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Veröffentlicht am 16.05.2026

- emotionales, tief unter die Haut gehendes Gesellschafts- und Sozialdrama -

Komm mit mir
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Samuel W. Gailey - Komm mit mir
(Polar Verlag)

- emotionales, tief unter die Haut gehendes Gesellschafts- und Sozialdrama -

Black Walnut, Pennsylvania, Mitte März 1988. Als sich Pastor Cap durch einen ...

Samuel W. Gailey - Komm mit mir
(Polar Verlag)

- emotionales, tief unter die Haut gehendes Gesellschafts- und Sozialdrama -

Black Walnut, Pennsylvania, Mitte März 1988. Als sich Pastor Cap durch einen Schneesturm zu Bonnie, der todkranken Frau von Sheriff Lester kämpft, kracht ihm um ein Haar eine junge Frau frontal in den Wagen. Cap rettet die dennoch verunfallte, offensichtlich taubstumme Frau, die sich als Tess vorstellt und vor irgendetwas oder irgendjemanden auf der Flucht zu sein scheint. Er nimmt sie vorübergehend in seine Obhut, bringt sie im Pfarrhaus unter, fühlt sich aber mehr und mehr zu ihr hingezogen. Doch nicht nur Cap steht auf die exotisch anmutende Tess, die das keine Örtchen Black Walnut allmählich aus dem Gleichgewicht zu hebeln scheint. Als sich die junge Frau Cap gegenüber anvertraut und er das Unfassbare erfährt, das ihr widerfahren ist, scheinen Welten miteinander zu kollidieren. In der weiteren Folge laden viele Handelnde große Schuld auf sich.

In seinen ländlich geprägten Noirs nutzt Samuel W. Gailey eine bildhafte, immersive und vitale Sprache, wie in einem bösen Traum. Dabei führt der US-amerikanische Schriftsteller generell ein üppiges Lokalkolorit im Gepäck, das seinen Romanen eine atmosphärische und emotionale Tiefe verleiht. Die empathisch aufgebauten, von einer melancholischen Tristesse getragenen Plots, beschäftigen sich in der Regel mit gescheiterten Existenzen, versehrten oder verletzten Menschen, ihrer Verzweiflung, der Gewalt, der sie ausgesetzt sind, sowie den Aspekten im Leben, die sie an die Grenzen ihrer Leidensfähigkeit führen. Häufig ist es das Unausgesprochene, das dem Leser im Kopf bleibt. Es sind eben die verstörenden Bilder, die Gailey seinen Lesern in den Kopf pflanzt, die sie mitleiden lassen und noch lange nachwirken. Gerade weil sein dritter Roman "Komm mit mir" keinen Kriminalfall darstellt, sondern eher das Thema Rural Drama zum Leitmotiv erklärt, steigert sich die Emotionalität im Verlauf der Geschichte ins Unermessliche. Die rücksichtslosen Verletzungen seelischer, wie körperliche Art, die sich Menschen zufügen, der Kampf mit den Dämonen der Vergangenheit, sowie die Endgültigkeit fataler Entscheidungen werden hier zum Fundament. Dabei gibt es auch ein kurzes Wiedersehen mit dem introvertierten und mental retardierten Danny Bedford aus dem Waschsalon in "Tiefer Winter".

Ein weiterer Erzählstrang handelt von Wade, Maggie und ihrem Sohn Butch. Den Respekt längst voreinander verloren, läuft ihre Ehe allmählich aus dem Ruder. Eigentlich geht es ihnen gut, doch sie haben einander nichts mehr zu sagen und bemerken darüber nicht, wie sich der 14-jährige Butch zum Negativen verändert. Auch Robin, der rechten Hand von Pfarrer Cap, ihrem Ehemann Chuck und den drei gemeinsamen Kindern ergeht es nicht viel besser. Finanzielle Not, Missbrauch, Gewalt und Alkoholismus stehen bei Ihnen an der Tagesordnung. Bis Robin eines Tages eine fatale Entscheidung trifft, die ihr Leben grundlegend verändert. Allmählich wird offenbar, dass sämtliche Akteure in Samuel W. Gaileys "Komm mit mir" alle etwas gemein haben, denn sie alle leben eine Lebenslüge, die sie irgendwann einholen wird!

Erstmals im Jahre 2023 unter dem Titel "Come Away From Her" im amerikanischen Original veröffentlicht, rollt Samuel W. Gailey sein emotionales, tief unter die Haut gehendes Gesellschafts- und Sozialdrama "Komm mit mir" ganz gemächlich aus. Der Autor, der in einem Provinznest im Nordosten Pennsylvanias aufwuchs und bereits in der Filmproduktion als Drehbuchautor arbeitete, kennt das Kleinstadtleben mit all seinen Facetten und Widrigkeiten. Das Geflecht und die Zusammenhänge der Menschen, die in der beschaulichen Siedlung im Wyoming County leben, mit ihren alltäglichen Familien- und Kleinstadtproblemen, hat Gailey in traurige, dennoch heimelige Worte gefasst. Auf einfühlsame und tragische Weise bringt uns der Ausnahmeautor, der heute auf der abgelegenen Orcas Island im Pazifischen Nordwesten lebt, auf seinen 288 Seiten das harte (Über-)leben in dem spärlichen Milieu, abgekapselt vom restlichen Amerika, nahe.

(Janko)

https://www.samuelwgailey.com/
https://www.facebook.com/SamuelWGailey/
https://www.instagram.com/samuelwgailey/

Brutalität/Gewalt: 33/100
Spannung: 55/100
Action: 41/100
Unterhaltung: 85/100
Anspruch: 70/100
Atmosphäre: 79/100
Emotion: 77/100
Humor: 02/100
Sex/Obszönität: 15/100

LACK OF LIES - Wertung: 83/100

LACK OF LIES - Altersempfehlung: ab 14 Jahren (aufgrund des allgemeinen und sozialkritischen Kontexts)

Samuel W. Gailey - Komm mit mir
Polar Verlag
Sozialdrama
ISBN: 978-3-910918-46-7
288 Seiten
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Originaltitel: Come Away From Her (2023)
Aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf
Erscheinungstermin: 20.04.2026
EUR 26,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (ePUB 3): 978-3-910-91847-4
Erscheinungstermin: 15.04.2026
EUR 21,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Komm mit mir" beim Polar Verlag: https://polar-verlag.de/my-product/samuel-w-gailey-komm-mit-mir/

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Veröffentlicht am 17.04.2026

- unkonventioneller und verkopfter Cerebral-Pop-Horror-Thriller -

When the Wolf Comes Home
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Nat Cassidy - When the Wolf Comes Home
(Festa Verlag)

- unkonventioneller und verkopfter Cerebral-Pop-Horror-Thriller -

North Valley, Los Angeles, im Oktober. Ein 5-jähriger Junge flüchtet sich vor ...

Nat Cassidy - When the Wolf Comes Home
(Festa Verlag)

- unkonventioneller und verkopfter Cerebral-Pop-Horror-Thriller -

North Valley, Los Angeles, im Oktober. Ein 5-jähriger Junge flüchtet sich vor seinem gewalttätigen Vater in illustrierte Märchenwelten. Als der Vater ihn dabei erwischt, bricht die Hölle los und der Junge flieht vor ihm aus der Wohnung in die Nacht. Er versteckt sich in den Büschen eines Mehrparteienhauses, wo er von der erfolglosen Schauspielerin und Kellnerin Jess entdeckt wird. Die wiederum stößt kurze Zeit später in einer bizarren und lebensgefährlichen Situation, im Garten vor ihrer Wohnung, auf den Vater des kleinen Ausreißers. Was anschließend geschieht, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren. Ihre einzigen Gedanken gelten nunmehr dem Jungen und der gemeinsamen Flucht. Der Flucht vor einem unberechenbaren Monster, das töten, zerfetzen und fressen will. Und plötzlich finden sich die beiden in einer Welt wieder, die völlig aus den Fugen geraten zu sein scheint.

"When the Wolf Comes Home", des US-amerikanischen Schriftstellers Nat Cassidy, ist ein unkonventioneller und eingängiger, mitunter aber auch gedankenverloren schizophrenischer Pop-Horror-Thriller am Nabel der Zeit. Der 1981 in Phoenix, Arizona geborene Schauspieler, Musiker, Sprecher für Werbespots und (Theater-, sowie Drehbuch-)Autor, taucht tief in die Gedankenwelt seiner Hauptakteurin Jess ein. Cassidy spielt in diesem Zuge auf äußerte infame Weise mit der bösartigen Ironie des Schicksals. Mit der Adaption diverser Genreelemente aus Horror-Romanen, Filmklassikern, Serien und Cartoons der 80er / 90er Jahre, sowie uralten Märchen, weist sein, wie aus dem Leben gegriffener, spekulativer, schwungvoller und kommunikativer Erzählstil, eine enorme atmosphärische Dichte auf. Dabei arbeitet der Autor mit bekannten Stereotypen aus den vorgenannten Genres, die er auf einmalige Weise neu definiert. Mit seiner fantastischen, komplexen und vergeistigten Sprache projiziert Cassidy verstörende Bilder in die Köpfe seiner Leser.

Der Verfasser, der mit seiner Frau im Stadtbezirk Queens, in New York City lebt, lässt seine beiden Protagonisten in skurrile, obskure und konspirative Strukturen abgleiten, die ihre Inspiration offensichtlich aus den menschenverachtenden Versuchsreihen des US-Militärs Mitte des vergangenen Jahrhunderts ableiten. Ein Special Agent vom FBI wird auf den Fall angesetzt. Er soll den Jungen "nach Hause" holen. Dass diese Mission von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, kann sich jeder denken, der auch nur ein Stück weit in die empathische Geschichte um den verängstigten Jungen und die verzweifelte Schauspielerin vorgedrungen ist. Cassidy, der seine starken Ideen astrein umgesetzt hat, hält in diesem Kontext einige geniale und unvorhersehbare Twists für seine potenzielle Leserschaft bereit. Dazu stellt der Autor die Frage nach Schuld, Verantwortung, Manipulation und Macht. Einen Gutteil der Kommunikation hätte er sich allerdings getrost sparen können, dient sie doch mehr der Staffage, als dass sie was mit dem eigentlichen Geschehen zu tun hätte. Dies wirkt im weiteren Verlauf der Story ein wenig überfrachtet und kann durchaus als langatmig empfunden werden. Im Gegensatz dazu hätte ich mir ein paar weitergehende blutrünstige oder viszerale Szenen gewünscht. Wer jedoch auf extravagante und mitteilsame Pop-Horror-Thriller steht, wird sich an diesem 560 Seiten umreißenden Gemisch aus Vaterkomplexen, Vernachlässigung, Selbstzweifeln, Ängsten, Sexismus, metaphysischen Ereignissen und Gewalt gütlich tun.

(Janko)

http://www.natcassidy.com
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https://www.instagram.com/catnassidy/

Brutalität/Gewalt: 54/100
Spannung: 77/100
Action: 64/100
Unterhaltung: 83/100
Anspruch: 59/100
Atmosphäre: 78/100
Emotion: 60/100
Humor: 15/100
Sex/Obszönität: 06/100

LACK OF LIES - Wertung: 82/100

LACK OF LIES - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der Thematik und der Gewaltszenen)

Nat Cassidy - When the Wolf Comes Home
Festa Verlag
Horror-Thriller
Buchreihe: HORROR & THRILLER - BAND 216
ISBN: 978-3-98676-273-5
560 Seiten
Paperback in der Festa-Lederoptik mit Umschlagklappen
Originaltitel: When the Wolf Comes Home (2025)
Aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Picard
Erscheinungstermin: 16.03.2026
EUR 16,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-98676-274-2
Erscheinungstermin: 20.02.2026
EUR 5,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"When the Wolf Comes Home" beim Festa Verlag: https://www.festa-verlag.de/when-the-wolf-comes-home.html

Leseprobe: https://www.festa-verlag.de/mpattachment/file/download/id/824/

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Veröffentlicht am 23.03.2026

- kompromisslos brutaler, im Straßenjargon gehaltener Southern Noir, mit enormem Bodycount -

Blacktop Wasteland
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S. A. Cosby - Blacktop Wasteland
(ars vivendi Verlag)

- kompromisslos brutaler, im Straßenjargon gehaltener Southern Noir, mit enormem Bodycount -

Shepherd’s Corner, Virginia, 2012. Ex-Knacki, Automechaniker ...

S. A. Cosby - Blacktop Wasteland
(ars vivendi Verlag)

- kompromisslos brutaler, im Straßenjargon gehaltener Southern Noir, mit enormem Bodycount -

Shepherd’s Corner, Virginia, 2012. Ex-Knacki, Automechaniker und liebender Familienvater Beauregard "Bug" Montage ist sowas von Pleite. Mit Pferdestärken und Autorennen kennt er sich jedoch aus. Daher liefert sich Bug Straßenrennen um Kohle, mit jedermann der die Eier hat, es mit ihm und seinem Plymouth Duster aufzunehmen. Als er jedoch von Warren Crocker und seinen Leuten abgezogen wird, greift Bug hart und brutal durch, um sich wenigstens einen Teil seiner Kohle zurückzuholen. Da er finanziell nach wie vor mit dem Rücken zur Wand steht, kontaktiert Bug, sehr zum Leidwesen seiner Frau Kia, seinen Onkel Boonie. Einen kriminellen Schrottplatzbetreiber, der ihm früher bereits den einen oder anderen Job vermittelt hatte. Ein letzter lukrativer Coup soll alles richten. Nur, dass es dieses Mal mit Ronnie Sessions, diesem abgedrehten, drogenverseuchten Redneck aus Queen County und seinem schießwütigen Kumpanen Quan, nicht ganz so glimpflich abläuft. Kurze Zeit später kleben Bug nämlich sämtliche Schwerverbrecher des Countys am Arsch. Denn was die drei nicht wissen konnten: Sie haben eindeutig den Falschen beklaut!

"Blacktop wasteland – eine Asphaltwüste, heimgesucht von den Geistern der Vergangenheit." Zitat S. 13

Fünf Jahre nach der gebundenen Erstauflage schiebt der ars vivendi Verlag die Neuauflage, des 2021 erstmals in Deutschland erschienenen Roman "Blacktop Wasteland", in der Klappenbroschur nach. Mit unverändertem Namen und gleicher Optik ging S. A. Cosbys zweiter Southern Noir Ende Februar 2026 hierzulande erneut an den Start. In dem 320 Seiten umfassenden Roman, der 2020 unter gleichnamigen Titel im amerikanischen Original erschien, hört man regelrecht die PS-starken Muscle-Cars, riecht das Motoröl, das Benzin, den heißen Asphalt, die Drogen, den Alkohol, das Nitrozellulosepulver, das Blut und den Tod. In diesem trostlosen, vermüllten, von Armut und Gewalt gezeichneten Landstrich, wird Bug mit nur allzu menschlichen Problemen konfrontiert. Eingebettet in eine kalte, hoffnungslose Stimmung, liegt die ganze Zeit über etwas Bedrohliches in der Luft. In "Blacktop Wasteland" hat gefühlt jeder im Knast gesessen, ist gewaltbereit, drogenabhängig, bewaffnet und durch die Bank weg verantwortungslos. Auch Bug kennt nur die Sprache der Gewalt. Er ist also alles andere als der geborene Sympathieträger. Sympathie hat aber auch nicht gerade oberste Priorität bei einem Southern Noir. Dennoch scheint Bug, der sehr unter seinem Vaterkomplex leidet, der einzige unter all den Kriminellen zu sein, der, wenn auch äußerst selten, schon mal besonnen denkt und handelt. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen stapelt sich die Scheiße um ihn herum meterhoch.

Zumeist in vulgärem Redneck-Straßenjargon gehalten, behandelt der US-amerikanische Schriftsteller und leidenschaftliche Schachspieler S. A. Cosby unterschwellig Themen rund um das Vermächtnis des amerikanischen Südens wie Rassismus, soziale Ungerechtigkeiten, Gewalt, Korruption und der Macht des Geldes. Dabei geht der 1973 in Newport News, Virginia geborene und heute am York River in Gloucester, Virginia lebende Autor nicht gerade zimperlich vor. Straight und ohne Kompromisse einzugehen, beschönigt S. A. Cosby in seinem Virginia Noir "Blacktop Wasteland" nichts und wird schon mal recht explizit, wenn es um skrupellose Grausamkeiten geht. Der böse, infame und gewaltbereite Plot ist schon arg testosterongesteuert, manchmal widersprüchlich und eindeutig cineastisch aufgebläht. Der Humor ist hierbei zwar artgerecht, andererseits aber auch schon wieder derart abgedroschen, dass er einen Angriff aus der Mottenkiste kaum überleben dürfte. Dennoch gefiel mir die pessimistisch resignierte Emotionslosigkeit, die eine mörderische Jagd nach sich zieht, bei der wesentlich mehr Leute in Mitleidenschaft gezogen werden, als ursprünglich erwartet. Im letzten Drittel tritt Cosby das Gaspedal bis ans Bodenblech und jagt mit durchdrehenden Reifen zum action- und spannungsgeladenen Finale. Der dabei erzielte Bodycount ist sicherlich nichts für Weichflöten. Geschehnisse und Wirren ungeahnten Ausmaßes bahnen sich ihren Weg durch das County, in dem man niemandem, nicht einmal sich selbst, trauen kann und verschlingen jeden, der sich ihnen in den Weg stellt.

(Janko)

https://www.facebook.com/blacklionking73
https://www.instagram.com/leoking8473/

Brutalität/Gewalt: 86/100
Spannung: 78/100
Action: 81/100
Unterhaltung: 84/100
Anspruch: 32/100
Atmosphäre: 76/100
Emotion: 55/100
Humor: 13/100
Sex/Obszönität: 21/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 82/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der vulgärem Ausdrucksweise und der expliziten Gewalttaten)

S. A. Cosby - Blacktop Wasteland
ars vivendi Verlag
Kriminalroman / Southern Noir
ISBN: 978-3-7472-0764-2
320 Seiten
Klappenbroschur
Originaltitel: Blacktop Wasteland (2020)
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Bürger
Erscheinungstermin: 18.02.2026
EUR 16,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN gebundene Ausgabe: 978-3-747-20220-3
Erscheinungstermin: 26.03.2021
EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

ISBN eBook (epub): 978-3-747-20221-0
Erscheinungstermin: 31.03.2021
EUR 15,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Blacktop Wasteland" beim ars vivendi Verlag: https://arsvivendi.com/Buch/FromList/9783747207642-Blacktop-Wasteland

Leseprobe: https://arsvivendi.com/Files/PDF/9783747202203_Blacktop-Wasteland.pdf

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Veröffentlicht am 14.03.2026

- melancholischer, gleichwohl beschwingter Neo-Noir -

What about the bodies
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Ken Jaworowski - What about the bodies
(Pendragon Verlag)

- melancholischer, gleichwohl beschwingter Neo-Noir -

Melancholisch, aber beschwingt, präsentiert uns der US-amerikanische Schriftsteller und ...

Ken Jaworowski - What about the bodies
(Pendragon Verlag)

- melancholischer, gleichwohl beschwingter Neo-Noir -

Melancholisch, aber beschwingt, präsentiert uns der US-amerikanische Schriftsteller und Redakteur bei der New York Times, Ken Jaworowski, seinen zweiten Neo-Noir "What about the bodies". Der ehemalige, in Philadelphia aufgewachsene Amateurboxer, der heute mit seiner Familie in New Jersey lebt, hat sein gegenwärtiges Setting abermals in die fiktive Kleinstadt Locksburg, Pennsylvania gelegt. Drei Personen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, stehen am Abgrund der Hoffnung. Drei Schicksale, wie sie das Leben schreibt, führen sie zusammen. Carla, Reed und Liz tangieren sich dabei, ohne großartige Abnutzungserscheinungen aneinander zu hinterlassen und driften einfach wieder auseinander.

Zum einen ist da die 45-jährige, zukünftige Restaurantbetreiberin Carla, die eine alte Scheune renoviert, um in vier Monaten ihren Betrieb zu starten. Die handwerkliche Unterstützung ihres Sohnes Billy kommt ihr da gerade recht. Doch was er ihr eines Tages offenbart, zieht ihr glatt den Boden unter ihren Füßen weg. Wenn herauskäme, was sich Billy zuschulden kommen lassen hat, würden sie beide alles verlieren. Dann ist da der autistische junge Mann Reed Grove, der Schuld am kürzlichen Tod seiner Mutter trägt. In seiner tiefen, emotionalen Bindung will der neurodivergente Heranwachsende den letzten Wunsch seiner Mom erfüllen. Doch dieses Unterfangen scheint nicht so einfach zu sein und führt ihn auf einen seltsamen (Um-)Weg. Die Dritte im Bunde ist Liz. Eine mäßig erfolgreiche Musikerin, die versucht ihre Schulden bei einem brutalen Biker und ex-Knacki zu begleichen. Kurz vor ihrem vermeintlichen Durchbruch im Musikbusiness, steht ihr fahrbarer Untersatz, in den sie in den letzten Monaten so unfassbar viel Kohle investiert hat, lichterloh in Flammen. Samt ihrer heißgeliebten Gitarre. Doch ihr Freund Luke hat die vermeintliche Lösung für all ihre Probleme. Das sieht die Locksburger Polizei allerdings ganz anders.

In Ken Jaworowskis Rural-Noir "What about the bodies", welcher 2025 im amerikanischen Original erschien, erzählen Carla, Reed und Liz ihre Lebensgeschichte im steten Wechsel. Jeweils aus ihrer eigenen Perspektive. Sie sind vom Pech gebeutelt, finanziell ausgelaugt und geraten immer wieder in heikle, gar ausweglose Situationen. Dabei blicken die drei Akteure in ihre ganz persönliche Hölle oder gar daraus hervor und machen die jeweiligen Schadensbegrenzungen, die sie betreiben, nur noch schlimmer. Und wie so oft bei solchen Geschichten fragt man sich als Leser unweigerlich: „Eieiei, was treiben die da eigentlich?!?“ Ein Plan ist eben nur so lange gut, bis er auf die Wirklichkeit trifft. Und so sind es die infamen, himmelschreienden Ungerechtigkeiten die dieses fiese 328-Seiten-Kopfkino mit seinem zackigen, schwarzen Humor in Gang halten! Dazu packt Ken Jaworowski knallhart pointierte Cliffhanger an die Enden seiner Kapitel, füllt das Lokalkolorit mit Leben und fängt die jeweiligen Stimmungen nahezu perfekt ein. Es sind leichte, ungekünstelte, im Kleinstadtjargon gehaltene Konversationen. Spannend und wie im Laufschritt erzählt. Jede einzelne Geschichte für sich genommen ist schon richtig gut und authentisch, stilistisch aber sicherlich noch ausbaufähig.

(Janko)

https://kenjaworowski.com
https://www.facebook.com/ken.jaworowski
https://www.instagram.com/kenjaworowski

Brutalität/Gewalt: 46/100
Spannung: 72/100
Action: 60/100
Unterhaltung: 84/100
Anspruch: 58/100
Atmosphäre: 69/100
Emotion: 67/100
Humor: 20/100
Sex/Obszönität: 17/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 83/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund teils brutaler Szenen)

Ken Jaworowski - What about the bodies
Pendragon Verlag
Gesellschaftsdrama / Thriller
ISBN: 978-3-86532-926-4
320 Seiten
Klappenbroschur
Originaltitel: What About the Bodies (2025)
Aus dem Amerikanischen von Lea Dunkel
Erscheinungstermin: 18.02.2026
EUR 24,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub 3): 978-3-865-32960-8
Erscheinungstermin: 18.02.2026
EUR 21,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"What about the bodies" beim Pendragon Verlag: https://www.pendragon.de/autor/ken-jaworowski/what-about-the-bodies

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Veröffentlicht am 07.03.2026

- verkopftes, authentisches und gewalttätiges Psychogramm eines Barriobajero -

7 Arten, eine Katze zu töten
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Matías Néspolo - 7 Arten, eine Katze zu töten
(Polar Verlag)

- verkopftes, authentisches und gewalttätiges Psychogramm eines Barriobajero -

Zavaleta, Buenos Aires, Argentinien. Der Chueco und der Gringo ...

Matías Néspolo - 7 Arten, eine Katze zu töten
(Polar Verlag)

- verkopftes, authentisches und gewalttätiges Psychogramm eines Barriobajero -

Zavaleta, Buenos Aires, Argentinien. Der Chueco und der Gringo sind Freunde. Mehr als Maisbrei, Pflaumen und ab und an eine herumstreunende Katze steht bei den, in ärmlichen Verhältnissen lebenden Heranwachsenden, nicht auf dem Speisezettel. Zwischen Trostlosigkeit, Langeweile und Perspektivlosigkeit schlagen sie die sinnlos verstreichende Zeit tot und ballern mit ner .38er auf Dosen. Wenn sie zu Geld kommen, verschleudern sie es umgehend. Der Ich-Erzähler Gringo ist versiert im Umgang mit der Waffe. Seine Eintrittskarte in die Gang des Jetitas. Er wirkt sympathisch, sein Kumpel, der Chueco hingegen nicht. Der fährt schon mal leicht aus der Haut. Hat eine kurze Zündschnur. Eigentlich wollen sich die beiden für eine alte Geschichte an dem Jetita rächen. Doch der dreht den Spieß einfach zum. Gringo verpasst somit die Chance sich zu verpissen und woanders noch mal ganz neu anzufangen. Im Dunstkreis von Jetitas Gang gibt es keine Freunde, keine Freuden, nur Gewalt, Drogen, Tot und Verderben. Die Gangmitglieder nutzen das Elend anderer schamlos aus. Das müssen der Chueco und der Gringo alsbald in ihrem engeren Umfeld feststellen. Gar am eigenen Leib erfahren. Und für einen Ausstieg aus der Gang ist es da bereits zu spät. Der Chueco und der Gringo sind längst in Jetitas Eigentum übergegangen. Und der geht nicht besonders pfleglich damit um.

Der Debütroman "7 Arten, eine Katze zu töten", des 1975 in Buenos Aires geborenen Schriftstellers und Journalisten Matías Néspolo, spielt in der argentinischen Hauptstadt zu Zeiten der Argentinien-Krise. Also zwischen 1998 und 2002. Es geht um zwei Jugendliche inmitten von Gangrivalitäten, um Drogen und Prostitution, sowie deren Ohnmacht, sich dem Mahlstrom der Bandenkriminalität und somit der Spirale der Gewalt zu entziehen. Im locker-flockigen Lunfardo (charakteristischer Slang der Villa Miserias) gehalten, spiegelt die 2009 im Original unter dem Titel "Siete maneras de matar a un gato" erschienene Novelle, den harten und brutalen Kampf ums Überleben wider. Sie ist leicht verständlich, schon mal metaphorisch, aber auch sehr kopflastig. Ein authentisches, 208 Seiten umfassendes Psychogramm, das der Leserschaft in stakkatohaften und prägnanten Sätzen wie ein nasses Handtuch ins Gesicht klatscht. Gespickt mit verbalen Attacken, resignierend vulgärem Galgenhumor, empathischer Tiefe und ein bisschen Sex. "7 Arten, eine Katze zu töten" ist aber auch eine schrecklich abstoßende Gewaltorgie, die in einem chaotischen Massaker mündet, bei dem es nur Verlierer geben kann. Der Chueco und der Gringo ziehen nämlich die Vorhut von Charlys Gang ab. Ein großer Fehler, wie sich nicht viel später herausstellen wird. Lebendig, schmutzig und ausgefranst, wie das Leben in den Marginalsiedlungen Argentiniens, entfaltet der heute mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Montgat, in der Provinz Barcelona lebende Verfasser, eine astreine Interaktion mit dem urbanen Milieu. Néspolo schaut genau da hin, wo das Leben auf der Straße des Barrios stattfindet. Seine rasanten Sequenzen machen die Gewaltorgie der gehetzten Kleinkriminellen beinahe erlebbar. Als wäre man live dabei. Und oftmals ist das Nichtgesagte in "7 Arten, eine Katze zu töten" sogar noch lauter, als das Gesagte.

(Janko)

https://www.facebook.com/matias.nespolo
https://www.instagram.com/matiasnespolo

Brutalität/Gewalt: 67/100
Spannung: 71/100
Action: 75/100
Unterhaltung: 82/100
Anspruch: 35/100
Atmosphäre: 73/100
Emotion: 58/100
Humor: 19/100
Sex/Obszönität: 44/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 80/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 16 Jahren (aufgrund der Gewaltexzesse)

Matías Néspolo - 7 Arten, eine Katze zu töten
Polar Verlag
Kriminalroman
ISBN: 978-3-910918-42-9
208 Seiten
Taschenbuch
Originaltitel: Siete maneras de matar a un gato (2009)
Aus dem Spanischen von Inka Marter
Erscheinungstermin: 16.02.2026
EUR 17,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-910-91843-6
Erscheinungstermin: 16.02.2026
EUR 11,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"7 Arten, eine Katze zu töten" beim Polar Verlag: https://polar-verlag.de/my-product/matias-nespolo-7-arten-eine-katze-zu-toeten/

Leseprobe: https://polar-verlag.de/my-product/leseprobe-74

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