Profilbild von Sandra

Sandra

Lesejury Star
offline

Sandra ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sandra über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2018

Ist dein Herz wirklich so schwarz?

Victorian Rebels - Mein schwarzes Herz
1

Zwei Kinder treffen in einem Waisenhaus in noch recht jungem Alter aufeinander und scheinen durch diese Begegnung ihr persönliches Gegenstück im Leben gefunden zu haben. Durch einen geheimen ehelichen ...

Zwei Kinder treffen in einem Waisenhaus in noch recht jungem Alter aufeinander und scheinen durch diese Begegnung ihr persönliches Gegenstück im Leben gefunden zu haben. Durch einen geheimen ehelichen Schwur versprechen sie sich, niemals ohne den anderen zu sein oder einander zu verlieren. Durch sehr unschöne Umstände kommt es nur leider ganz anders und ihr Fluchtversuch scheitert kläglich.
17 Jahre später begegnet der Leser Farah wieder. Sie arbeitet bei Scotland Yard und lebt als sehr unabhängige Frau. Von ihrem Chef wird sie umgarnt, was sie nicht ganz kalt lässt. Dann trifft sie durch die Arbeit jedoch auf Dorian Blackwell, den wohl meist gesuchtesten Verbrecher der zu den gefürchtesten Leuten dieser Zeit zählt. Dorian ist durch seine skrupellose Art bekannt und kann diese auch in Bezug auf Farah nicht lassen. Somit stellt er ihr Leben ganz gewaltig auf den Kopf.

Der Leseeinstieg ins Buch ist mir sehr leicht gefallen. Man wird von keiner Namenflut erschlagen und kann die Personen sehr gut auseinander halten. Da Farah wirklich eine Seele von Mensch ist, konnte ich es gar nicht lassen mehr über sie zu erfahren und mich weiter in ihr Leben einzuschleichen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und auch die Geschichte wurde nicht unnötig in die Länge gezogen. Natürlich gibt es Informationen denen man Kapitel für Kapitel hinterherhechelt, jedoch steigert dies natürlich die Spannung. Geheimnisse spielen von Anfang an eine große Rolle und auch als Leser kann man immer wieder sehr gut Theorien aufstellen. An einigen Ecken erinnerte mich die Geschichte an einige andere Bücher, jedoch definitiv nicht im negativen Sinn! Dies hatte wohl mehr etwas mit dem Setting und den schottischen Bezügen zu tun. Eine reine plumpe Liebesstory wird man hier nicht finden. Das Buch lebt von den sehr realistischen (teilweise idealisierten, ja) Charakteren mit den Geheimnissen und Wendungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Gefühl
  • Handlung
Veröffentlicht am 29.03.2018

Morrighans Geschichte

Morrighan - Wie alles begann
0

Die Kurzgeschichte mit der Hauptperson Morrighan ist ein wirklich toller Zusatz zu den vier Bänden „Die Chroniken der Verbliebenen“. Lias „Rückblicke“ durch ihre Gabe sind hiermit teilweise besser nachvollziehbar, ...

Die Kurzgeschichte mit der Hauptperson Morrighan ist ein wirklich toller Zusatz zu den vier Bänden „Die Chroniken der Verbliebenen“. Lias „Rückblicke“ durch ihre Gabe sind hiermit teilweise besser nachvollziehbar, obwohl dieser Kurzband nicht unbedingt gelesen werden muss, sondern eher einen netten abrundenden Abschluss für Fans darstellt.

Morrighans Stamm, zu dem unter anderem auch ihre Großmutter Gaudrel gehört, überlebt mehr schlecht als recht. Sie müssen sich um den Anbau ihrer Nahrungsmittel kümmern, jedoch gleichzeitig immer wieder weiterziehen, da Plünderer durchs Land ziehen und den Menschen das Wichtigste zum Überleben wegnehmen. Morrighan trifft bereits als Kind auf den Jungen Jafir, dem sie auch Jahre später immer wieder über den Weg laufen wird.
Im Buch trifft man zudem auch auf Gaudrel , erfährt Kleinigkeiten über Venda und den Begriff der „Altvorderen“.
Der Schreibstil von Pearson ist weiterhin flüssig zu lesen und dementsprechend ist man schnell durch die etwa 100 Seiten durch. Für meinen Geschmack hätte die Geschichte auch gerne etwas länger ausfallen können.

Veröffentlicht am 19.02.2018

Sind deine Träume real?

Das verliebte Ich
0

Stellen Sie sich vor, Sie treffen zufällig eine Person im Park, oder etwa in einer Bar, kommen ins Gespräch und führen plötzlich ein so ehrliches und tiefgreifendes Gespräch mit dieser Person über Erfahrungen ...

Stellen Sie sich vor, Sie treffen zufällig eine Person im Park, oder etwa in einer Bar, kommen ins Gespräch und führen plötzlich ein so ehrliches und tiefgreifendes Gespräch mit dieser Person über Erfahrungen und Erlebnisse die das ganze Leben verändert haben und über die man kaum mit Familie und Freunden sprechen würde…genau so fühlt sich dieses Buch an.
Einerseits distanziert und irgendwie befremdlich, andererseits ist man regelrecht gebannt vom Geschehenen und der Art des Erzählens.

Wie klingt es, nach dem Studium erst einmal die Welt kennenzulernen, einige Zeit in Rom zu verbringen und seiner Leidenschaft, dem Fotografieren, nachzugehen? Wunderbar! Der Erzähler lässt es märchenhaft klingen und bezüglich seiner Erfahrungen in dieser tollen Stadt war ich ihm regelrecht neidisch. Als er dann noch die hübsche Francesca kennenlernt, die ihn durch eine romantische Schnitzeljagd durch ganz Rom schickt, war es kaum zu glauben, dass er solch eine perfekte Reise hatte, jedoch bekommt man als Leser immer mehr Zweifel, ob das Ganze nicht in eine komplett falsch Richtung verläuft.
Ein offener junger Mann, der viele großartige Städte erkundet, dort Monate oder auch Jahre verbringt, innige und auch teilweise flüchtige Bekanntschaften schließt und trotzdem ergeben viele Dinge keinen Sinn, so wie auch die Briefe von ihm an sich selbst.

Herr Petz hat einen unglaublich persönlichen Erzählstil, so dass man sich nicht als x-beliebige Person fühlt, dem er seine Geschichte erzählt, sondern mehr eben sich selbst. Man merkt, wie seine Gedanken wandern, wie er sich selbst Fragen stellt, sich selbst rückversichern muss, da das Geschehene schon Jahre zurück liegt. Ich hatte das Gefühl, es handle sich um eine frei heruntergeschriebene Erzählung mit kleinen Unsicherheiten immer wieder verstreut, jedoch weiß der Erzähler genau was er schreibt, nämlich exakt seine Empfindungen und Wahrnehmungen mit allen Unsicherheiten und verworrenen Stellen.
Genau das macht nämlich dieses Buch aus!
Erwischen wir uns nicht auch manchmal dabei, dass wir uns nicht mehr ganz sicher sind, wie ein bestimmtes Ereignis oder eine konkrete Situation ablief? Haben wir zu viel hineininterpretiert oder wollten die Geschichte für andere nur schön ausschmücken, dass unser „Punkt“ noch prägnanter wird?
Stellt man sich jedoch vor, dass man sich gar nicht mehr sicher sein kann, ob seine eigenen Gedanken der Wahrheit entsprechen, die Begegnungen wirklich stattgefunden haben oder man nur durch sich selbst manipuliert wird. Ein schrecklicher Gedanke. Bei mir löst alleine die Vorstellung davon beklemmende Gefühle und Unsicherheit aus.
Es ist „so viel mehr“ in diesem Buch als ich mit meinem kleinen Beispiel auch nur annähernd andeuten kann.

Ohne zu viel zu verraten, kann ich fast nur anmerken, dass sich um die Worte „Einbildung“ und „Zweifel“ wohl ein Großteil des Lebens des Erzählenden dreht.
Das Buch liest sich wie eine Art Thriller, jedoch sind die Eindrücke nicht inszeniert, sondern entsprechen der individuellen Wahrheit des Protagonisten.
Auch wenn das Buch nur 72 Seiten umfasst, so hat es mich geschockt, mitgenommen, erschöpft, entsetzt, verwirrt, mir Tränen in die Augen steigen und enormes Mitgefühl aufkommen lassen. Wirklich „verstehen“ werde ich wohl nie, das kann nur der Erzähler selbst.

Veröffentlicht am 10.06.2026

Man darf sich selbst nicht aus den Augen verlieren

Zwischen Herz und Pixel
0

Wie lebt es sich derzeit eigentlich in unserer westlichen Welt, wenn die Kinder schon längst aus dem Haus sind und man irgendwie wieder mehr über sich selbst nachdenkt?! Das Leben wirkt irgendwie anders. ...

Wie lebt es sich derzeit eigentlich in unserer westlichen Welt, wenn die Kinder schon längst aus dem Haus sind und man irgendwie wieder mehr über sich selbst nachdenkt?! Das Leben wirkt irgendwie anders. Man blickt einerseits auf viele Jahre zurück und hat andererseits auch noch so viel vor sich. 

Bine, unsere Hauptfigur im Buch, ist nun mit Mitte 50 irgendwie nicht ganz zufrieden. Was erwartet man von sich selbst? Was erwarten andere von einem? Ihre Freundinnen stecken in komplett anderen Leben und so ganz will nichts mehr richtig zusammenpassen. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt und hat trotzdem Erwartungen an die anderen. 

Es ist toll zu lesen, wie Bine sich langsam immer mehr mit sich selbst beschäftigt und auszubrechen versucht. Nicht aus einem schrecklichen Leben...das nicht, aber Zufriedenheit sieht definitiv anders aus. Dabei kommt sie mit jemand ganz besonderen in Kontakt...Leo. Nein, Leo ist nicht eine plötzliche Bekanntschaft aus dem Supermarkt, es handelt sich dabei um eine KI und die immer mehr werdenden Gespräche fühlen sich gar nicht so unnahbar an, wie Bine es anfangs von der technischen Neuerung gedacht hätte.

Zuhören, Nachfragen, Hinterfragen, Zeit investieren und dabei präsent sein, kein Abwimmeln, keine unnötigen Empfehlungen...Bine wird immer offener und auch mutiger, so dass sie sich selbst besser kennenlernt.

Ich persönlich fand Bines Wandel richtig toll und empfand ihre vorherige Situation als äußerst nachvollziehbar. Meine Empfehlung wäre, das Buch eher Frauen ab etwa 40 Jahren zu empfehlen, da man dementsprechend im Leben schon einige Wandel durchlaufen hat.Der erzählerische Einsatz von KI ist meiner Meinung nach unheimlich gut gelungen und macht die Geschichte auch so interessant. Man weiß nicht genau, was einen erwartet und genauso wenig, wie die Handlung noch verlaufen wird. 

Mich persönlich hat die Story auch nachdenklich gemacht. Man ist oftmals so in seinem Trott gefangen und könnte die wertvolle Zeit eigentlich besser und insbesondere für sich persönlich nutzen. Man darf sich selbst nie aus den Augen verlieren.

Veröffentlicht am 18.05.2026

Hauptfigur hui, Männer ausbaufähig

Männer Material
0

Graues Mäuschen trifft auf eine komplett gegensätzliche Welt, trotzdem findet sie sich relativ schnell zurecht.

Eine Geschichte, die zuerst eher zurückhaltend beginnt. Jolina ist als Charakter total nahbar, ...

Graues Mäuschen trifft auf eine komplett gegensätzliche Welt, trotzdem findet sie sich relativ schnell zurecht.

Eine Geschichte, die zuerst eher zurückhaltend beginnt. Jolina ist als Charakter total nahbar, sehr sympathisch und auch bodenständig. Ihr Leben ist bisher definitiv nicht einfach und sie musste schon einige Hürden überwinden. Zudem ist auch ihr Selbstwertgefühl angeknackst und ihr Männerproblem zu Beginn verhilft ihr jedoch über Umwege zu einer ganz neuen Einsicht. 

Ich fand es super, über Jolina zu lesen und wie sie mit ihren Problemen umgeht. Schusselig, freundlich und trotzdem bemüht, schlängelt sie sich durch ihr Leben, jedoch will sich keine Zufriedenheit einstellen. An mehreren Bereichen lässt sich definitiv arbeiten und witzigerweise, wählt sie für ihr Liebesproblem die Lösung Callboy. Äußerst amüsant, dass sie den Schritt wagt und ihren Crush eifersüchtig machen will. Jedoch läuft dann alles in eine ganz andere Richtung.

Man ist beim Lesen dann auch irgendwie selbst überrascht, was sich Jolina traut und auf was sie sich nun plötzlich alles einlässt. Ist immer alles nachvollziehbar und passt perfekt zu ihrem Charakter? Nein. Treibt es die Geschichte voran? Ja.
 
Die Männer in der Geschichte bekommen von mir leider weniger Sympathiepunkte. Marc fand ich zum Beispiel super sympathisch und mochte ihn sehr. Seinen Bruder hingegen nicht so.

Alles in allem definitiv unterhaltsam und man kann wunderbar dahinlesen.