Gesellschaftsstudie
Lauter kleine LügenDer Roman spielt in den 1970er Jahren in einem australischen Vorort und liest sich wie eine Gesellschaftsstudie. Nachdem ein brutaler Mord in der Nachbarschaft verübt worden ist und nach und nach die einzelnen ...
Der Roman spielt in den 1970er Jahren in einem australischen Vorort und liest sich wie eine Gesellschaftsstudie. Nachdem ein brutaler Mord in der Nachbarschaft verübt worden ist und nach und nach die einzelnen Leichenteile auftauchen, beginnen auch die Nachbarn sich gegenseitig genauer zu beobachten und misstrauisch zu werden. Wem würde man so einen brutalten Mord zutrauen und welche Motive könnten dahinterstecken? Interessanterweise verbirgt sich in jedem Haus ein kleines oder größeres Geheimnis, das es vor den Nachbarn zu verheimlichen gilt und auch wenn man sich nach außen hin gesellig und zuvorkommend gibt, wird hinter dem Rücken getuschelt. Mitten im Chaos findet sich auch die 12jährige Tammy wieder, die gerade Schulferien hat und somit viel Zeit, um ihre Mitmenschen genauer unter die Lupe zu nehmen, vor allem, da man als Kind anders wahrgenommen wird und sich auch besser heimlich anschleichen und verstecken kann. Mir gefällt die Leseatmosphäre sehr gut, die Stimmung wird mit der Zeit immer angespannter und die einzelnen Familien werden angespannt und misstrauisch, dies ist sehr gut spürbar. Wenn man die Nachbarn besser kennenlernt, kann man auch ihre Hintergründe verstehen, warum sie in gewissen Situationen handeln oder reagieren, wie sie es tun. Viele Vorurteile beherrschen noch immer das Zusammenleben, rassistische Vorurteile, Gewalt und Unterdrückung gegenüber Frauen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Affären, alles wird verurteilt und gemaßregelt. Die Dorfgemeinschaft bekommt immer mehr Risse und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich nicht nur das Gewitter entlädt, sondern auch die angestauten Konflikte. Als Ergänzung dazu werden immer wieder kurze Vergleich zum Zusammenleben von Ameisen gezogen.