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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2026

Wenn das Paradies plötzlich Zähne zeigt

Heaven's Gate
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Salz auf der Haut, Hitze in der Luft und irgendwo zwischen Palmen, Wellen und dunklen Geschäften wartet dieser Krimi darauf, einen ganz langsam in seinen Sog zu ziehen.

Bei Heaven's Gate hatte ich sofort ...

Salz auf der Haut, Hitze in der Luft und irgendwo zwischen Palmen, Wellen und dunklen Geschäften wartet dieser Krimi darauf, einen ganz langsam in seinen Sog zu ziehen.

Bei Heaven's Gate hatte ich sofort dieses Gefühl von trügerischer Urlaubsidylle. Surogao klingt erst nach Paradies, nach Surfbrettern, Sonne und Menschen, die sich selbst suchen. Doch unter dieser schönen Oberfläche brodelt es gewaltig. Drogen, Gewalt, Korruption und verschwundene Söhne machen aus dem Inseltraum ziemlich schnell einen Ort, an dem jede falsche Entscheidung wehtun kann.

Caruso mochte ich als Figur sehr. Kein glänzender Held, keiner, der alles im Griff hat, sondern einer mit Schulden, Ecken, Müdigkeit und einem Herzen, das trotz allem noch nicht ganz abgestumpft ist. Gerade dieses Kaputte macht ihn für mich spannend. Er wirkt wie jemand, der eigentlich weglaufen könnte, aber dann doch stehen bleibt, wenn es ernst wird.

Der Schreibstil passt für mich wunderbar zum Genre. Bildhaft, etwas rau, mit dieser dunklen Krimi Stimmung, aber ohne die besondere Kulisse zu verlieren. Man spürt das Meer, die Schwüle, die Gefahr und auch diese Einsamkeit, die zwischen den Zeilen hängt.

Für mich ist Heaven's Gate ein atmosphärischer, besonderer Krimi mit starkem Setting und einer Hauptfigur, von der ich gern mehr lesen würde. Nicht perfekt glatt, aber genau deshalb ziemlich reizvoll.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Wenn Eisdrachen fliegen und Herzen stolpern

Khyona (2). Die Macht der Eisdrachen
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Zwischen Feuer, Eis und flatternden Buchseiten hat mich Khyona 2 wieder komplett nach Isslar gezogen. Dieses Buch war bei uns ein echter Buddyread, so richtig mit „Warte, nicht weiterlesen, ich bin noch ...

Zwischen Feuer, Eis und flatternden Buchseiten hat mich Khyona 2 wieder komplett nach Isslar gezogen. Dieses Buch war bei uns ein echter Buddyread, so richtig mit „Warte, nicht weiterlesen, ich bin noch nicht so weit!“ und „Oh nein, sag mir nicht, dass Cecily jetzt wieder auftaucht“. Genau solche Momente liebe ich, wenn man nicht nur liest, sondern gemeinsam in dieser Welt steckt.

Kari kehrt zurück nach Isslar und sofort liegt diese besondere Mischung aus Sehnsucht, Gefahr und Magie in der Luft. Island, Eisdrachen, Elfen, Vulkane und politische Machtspiele, das fühlt sich beim Lesen an wie kalter Wind im Gesicht und gleichzeitig wie ein warmes Kribbeln im Bauch. Besonders Karis Verbindung zu den Eisdrachen hat mich berührt, weil da so viel Vertrauen, Angst und Verantwortung mitschwingt.

Beim Lesen haben wir oft abwechselnd das Buch in der Hand gehabt. Eine liest, die andere schaut schon viel zu neugierig rüber. Zwischendurch kamen kleine Kommentare wie „Andrik ist aber auch schwierig“ oder „Cecily nervt so gut, dass es schon wieder Spaß macht“. Genau dadurch wurde die Geschichte noch lebendiger.

Für mich ist Die Macht der Eisdrachen eine atmosphärische, spannende und gefühlvolle Fortsetzung, die jugendliche Fantasy wunderbar mit großen Fragen verbindet. Wer bin ich wirklich? Wem kann ich vertrauen? Und wie viel Herz hält man aus, wenn um einen herum alles nach Krieg riecht?

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Odysseus ohne Heldenpolitur

Odysseus
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Odysseus klingt erstmal nach Schulbuch, Sandalenfilm und diesem einen Namen, den man irgendwie immer kennt, aber selten wirklich greifen kann. Und dann kommt Raimund Schulz um die Ecke und sagt sinngemäß: ...

Odysseus klingt erstmal nach Schulbuch, Sandalenfilm und diesem einen Namen, den man irgendwie immer kennt, aber selten wirklich greifen kann. Und dann kommt Raimund Schulz um die Ecke und sagt sinngemäß: Halt mal kurz den Weinbecher, wir schauen uns den Mann jetzt richtig an.

Das Buch macht aus Odysseus keinen glattgebügelten Held mit glänzendem Umhang. Zum Glück. Hier geht es um einen Überlebenskünstler, einen Taktiker, einen Heimkehrer, aber auch um eine ziemlich raue Welt, in der List manchmal wichtiger ist als Moral und ein falscher Schritt direkt ins Verderben führen kann.

Gerade das hat mir gefallen. Diese Antike wirkt nicht wie ein Museum mit Vitrinenlicht, sondern lebendig, hart, gefährlich und manchmal erschreckend nah an uns dran. Man merkt, dass Schulz weiß, wovon er spricht, ohne dabei ständig mit Fachbegriffen um sich zu werfen. Trotzdem muss man wach bleiben. Das ist kein Buch, das einem alles in mundgerechte Häppchen serviert. Manchmal musste mein Kopf kurz sagen: Moment, Kaffee nachfüllen, wir sind hier gerade historisch unterwegs.

Besonders stark fand ich den Blick hinter den Mythos. Odysseus wird nicht kleiner gemacht, sondern menschlicher. Und genau dadurch wird er spannender. Kein makelloser Held, sondern einer, der fällt, trickst, kämpft, zweifelt und trotzdem weitermacht.

Für mich ein kluges, dichtes und überraschend modernes Sachbuch über einen alten Stoff. Nicht immer leicht, aber lohnend. Wer Antike mag, bekommt hier kein trockenes Referat, sondern eine Reise mit Seegang, Abgründen und ziemlich viel Hirnfutter.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Magisches Chaos mit ganz viel Herz

Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1)
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Magische Schulflure, kleine Katastrophen und eine Heldin, die erst lernen muss, dass Anderssein kein Fehler ist, haben mich bei diesem Buch sofort abgeholt.

Gemeinsam mit meiner Nichte gelesen und vorgelesen, ...

Magische Schulflure, kleine Katastrophen und eine Heldin, die erst lernen muss, dass Anderssein kein Fehler ist, haben mich bei diesem Buch sofort abgeholt.

Gemeinsam mit meiner Nichte gelesen und vorgelesen, hatte die Geschichte genau diesen Zauber, den Kinderfantasy für mich haben darf. Vin ist keine perfekte Heldin, sondern wild, unsicher, eigensinnig und manchmal herrlich chaotisch. Gerade deshalb mochte ich sie so gern. Man spürt schnell, wie viel in ihr brodelt und wie sehr sie sich nach einem Ort sehnt, an dem sie nicht ständig das Problem ist.

Das Internat für magische Talente fühlt sich an wie ein sicherer Zufluchtsort für alle, die sonst nirgends richtig reinpassen. Die Freundschaften entwickeln sich schön, der Schulalltag ist lebendig beschrieben und die magischen Elemente sind kindgerecht, aber nicht zu einfach. Beim Vorlesen gab es immer wieder Stellen, an denen meine Nichte neugierig nachgefragt hat, und genau das macht für mich ein gutes Kinderbuch aus.

Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Humor, Gefühl und Spannung. Es ist nicht düster überladen, aber trotzdem geheimnisvoll genug, um dranzubleiben. Einige Wendungen waren für mich recht vorhersehbar, doch für die Zielgruppe funktioniert das wunderbar.

Ein liebevoller, fantasievoller Auftakt mit Herz, Chaos und ganz viel Magie.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Wenn Reisen mehr ist als nur Kofferpacken

Reisen
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Manchmal liegt ein Buch vor einem und man denkt: Na gut, dann reisen wir eben los. Nur merkt man bei Felicitas Hoppe ziemlich schnell, dass hier niemand einfach den Koffer packt, Sonnencreme einsteckt ...

Manchmal liegt ein Buch vor einem und man denkt: Na gut, dann reisen wir eben los. Nur merkt man bei Felicitas Hoppe ziemlich schnell, dass hier niemand einfach den Koffer packt, Sonnencreme einsteckt und einen netten Reisebericht abliefert.

Reisen ist eher ein gedanklicher Aufbruch. Einer mit Umwegen, kleinen Stolperern, klugen Sätzen und diesem leichten Gefühl, dass man nach drei Seiten schon wieder mehr über sich selbst nachdenkt als über irgendeinen Ort auf der Landkarte.

Felicitas Hoppe schreibt über das Unterwegssein, über Freiheit, Sehnsucht, Rastlosigkeit und diese seltsame menschliche Angewohnheit, ständig irgendwohin zu wollen. Und ja, manchmal musste ich kurz innerlich die Hand heben und fragen: Moment, wo genau sind wir gerade? Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Reisen ist eben nicht immer geradeaus. Manchmal ist es Umweg, Müdigkeit, Staunen, Zweifel und ein belegtes Brötchen auf einem Bahnsteig, das erstaunlich viel über das Leben erzählt.

Sprachlich ist das Buch richtig stark. Klug, verspielt, manchmal fast schwebend. Kein Buch, das man mal eben nebenbei wegatmet, sondern eins, bei dem man zwischendurch innehält und denkt: Verdammt, schöner Satz. Gleichzeitig fordert es auch ein bisschen Geduld. Wer klare Reiserouten, exotische Schauplätze und Postkartengefühl erwartet, wird hier vielleicht nicht komplett abgeholt.

Für mich ist Reisen ein literarischer Essay mit Herz, Kopf und ordentlich Bewegung im Gepäck. Kein Wohlfühlurlaub, eher eine kluge Zugfahrt mit Fensterplatz, bei der draußen die Welt vorbeizieht und drinnen plötzlich ziemlich viel passiert.

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