Wenn Kunst plötzlich richtig Spaß macht
Meisterwerke der Kunst – großartig erklärtKunstbücher können ja manchmal gefährlich nah an Hausaufgaben vorbeischrammen. Man schlägt sie auf, sieht ein berühmtes Gemälde und innerlich setzt sich direkt der alte Museumsführer mit strengem Blick ...
Kunstbücher können ja manchmal gefährlich nah an Hausaufgaben vorbeischrammen. Man schlägt sie auf, sieht ein berühmtes Gemälde und innerlich setzt sich direkt der alte Museumsführer mit strengem Blick neben einen. Bei Meisterwerke der Kunst großartig erklärt passiert zum Glück genau das Gegenteil.
James Payne nimmt einen nicht von oben herab an die Hand, sondern eher so, als würde ein guter Kumpel sagen: Komm, schau mal genauer hin, das ist viel spannender, als du denkst. Und zack, steht man plötzlich vor Monet, Botticelli, Hilma af Klint oder Georgia O’Keeffe und merkt, dass da mehr drinsteckt als schöne Farben und berühmte Namen.
Besonders stark finde ich, wie greifbar das Ganze wird. Es geht nicht nur darum, was auf dem Bild zu sehen ist, sondern warum es wirkt. Welche Zeit dahintersteckt. Welche Idee. Welcher Mensch. Welche Macke vielleicht auch. Genau das macht Kunst lebendig. Nicht dieses ehrfürchtige Nicken, obwohl man innerlich denkt: Joa, hübsch, aber was soll mir das jetzt sagen?
Das Buch schafft es, neugierig zu machen, ohne sich aufzuspielen. Es ist hochwertig, verständlich und hat diesen schönen Effekt, dass man nach ein paar Seiten anders auf Kunst schaut. Plötzlich will man Details entdecken, Zusammenhänge verstehen und beim nächsten Museumsbesuch nicht nur brav am Bild vorbeischlendern.
Für mich ist das ein richtig schönes Buch für alle, die Kunst mögen, aber keine Lust auf trockenes Fachchinesisch haben. Informativ, warm, klug und angenehm zugänglich. Ein Buch, das nicht belehrt, sondern begeistert.