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Veröffentlicht am 15.09.2016

Einblicke in ein willkürliches Leben

Der Würfler
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Anmerkung: Die Rezension ist nach der Lektüre der englischen Version entstanden.

Zum Autor:
Luke Rhinehart ist das Pseudonym des amerikanischen Autors George Cockcroft, der Psychologie studiert hat und ...

Anmerkung: Die Rezension ist nach der Lektüre der englischen Version entstanden.

Zum Autor:
Luke Rhinehart ist das Pseudonym des amerikanischen Autors George Cockcroft, der Psychologie studiert hat und mittlerweile auch mehrere Romane geschrieben hat. Zudem ist Luke Rhinehart auch der Hauptprotagonist des Buches, da es wie eine Autobiographie geschrieben ist - dazu später mehr. (Quelle: Amazon.de)

Zum Cover:
Das Cover der englischen Ausgabe zeigt zwei rote Würfel auf bläulichem Untergrund, sowie den Titel, einen Kommentar zum Buch und den Namen des Autors. Es zeigt damit den Hauptbestandteil der Geschichte - Würfel - weckt aber ansonsten keine großen Erwartungen. Hätte ich von dem Buch und seiner Geschichte nicht anderweitig erfahren, hätte mich das Cover so wie es ist, nicht zu einem Kauf motiviert, wohl auch nicht zu einem ersten Griff im Buchladen.

Das Cover der deutschen Ausgabe ist dagegen etwas anrüchiger und zeigt schemenhaft zwei sich räkelnde Damen auf rötlichem Grund. Dem Inhalt der Geschichte wird das englische Cover eher gerecht, angesprochen hätte mich als unwissende Käuferin das deutsche Cover viel eher.

Zum Buch:
Wie bereits erwähnt ist das Buch aus der ich-Perspektive in Form einer Autobiographie geschrieben. Die Art und Weise wie der ich-Erzähler sein Leben schildert, lässt einen durchaus glauben, dass es sich um eine tatsächliche Biographie handelt, wenig seriös oder beschönigend wie man es von berühmten Persönlichkeiten kennt, aber dafür echt wirkend.

Luke Rhinehart ist ein verheirateter Vater von zwei Kindern und arbeitet als Psychologe als ihm sein Leben eines Tages zu langweilig erscheint. Die täglichen Abläufe, die vorhersagbaren Eregnisse, sein Beruf, einfach alles scheint ihm zu eintönig, doch wirklich ändern tut er erst einmal nichts. Eines Abends jedoch findet er zufällig einen Würfel unter einer Karte, wie dieser dort hin gekommen ist, erfährt niemand weder der Leser noch Luke. Aus einer irwitzigen Idee heraus und da er einen gewissen Kick sucht, sagt er zu sich selbst, dass er bei einem bestimmten Würfelbild noch in derselben Nacht die Frau seines besten Freundes verführt - im Buch wird es als "rape" (Vergewaltigung" bezeichnet, jedoch sind die Schilderungen bei Weiten nicht so, daher würde ich es eher als "Verführung" darstellen. Luke Rhinehart würfelt und es erscheint das entsprechende Würfelbild woraufhin er seine Idee in die Tat umsetzt und mit der Frau seines besten Freundes schläft.

Im Laufe der nächsten Tage befragt er immer wieder den Würfel und lässt diesen alltägliche, simple Entscheidungen treffen. Je mehr er sich jedoch mit dem Würfeln beschäftigt, desto schräger, abwegiger, abnormaler und seine Familie und seinen Job gefährdender werden seine Optionen für die einzelnen Würfelbilder. Ob es nur einzelne Tätigkeiten sind oder Persönlichkeiten, die er für eine geraume Zeit einnehmen muss. Bald überlässt er sein Leben fast ausschließlich dem Würfel, was zum Teil fatale Folgen für seine Umgebung hat.

Durch die überzeugende Schreibart des Autors verliert der Leser an der einen oder anderen Stelle das Gefühl dafür, dass es sich bei der Geschichte um pure Fiktion handelt. Die Geschehennisse und die Persönlichkeit des Luke Rhinehart sind sehr intensiv, sehr detailliert und mit Rückblicken und persönlichen Gedanken gespikt. Gelegentlich fühlt man mit ihm, ein paar Momente später schüttelt man nur wieder den Kopf, je nachdem was der Würfel wieder für ihn ausgesucht hat und wie er selbst darüber zu denken scheint. Ich selbst habe immer wieder zwischen Sympathie und Fassungslosigkeit geschwankt. Die Geschichte ist dabei so realistisch geschrieben, dass man als Leser sogar selbst geneigt ist dieses Würfelspiel auszuprobieren, wenigstens mit simplen Optionen wie dem nächsten Essen. Gemacht habe ich es nicht, aber durch den Kopf ist es mir sehr oft gegangen! Somit ein Buch, das wirklich beeinflussen kann.

Fazit:
Dieses Buch ist eine andere Art der Fiktion, eine fiktive Biographie, der sehr realistisch und überzeugend rüberkommt und durchaus zum Ausprobieren anregt. An gewissen Stellen fühl man mit dem Hauptcharakter an anderen wird es jedoch deutlich, dass es sich unmöglich um eine wahre Gegebenheit handeln kann, zu krass sind die Entscheidungen, die Luke Rhinehart den Würfeln machen lässt, zu groß die Konsequenzen für sein Leben. Ich kann nicht sagen, dass ich glaube, es gäbe niemanden auf der großen weiten Welt, der tatsächlich so leben und handeln würde wie er, jedoch wird es spätestens an dem Punkt als Fiktion deutlich, als von ganzen Kliniken die Rede ist, die diese Art der "Therapie" praktizieren. Es lässt sich - auch auf Englisch - gut und einfach lesen, ist interessant und läd zum Teil auch zum Nachdenken ein. Man dar es nur nicht zu ernst nehmen.

Leseempfehlung:
Leser, die Lust haben mal ein ganz anderes Buch zu lesen, etwas, das sich von vielen regulären Lektüren absetzt und in eine Welt eintauchen wollen, die gleichzeitig sureal und absolut realistisch erscheint, die können Gefallen an der Geschichte des Würflers finden. Man darf jedoch was sexuelle Praktiken, deren Beschreibung und allgemein das entsprechende Vokabular betrifft, nicht zimperlich sein und sowas durchaus zu lesen wünschen. Wer also keine erotischen Romane mag, da sie ihm/ihr zu explizit sind, der sollte besser auch diesem Buch fern bleiben. Denn obwohl es in erster Linie keine erotische Lektüre ist, ist es immer wieder mit expliziten Szenen geschmückt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Dieses Mal werden die familiären Details vertieft

Ich bin der Schmerz
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Zum Autor:
Das vorliegende Buch ist das dritte Werk eines amerikanischen Autors, der unter dem Pseudonym "Ethan Cross" schreibt. Vor seiner Zeit als Autor war er als Musiker tätig. (Quelle: Buchinnenseite)

Zum ...

Zum Autor:
Das vorliegende Buch ist das dritte Werk eines amerikanischen Autors, der unter dem Pseudonym "Ethan Cross" schreibt. Vor seiner Zeit als Autor war er als Musiker tätig. (Quelle: Buchinnenseite)

Zum Cover:
Das Cover folgt dem Beispiel der ersten zwei Bände,welche ganz in schwarz bzw. rot gehalten waren. Dieses hier ist unverkennbar weiß, lediglich die Außenseiten des Buches tragen einen leicht schwarzen Stempel, um den Buchtitel und Autor auch dort, wie bei den ersten beiden Bänden, zu verewigen. Das weiße Cover ist in meinen Augen bisher das am wenigsten beeindruckende. Es passt zur Reihe, ist daher im Bücherregal hübsch anzusehen, aber ansonsten sticht es nicht weiter heraus. Weiterhin begeistert mich das ganz schwarze Cover des ersten Buches am meisten und ich frage mich, welche Farbe ein vierter Band haben würde... blau?

Zum Buch:
Im dritten Band ermitteln Marcus Williams, ein Mitglied der Shephard Organisation, und sein Halbbruder und Serienkiller Francins Ackermann Junior wieder mehr oder weniger gemeinsam. Die Geschichte dreht sich dieses Mal um einen Entführer und Mörder, der Familienangehörige entführt und den Verbliebenen, meist den Männern/Vätern, eine Botschaft hinterlässt, wen sie zu töten haben, damit ihrer Familie nichts geschieht. Halten sie sich an die Regeln werden die Familien tatsächlich unbeschadet freigelassen, töten die Männer nicht, wird ihre Familie getötet. Unterstützt wird die Shephard Organisation in diesem Fall von Agenten der CIA - zumindest offiziell. Wie man sich denken kann, können sich beide Seiten jedoch nicht wirklich riechen und es kommt immer wieder zu Spanungen, vor allem in Bezug auf die Hilfe von Ackermann Junior. Als die Agenten der CIA beschließen Ackermann unauffällig zu töten, eskaliert die Situationen und die Parteien arbeiten zukünftig eher gegen- als miteinander. Zu allem Übel läuft draußen weiterhin ein Psychopath rum, der bestimmte Personengruppen ins Auge gefasst hat.

In dem Buch fließt alles in allem gefühlt weniger Blut als in den vorherigen Bänden. Es wird zwar nicht unbedingt weniger gemordet, jedoch werden die Morde weniger detailliert dargestellt, der Leser muss nicht durch jede winzige Kleinigkeit hindurch. An grausamen Momenten fehlt es der Geschichte aber trotzdem nicht, jedoch gehen diese eher in die Richtung der Psychologie, der Manipulation, der Umsetzung kranker Ideen eines sogenannten Psychologen.

An einigen Stellen könnte man sagen, das der Thriller vorhersagbar ist, da man fast davon ausgehen kann, das bestimmte Personen zu diesem oder einem weiteren Zeitpunkt eher nicht getötet werden, da sie entweder fester Bestandteil der Reihe oder wichtig für den Verlauf dieses einzelnen Bandes sind. Trotzdem lässt sich das Buch gut lesen und wird nicht langweilig. Ein Charakter, der in den ersten zwei Bänden immer wieder erwähnt wurde, tritt in dem dritten Buch in den Vordergrund und spielt eine zentrale Rolle, durch die man auch über Marcus und Fracis Junior noch einiges erfährt und Einblicke in ihr Denken bekommt. Auch die Lebensgefährtin von Marcus bekommt in diesem Band mehr Einfluss und ist nicht nur die Frau im Hintergrund. Was ich schade fand, war, dass ihre diversen Ticks, auf die in den ersten Bänden detaillierter eingegangen wurde, hier nur ab und an am Rande erwähnt werden, obwohl sie in meinen Augen ein wichtiger Bestandteil ihrer Persönlichkeit sind und eine Person ihrer Art im wahren Leben wohl viel intensiver beeinflussen als man es hier liest. So gesehen machen vor allem die Charaktere diesen Band aus. Ihre Entwicklung, ihre Gedanken, ihre Vergangenheit und ihre Zukunft machen die Geschichte interessant.

Fazit:
Die Reihe um Marcus Williams und Francis Ackermann Junior geht in einen dritten Akt, der sie wieder ein Stückchen näher zusammenbringt. Es wird ein wenig mehr zur typischen "Gut und Böse arbeiten zusammen gegen das Schreckliche" Geschichte. Beide Charaktere haben Licht- und Schattenseiten, welche dieses Mal immer klarer werden. Die Geschichte an sich beeindruckt wenig, bietet wenig Neues und schwimmt eher im Durchschnitt eines Thrillers. Lediglich die Charaktere machen sie aus. Diese sollte man jedoch bereits aus den vorherigen Bänden kennen und auf die ein oder andere Weise interessant finden und an ihrer Entwicklung interessiert sein. Das Ende des Buches ist kein wirklicher Cliffhänger, aber er lässt sehr viel Spielraum um diese Serie weiterlaufen zu lassen.

Leseempfehlung:
Dieser Thriller sollte nicht unabhängig von den ersten beiden Bänden gelesen werden, sonst kann ich mir gut vorstellen, dass er enttäuscht, da er stark auf den Charakteren basiert und man diese dafür kennen sollte. Kennt und interessiert man sich für sie, ist dieses Buch einfach ein weiterer Schritt dazu mehr Einblicke in ihr Leben zu bekommen. Mir persönlich hat es ganz gut gefallen, da es sich schnell und einfach lesen lies und mich die Geschichte um Williams und Ackermann interessiert, beeindruckend gut würde ich sie jedoch nicht nennen.

Veröffentlicht am 19.05.2026

Ortskenntnisse sind von Vorteil

Nacht der Ruinen
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Das Buch startet mit einem Kapitel aus der Teenagerzeit des Protagonisten Joeseph Salomon alias Joe Salmon. Man lernt ihn, einen Juden, seinen ebenso jüdischen Kumpel Jakub sowie ihre deutsche Freundin ...

Das Buch startet mit einem Kapitel aus der Teenagerzeit des Protagonisten Joeseph Salomon alias Joe Salmon. Man lernt ihn, einen Juden, seinen ebenso jüdischen Kumpel Jakub sowie ihre deutsche Freundin Hilda und ihren Bruder Paul kennen. Paul ist auf seine Schwester angewiesen, was sehr deutlich wird, auch wenn der Autor nicht näher darauf eingeht, ob es eine geistige Behinderung, etwas aus dem Autismus-Spektrum oder etwas anderes ist, das ihm ein eigenständiges Leben nicht ermöglicht. Der Schreibstil in diesem Kapitel war großartig! Es hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich hatte mich auf ein politisch kritisches, aber leicht geschriebenes Buch gefreut.

Leider änderte sich dies direkt im folgenden Kapitel. Dieses spielt sieben Jahre später, Anfang März 1945, nur Tage bevor die Amerikaner das linksrheinische Köln befreiten und die Nazis alle Brücken ans andere Ufer sprengten. Wir lesen über einen amerikanischen Luftangriff und den Abschuss eines der Flugzeuge. Es waren für mich unendlich viele Fachbegriffe, Bezeichnungen der Flugzeuge, der Bomben und allem möglichen anderen. Es fiel mir sehr schwer aus diesem Kapitel irgendetwas mitzunehmen. Zum Glück wurde es danach wieder etwas einfacher.

Trotzdem bin ich bis zum Schluss mit dem Schreibstil des Autors nicht gut zurecht gekommen. Zwar waren alle folgenden Kapitel nun mit weniger Fachbegriffen gespickt, jedoch war es zum Teil sehr detailliert. Wenn ich mich in Köln nicht wenigstens ein wenig ausgekannt hätte, die großen Plätze und Straßen, dann hätte ich noch mehr Abschnitten nur quer gelesen als ich es irgendwann eh schon getan habe. Bei jeder Fahrt wird ganz genau erzählt, durch welche Straßen gefahren wird, welche Straße wo abgeht, was dort früher stand, wie es dort jetzt aussieht. Es war ein wenig wie ein kommentierter Stadtplan. Im Nachwort erläutert der Autor, dass er mit einem detailliertenStadtplan aus den Jahren gearbeitet hat. Dies finde ich großartig, da es mir zeigt, wie sehr er sich in die Thematik hineingearbeitet hat und wirklich auf Details geachtet hat; jedoch hat er mir von diesen zu viele eingebracht.

Im dritten Kapitel kehrt Joseph Salomon nun als amerikanischer Soldat Joe Salmon in sein Köln zurück. Er soll dort für seinen Vorgesetzten einen mit einem Fallschirm abgesprungenen amerikanischen Soldaten aus dem letzten Fliegerangriff finden. Zusätzlich zu dieser Suche macht Joe sich jedoch privat auf die Suche nach seinen Freunden Jakub und Hilda. Unterstützt wird er dabei von George Orwell, der damals noch nicht der bekannte Schriftsteller war, den wir kennen, sondern als Kriegsjournalist in Deutschland unterwegs. Auch dieses Detail sowie einige andere Personen und Geschehennisse hat der Autor akribisch recherchiert, was mir sehr gut gefällt. Manches hat er im Kontext des Romans angepasst - geschichtlich sehr gut bewanderten Leser:innen wird dies auffallen, den meisten von uns eher nicht. Für mich passt das so. Orwell empfand ich, wie eigentlich die meisten nicht-Nazi Charaktere des Buches, als sehr sympathisch. Hier kam dem Autor seine offensichtliche Liebe zum Detail sehr entgegen, da die Charaktere für mich alle vielschichtig, glaubwürdig und meist sympathisch dargestellt waren. Ich konnte mich meist in sie reindenken oder fühlen oder zumindest in Angesicht der Situation einigermaßen nachvollziehen, warum sie wie wann gehandelt haben.

Beide Suchen gestalten sich für Joe sehr kompliziert. Niemand hat wirklich etwas gesehen, gehört oder will einfach niemanden an die Amerikaner verraten. Der Argwohn ist groß. Vor allem bei der Suche nach seinem jüdischen Freund kommt Joe oft wenig voran. Wobei mir irgendwann klar war, was passiert sein muss und ich behielt hiermit auch recht. Trotzdem hat der Autor es gut aufgezogen, sodass ich mir bis zur Auflösung nicht ganz sicher sein konnte - offensichtlich war es irgendwie trotzdem. Die Entwicklung um den verschwundenen Soldaten war für mich weniger zu durchschauen, am Ende jedoch auch schlüssig und zeigte mal wieder wie eine Hand die andere wäscht.

Alles in allem haben mir sowohl die Charaktere als auch die Idee zur Geschichte sehr gefallen. Jedoch war das Tempo wirklich langsam und die vielen Details, vor allem jedes Mal bei den Fahrten von A nach B so langatmig und zäh, dass ich irgendwann begonnen hatte Abschnitte nur noch zu überfliegen. Schade. Auch wurde es dadurch für mich nie wirklich spannend, obwohl das Buch dafür doch reichlich Potential gehabt hätte. Man erkennt es auch daran, dass ich für das Buch insgesamt zwei Wochen gebraucht habe und nie den Punkt erreicht habe, wo es mich in seinen Bann ziehen konnte.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

leider ein schwaches Ende

Auris. Puls der Angst
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Dieses Buch ist das Finale der "Auris"-Reihe, was man als Lesende sofort weiß und es somit am Ende keine (böse) Überraschung gibt.

Die Geschichte schließt nahtlos an ihren Vorgänger an. Es geht wirklich ...

Dieses Buch ist das Finale der "Auris"-Reihe, was man als Lesende sofort weiß und es somit am Ende keine (böse) Überraschung gibt.

Die Geschichte schließt nahtlos an ihren Vorgänger an. Es geht wirklich mit der Szene weiter, mit der das letzte Buch endete, wodurch ich - wie eigentlich bei allen Büchern dieser Reihe - nur empfehlen kann, sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Man ist sofort drin und trifft auf den ersten Seiten bereits auf alle bekannten Charaktere. Schnell wird klar, dass bis auf den Stiefbruder Julas und seinen Kumpel alle in die Geschichte, die wir in diesem Buch kennenlernen, eingeweiht waren. Ein großer Vertrauensbruch, der Jula aber durchweg wenig zu berühren scheint. Das fand ich doch sehr unglaubwürdig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Menschen kalt lassen würde, zu erfahren, was sie hier erfährt. Hier und dort nimmt Jula sich kurz zurück, aber es sind immer nur Momente für Nachrichten, mit denen Menschen in der Regel sehr lange zu kämpfen haben oder sich zum Teil sogar in Thearapie begeben - von daher, ja, schwierig wie es umgesetzt wurde.

Generell passierte in diesem Buch alles sehr schnell und es wirkte sehr eilig, als ob man einfach nur alles zu Ende bringen wollen würde. Es hat nichts mit einem rasanten Thriller zu tun, es ist einfach alles sehr getacktet, sehr schnell hintereinander, ohne dass die Szenen groß ausgearbeitet sind. Die Liebe zum Detail fehlt leider.

"Auris" - den Phorensiker Mathias Hegel - erleben wir auch nicht wirklich in Aktion. Er ist zwar dabei und maßgeblich beteiligt, aber sein besonderes Talent wird kaum gefordert. Aber vielleicht bleibt auch nur der Eindruck, weil es auch hier wieder alles sehr schnell ging, was in den vorherigen Büchern detailreich beschrieben wurde.

Zum Teil war es dann für mich auch sehr vorhersehbar. Es gab einen Nebencharakter bei dem ich mir schnell sicher war, dass dieser eine falsche Rolle spielt, aber auch was Jula und Hegel anbetrifft, war ich schnell auf dem richtigen Dampfer. Nicht weiter tragisch, aber eben vorhersehbar.

Generell hätte die Geschichte mehr Potential gehabt. Eine Terrororganisation aus der Vergangenheit, die sich auf wohlhabende Famileien spezialsiert hat und wieder aus der Versenkung auftaucht. Es sollen alte Rechnungen beglichen und die Rente der Hauptbeteiligten durch einen letzten Streich gesichert werden. Dazu werden alte Verbindungen wieder aufgebaut und sowohl Julas Mutter und auch Hegel sind daran nicht unbeteiligt. So eine gute Idee und doch so hastig umgesetzt. Schade. Ich hatte mich auf ein grandioses Ende gefreut!

Das Ende der Geschichte und damti der Reihe war dann nett und schön, aber irgendwie wie das gesamte Buch etwas unbefriedigend.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

nette Idee

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Zum Cover:
Das Cover hat ein pastelliges hellblau als Grundfarbe, zudem ist eine orangene Teekanne als Haus zu sehen und einige Kleinigkeiten wie eine Tasse und einen Tannenzweig. Es wirkt alles ein wenig ...

Zum Cover:
Das Cover hat ein pastelliges hellblau als Grundfarbe, zudem ist eine orangene Teekanne als Haus zu sehen und einige Kleinigkeiten wie eine Tasse und einen Tannenzweig. Es wirkt alles ein wenig wie mit Aquarellfarbe gemalt. Genrell gefällt mir das Cover richtig gut; es wirkt sehr gemütlich. Aber inhaltlich passt es für mich gar nicht zum Buch. Die Geschichte spielt an einer südenglischen Küste, es ist alles rau, der Pub, den die Protagonistin übernimmt, hat gar keine Ähnlichkeit mit dieser gemütlichen Teekanne auf dem Cover. In der Geschichte wirkt die Umgebung viel wilder und dunkler, das hätte ich auch gerne auf dem Cover wiedergefunden. Außerdem erinnert mich der Tannenzweig, der auch oft zu Beginn eines Kapitels auftaucht an Weihnachten, jedoch spielt das Buch nicht zur Weihnachtszeit. Daher war das alles für mich unrund, obwohl mir das Cover an sich gefällt.

Zum Buch:

In dieser Geschichte lernen wir Sophie Wilde kennen, die Tochter eines verstorbenen Starkochs, die als Restaurantkritikerin arbeitet, selbst jedoch eine Ausbildung zur Köchin und Restaurantleiterin absolviert hat. Dies hilft ihr, in ihrem Job gute Kritiken zu schreiben. Sie arbeitet für eine Firma, die auch Kochshows produziert, ist also nicht nur Influencerin. Nach einer fatalen Kritik an eines neu eröffneten Restaurants eines Modells und dessen Zusammenbruch wenig später, wird sie von ihrem Chef in eine Zwangspause geschickt und soll in einem kleinen Dorf einen alten Pub zu einem Spitzenrestaurant machen.

So weit, so gut. Die Idee hinter dem Buch hat mir wirklich gut gefallen. Auch die vielen Hindernisse, die sich Sophie in den Weg gestellt haben und wie sie sich nach und nach veränderte, ruhiger wurde, nicht mehr so gehetzt und immer besser in die Dorfgemeinschaft fand. Das hier nicht nur sie ein Geheimnis hat, denn es wusste niemand dort, wer ihr Vater war, noch warum sie das Pub gepachtet hatte, wurde schnell klar. Jedoch plätscherte die Geschiche für mich zu lange so vor sich hin. Irgendwie passierte durchaus was, aber auch nichts, was die Handlung wirklich voran brachte. Zum einen war da der Pub, der nur zäh ans Laufen kam, dann plötzlich noch eine Walrettung - gut, die brauchte es wohl, um mehr Menschen in den Pub zu locken, dann eine Liebesgeschichte, die aber abgeblockt wurde und auch danach nur im Hintergrund lief, Probleme der anderen Protagonisten, Sophie, die sich immer wieder selbst ins Aus schoss, was ihr dann aber doch nicht so übel genommen wurde, wie auf den Seiten davor gedacht... Ja. Es war irgendwie viel auf einmal. So viel, dass ich gar nicht mal ernsthaft sagen könnte, was hier eigentlich die Hauptgeschichte war. Ist es wirklich ein Liebesroman? Aber die Geschichte zwischen Sophie und dem Mann (ich mag hier nicht spoilern) spielt wirklich kaum eine Rolle und entwickelt sich auch kaum. Es geht eigentlich hauptsächlich um den Pub und wie dieser eine große Nummer werden soll. Aber dafür waren es mir zu viele Nebenschauplätze. Plötzlich hatte auch noch ein anderer Protagonist Ärger mit seiner Vergangenheit. Jemand widerum anderes versuchte den Pub zu sabotieren. Das Modell tauchte plötzlich vor Ort auf, war aber eigentlich ganz nett. Hmm, ja.

Alles in allem war die Geschichte nett, aber sie hat mich durch die vielen verschiedenen kleinen Geschichten nie richtig in ihren Bann gerissen. Es gab einen roten Faden, absolut, aber für meinen Geschmack zu viele Nebenschauplätze.

Das Ende hat mir von Sophies Seite aus gut gefallen. Wobei sich mir hier eine Frage in Bezug auf die Finanzierung des Pubs stellt, die in der Realität sicherlich wichtig wäre und hier gar nicht auftaucht. Um nicht zu spoilern, kann ich das leider nicht genauer formulieren.

Im nächsten Buch soll es dann um das Modell gehen und einen der Männer, die wir bereits kennengelert haben, der mir aber nicht sympahtisch war. Puh, werde ich es lesen?

Fazit:
Eine schöne Idee, die durch viele Nebenschauplätze, aber nie wirklich scheinen durfte.

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