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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2026

Da wäre mehr drin gewesen

Death at Morning House
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Dafür dass das Buch das Wort „Todesfälle“ im Titel trägt hätte ich mir mehr Gothic Novel und weniger historischer Familienroman vorgestellt. Das Setting der Insel und von Morning ist spektakulär und kommt ...

Dafür dass das Buch das Wort „Todesfälle“ im Titel trägt hätte ich mir mehr Gothic Novel und weniger historischer Familienroman vorgestellt. Das Setting der Insel und von Morning ist spektakulär und kommt innerhalb der Geschichte gut rüber.

In zwei Zeitachsen erfährt man nicht nur viel über das Leben der Familie, sondern auch darüber was am Tag der Todesfälle passiert ist. Generell fand ich alles rund um die Familiendynamik sehr interessant angelegt.

In der Gegenwartshandlung plätschern die Ereignisse bis zur Mitte des Buches eher so ein bisschen vor sich hin. Da hätte das Tempo für meinen Geschmack gerne etwas anziehen können. Als dann plötzlich die Organisatorin vermisst wird, kommt endlich Spannung rein.

Insgesamt liest sichs locker weg, die Auflösung fand ich irgendwie nen Ticken drüber und generell hat es mir einfach zu lange gedauert, bis wirklich was passiert. Da wär auf jeden Fall Luft nach oben gewesen. Ist aber unterm Strich kein schlechtes Buch, solides Mittelfeld für mich

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Veröffentlicht am 25.05.2026

fands ok, Potential ist da

Lucifer Ascending – One Sinful Secret
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Marie Niehoff lese ich richtig gerne und allein die Aufmachung dieses Buches ist absolut spektakulär. Ich finde nicht nur die Illustrationen, die einzelnen Parts voneinander treffen richtig schön, sondern ...

Marie Niehoff lese ich richtig gerne und allein die Aufmachung dieses Buches ist absolut spektakulär. Ich finde nicht nur die Illustrationen, die einzelnen Parts voneinander treffen richtig schön, sondern das ganze Buch ist mit seinen perfekt gewählten Kapitelüberschriften, den schwarzen Seiten und dem Farbschnitt ein Gesamtkunstwerk.

Der Damonenjäger-Orden hat mich so ein bisschen an die Shadowhunters erinnert und ich fands fast ein bisschen schade, dass man vom Orden selbst und vor allem von Lils Ausbildung in Bannmagie so wenig erfährt. Die Fantasykomponente der Geschichte ist vor allem im ersten Part eher Nebenrauschen, wenig vertieft. Weil sich die Geschichte aber herrlich locker weg liest, fällt das gar nicht mal so auf. Bis zu Part 2 passiert ehrlichweise generell nicht wirklich viel.

Ich mochte die wechselnden Erzählperspektiven und fang vor allem Jupiter absolut nahbar und herzzerreißend angelegt. Seine tiefe Liebe zu Lilian ist greifbar, trägt den ersten Part der Geschichte geradezu.
Mit dem Auftauchen von Lucifer kommt so ein bisschen Schwung rein und ich finde ihn als Charakter tatsächlich ziemlich schillernd. Er stiehlt den anderen beiden in meinen Augen direkt auch so ein bisschen die Show.

Bei der Lovestory bin ich so ein bisschen zwiegespalten. Anfangs dachte ich noch „wow, was für ne Green Flag“ und wie natürlich sich diese Entwicklung angefühlt hat. Aber dann wurde es fast schon ein bisschen trutschig mit der Co-Abhängigkeit. Ich hab mir da so ein bisschen was anderes erwartet.

Die Geschichte hat Potential, hat mich aber nicht so 100% abgeholt.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Nahbar, aber gleichzeitig distanziert

Fast Abend, immer noch hell
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Das Thema des Buches- alte Freunde wiedersehen, mit denen einen hauptsächlich noch die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit verbinden und mit denen man sich schrittweise immer mehr auseinandergelebt hat- ...

Das Thema des Buches- alte Freunde wiedersehen, mit denen einen hauptsächlich noch die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit verbinden und mit denen man sich schrittweise immer mehr auseinandergelebt hat- fand ich sehr ansprechend und nachvollziehbar. Die Freundesgruppe ist recht divers aufgestellt, wodurch es leichtfällt, sich in einer oder mehr Figuren wiederzufinden.

Die Handlung umspannt nur wenige Tage einer gemeinsamen Ausnahmesituation- ein gemeinsamer Urlaub, der in eine spontan verkündete Hochzeit gipfeln soll. Handlungstechnisch tut sich tatsächlich recht wenig, die Geschichte lebt vom Flair eines schwermütigen, trägen Sommers, der toll eingefangen wurde.

Mit den vielen Figuren habe ich mich anfangs schwergetan, aber man findet in den Rhythmus der Erzählung rein. Die verschiedenen Gefühle und Gedanken, die die einzelnen Figuren mit der Gruppe selbst und dem erlebten verbinden fand ich nachvollziehbar dargestellt. Vor allem die Gespräche über Beziehung, Sexualität und Lebensmodelle fand ich durchaus interessant aufgestellt und spannend zu verfolgen.

Man merkt, wie unterschwellig etwas zu brodeln beginnt. Es geht viel um den Drang zu gefallen, wahrgenommen zu werden und sich zugehörig zu fühlen. Trotzdem bleiben die Figuren distanziert und in ihren egoistischen Ansichten unsympathisch. Das Ende kam abrupt, aber vorhersehbar. Kann man so stehenlassen, aber irgendwie bleibt man halt auch unschlüssig und verlassen zurück.

Bin mir nicht sicher, ob ich verstanden habe, worum es hier geht oder was vermittelt werden sollte.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

allein in der Fremde

Moosland
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Ich fand das Buch allein thematisch super interessant und sehr lesenswert. Ich finde ja die Vorstellung nach dem Krieg die eigene Heimat zu verlassen, um in der Fremde neu anzufangen und dort die Frauen ...

Ich fand das Buch allein thematisch super interessant und sehr lesenswert. Ich finde ja die Vorstellung nach dem Krieg die eigene Heimat zu verlassen, um in der Fremde neu anzufangen und dort die Frauen zu ersetzen, die Landflucht begangen haben und nun als Ehefrauen, Mütter und Arbeitskräfte fehlen, irgendwie angsteinflößend. Dieses Gefühl von Ungewissheit, aber auch Angst und Hoffnung wird auch gut rübergebracht.

Die Sprachbarriere ist natürlich auch ein zentrales Thema in diesem Buch. Elsa ist sehr isoliert in ihrem Kopf und mit ihren Gefühlen. Ein bisschen as blitzt zwar in den Briefen an ihre Weggefährtin auf, aber da kein echter Briefwechsel zustande kommt, bleibt auch das eher distanziert und man bekommt eher eine vage Ahnung darüber, was Elsa umtreibt.

Sie versucht zwar es der Familie recht zu machen, eckt aber an verschiedenen Stellen immer wieder an. Für mich ist das auch der Punkt, an dem ich nicht so richtig Zugang zu Elsa und ihrer Geschichte gefunden haben und ich zum Beispiel auch ihre Entscheidung zum Ende hin nicht so richtig nachvollziehen konnte.

Das Buch hätte für mich gerne ein paar Seiten mehr haben können um mehr Tiefe zu erzeugen. Ich fands auch so nicht schlecht, aber habe scheinbar nicht den richtigen Zugang gefunden. Trotzdem interessant aufbereitet.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Bewegend, aber auch schwere Kost

33 Place Brugmann
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Ein Haus in Belgien und seine Bewohner im Wandel von Zeit, Kultur, Sozialstruktur. In Besatzung und Krieg. Das ist ein spannender und nahbar gewählter Erzählansatz, da die Bewohner sehr unterschiedlich ...

Ein Haus in Belgien und seine Bewohner im Wandel von Zeit, Kultur, Sozialstruktur. In Besatzung und Krieg. Das ist ein spannender und nahbar gewählter Erzählansatz, da die Bewohner sehr unterschiedlich aufgestellt sind und von verschiedenen Schicksalen ereilt werden. So bekommt man einen interessanten Blick auf das Leben in Brüssel unter Besatzung und Krieg.

Es fiel mir nicht so richtig leicht, mich auf diese Geschichte einzulassen, es gibt viele Figuren und Schicksale, nicht alle davon sympathisch oder tatsächlich ansprechend. Da gab es die mit denen ich mitgefiebert habe, wie zB die Raphaels und Charlotte, Figuren um die es mir einfach leidtat wie Masha, solche wo ich die Augen verdreht habe wie Mme Hobert oder den Colonel und solche, wo ich nicht so richtig mit warm geworden bin wie Francois.

ich fand die Geschichte fast ein bisschen übervoll. Ich wäre gerne an einigen Stellen noch verweilt. Dabei waren die einzelnen Kapitellängen durchaus gut gewählt, aber eben weil ich nicht alle Perspektiven unbedingt interessant fand, kam es mir zeitweise anstrengend vor, den einzelnen Handlungssträngen zu folgen.

Das Thema ist natürlich emotional sehr aufgeladen und ergreifend geschildert, aber eben auch keine leichte Kost und so war das für mich kein Buch, das man mal eben so nebenbei liest. ich musste mich schon konzentrieren um folgen zu können.

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