Profilbild von Apfelmaus

Apfelmaus

Lesejury Profi
offline

Apfelmaus ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Apfelmaus über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2026

Zwischen Freundschaft, Schuld und Selbstfindung

Spielverderberin
0

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was grundsätzlich gut funktioniert und dem Roman Struktur verleiht. Inhaltlich bewegt sich das Buch klar im Coming-of-Age-Bereich und behandelt zahlreiche ...

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was grundsätzlich gut funktioniert und dem Roman Struktur verleiht. Inhaltlich bewegt sich das Buch klar im Coming-of-Age-Bereich und behandelt zahlreiche relevante Themen wie Freundschaft, Abhängigkeit, Identitätssuche, Mitläufertum und Schuld.

Der Schreibstil ist angenehm, klar und leicht zugänglich. Auch die Grundidee der Geschichte fand ich spannend. Allerdings hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sehr viele Themen begonnen werden, ohne wirklich konsequent zu Ende gedacht zu werden. Eine schlüssige Entwicklung oder Auflösung blieb für mich weitgehend aus – insbesondere zum Ende hin.

Mit den Figuren konnte ich nur bedingt mitgehen. Die drei Freundinnen sind zwar unterschiedlich angelegt, wirkten aber stellenweise sehr festgefahren in ihren Mustern. Der Hauptcharakter Sophie war mir persönlich sehr unsympathisch: stark orientierungslos, eifersüchtig und wenig reflektiert. Eine erkennbare Entwicklung oder Lernkurve habe ich kaum wahrgenommen.

Das Cover ist in Ordnung, wirkt auf mich aber eher altmodisch und nicht ganz passend zum jugendlichen Inhalt.

Fazit:
Ein Buch mit vielen wichtigen und aktuellen Themen, das für mich jedoch hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Wer ruhige Coming-of-Age-Geschichten mag und Offenheit für unbeantwortete Fragen mitbringt, könnte hier dennoch fündig werden – besonders junge Leserinnen und Eltern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.12.2025

Ein moderner Beziehungsroman über Erwartungen und Selbstfindung

This isn't happiness
0

This Isn’t Happiness lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben die richtige Länge und die prägnanten Überschriften geben dem Buch eine schöne Struktur. Besonders ...

This Isn’t Happiness lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben die richtige Länge und die prägnanten Überschriften geben dem Buch eine schöne Struktur. Besonders die eingestreuten Mobilfunknachrichten lockern alles auf und bringen moderne Leichtigkeit hinein.

Die Beziehung der beiden Protagonisten begleitet man bereits seit ihrer Jugend. Doch die Handlung setzt ein, als beide längst Ende zwanzig sind – in einer Lebensphase, in der große Entscheidungen wie Hochzeit und Hauskauf anstehen. Genau hier zeigt sich, dass ihre Partnerschaft zwar lange besteht, aber nicht unbedingt auf Augenhöhe funktioniert. Oft wirken sie eher wie ein eingespieltes Team aus alten Zeiten, ohne sich wirklich gemeinsam weiterentwickelt zu haben.

Vor allem Josh kommt unreif rüber: Er verlässt sich stark auf die Frauen in seinem Leben und scheut Verantwortung, was besonders herausfordernd ist, da die beiden auch beruflich miteinander verbunden sind. Amy dagegen gibt häufig nach und stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinten an – was beim Lesen manchmal frustriert. Umso wichtiger wird die Rolle von Lace, die frischen Wind bringt, neue Perspektiven eröffnet und Amy ermutigt, sich stärker mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Einige Nebenfiguren – wie der übergriffige Verwandte oder Eltern, die die Hochzeit dominieren wollen – verstärken zusätzlich den Eindruck festgefahrener, unreifer Strukturen, aus denen sich Amy erst lösen muss.
Im Verlauf des Buches zeigt Amy eine deutlich spürbare Entwicklung. Sie beginnt, für ihre Wünsche einzustehen und sich von Erwartungen zu lösen. Das hätte für meinen Geschmack gerne früher passieren dürfen, wirkt aber glaubhaft. Josh hingegen bleibt in seiner Entwicklung eher stehen, was die Distanz zwischen den beiden immer sichtbarer macht. Die Kommunikation zwischen ihnen ist lange Zeit geprägt von unausgesprochenen Dingen und Missverständnissen, was das Lesen streckenweise anstrengend macht.
Die Auflösung kommt an einigen Stellen etwas abrupt und wirkt nicht vollständig schlüssig – ohne dass man hier inhaltlich spoilern kann. Positiv hingegen ist, dass die weiblichen Figuren am Ende sehr selbstbestimmt und stark dargestellt werden und ihren eigenen Weg gehen.

Insgesamt ist This Isn’t Happiness ein leicht zu lesender Roman, der besonders Leser*innen ansprechen dürfte, die selbst vor großen Entscheidungen stehen oder sich in den Themen Beziehung, Zukunftsplanung und Erwachsenwerden wiederfinden. Für mich war es eine solide Lektüre mit guten Momenten, aber kein Buch, das langfristig im Gedächtnis bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 20.04.2026

Atmosphärisch stark, in der Umsetzung leider schwächer

Bachelorette Party
0

Atmosphärisch stark, in der Umsetzung leider schwächerDie Grundidee und der Einstieg haben mir sehr gut gefallen: eine abgelegene Insel, alte Geheimnisse und eine Gruppe, die plötzlich nicht mehr wegkommt ...

Atmosphärisch stark, in der Umsetzung leider schwächerDie Grundidee und der Einstieg haben mir sehr gut gefallen: eine abgelegene Insel, alte Geheimnisse und eine Gruppe, die plötzlich nicht mehr wegkommt – das sorgt direkt für Spannung. Auch die Sprecherin passt sehr gut und macht das Hörbuch angenehm hörbar.

Im Verlauf wurde die Handlung für mich jedoch zu vorhersehbar und wirkte stellenweise konstruiert. Ich hatte früh eine Ahnung, in welche Richtung sich alles entwickelt, was die Spannung deutlich reduziert hat.

Besonders schade fand ich, dass die Figuren recht blass geblieben sind und wenig Tiefe bekommen haben. Zudem waren einige Gewaltszenen für mein Empfinden zu ausführlich und hätten weniger detailliert stärker gewirkt.

Eine gute Idee mit Potenzial, die mich insgesamt leider nicht ganz überzeugen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2026

Zu viel Stillstand, zu wenig Entwicklung

Weird Girls
0

„Weird Girls“ begleitet drei Freundinnen in Belfast, die nach dem Verlust einer engen Freundin versuchen, ihren Alltag und ihre Beziehung zueinander neu zu sortieren. Die Ausgangslage verspricht eine intensive ...

„Weird Girls“ begleitet drei Freundinnen in Belfast, die nach dem Verlust einer engen Freundin versuchen, ihren Alltag und ihre Beziehung zueinander neu zu sortieren. Die Ausgangslage verspricht eine intensive Auseinandersetzung mit Trauer, Freundschaft und persönlicher Entwicklung.

In der Umsetzung bleibt das für mich jedoch weitgehend auf der Strecke. Statt eines spürbaren Fortschritts oder einer echten Auseinandersetzung mit den eigenen Problemen dominiert ein Gefühl von Stillstand. Viele Szenen wiederholen sich in ihrer Darstellung von exzessivem Feiern, Alkohol und Drogen, ohne dass sich daraus greifbare Veränderungen ergeben.

Der Schreibstil transportiert die düstere, schwere Stimmung durchaus treffend, wirkt auf Dauer aber eintönig. Es entsteht eher der Eindruck, passiv dabei zuzusehen, wie die Figuren immer wieder in die gleichen Muster zurückfallen. Dabei fiel es mir schwer, eine echte emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, da ihre Handlungen oft wenig reflektiert wirken.

Insgesamt hinterließ das Buch bei mir vor allem ein Gefühl von Leere und Perspektivlosigkeit, ohne daraus eine klare Botschaft oder Entwicklung entstehen zu lassen.

Fazit:
Eine bedrückende Geschichte mit interessantem Ansatz, die ihr Potenzial jedoch nicht ausschöpft. Für mich überwogen Stillstand und fehlender Mehrwert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2026

Vielversprechender Start, enttäuschendes Ende


Tainted Love
3

Die Geschichte beginnt spannend und zieht einen schnell in die 80er-Jahre-Atmosphäre mit Musik-Referenzen und Rückblicken in die analoge Fotografie. Die ersten Kapitel lassen sich flüssig lesen, und man ...

Die Geschichte beginnt spannend und zieht einen schnell in die 80er-Jahre-Atmosphäre mit Musik-Referenzen und Rückblicken in die analoge Fotografie. Die ersten Kapitel lassen sich flüssig lesen, und man kommt gut in die Handlung hinein.

Im weiteren Verlauf verliert die Handlung jedoch deutlich an Tempo. Viele Szenen wirken ruhig und ereignisarm, die Figuren bleiben recht oberflächlich, und der Spannungsbogen ist kaum vorhanden. Einige Entwicklungen wirken wenig nachvollziehbar und überraschen kaum.

Der Schreibstil ist unkompliziert und leicht zugänglich, was das Lesen angenehm macht, aber in Verbindung mit der ruhigen Handlung konnte mich das Buch insgesamt nicht fesseln. Einige interessante Ansätze, wie Geheimnisse der Vorgeschichte, bleiben eher im Hintergrund und hätten intensiver ausgearbeitet werden können.

Insgesamt hatte das Buch einige charmante Momente und eine nette Grundidee, konnte mich aber in puncto Spannung, Figurenzeichnung und Tiefe nicht überzeugen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere