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Veröffentlicht am 14.09.2025

Spannender Fall in spannender Zeit

Die Farbe des Schattens
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Der Name Susanne Tägder war mir bisher völlig unbekannt, obwohl es sich bei "Die Farbe des Schattens" schon um den zweiten Band einer Krimireihe handelt.
Deshalb habe ich noch schnell Band 1 ...

Der Name Susanne Tägder war mir bisher völlig unbekannt, obwohl es sich bei "Die Farbe des Schattens" schon um den zweiten Band einer Krimireihe handelt.
Deshalb habe ich noch schnell Band 1 davorgeschoben, man kann das vorliegende Buch aber auch gut unabhängig lesen.
Denn im Vordergrund stehen nicht die Ermittler - die wenigen persönlichen Informationen werden auch in diesem Band erwähnt - sondern allein der Fall.
Und der hat es in sich.
Bzw. eigentlich zwei Fälle...
Der 11jährige Matti ist verschwunden. Von einer kurzen Einkaufstour nicht wieder zurückgekehrt.
Schnell werden Parallelen offensichtlich. Zum Fall des vor 6 Jahren ebenfalls verschwundenen und schließlich ermordeten Chris...
Aber das wirklich Interessante an diesem Krimi ist nicht der Fall und seine Aufklärung.
Sondern zum Einen die Zeit.
In den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde quasi noch "per Hand" ermittelt, ohne Zugriff zu haben auf Smartphones, DNA-Datenbanken und Profiling.
Zum Anderen der Ort der Handlung. Eine Kleinstadt im Osten, eine Plattenbausiedlung kurz nach der Wende.
Als "Wessi" kann man sich das Leben dort ja nicht wirklich vorstellen, aber nach dem Lesen des Buches hat man zumindest einen kleinen Eindruck davon, wie das Leben dort ausgesehen haben könnte.
Eine rundum gelungene Geschichte, sowohl von der Krimihandlung her als auch vom Geschehen "drumherum".
Volle fünf Sterne von mir und eine klare Leseemfehlung.
Ich freu mich schon auf den nächsten Band...

Veröffentlicht am 15.05.2025

Auf der Suche nach den Wurzeln - Zwischen düsterer Vergangenheit und hoffnungsvoller Zukunft

Zypressensommer
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Grundsätzlich bin ich kein großer Fan von Büchern, deren Handlung sich auf verschiedenen Zeitebenen abspielt.
Aber da ich Teresa Simon alias Brigitte Riebe als Autorin sehr schätze, musste ich ...

Grundsätzlich bin ich kein großer Fan von Büchern, deren Handlung sich auf verschiedenen Zeitebenen abspielt.
Aber da ich Teresa Simon alias Brigitte Riebe als Autorin sehr schätze, musste ich einfach einen weiteren Versuch starten.
Und ich wurde - natürlich - nicht enttäuscht.
Julia Matthiesen, junge Hamburgerin, Goldschmiedin mit eigenem Lädchen, Single und offen für Neues, reist nach dem Tod ihres geliebten Großvaters Gianni Conti in die Toscana, um in dem kleinen Dorf, aus dem er stammte, mehr über seine Herkunft - ihre Wurzeln - zu erfahren.
Mithilfe des jungen Matteo Conti - ist die Namensgleichheit nur Zufall oder mehr? - macht sie sich auf Spurensuche. Dabei enthüllt sie eine Familiengeschichte, die hoch interessant, spannend, tragisch und leider zum Teil auch unerträglich grausam ist.
Das Buch lässt sich in drei verschiedene Themenschwerpunkte unterteilen.
Da sind zum einen die historischen Ereignisse während des 2. Weltkrieges. Die Geschichte der italienischen Resistenza und der sogenannten IMIs, italienische Soldaten, die nach Deutschland verschleppt wurden und dort als Militärinternierte unter grausamsten Bedingungen Zwangsarbeit verrichten mussten, war mir bisher nicht so wirklich bekannt.
Wie immer bei der Autorin, die ja auch Historikerin ist, bis ins Detail recherchiert. Keine leichte Kost, beim Lesen war ich oft den Tränen nahe. Aber wichtig, dass diese Ereignisse nicht vergessen werden und sich niemals wiederholen dürfen.
Das zweite ist die (tragische) Geschichte der Geschwister Conti, die von Liebe, Verlust und (scheinbarem?) Verrat erzählt. Auch hier schafft es die Autorin mit ihrer bewegenden Erzählweise, dass ich mich sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen kann und auf jeder Seite mitleide.
Und schließlich 3. eine aktuelle (1998) Liebesgeschichte.
Für mich der schwächste Teil und leider der Grund, warum ich mich nicht zum fünften Stern durchringen konnte.
Denn das war mir alles ein wenig zu viel des Guten.
Aber das ist natürlich Geschmackssache. Anhänger von Liebesromanen werden auch diesen Teil mögen, und bei all den düsteren Geschehnissen der Vergangenheit braucht es ja auch Hoffnung auf die Zukunft...
Auf jeden Fall hatte die Lektüre bei mir noch den positiven Nebeneffekt, dass sie richtig Lust macht auf eine Reise in die Toscana.
Ein paar typisch italienische Rezepte zum Schluss runden das Ganze noch ab.
Insgesamt gute vier Sterne und auf jeden Fall einen Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 14.07.2026

Liebe, Hass und raues Inselleben

Sturmland
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Gerade habe ich "Sturmland" ausgelesen und tu mich jetzt etwas schwer damit, eine Rezension zu verfassen.
Dabei ist es eine faszinierende Geschichte...aber eine Geschichte, auf die man sich einlassen ...

Gerade habe ich "Sturmland" ausgelesen und tu mich jetzt etwas schwer damit, eine Rezension zu verfassen.
Dabei ist es eine faszinierende Geschichte...aber eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss, die man nicht mal eben so "nebenbei" lesen kann.
Worum geht es?
Cora und Onnen...zwei Getriebene.
Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit.
Da ist zum einen Cora, die Reederstochter aus Hamburg, die auf Norderney eine Stelle als Hauslehrerin der tuberkulosekranken Emmi antritt.
Auf der anderen Seite Onnen, Fischer und Tagelöhner, auf Norderney lebend, obwohl er eigentlich von der Insel Borkum stammt.
Die Beziehung der beiden entwickelt sich hochspannend von zunächst tiefster Abneigung bis hin zu...das ist die Frage, die bis zum Schluss offen bleibt.
Beide haben ihre Geheimnisse in der Vergangenheit, auf die man als Leser natürlich sehr gespannt ist, die aber nur sehr langsam, quasi Schicht um Schicht, enthüllt werden.
Das ist der Grund, warum ich den fünften Stern leider nicht vergeben kann, denn die Geduld des Lesers wird in meinen Augen etwas zu stark strapaziert, das Buch hat doch einige Längen, zumindest in der ersten Hälfte.
Dennoch war ich nie in Versuchung abzubrechen.
Dafür ist der Schreibstil der Autorin viel zu fesselnd, und durch die etwas langsame Entwicklung der Geschichten kann man sich ja umso besser in die Protagonisten hineinversetzen.
Zumal die Handlung ab der Mitte des Buches an Fahrt aufnimmt, und das (offene) Ende macht absolut neugierig auf Band 2.
Von mir eine absolute Empfehlung für Leser, die nicht nur Action möchten, sondern sich auf eine Geschichte mit Tiefgang einlassen können.
Und natürlich für Norderney- und Borkum-Interessierte, denn so ganz nebenbei erfährt man viele interessante Dinge über die beiden Inseln und ihre Entwicklungen im 19. Jahrhundert.

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Veröffentlicht am 28.06.2026

Typischer Schweden-Thriller - und doch irgendwie anders

Deine Zeit wird kommen
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Gerade habe ich das Buch ausgelesen. Und muss es erstmal sacken lassen. Denn was war das nun genau? Einerseits ein typischer skandinavischer Thriller. Andererseits doch auch sehr viel mehr.
Worum ...

Gerade habe ich das Buch ausgelesen. Und muss es erstmal sacken lassen. Denn was war das nun genau? Einerseits ein typischer skandinavischer Thriller. Andererseits doch auch sehr viel mehr.
Worum geht es?
Im schwedischen Falkenberg, nahe der Provinz Schonen, wird eine junge Frau tot aufgefunden, erdrosselt und offensichtlich über einen langen Zeitraum vor ihrem Tod schwer misshandelt.
Die beiden Kommissare Björling und Johanna, die jeweils ihre eigene persönliche Tragödie im Rucksack tragen, beginnen mit den Ermittlungen. Jeweils mehr allein als gemeinsam, was ich etwas irritierend fand.
Als dann auch noch Björlings Tochter verschwindet, wird der Fall sehr persönlich. Und auch etwas unrealistisch. Denn dass man als Vater einer vermissten Tochter noch selbst ermittelt, wenn auch nur anfangs und am Rande, erscheint mir nicht ganz glaubwürdig, auch nicht in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Es gibt verschiedene Verdächtige, was manchmal etwas verwirrend ist. Zum Schluss wird es dann noch richtig spannend, und die Auflösung ist etwas überraschend, aber schlüssig.
Aber wie gesagt... das Buch ist noch sehr viel mehr als ein "einfacher" Thriller. Die Art, wie beide Ermittler mit ihren traumatischen Erfahrungen umgehen, ist eindrucksvoll beschrieben. Besonders die Momente, in denen Björling mit seiner verstorbenen Frau "spricht", haben mich sehr berührt. Johanna dagegen wirkt auf mich als Leser etwas unnahbar. Aber wer weiß, vielleicht entwickelt sich das ja alles noch in einer Fortsetzung, ich würde sie lesen.
Denn mir hat das Buch gut gefallen. Vielleicht auch gerade deshalb, weil es etwas aus dem Raster des typischen Skandinavien-Thrillers herausragt.
Vor allem auch der Schreibstil des Autors hat mich gefesselt und inspiriert, weitere Bücher von Carl-Johan Vallgren zu lesen. Es gibt ja noch einige...

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Spannender Fall mit spannendem Ermittlerteam

Strandopfer
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Mein erstes Buch von Frank Goldammer. Sicher nicht mein letztes.
Länderübergreifende Ermittlerteams sind ja gerade im Trend, aber ein deutsch-polnisches kannte ich bisher noch nicht. Eine, vor ...

Mein erstes Buch von Frank Goldammer. Sicher nicht mein letztes.
Länderübergreifende Ermittlerteams sind ja gerade im Trend, aber ein deutsch-polnisches kannte ich bisher noch nicht. Eine, vor allem aufgrund der historischen Vorgeschichte schwierige Kombination mit viel Konfliktpotential, und genau so präsentiert sie sich hier. Der Autor schafft es, sehr sensibel mit dem Thema umzugehen, was seinen Protagonisten nicht immer gelingt. Das ist kein Widerspruch, sondern gefällt mir sehr gut.
Aber erstmal zum Fall...
An der polnischen Küste ertrinkt ein deutscher Urlauber, und zeitgleich verschwindet ein Kind, das mit dem Urlauber unterwegs war. Schnell wird klar, dass es kein Unfall war...
Und so kommen Lena und Adam ins Spiel, das deutsch-polnische Ermittlerduo.
Spuren gibt es nur wenige, und so konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Gruppe der Urlauber, zu der sowohl der Tote als auch das vermisste Mädchen gehören. Denn irgendwas stimmt nicht mit bzw. in der Gruppe, soviel ist schnell klar.
Die Verdächtigen wechseln sich ab, und auch zwischen Lena und Adam ist ein ein Hin und Her zwischen zögerlicher Annäherung und Zurückweisung.
Bis ein weiterer Mord geschieht und die Lage sich zuspitzt.
Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, der Kriminalfall geschickt konstruiert, die Kombination Deutschland-Polen mal neu und interessant.
und last but not least...das Cover des Buches ist wunderschön. Auch, wenn ich es nicht unbedingt wichtig finde, stach dieses sofort ins Auge.
Ich hoffe sehr auf eine baldige Fortsetzung!

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