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Veröffentlicht am 25.05.2026

Art Mayer in Bedrängnis

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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Natürlich habe ich sie alle gelesen, alle Art Mayer-Thriller. Der Morgen. Die Dämmerung. Die Nacht. Nun endlich bin ich ihm wieder begegnet. Diesmal Im Morgengrauen. Der mittlerweile vierte ist Art Mayers ...

Natürlich habe ich sie alle gelesen, alle Art Mayer-Thriller. Der Morgen. Die Dämmerung. Die Nacht. Nun endlich bin ich ihm wieder begegnet. Diesmal Im Morgengrauen. Der mittlerweile vierte ist Art Mayers persönlichster Fall.

Bundeskanzler Henrik Westphal ist verschwunden. Videos von einer jungen Frau, die über ihn Schreckliches ausplaudert, gehen viral. Auf den U-Bahn-Gleisen wird eine enthauptete Frau gefunden. Und als ob dies nicht reichen würde, gerät Art in arge Bedrängnis. Nicht jeder ist auf seiner Seite, auf Nele Tschaikowski jedoch kann Art sich verlassen, auch wenn sie selber ziemlich angeschlagen ist, was nicht zuletzt privater Natur ist.

Es ist eine gewisse Kessy, Kessy X, die diesmal eine durchgehende Rolle einnimmt. Und es sind so einige Erzählstränge, die im schnellen Wechsel die einzelnen Taten durchleuchten. Der Bundeskanzler – ist er entführt worden, ist er tot? Auch wenn sich die Ermittlungen in eine bestimmte Richtung bewegen, ist diese Frage nicht geklärt. Wer steckt wirklich hinter den Video-Clips, was hat Art Mayer damit zu tun, wer ist auf welcher Seite? Und was hat diese tote Frau auf den Gleisen mit all dem zu tun?

Gerade habe ich das Buch zugeklappt und bin wieder mal hin und weg. Was allerdings anfangs gar nicht danach ausgesehen hat, denn die Story beginnt so absurd, so unwirklich, so gar nicht glaubhaft. Gut, ein Thriller darf überzeichnen, aber dieses unwirkliche Szenario um den Bundeskanzler und seine Aktionen muten dann doch komplett drüber an. Dieser Strang um Westphal zieht sich über ein Drittel des Buches, ich hätte ihn mir – wenn dies denn unbedingt sein muss – wesentlich kürzer, um einiges komprimierter, gewünscht. Gefallen hätte mir dies trotzdem nicht. Nur gut, dass hier noch mehr geschieht. Denn dann…

…hat mich Marc Raabe eingefangen, da war er wieder, sein einnehmender Schreibstil, der mich komplett ans Buch fesselt. Er versteht es, jede Figur greifbar zu machen, viele lose Fäden zu spinnen, sie miteinander zu verweben und doch nie den einzelnen Faden zu verlieren. Um dann letztendlich eine Auflösung zu präsentieren, die so nicht vorhersehbar ist.

Wenn es denn sein muss, kann Im Morgengrauen ohne Vorkenntnisse gelesen werden, ratsam wäre es allerdings, die oben erwähnten Vorgängerbände zu lesen. Schon allein deshalb, um zu wissen, was es mit der Freundschaft zwischen Art und Henrik und Juli, die schon seit Jugendzeiten besteht, auf sich hat. Gerade hier, im vierten Buch, spielt ihre Beziehung, ihre lange Verbundenheit, mit hinein.

Um Art Mayer habe ich gebangt, habe mich über jede Hilfe gefreut, habe andere verdammt und hoffe nun, dass ich ihm Im Morgengrauen nicht zum letzten Mal begegnet bin. Sein vierter, sehr persönlicher Fall, hat mich nach einigem Zaudern komplett in seinen Bann gezogen. Ein Thriller, der gelesen werden will. Unbedingt.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Actionreich, brutal, nichts für Zartbesaitete

Die Toten von morgen
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Kim Koplin hat mit DIE TOTEN VON MORGEN Buch Nummer zwei aus der Berliner Schattenwelt vorgelegt, es folgt ihrem ersten Berlin-Thriller DIE GUTEN UND DIE TOTEN.

Ein junger Mann wird in der Grünanlage ...

Kim Koplin hat mit DIE TOTEN VON MORGEN Buch Nummer zwei aus der Berliner Schattenwelt vorgelegt, es folgt ihrem ersten Berlin-Thriller DIE GUTEN UND DIE TOTEN.

Ein junger Mann wird in der Grünanlage zwischen Sömmeringhalle und Caprivibrücke, im sogenannten Österreichpark, tot aufgefunden. Kopfschuss, mittig in die Stirn – eine Hinrichtung. Er hatte weder Papiere noch Schlüssel oder Handy bei sich, der Todeszeitpunkt dürfte zwischen ein und drei Uhr nachts liegen. Seine Kleidung lässt einen gehobenen Lebensstil erkennen, mehr gibt die erste Inaugenscheinnahme nicht her.

Nihal Khigarian ist die ermittelnde Kommissarin. Schnell wird klar, dass es sich hier um einen Bandenkrieg handelt, in dem neben der Berliner Unterwelt auch französische Drogenkartelle involviert sind. Und nicht nur das, auch scheint es in Polizeikreisen ein Leck zu geben.

Nihal hat nicht nur diesen brisanten Fall am Hals, auch privat läuft es alles andere als rund bei ihr. Sie hat dazu beigetragen, dass ihr Bruder im Gefängnis sitzt, was ihre Eltern ihr persönlich ankreiden, selbst ihr im Sterben liegender Vater scheint unversöhnlich zu sein und als ob dies nicht reichen würde, taucht Saad mit seiner 5jährigen Tochter Leila wieder auf. Auch er hat eine unrühmliche Vergangenheit und umgibt sich nach wie vor mit zwielichtigen Gestalten. Die Ausgangslage für Nihal könnte schlechter nicht sein.

Das erste Buch habe ich nicht gelesen, was mir das Hineinfinden ziemlich erschwert hat. Nun, nach etwa einem Drittel war ich dann voll dabei, vorher allerdings musste ich immer mal wieder zurückblättern, um die Zusammenhänge richtig einzuordnen. Auch der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, da werden ohne Übergänge die Fronten und die Akteure gewechselt, man muss schon sehr aufmerksam sein. Spätestens dann, als ich alles und alle einordnen konnte, hat mich dieser rasante Thriller mitgerissen. Er ist brutal, er ist bedrückend, es geht gewalttätig zu und es geht gnadenlos zur Sache in diesem Machtkampf der Drogenkartelle. Ein spannendes Unterfangen, das ein dickes Fell, ein äußerst robustes Nervenkostüm verlangt.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Gespenstisch, unheimlich, gruselig

Komm spielen
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Der Bezug zu Stephen King kommt mir ein wenig haltlos vor, denn „grandios“ ist Linwood Barclays KOMM SPIELEN für mich dann doch nicht, wenngleich ich es schon über weite Strecken als gruselig, als nicht ...

Der Bezug zu Stephen King kommt mir ein wenig haltlos vor, denn „grandios“ ist Linwood Barclays KOMM SPIELEN für mich dann doch nicht, wenngleich ich es schon über weite Strecken als gruselig, als nicht recht erklärbar, empfunden habe.

Annie ist die Schöpferin von Pierce, einem Kinderbuchhelden, als ein Ereignis aus ihrer Leserschaft sie komplett aus der Bahn wirft. Zudem müssen sie und Charlie, ihr kleiner Sohn, den Verlust von John verkraften. Kurzerhand bucht Finnegan, ihr Lektor, für Annie und Charlie ein Ferienhaus, weitab von New Yorks Großstadtlärm.

Kaum in Castle Creek angekommen, geht Charlie auf Entdeckungstour und wie es so ist, macht ihn ein abgesperrter Schuppen neugierig. Annie lernt einen Nachbarn kennen, seine Frau jedoch will von ihr nicht viel wissen. Fotografen haben vorher hier gewohnt, momentan jedoch wird es ab und an vermietet, meist steht das Haus leer. Annie versucht, auch hier zu arbeiten, sie vermisst die Hintergrundgeräusche New Yorks, allerdings meint sie, einen Zug gehört zu haben. Was an und für sich nichts Ungewöhnliches sein sollte.

Die Geschichte wird in fünf Akten dargeboten. Nachdem ich im ersten Akt Annie und Charlie folge, hat nun Harry, der Polizeichef, seinen Auftritt. Die beiden Erzählstränge wechseln sich ab. In Harrys Stadt geschieht Seltsames. Leute verschwinden, andere werden übelst zugerichtet aufgefunden, die Vorfälle häufen sich.

Natürlich war ich gespannt, was mich erwartet. Nach der für meine Begriffe zu langen Einführung ist es mäßig spannend, was den Vorteil hat, dass mir alle Figuren bald bestens vertraut sind. Und doch warte ich auf mehr. Annie und Charlie sind in der Gegenwart verortet, Harrys Part dagegen liegt schon einige Zeit zurück. Es passiert schon so einiges, das nicht zu erklären ist, der Ursprung allen Übels scheint aber dennoch sichtbar zu sein. Und dann fängt es richtig an, es wird zunehmend unheimlich, es treibt mich weiter, raubt mir den Atem, lässt mir das Herz bis zum Halse klopfen. Da ist Mr Choo, der in seinem Geschäft Eisenbahnen verkauft – nicht nur ein Kindertraum, auch Erwachsene erliegen dieser faszinierenden Welt aus ganzen Landschaften, durch welche die Züge fahren. Es geht gar gespenstisch zu, Unheimliches, nicht Erklärbares, lässt mich aufhorchen und mich frösteln.

Ein guter Thriller mit Horror-Elementen, das nach dem zu langen Intro viel zu bieten hat. Wenngleich ich ihn nicht mit King in einem Atemzug nennen möchte, denn der ist eine Klasse für sich.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Lebensgeschichten

Die Straße
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Wie das Leben eben ist. So könnte man DIE STRASSE in Kurzfassung beschreiben. Die Heidestraße. Sie ist irgendwo am Rande einer unbenannten Stadt.

Robert Seethaler erzählt in kurzen Episoden von den Leuten, ...

Wie das Leben eben ist. So könnte man DIE STRASSE in Kurzfassung beschreiben. Die Heidestraße. Sie ist irgendwo am Rande einer unbenannten Stadt.

Robert Seethaler erzählt in kurzen Episoden von den Leuten, die hier leben. Von den Bewohnern im Altenheim etwa und auch von dem Jungen mit der Steinschleuder, der die Tauben ins Visier nimmt. Ein anderer will Bücher vor dem Verfall retten, er eröffnet in einer ehemaligen Kohlenhandlung ein Buchantiquariat. Es sind alte, staubige Bücher und auch weiß man um den Kohlenstaub, der sich mit den Jahren in den Räumen abgesetzt hat. Es sind die Sorgen der kleinen Leute, deren Hoffnungen und Sehnsüchten Seethaler nachspürt. Der ganz normale Alltag eben in all seinen Facetten ist es mit den Bewohnern, die alle ein wenig wie entrückt wirken…

…was Matthias Brandt als Sprecher dieser ungekürzten Hörbuchfassung (4 Stunden und 9 Minuten) dann doch gerade gerückt hat. Er macht diese Straße mitsamt seiner Bewohner lebendig. Ihn schätze ich sehr, er brilliert in jeder seiner Rollen und auch hier gibt er jedem einzelnen der hier beschriebenen Charaktere seine ganz besondere Note.

Es sind viele Schicksale, die Seethaler in einem ruhigen, unaufgeregten Ton präsentiert. Alltagsgeschichten, wie jeder sie kennt oder von denen man zumindest gehört hat. Kurze Momentaufnahmen, die jede für sich steht, in Seethalers Straße sind sie alle zu finden.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Beklemmendes Zukunftsszenario

Ins fahle Herz des Sommers
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Andreas Eschbach nimmt sich in seinem neuesten Roman INS FAHLE HERZ DES SOMMERS eines düsteren Zukunftsszenarios an, das angesichts des nicht zu leugnenden Klimawandels gar nicht so abwegig ist.

Fausto ...

Andreas Eschbach nimmt sich in seinem neuesten Roman INS FAHLE HERZ DES SOMMERS eines düsteren Zukunftsszenarios an, das angesichts des nicht zu leugnenden Klimawandels gar nicht so abwegig ist.

Fausto lebt als einer der wenigen noch verbliebenen Menschen in einem Ort, der weitgehend ausgestorben ist. Ein Pfarrer, eine alte Frau und eine Farmerfamilie sind noch da. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel, Fausto hat sich in dem nicht sehr viel kühleren Keller eingerichtet. Seine Suche nach zurückgelassener Nahrung betreibt er akribisch, ein alter Kühlschrank dient dank Sonnenenergie für kühles Wasser, das zunehmend knapp wird.

Die meisten der Dorfbewohner haben sich in den kälteren Norden aufgemacht, Ansichtskarten zeugen von ihrem dort sehr viel angenehmeren Leben.

Als eines Tages eine junge Frau in Faustos Nachbarhaus erzieht, nimmt er Kontakt zu ihr, zu Valérie, auf. Ihr scheint die Hitze nichts auszumachen, jedoch trägt sie ein Geheimnis in sich, das Fausto erst sehr viel später erkennt.

Das Buch lebt von Überspritzungen, nichts anderes ist zu erwarten. Und doch zeigt es auf erschreckende Weise, wohin die Welt sich bewegt. Das Thema ist allgegenwärtig, die globale Erderwärmung geht einher mit extremen Wetterereignissen. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, die Folgen für die Menschheit sind deutlich spürbar. Hier ist es die unerträgliche Hitze, die Ernten vertrocknen und das Wasser verdunsten, die der Menschheit keinen Raum zum Leben lässt. Ein „beklemmendes Gedankenexperiment“, das nachdenklich stimmt.

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