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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

Informative und zugleich packende Aufarbeitung des Themas

Der Sohn des Oligarchen
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Inhalt:
Das Buch erzählt von dem wahren Fall des 19-jährigen Zac Brettler, der im Jahr 2019 unter mysteriösen Umständen vom Balkon eines Luxushochhauses in den Tod stürzt. Im Nachhinein stellt sich heraus, ...

Inhalt:
Das Buch erzählt von dem wahren Fall des 19-jährigen Zac Brettler, der im Jahr 2019 unter mysteriösen Umständen vom Balkon eines Luxushochhauses in den Tod stürzt. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass er sich als der Sohn eines russischen Oligarchen ausgegeben hatte und auf diese Weise in zwielichtige Kreise geraten war.

Meine Meinung:
Mit „Der Sohn des Oligarchen“ beweist Patrick Radden Keefe einmal mehr, dass Sachbücher richtig spannend, bereichernd und gleichzeitig gute Literatur sein können. Er hat ein unglaubliches Talent dazu, komplexe und vielschichtige wahre Begebenheiten in einem Buch herunter zu brechen und für nachvollziehbar zu machen. Dabei erzählt er gleichzeitig so packend, dass man das Buch nicht mehr weglegen kann.
Anders als in seinen bisherigen Werken geht es konkret um einen „true crime“-Fall, von dem ausgehend die vielen Machenschaften und Intrigen in den Blick genommen werden, die sich bei der Erforschung des Falls nach und nach gezeigt haben. Wichtig ist es hierbei zu erwähnen, dass das Buch mit dem ausdrücklichen Einverständnis und der Unterstützung der Hinterbliebenen geschrieben wurde und sich nicht an ihrem Leid ergötzt.
Je tiefer man in diesen Fall eintaucht, desto düsterer und schockierender sind die Abgründe, in die man Einblick erhält. Teilweise sind die Vorkommnisse so abstrus, dass sie fast wie an den Haaren herbeigezogen wirken. Dem Autor gelingt es, das komplizierte Netz an Beziehungen und Intrigen auf so nachvollziehbare Art und Weise zu beleuchten, dass es für den Leser nicht verwirrend wird. Er nimmt sich die Zeit, den Fall mit einem klugen Blick in unglaublicher Tiefe und in seinen vielen unterschiedlichen Facetten zu schildern. Dabei geht auch nie das Menschliche verloren; vielmehr ist das Buch mit viel Empathie geschrieben.
Der Autor brilliert mit einem für das Genre ungewöhnlich schönen und ausdrucksstarken Schreibstil, der es zulässt, die Geschichte in all ihren Nuancen einzufangen. Gleichzeitig ist das Buch unglaublich flüssig und angenehm zu lesen.
Mich hat das Buch nachhaltig beeindruckt. Sofern einen das Thema auch nur ansatzweise interessiert, gibt es von mir auf jeden Fall eine große Leseempfehlung!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Beeindruckendes Debüt mit unglaublicher Sprachgewalt

Hitzetage
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Inhalt:
Im flirrend heißen London im Juni ist Maggie Schwanger und pleite und plant gerade ihre Rückkehr in die Vorstadt, in der sie aufgewachsen ist und der sie eigentlich entkommen war. Ihr Freund Ed ...

Inhalt:
Im flirrend heißen London im Juni ist Maggie Schwanger und pleite und plant gerade ihre Rückkehr in die Vorstadt, in der sie aufgewachsen ist und der sie eigentlich entkommen war. Ihr Freund Ed arbeitet als Fahrradkurier, lebt in einem gefühlt dauerhaften Zustand der Panik und ist auf der Suche nach seiner eigenen Identität. Ihr bester Freund Phil ist unglücklich in seinen besten Freund Keith verliebt.

Meine Meinung:
Der Roman fängt die Stimmung im flirrend heißen und schwülen London mit einer unglaublichen und beeindruckenden Sprachgewalt ein. Jeder Satz, jedes Wort ist so gezielt gewählt, dass man das Gefühl hat, gerade selbst in dieser unglaublichen und bedrückenden Hitze unterwegs zu sein. Gleichzeitig ist der Schreibstil auch unglaublich interessant und die Wortwahl teils angenehm überraschend. Der Schreibstil wird glaube ich nicht jedem gefallen - dafür ist er zu eigen und an Stellen zu detailreich - aber bei mir hat der Autor damit genau ins Schwarze getroffen.
Das Buch ist an einigen Stellen sehr skurril, mit exzentrischen und fehlbaren Charakteren, die mir aber sofort sympathisch waren. Der Autor beschreibt die Protagonistin mit unglaublich viel Empathie und Einfühlsvermögen. Obwohl sie teilweise wirklich schlechte Entscheidungen treffen und einander verletzen, war es dennoch ein leichtes, sie in mein Herz zu schließen. Ich konnte von Anfang an mit ihnen mitfühlen und mitfiebern.
Der Roman beschäftigt sich mit einer großen Bandbreite von Themen: Mit Queerness, mit komplizierten Familiendynamiken, mit Freundschaft und Liebe, mit dem urbanen Leben in London, mit Klassismus, mit Angstzuständen, Zukunftsängsten und Alkoholproblemen. Dabei weist der Autor großes Fingerspitzengefühl auf. Seine Blickweise ist erfrischend und interessant zugleich.
Einziger Wermutstropfen für mich war, dass sich das Ende ein bisschen zu eilig und nicht ganz zufriedenstellend angefühlt hat. Es hätte sich für meinen Geschmack durchaus noch ein bisschen mehr Zeit nehmen dürfen.
Insgesamt handelt es sich aber um ein wirklich beeindruckendes und vielversprechendes Debüt, das ich unglaublich gerne gelesen habe. Ich bin schon sehr gespannt auf künftige Werke des Autors. Dementsprechend kann ich das Buch auch nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 23.05.2026

Eine unglaublich faszinierende und einzigartige Leseerfahrung

Gestalten der Tiefe
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Inhalt:
Auf einer Forschungsreise verschwindet die Meeresbiologin Leah auf unerklärliche Weise und bleibt für sechs Monate auf dem Meeresgrund verschollen. Als sie plötzlich wieder auftaucht, freut sich ...

Inhalt:
Auf einer Forschungsreise verschwindet die Meeresbiologin Leah auf unerklärliche Weise und bleibt für sechs Monate auf dem Meeresgrund verschollen. Als sie plötzlich wieder auftaucht, freut sich ihre Frau Miri zunächst riesig. Doch nach und nach fallen ihr unerklärliche Veränderungen an ihrer Frau auf.

Meine Meinung:
Der Roman erzählt eine faszinierende und einzigartige Geschichte, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Handlung ist unglaublich abstrus, aber innerhalb nur weniger Seiten konnte sie eine richtige Sogkraft auf mich aufbauen. Auf diese besondere Reise muss man sich definitiv einlassen können, aber dann macht es richtig viel Spaß, die beiden Charaktere dabei zu begleiten.
Besonders gut hat mir gefallen, wie der Roman die Beziehung zwischen Leah und Miri erkundet - erzählt durch viele Vignetten, die sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Die Essenz von dem, was es bedeutet, einen anderen Menschen zu lieben, wird dabei unglaublich gut erfasst. Auch die Trauerbewältigung von Miri fand ich sehr interessant zu lesen und war in all seiner Vielschichtigkeit dargestellt. Neben der romantischen Beziehung zwischen den beiden spielten auch ihre Beziehungen zu ihren bereits verstorbenen Eltern eine große und zentrale Rolle. Auch die Erkundung dieser Dynamiken fand ich richtig spannend und gut umgesetzt.
Innerhalb weniger Seiten schafft es der Roman, unglaublich tiefgründige und greifbare Charaktere zu schaffen, mit denen ich gerne Zeit verbracht habe!
Auch die Sprache der Autorin ist sehr schön und fängt die unheilvolle und mysteriöse Stimmung am Meeresgrund sehr gut ein. Insgesamt ist der Roman sehr atmosphärisch.
Man sollte sich definitiv bewusst sein, dass man am Ende des Romans mehr offene Fragen haben wird als davor. Das hat mich zwar nicht wirklich gestört, tatsächlich hätte aber auch ich mir gewünscht, dass sich das Buch an der einen oder anderen Stelle noch ein bisschen mehr Zeit nimmt, um bestimmte Themen zu erkunden. Das Ende fühlte sich leider auch etwas abrupt an.
Alles in allem kann ich den Roman aber nur empfehlen! Man muss sich auf das Buch einlassen können, aber dann ist es eine absolut einzigartige Erfahrung, die richtig Spaß macht!

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Kurzweilige Romantasy mit starker Protagonistin

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Inhalt:
Als Hexe wird Rune von der gefürchteten Blutwache gejagt. Tagsüber spielt sie ihre Rolle als Teil gesellschaftlichen Elite, doch ihre Nächte verbringt sie damit, andere Hexen in Sicherheit zu bringen. ...

Inhalt:
Als Hexe wird Rune von der gefürchteten Blutwache gejagt. Tagsüber spielt sie ihre Rolle als Teil gesellschaftlichen Elite, doch ihre Nächte verbringt sie damit, andere Hexen in Sicherheit zu bringen. In der Hoffnung, an mehr Informationen für ihre Missionen heranzukommen, lässt sie sich auf ein gefährliches Spiel mit dem Hexenjäger Gideon Sharpe ein.

Meine Meinung:
Der Roman hält genau das, was er verspricht und was ich mir von ihm erhofft habe - es handelt sich um eine unterhaltsame, kurzweilige Romantasy, die viel Spaß macht und gut unterhält.
Es ist die Art von Buch, die man einmal in die Hand nimmt und dann kaum mehr weglegen kann. Die Protagonistin war mir sofort sympathisch und ich konnte von der ersten Seite an mit ihr mitfiebern. Ihre Beziehung mit Gideon zu verfolgen, war sicherlich das Highlight des Buches. Gleichzeitig ist die Handlung voller Wendungen und unglaublich kurzweilig. Hinzu kommt ein Schreibstil, der sich sehr locker und flüssig von der Hand lesen lässt
Inhaltlich verlässt der Roman nicht wesentlich die durch das Genre vorgezeichneten Bahnen, wobei es sich jedoch um eine gute Umsetzung desgleichen handelt. Deshalb war die Handlung für mich aber leider teilweise auch sehr vorhersehbar. Keine der Wendungen in dem Roman hat mich sonderlich überrascht. Auch das „worldbuilding“ hätte sicher noch ein bisschen umfangreicher ausfallen können - wer hier eine ausgefeilte Magiewelt erwartet, wird eher enttäuscht. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ich durchweg sehr gut unterhalten war, viel Freude beim Lesen hatte und sehr gerne in diese fremde Welt eingetaucht bin. Gerade die Liebesgeschichte konnte mich für sich gewinnen.
Insgesamt kann ich den Roman - gerade Fans des Genres - auf jeden Fall empfehlen.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Berührende Geschichte über starke weibliche Charaktere

Spiegelland
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Inhalt:
Der Roman handelt von verschiedenen, mit einander verwobenen Geschichten, die jeweils im 18. Jahrhundert, 1999 und 2025 spielen. Im Jahr 1999 ergreift Cato gemeinsam mit ihrer 12-jährigen Tochter ...

Inhalt:
Der Roman handelt von verschiedenen, mit einander verwobenen Geschichten, die jeweils im 18. Jahrhundert, 1999 und 2025 spielen. Im Jahr 1999 ergreift Cato gemeinsam mit ihrer 12-jährigen Tochter die Flucht vor ihrem Ehemann und rettet sich ins Moor. Von da an beginnt sich, eine große Geschichte zu formen…

Meine Meinung:
Der Roman ist die kluge und reflektierte Erzählung über das Leid, das viele Frauen durch Gewalt in ihrer Partnerschaft erleben. Es stellt dabei stets die Frauen in den Mittelpunkt und betont ihre Stärke, ihr Durchhaltevermögen und ihre Resilienz.
Gleichzeitig spielen auch die Themen Familie, Muttersein und Freundschaften eine wichtige Rolle. Erzählt wird der Roman in drei Handlungssträngen, die jeweils in einer unterschiedlichen Zeit stattfinden und anderen Protagonisten folgen. Auf den ersten paar Seiten fiel es mir deshalb ein wenig schwer, mich einzufinden. Sobald ich jedoch einen Zugang zu der Geschichte gefunden hatte und die Charaktere kannte, hat mich der Roman richtig gepackt. Gerade die weiblichen Charaktere sind unglaublich greifbar und fühlen sich so echt an, dass es mir manchmal fast schon weh tat, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Dabei behält der Roman aber stets eine gewisse hoffnungsvolle Note, die mir sehr gefallen hat.
Die Sprache ist wunderschön und sehr bildgewaltig. Das Moor wird in all seinen Facetten und all seiner Schönheit eingefangen und wirkt teilweise fast schon wie ein eigener Charakter - Liebhaber von „Der Gesang der Flusskrebse“ werden hier auf jeden Fall fündig. Gleichzeitig wird das Buch aber dennoch nie langatmig oder verrennt sich zu sehr in sprachlichen Spielereien, sondern lässt sich vielmehr sehr angenehm und flüssig lesen.
Einziger Wermutstropfen war für mich, dass ich mit dem Handlungsstrang, der 2025 spielt, leider nicht allzu viel anfangen konnte und auch keinen richtigen Zugang zu dem dort präsenten Protagonisten bekam. Hier hatte ich leider öfter das Gefühl, dass die Autorin die Charaktere nur als Sprachrohr verwendet, um die anderen beiden Handlungsstränge einzuordnen und für den Leser die notwendigen Schlüsse zu ziehen - dabei war dies gar nicht nötig, denn die anderen beiden Geschichten haben auch ohne Einordnung mehr als genug Aussagekraft!
Insgesamt war es dennoch ein wirklich eindrückliches Leseerlebnis, das mich nicht so schnell loslassen wird. Gerade wenn einen die angesprochenen Themen interessieren, ist der Roman auf jeden Fall empfehlenswert!

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