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Veröffentlicht am 12.06.2026

Unblutiger, ruhiger Kriminalroman, der auf Atmosphäre, moralische Dilemma und innere Konflikte statt auf Effekthascherei und actionreiche Fallaufklärung setzt

Waldnacht
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ine junge Frau wird in ihrem Wohnhaus, einer Villa im wohlhabenden Stockholmer Stadtteil Djursholm, tot aufgefunden. Im Schlafzimmer befindet sich ihr neugeborener Sohn.
Kriminalinspektorin Sakka Pienni ...

ine junge Frau wird in ihrem Wohnhaus, einer Villa im wohlhabenden Stockholmer Stadtteil Djursholm, tot aufgefunden. Im Schlafzimmer befindet sich ihr neugeborener Sohn.
Kriminalinspektorin Sakka Pienni der Regionalen Ermittlungsgruppe in Stockholm nimmt zusammen mit ihrem Kollegen Eddie die Ermittlungen in dem Mordfall auf. Sie versuchen ein Motiv für die Tat zu finden und stoßen dabei zunächst auf mehrere in Frage kommende Täter, die jedoch alle ein Alibi vorweisen können.
Sakka ermittelt unermüdlich weiter, wahrend der Fall durch ein weiteres Opfer unübersichtlicher wird und wird dabei zunehmend mit dunklen Erinnerungen an ihre Kindheit in der Heimat in Norrland konfrontiert. Zudem kostet sie der Kampf gegen ihre bipolare Störung, die sie vor ihren Kollegen und selbst ihrem Partner verbirgt, Kraft.

"Waldnacht” ist der erste Band der skandinavischen Krimireihe um Kriminalinspektorin Sakka Pienni, die einen Mord aufklären soll und zeitgleich mit einem Kindheitstrauma und einer angeschlagenen psychischen Gesundheit umgehen muss.

Der Roman schildert in der Gegenwart die Verbrechensaufklärung, die vom Schweigen einer streng religiösen Familie und dem abgeschotteten Leben des Opfers behindert wird. Dabei sind die Ermittlungen stark von der Hauptfigur Sakka geprägt, die an ihre psychischen Grenzen gerät und gefährlich nah ab einer manischen Phase impulsiv handelt.
Daneben gibt es einzelne Kapitel aus der Vergangenheit, die von einer einsamen Teenagerin aus unsicheren Familienverhältnissen handeln, die sich einer elitären Gruppe Jugendlicher annähert .

Das Setting auf beiden Erzählebenen ist düster, rau und melancholisch - typisch nordic noir - und verleiht der Geschichte eine beklemmende Atmosphäre. Sowohl der aktuelle undurchsichtige Fall der grausamen Hinrichtung einer jungen Mutter und die Umstände eines weiteren Todesfalls, als auch die Frage, in welchem Zusammenhang der Erzählstrang um das 14- jährige Mädchen in der Vergangenheit mit diesen Ereignissen steht, sorgen für anhaltende Spannung.

"Waldnacht” ist ein unblutiger, ruhiger Kriminalroman, in dem nicht allein die Fallaufklärung im Vordergrund steht. Der Roman ist charaktergetrieben, setzt auf Atmosphäre, moralische Dilemma und innere Konflikte statt auf Effekthascherei und actionreiche Fallaufklärung und lässt in Bezug auf nachfolgende Bände Raum für Entwicklung der Hauptfigur, deren Erkrankung gleichzeitig Stärke und Schwäche bei der Arbeit ist

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Krimi über Stalking, Incels, toxische Männlichkeit und Gewalt gegen Frauen - spannende Spurensuche und emotional aus Sicht der Opfer

Der Tod kennt deinen Namen
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Lena Meister betreibt zusammen mit dem ehemaligen Zielfahnder Bernd Niemann eine Privatdetektei im Münchner Umland. Sie haben sich auf Klienten spezialisiert, die aus unterschiedlichen Gründen ihr altes ...

Lena Meister betreibt zusammen mit dem ehemaligen Zielfahnder Bernd Niemann eine Privatdetektei im Münchner Umland. Sie haben sich auf Klienten spezialisiert, die aus unterschiedlichen Gründen ihr altes Leben hinter sich lassen und woanders neu anfangen möchten. Neben einer Lottogewinnerin, die ihre undankbare Familie verlassen möchte, ist die Friseurmeisterin Michelle Schmied einet ihrer aktuellen Fälle. Diese fürchtet sich vor ihrem gewalttätigen, getrennt lebenden Ehemann, der sie angeblich stalkt.
Lena möchte der jungen Frau ohne großes Checkup unbedingt helfen, denn sie fühlt mit ihr. Sie glaubt Michelle sicher in einem Safehouse im Wald, wo sie sie jedoch eines morgens tot auffindet. In dem Haus fällt Lena ein Teddybär, auf, den sie mit ihrer eigenen Vergangenheit in Verbindung bringt. Sie wittert eine Botschaft und fragt sich, ob Michelle ihretwegen sterben musste.

Der Roman hat mit der Privatermittlerin Lena und ihren ungewöhnlichen Aufträgen einen originellen Rahmen und entwickelt sich vor ihrem persönlichen Hintergrund zu einem spannenden Krimi mit Thrillerelementen. Dennoch gibt es mit den auffällig häufigen Beschreibungen vom Einkauf und Konsum von Lebensmitteln einzelne Längen.

Während der überwiegende Anteil der Handlung im Winter der Gegenwart im Fünfseenland verortet ist, gibt es einzelne Rückblenden in den Sommer 2022 in Wien. Eine Verbindung der beiden Erzählstränge ist klar erkennbar, nicht aber, warum Lena offenbar von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Trotz der Bedrohungslage ermittelt sie auf eigene Faust, um Michelles Tod zu rächen und Gewissheit für ihr eigenes Schicksal zu erlangen.

"Der Tod kennt ihren Namen" ist eine spannende Spurensuche, die von Stalking, Incels, toxischer Männlichkeit und Gewalt gegen Frauen handelt. Dabei kommt auch eine emotionale Komponente nicht zu kurz, wird doch einerseits die schwierige Lage der Opfer deutlich, Hilfe zu erhalten und andererseits, was es heißt, für eine neue Identität unfreiwillig sein altes Leben konsequent hinter sich zu lassen.

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Roman über Freundschaft, Liebe und zweite Chancen, der stark charakterorientiert ist und die äußere Rahmenhandlung etwas monoton hält.

Kein Sommer ohne August
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Charlie Henderson lebt in London, wo ihr einziger Lebensinhalt die Arbeit in einer Eventagentur ist. Als sie überraschend die Nachricht erhält, dass sie die Buchhandlung "One Last Chapter" geerbt hat, ...

Charlie Henderson lebt in London, wo ihr einziger Lebensinhalt die Arbeit in einer Eventagentur ist. Als sie überraschend die Nachricht erhält, dass sie die Buchhandlung "One Last Chapter" geerbt hat, kehrt sie notgedrungen in ihren Heimatort Liberty Beach an der Ostküste der USA zurück. Dort trifft sie auf August, den Enkel der Besitzerin der Buchhandlung, mit dem sie zwölf Sommer verbracht hat und der zu ihrem besten Freund wurde, bis sich ihre Gefühle intensivierten und sie sich ineinander verliebten. Seit zehn Jahren haben sie keinen Kontakt mehr, nachdem Charlie Liberty Beach überstürzt verlassen hatte.

Der Roman wird aus der Perspektive von Charlie geschildert und wechselt zwischen der Vergangenheit und den zwölf gemeinsamen Sommern mit August und der Gegenwart mit dem unverhofften Wiedersehen Jahre später.

Aus einer Kinderfreundschaft mit der verbindenden Liebe zu Büchern war eine Liebe geworden, für die es kein Happy End gab. Was zwischen den beiden vorgefallen ist und zum Bruch geführt hat, bleibt zunächst ungewiss. In der Gegenwart herrscht eine angespannte Stimmung zwischen den beiden, wobei sich Charlie davor fürchtet, sich erneut in August zu verlieben.

Die Entwicklung der Friends-to-Lovers-Story wird authentisch beschrieben. Charlie und August kommen sich Jahr für Jahr näher, gleichzeitig bleiben jedoch Unsicherheiten und Unausgesprochenes, was sie auf Distanz zu einander hält. Die unterschiedliche soziale Herkunft, Scham und die Angst, die innige Freundschaft zu gefährden, scheinen unüberwindbare Hürden. Zudem ist Charlie geprägt von den unglücklichen Liebesgeschichten ihrer Mutter, weshalb sie ihr Herz vor Verletzungen schützen möchte.

Die Geschichte entwickelt sich langsam und wird arg in die Länge gezogen, da sich die beiden Hauptfiguren und ihrem (Liebes-)glück unaufhörlich im Weg stehen. Beide Erzählstränge beinhalten dieselbe Problematik, über die nicht gesprochen wird. Der rosa Elefant steht im Raum, Fehler wiederholen sich und lassen die Geschichte ohne neue Impulse eintönig werden.
Die Stimmung ist melancholisch und trotz Summer Vibes durch Charlies Bedenken, Wehmut und Sehnsucht von einer unterschwelligen Melodramatik geprägt. Der Schreibstil ist warmherzig und voller Liebe für die Figuren, Bücher und den Wohlfühlort einer Buchhandlung, der gleichzeitig Flucht in andere Welten und Zuhause ist.

"Kein Sommer ohne August" ist ein Roman über Freundschaft, Liebe und zweite Chancen, der stark charakterorientiert ist und die äußere Rahmenhandlung etwas monoton hält.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Geld allein macht nicht glücklich - kritisch-humorvoller Blick in das Leben der weißen Oberschicht in New York City

Pineapple Street
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Sasha stammt aus einer Mittelschicht-Familie in Neuengland und hat in die Stockton-Familie eingeheiratet. Zusammen mit ihrem Ehemann Cord wohnt sie in dem ehemaligen Wohnhaus ihrer Schwiegereltern in der ...

Sasha stammt aus einer Mittelschicht-Familie in Neuengland und hat in die Stockton-Familie eingeheiratet. Zusammen mit ihrem Ehemann Cord wohnt sie in dem ehemaligen Wohnhaus ihrer Schwiegereltern in der Pineapple Street, wo sie sich in einer Mischung aus Antiquitätenladen und Messie-Haushalt wiederfindet. Auch innerhalb der Familie fühlt sie sich als "Goldgräberin" nicht wohl, sondern ausgegrenzt.
Darley ist die älteste Tochter der Stocktons, verheiratet mit dem nicht-weißen Malcolm und Mutter zweier Kinder. Ihren Beruf hat sie aufgegeben und fühlt sich, reduziert auf die Rolle als Tochter reicher Eltern, nutzlos.
Auch ihre jüngere Schwester Georgiana ist trotz des Erbes eines Immobilienvermögens im Rücken nicht sorgenlos, hat sie sich doch unglücklich in einen Kollegen verliebt.

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen geschildert, die alle für sich privilegiert, aber nicht ohne Probleme sind.
Die Figuren sind lebensecht und auch wenn einem das millionenschwere Luxusleben fremd ist, kann man sich sehr gut in sie hineinversetzen. Sie zeigen Unsicherheiten, hinterfragen ihre Rollen und Lebensentwürfe, wobei Darley und Georgiana ihren Snobismus nie ganz ablegen können und in ihrer eigenen Welt gefangen sind. Diese unsensible Seite bekommt vor allem Sasha zu spüren, die sich dennoch um Zugehörigkeit bemüht.

Der Roman vermittelt einen kritisch-humorvollen Einblick in das Leben der weißen Oberschicht in New York. Es geht um Familie, die Beziehungen untereinander, gesellschaftliche Verpflichtungen und die Suche nach Identität sowie um Klassenunterschiede und Rassismus. Durch die wechselnden Perspektiven und unterschiedlichen Wahrnehmungen ist das Buch abwechslungsreich und unterhaltsam, auch wenn wirklich fesselnde Momente ausbleiben.
Im Verlauf der Handlung wird eine Entwicklung der Hauptcharaktere in eine positive Richtung erkennbar, was auch zu einem harmonischen Ende führt und die Bedeutung der Familie unabhängig vom Finanzstatus betont.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Spurensuche nach der zu früh verloren gegangenen Liebe mit überraschenden Erkenntnissen

Eine Liebe ohne Sommer
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Rosa und Nikolas lernen sich im Treppenhaus ihres Wohnhauses kennen, denn seine Mutter wohnt nur ein Stockwerk tiefer und ist entzückt von der potentiellen Schwiegertochter. Rosa und Nikolas verstehen ...

Rosa und Nikolas lernen sich im Treppenhaus ihres Wohnhauses kennen, denn seine Mutter wohnt nur ein Stockwerk tiefer und ist entzückt von der potentiellen Schwiegertochter. Rosa und Nikolas verstehen sich auf Anhieb gut, auch wenn Rosas Selbstzweifel immer ein wenig dazwischenfunken. Dazu kommt, dass Nikolas nur wenig von sich preisgibt und viele von Rosas Fragen unbeantwortet lässt. Dennoch schweben sie auf Wolke sieben, wenn sie Zeit miteinander verbringen. Bevor Nikolas sein Versprechen einlösen kann, über Vergangenes zu sprechen und Rosa seine Freunde vorzustellen, stirbt er bei einem Unfall - nach nur drei Monaten Beziehung.
Rosa ist derart perplex, dass sie alles zu hinterfragen beginnt. In Gesprächen mit Menschen, die Nikolas länger kannten, versucht sie herauszufinden, wer ihr Freund war und welche Geheimnisse er vor ihr verborgen hat.

Der Roman wir aus der Sicht von Rosa erzählt, beginnend vom Kennenlernen von Nikolas bis zu Trennung durch seinen viel zu frühen Tod.
Das Gefühlschaos von Rosa ist dabei nachvollziehbar dargestellt. Sie ist frisch verliebt in einen unglaublich gut aussehenden, solventen Mann, verspürt aber dass er sie auf Distanz hält und sie nicht komplett in ihr Leben lässt. Als er sich zu öffnen beginnt, erfolgt der Unfall und Rosa bleibt mit vielen offenen Fragen zurück. Nach seinem Tod hinterfragt sie sogar, ob es überhaupt Liebe war und ob sie genug um ihn trauert. Die Begegnungen mit anderen Menschen, die mitunter nur widerwillig mit ihr sprechen, zeigen ihr unterschiedliche Bilder von Nikolas.

Die Geschichte ist nicht so traurig und emotional wie erwartet, denn statt einer romantischen jungen Liebe, Trauer und Trauerbewältigung rückt die Frage in den Vordergrund, wie gut man den Menschen kennt, den man liebt.
Der Wechsel zwischen gegenwärtiger Suche nach Antworten und den Erinnerungen an die Liebe zu Nikolas sorgt für spannende Momente, was Rosa über Nikolas herausfinden könnte und offenbart tatsächlich Geheimnisse, die Rosa erst einmal verarbeiten muss und neue Unsicherheit schüren.

"Eine Liebe ohne Sommer" erzählt von einer Liebesgeschichte, die über die erste Phase der Verliebtheit kaum hinausgekommen ist. Sie handelt von einer Frau auf der Suche nach Antworten, von Unsicherheiten und Selbstzweifel, aber auch von Freundschaft und den Herausforderungen im Job. Mit den unterschiedlichen Begegnungen ist es eine abwechslungsreiche, lebendige und unterhaltsame Geschichte, die auf die zwischenmenschlichen Beziehungen zu Geliebten, Freunden, Familie und Nachbarn abstellt.

Obzwar das Ende durchaus befriedigend ist, da Rosa Antworten auf ihre Fragen findet und Abschied nehmen kann, fühlt es sich mit den gefundenen Freundschaften und Nikolas Abschiedsgeschenk doch etwas zu euphemistisch an.

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