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Alesia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Seelentiere und Magieexplosionen

Seamere College 1. Strange Familiars
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Gwendolynne Chan steht kurz vor ihrem Abschluss am Seamere College für magische Tiermedizin und will die Auszeichnung der Jahrgangsbesten erhalten. Ihr größter Konkurrent ist Harrisford Briggs, arrogant ...

Gwendolynne Chan steht kurz vor ihrem Abschluss am Seamere College für magische Tiermedizin und will die Auszeichnung der Jahrgangsbesten erhalten. Ihr größter Konkurrent ist Harrisford Briggs, arrogant und aus reichem Elternhaus. Als magische Explosionen London erschüttern, arbeiten beide zusammen und kommen hinter gefährliche Geheimnisse.

Seamere College 1. Strange Familiars von Keshe Chow ist spannende Rivals to Lovers-Romantasy mit College-Elementen und magischen Geschöpfen. Das Setting ist modern, unterscheidet sich aber von unserer Welt durch Magie und Tierwesen. So gibt es beispielsweise Seelentiere, die mit ihrem menschlichen Gefährten gedanklich kommunizieren können. Dies, sowie die Tierarztaspekte, hat mir gut gefallen. Gwendolynne und Harrisford sind zwei sehr gegensätzliche Charaktere, in fast jeder Hinsicht. Aber beide haben einen guten Grund Jahrgangsbester werden zu wollen. Mit Harrisford wurde ich aufgrund seiner arroganten Art erst langsam warm. Zwischen beiden entwickelt sich eine schöne Lovestory. Aufgrund von Spicy Szenen liegt das Buch altersmäßig oberhalb des Jugendbuchbereichs, eher im New Adult Bereich. Das Magiesystem fand ich leider nicht ganz verständlich ausgearbeitet. Stellenweise hat die Geschichte für mich auch Logikprobleme. Da das Ende offen gehalten ist, kann man auf eine Fortsetzung gespannt sein.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Midlife

Bin in der Lebensmitte. Komme klar.
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Tanja Mairhofer hat die Fünfzig erreicht und schreibt mit "Bin in der Lebensmitte. Komme klar" ein Buch für Frauen zwischen 40 und Mitte fünfzig in dem es um weit mehr als schwindende Östrogene und grauen ...

Tanja Mairhofer hat die Fünfzig erreicht und schreibt mit "Bin in der Lebensmitte. Komme klar" ein Buch für Frauen zwischen 40 und Mitte fünfzig in dem es um weit mehr als schwindende Östrogene und grauen Haaransatz geht. Das Ganze ist kein Ratgeber sondern eine Mischung aus Gedanken und Erfahrungen der Autorin. Vom Umgang mit Falten, Klassentreffen, Konsumverhalten, Altersdiskriminierung, Zusammentreffen von Wechseljahren und Teenagerhormonen, vieles hat in den Buch Platz. Einige Themen fand ich sehr interessant und lesenswert. Nicht alles, was die Autorin schreibt, betrifft unbedingt die Lebensmitte. Der Stil ist sehr persönlich, lebendig, ehrlich und humorvoll. Jugenderinnerungen schaffen hier auch eine persönliche Nähe. Ich habe mich insgesamt in einigen Gedanken wiedererkannt, auch wenn einiges für mich nicht relevant war.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Kulinarischer Poloniummord

Noch fünf Tage
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Gourmet-Köchin Lis wird in fünf Tagen sterben. Sie wurde gemeinsam mit der Milliardärsfamilie Harman ermordet. Während die Mitglieder der Familie nach dem Silvesterdinner direkt gestorben sind, hat Lis ...

Gourmet-Köchin Lis wird in fünf Tagen sterben. Sie wurde gemeinsam mit der Milliardärsfamilie Harman ermordet. Während die Mitglieder der Familie nach dem Silvesterdinner direkt gestorben sind, hat Lis nur eine kleine Menge des radioaktiven Giftes zu sich genommen, das sie nun langsam tötet. Sind fünf Tage genug Zeit, um den eigenen Mörder zu finden?

Das Konzept des Thrillers "Noch fünf Tage" von Helena Falke ist vergleichsweise originell. Lediglich bei einem anderen Jugendthriller habe ich erlebt, dass das Opfer selbst versucht seinen Mörder zu finden. Dort war das Ganze zugegebenermaßen etwas spannender umgesetzt. Hier ermittelt Lis hauptsächlich von ihrem Sterbebett aus. Motivation dafür ist lediglich die Zukunft ihrer Tochter Cosima. Ihre ständigen Begleiter sind Krankenpflegerin Esme und die Digitaluhr, eine stetige Erinnerung an die Zeit, die ihr verbleibt. Beim Lesen merkt man, dass Lis Köchin und keine Ermittlerin ist. Gedanklich arbeitet sie ihre Zeit als Angestellte der Harmans auf, taucht ein in eine Welt des Reichtums und der Mehrgänge-Menüs. Figuren werden von ihr verdächtigt und dann als Täter wieder verworfen. Hin und wieder zieht sich die Geschichte durch detaillierte Beschreibungen dabei in die Länge. Für mich war es kein Page-Turner. Insgesamt interessant erzählt, auch wenn ich mir mehr Spannung gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Der Weg des schönen Garns

Heimkehr nach Morioka
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Die 17-jährige Mio geht nicht mehr zur Schule, nachdem sie dort gemobbt wurde. Eingewickelt in ein Tuch, das ihre Großeltern für sie gewebt hatten, wird deren Heimatstadt Morioka für Mio zum Sehnsuchtsort. ...

Die 17-jährige Mio geht nicht mehr zur Schule, nachdem sie dort gemobbt wurde. Eingewickelt in ein Tuch, das ihre Großeltern für sie gewebt hatten, wird deren Heimatstadt Morioka für Mio zum Sehnsuchtsort. Nach einem Streit mit ihrer Mutter flieht Mio dorthin zu ihrem Großvater, den sie bisher nie kennengelernt hat. Mit dem Ziel, sich ein eigenes Tuch zu weben, beginnt Mios Leidenschaft für das Wollhandwerk.

Heimkehr nach Morioka von Yuki Ibuki ist ein eher zarter, aber tiefgründiger japanischer Coming of Age Roman. Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht von Mio und ihrem Vater Hiroshi erzählt. Mio ist eine sehr schüchterne Protagonistin, der es auf jeden Fall an Selbstvertrauen fehlt. Während der gesamten Geschichte merkt man dies, und sie muss an sich arbeiten, um ihre Ziele zu erkennen und für diese einzustehen. Bei Mios Vater steht die Thematik des Scheiterns von zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund. Zu seinem Vater baut er nach langen Jahren wieder Kontakt auf, während seine Ehe ein bloßes Nebeneinanderherleben ist. Schulverweigerung, familiäre Sprachlosigkeit und Demenz sind insgesamt keine leichten Themen, derer sich das Buch annimmt. Trotzdem bleibt es dabei größtenteils hoffnungsvoll. Wie beim Weben des Tuches, dessen Herstellungsschritte ausführlich beschrieben werden, nimmt sich die Autorin für ihre zarte Geschichte viel Zeit. Stellenweise empfand ich das Erzähltempo dadurch als zu niedrig. Aspekte, auf die das Buch eingeht, wie der gesellschaftliche Leistungsdruck und familiäre Verpflichtungen, dürfen in der japanischen Gesellschaft stärker ausgeprägt sein. Gerade im Hinblick darauf fand ich die Geschichte sehr interessant. Insgesamt ein feinfühliger Blick auf eine japanische Familie und eine junge Frau, die zu ihren Wurzeln und zu sich selbst findet.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Als Arielle ertrank

Unter Wasser
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Marissa ist sechs, als sie ihre Mutter verliert und mit ihrem Vater nach Thailand geht. Bald lernt sie die gleichaltrige Arielle kennen. Eine starke Freundschaft entsteht. Beide wachsen zwischen Hotel ...

Marissa ist sechs, als sie ihre Mutter verliert und mit ihrem Vater nach Thailand geht. Bald lernt sie die gleichaltrige Arielle kennen. Eine starke Freundschaft entsteht. Beide wachsen zwischen Hotel und der meeresbiologischen Forschungsstation ihres Vaters auf, tauchen mit Mantarochen und erkunden die tropische Natur. Ein Paradies, nicht ganz ohne Schattenseiten gezeichnet, bis am 26. Dezember 2004 eine gigantische Welle beide erfasst und nur Marissa lebend wieder auftaucht. New York wird im Oktober 2012 von einem Hurrikan bedroht. Arielles Schicksal und die Trauer um sie haben Marissa nie losgelassen. Die erneute drohende Naturkatastrophe ist Ausgangspunkt für Marissas Geschichte.

Unter Wasser von Tara Menon ist ein nicht ganz leicht zu lesendes Buch über Freundschaft, Trauer und gefühlte Schuld. Den Tsunami von 2004, bei dem etwas 230.000 Menschen das Leben verloren, habe ich aus den Medien noch in Erinnerung. Gerade die Unmittelbarkeit und Chancenlosigkeit waren erschreckend. Tara Menon nimmt sich in dem doch eher kurzen Buch viel Zeit für die Beschreibung der Natur Thailands und der Atmosphäre New Yorks. Das geschieht mitunter so anschaulich, dass man beispielsweise die Mantarochen an sich vorbeiziehen sieht. Gleichzeitig wechseln die zwei Zeitebenen stetig. Man muss sich darauf konzentrieren, wo Marissa gerade ist. Neben Naturbeschreibungen steht ganz klar die Freundschaft von Marissa und Arielle, sowie Marissas unverarbeitete Trauer im Vordergrund. Einfühlsam und emotional, aufgrund ihrer schweren Thematik und des erzählerischen Aufbaus nicht ganz einfach zu lesen, konnte mich diese Geschichte von Freundschaft und Verlust insgesamt überzeugen.

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