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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2026

Zwei Familien - Ein Schicksal

Kain und Abel
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"Kain und Abel" ist der erste Band einer Trilogie von Jeffrey Archer. Erstmalig erschien er 1979 im Original, 1981 dann in deutscher Übersetzung. Dies ist die überarbeitete Version von Archer aus dem ...


"Kain und Abel" ist der erste Band einer Trilogie von Jeffrey Archer. Erstmalig erschien er 1979 im Original, 1981 dann in deutscher Übersetzung. Dies ist die überarbeitete Version von Archer aus dem Jahr 2018, die im Heyne-Verlag auf deutsch erschien. Über den Zeitraum 1906 bis 1967 erzählt der Autor dabei den Werdegang von William Lowell Kane, einem Millionärssohn aus Bosten, und dem polnischen Auswanderer Abel Rosnovski. Zwei Männer, geboren am selben Tag, aber unterschiedlicher nicht aufgewachsen in getrennten Welten. Das Schicksal führt sie zusammen in ihrem Streben um Macht, Einfluss und Geld. Doch eine lebenslange und erbitterte Feindschaft entsteht und begleitet sie ihr ganzes Leben. Eingebettet in die zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise und die Nachkriegszeit der 50er und 60er Jahre ist dieser Roman, der sich auszeichnet durch spannende Wege der beiden Kontrahenten und deren Streben nach Perfektion in ihrem jeweiligen Handeln. Dabei wird geschickt durch den Autor aufgezeigt, wie sie durch ihr Vorgehen immer mehr die Kontrolle über ihr zwischenmenschliches Agieren verlieren, Menschen die ihnen wichtig sind vor den Kopf stoßen. Dieser Roman hat mich von Anfang bis Ende mitgenommen und ich flog nur so durch die Seiten. Lebendig, spannend, teilweise nachdenklich. Kurz und gut, für mich ein weiteres hervorragendes Buch von Jeffrey Archer, bei dem ich definitiv die anderen zwei Bände der Trilogie auch noch lesen werde.

Veröffentlicht am 15.05.2026

Oktober 1962 - Zwischen Kuba-Krise und Spiegel-Affäre

Schwarzer Samstag
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"Schwarzer Samstag" ist der fünfte Band der Philipp-Gerber-Reihe von Ralf Langroth (ein Pseudonym von Jörg Kastner). Kriminalrat Gerber wird nach Hamburg beordert, um dort Waffenschmugglern auf die Spur ...


"Schwarzer Samstag" ist der fünfte Band der Philipp-Gerber-Reihe von Ralf Langroth (ein Pseudonym von Jörg Kastner). Kriminalrat Gerber wird nach Hamburg beordert, um dort Waffenschmugglern auf die Spur zu kommen. Zeitgleich wird seine frisch angetraute Ehefrau Eva Herden als Reporterin des Spiegelmagazin für ein Interview nach Kuba gesandt. Dort soll sie mit Fidel Castro ein Exklusivinterview führen. Schnell führen die Spuren und Verwicklungen zusammen und beide müssen unabhängig voneinander sich der gefährlichen Situation stellen. Denn es ist Oktober 1962, als die Welt am Abgrund und ihre Zukunft auf dem Spiel steht. Bereits zum fünften Mal lässt Ralf Langroth seinen Protagonisten ermitteln. Eingebettet inmitten der Kuba-Krise und der in Deutschland als Spiegel-Affäre bekannten Ereignisse geht es um Waffenschmuggel und die Vorherrschaft um Macht und Ideologie. Das Ringen um einen nahenden Atomkrieg und das politische Tauziehen zwischen dem jungen amerikanischen J.F. Kennedy und dem sowjetischen Staatschef Chruschtschow, dazwischen in Kuba der Revolutionär Fidel Castro und in der Bundesrepublik ein Kanzler Adenauer und dessen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß, der seinen eigenen Angriff auf die Pressefreiheit durchführte. Diese Gemengelage an historischen Ereignissen Anfang der 60er Jahre bilden den Rahmen für diesen Roman. Dabei gelingt es dem Autor diese bildhaft und absolut spannend in Szene zu setzen. Hat man mit diesem Buch zu lesen begonnen, kann man dann auch fast nicht mehr davon loslassen. An den verschiedenen Handlungsorten ist jeweils die Anspannung der Situation absolut greifbar zu spüren und man versinkt in die Ereignisse rund um den "Schwarzen Samstag". Für mich ein absolut gelungener neuer Fall aus dieser Buchreihe, der mir bestens gefallen hat. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 30.04.2026

Live and Let Die inmitten von Voodoozauber

James Bond
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"Leben und sterben lassen" ist der zweite James Bond Roman von Ian Fleming aus dem Jahr 1954. In Deutschland erstmalig erschienen 1961 und in ungekürzter und originalgetreuer Übersetzung dann 2012 beim ...

"Leben und sterben lassen" ist der zweite James Bond Roman von Ian Fleming aus dem Jahr 1954. In Deutschland erstmalig erschienen 1961 und in ungekürzter und originalgetreuer Übersetzung dann 2012 beim Cross Cult Verlag. 007 wird auf Mr. Big angesetzt, einen Mitglied der russischen Organisation SMERSH. An diese hat Bond schmerzliche Erinnerungen aus seinem ersten Fall im Casino Royale. Diesmal führt ihn sein Weg nach Harlem. In den Vereinigten Staaten tauchen vermehrt Goldmünzen auf, die aus einem alten Piratenschatz von Captain Morgan stammen. Mr. Big scheint in Harlem uneingeschränkte Macht zu besitzen, denn er hat die Voodoomacht von Baron Samedi, dem Herrn der Toten. Felix Leiter vom CIA und Bond vom MI6 sollen Mr. Big das Handwerk legen, doch dies ist ein gefährliches Unterfangen. Dieser Roman unterscheidet sich teilweise deutlich von der späteren Verfilmung. Er diente in diversen Szenen mehreren Bond-Verfilmungen. Ebenso ist die Sprache von Ian Fleming dem Zeitgeist der 50er Jahre entsprechend. Allein, das Kapitel zum Beispiel "Niggerhimmel" tituliert sind, wäre in heutigen Romanen undenkbar. Aber vor knapp einem dreiviertel Jahrhundert war die Sprache in Romanen noch eine völlig andere. Ich finde es gut, dass der Cross Cult Verlag dem deutschen Leser die originalgetreue Übersetzung zukommen gelassen hat, denn die Bondromane sind auch Zeitzeugen und ich zähle sie zu den absoluten Klassikern der Spionageromane. Auch dieser Fall ist durchwegs spannend geschrieben und findet seinen Höhepunkt an Jamaikas Riffen inmitten von Haien und Barrakudas. Ein toller Spionageroman, nicht nur für James Bond-Liebhaber wie mich.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Die Abgründe der Pharmaforschung

Uterus
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"Uterus" ist der erste Band der Kommissar-Birkholz-Reihe von Astrid Schwikardi. In Köln gibt es immer wieder Vermisstenfälle von jungen Studentinnen. Als im Königsforst, einem Waldgebiet bei Köln, vergrabene ...

"Uterus" ist der erste Band der Kommissar-Birkholz-Reihe von Astrid Schwikardi. In Köln gibt es immer wieder Vermisstenfälle von jungen Studentinnen. Als im Königsforst, einem Waldgebiet bei Köln, vergrabene Frauenleichen entdeckt werden, ist ein erster Zusammenhang erkennbar. Scheinbar treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Mark Birkholz von der Kölner Kripo nimmt mit seinen Kollegen die Ermittlungen auf. Brisant dabei, die Leichen weisen Verstümmelungen im Genitalbereich auf, die schlimmste Erinnerungen in ihm wecken. Dann vor einem Jahr wurde seine eigene Schwester ebenfalls getötet und verstümmelt. Astrid Schwikardi beginnt mit "Uterus" eine Köln-Krimireihe rund um ihren Ermittler Mark Birkholz und die Staatsanwältin Maja Reinhold. Dabei entwickelt sich nicht nur der Kriminalfall in eine neue Richtung als anfangs vermutet, auch die Protagonisten erfahren im Privaten eine Veränderung. So ergeben sich für den Leser einige Wendungen, mit denen nicht auf Anhieb zu rechnen ist. Dies macht die Story abwechslungsreich. Die Spannung kommt dabei nicht zu kurz. Auch wenn die Polizeibeamten teils bei ihren Ermittlungen Wege einschlagen, die eher Actionfilmen entsprechen würden, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Denn die Story des Kriminalfalles ist in sich stimmig und das Spannungsniveau ist durchgängig auf hohem Level. In Summe daher ein fesselnder Fall, der das Krimiherz begeistert.

Veröffentlicht am 20.03.2026

Die Toten vom Kürnbergwald

Zwei Leichen zum Prosecco
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"Zwei Leichen zum Prosecco" ist der zweite Band der Chefinspektorin Lotta Meinich Reihe von Eva Reichl. Bei einem Spaziergang im Kürnbergwald stolpert die Chefinspektorin Lotta Meinich mit ihrem Vater ...


"Zwei Leichen zum Prosecco" ist der zweite Band der Chefinspektorin Lotta Meinich Reihe von Eva Reichl. Bei einem Spaziergang im Kürnbergwald stolpert die Chefinspektorin Lotta Meinich mit ihrem Vater Gustav über eine Leiche. Ein Mann, so scheint es, wurde im Overkill mit etlichen Messerstichen getötet. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um einen Juwelier handelt. Hat die Tat mit seinem Beruf zu tun oder ist das Motiv woanders zu suchen? Nur zwei Tage später wird eine ebenso entstellte männliche Leiche erneut im Kürnbergwald aufgefunden. Spätestens jetzt muss man eventuell von der Tat eines Serientäters ausgehen. Eva Reichl inszeniert mit diesem Krimi ein Setting, dass für den Leser etliche Möglichkeiten von Motiv und Täter offen lassen. Gemeinsam mit der Chefinspektorin grübelt man in welche Richtung es gehen könnte. Die hat es auch noch mit einem übereifrigen Praktikanten und ihrem Vater als Witwentröster zu tun. Eine Konstellation, die durchaus gelungen ist und bei der man als Leser schon mal schmunzeln muss. Doch trotz Schmunzelfaktor mangelt es diesem Krimi auch nicht an Spannung und die Lösung des Falles offenbart sich lange nicht. Zwar war ich im letzten Drittel schon auf der richtigen Spur, doch blieb das Geschehen bis zuletzt fesselnd. Für mich ein sehr guter Oberösterreich-Krimi, bei dem ich mich über weitere Fälle der Chefinspektorin Meinich freuen würde.