Zwischen Freundschaft, Schuld und Selbstfindung
SpielverderberinDie Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was grundsätzlich gut funktioniert und dem Roman Struktur verleiht. Inhaltlich bewegt sich das Buch klar im Coming-of-Age-Bereich und behandelt zahlreiche ...
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was grundsätzlich gut funktioniert und dem Roman Struktur verleiht. Inhaltlich bewegt sich das Buch klar im Coming-of-Age-Bereich und behandelt zahlreiche relevante Themen wie Freundschaft, Abhängigkeit, Identitätssuche, Mitläufertum und Schuld.
Der Schreibstil ist angenehm, klar und leicht zugänglich. Auch die Grundidee der Geschichte fand ich spannend. Allerdings hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sehr viele Themen begonnen werden, ohne wirklich konsequent zu Ende gedacht zu werden. Eine schlüssige Entwicklung oder Auflösung blieb für mich weitgehend aus – insbesondere zum Ende hin.
Mit den Figuren konnte ich nur bedingt mitgehen. Die drei Freundinnen sind zwar unterschiedlich angelegt, wirkten aber stellenweise sehr festgefahren in ihren Mustern. Der Hauptcharakter Sophie war mir persönlich sehr unsympathisch: stark orientierungslos, eifersüchtig und wenig reflektiert. Eine erkennbare Entwicklung oder Lernkurve habe ich kaum wahrgenommen.
Das Cover ist in Ordnung, wirkt auf mich aber eher altmodisch und nicht ganz passend zum jugendlichen Inhalt.
Fazit:
Ein Buch mit vielen wichtigen und aktuellen Themen, das für mich jedoch hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Wer ruhige Coming-of-Age-Geschichten mag und Offenheit für unbeantwortete Fragen mitbringt, könnte hier dennoch fündig werden – besonders junge Leserinnen und Eltern.