällt mir sehr gut, da sie sehr unkompliziert und freigeistig unterwegs ist. Unterstützt wird die Spannung durch eingestreute Rückblick in die Vergangenheit des Opfers und es taucht schon die Frage auf, aus welchem Grund dieser Rückblick geschieht. Doch die Autorin hat verschiedene Spuren ausgelegt und so den Ausgang des Krimis lange offengehalten und die Spannung bis zum Ende gut entwickelt. Sie hält an manchen Stellen die eine oder andere Überraschung parat. Ihre Sprache, die sie im Roman anwendet, ist sehr bildhaft und so ist es möglich die Story, wie im Film zu verfolgen.
Mir gefällt dieser regionale Krimi sehr gut und schließt auch an seinen Vorgänger gut an. Für mich ist es bei diesem Genre sehr wichtig, dass Spannung und Unterhaltung den Roman kennzeichnen. Das ist hier gegeben und so kann ich diesen Krimi gut empfehlen.

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