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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2026

Hurra, ein neuer Fantasy am Horizont

Dire Bound
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Das Buch hat mich richtig geflasht. Spannend und abwechslungsreich, werden wir gleich auf den ersten Seiten in die Thematik des Buches eingeführt. Vampire "Nabbers" die Kinder entführen und die Menschen ...

Das Buch hat mich richtig geflasht. Spannend und abwechslungsreich, werden wir gleich auf den ersten Seiten in die Thematik des Buches eingeführt. Vampire "Nabbers" die Kinder entführen und die Menschen und deren Kinder lernen nun sich zur Wehr zu setzen. Dazu kommen noch starke soziale Unterschiede zwischen den einzelnen Vierteln der Stadt. Da kommen leicht Erinnerungen an die Distrikte in Die Tribute von Panem auf. Aber das schadet dem Buch nicht, es hilft uns, uns leichter zurechtzufinden. Auch die Einteilung im Trainingslager in unterschiedlichen Gruppen weckt Erinnerungen an Hogwarts, auch nicht zum Schaden dieses Buches.
Schön langsam werden wir in diese neue Welt eingeführt. Dieser Prozess des Worldbuilding geschieht sehr logisch und konsequent.
Die Gestalten des Buches sind, wie meistens, einige von Anfang an sympathisch (Ich bin vorbehaltlos Team Meryn), andere, da fällen wir erst im Verlauf der ERzählung unser Urteil ob sympathisch oder abscheulich, andere sind vom ersten Auftreten an einfach nur abstoßend.
Neu (für mich) ist dieses Bonding zwischen Mensch und Schattenwolf. Dabei hatte ich das Gefühl, Meryn, dieser Teufelsbraten, Tausendsassa und Straßenkatze steht sich manchmal selbst im Weg, wenn es um die Bindung zu ihrem Schattenwolf Anassa geht. Erst als es schon fast zu spät ist, gelingt die Symbiose zwischen magischem Tier und Mensch.
Der Rhythmus des Buches ist von Anfang an forsch, hetzend, reißend. Keine Momente zur Ruhe zu kommen. Sable Sorensen treiben uns von einem Höhepunkt zum nächsten, hinter jeder Seite könnte wieder eine Battle kommen, ob verbal mit realen oder imaginären Gegnern, oder richtige Kämpfe, mit Messer, Schwertern, und was es da für Kampfwaffen noch gibt. Leichte Entgleisungen ins Triviale sind fast unvermeidlich: die Guten oder die scheinbar Bösen sind alle wunderschön anzusehen, die anderen haben irgendeinen Makel, der ihren Charakter nur unterstreicht.
Einziges Manko in meinen Augen ist der riesige Cliffhanger, in dem dieses erste Buch endet. Deswegen auch nur vier Punkte. Ich hoffe der zweite Teil lässt nicht allzu lange auf sich warten.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Die Andropause ist ein gar merkwürdig Ding

Wir Freitagsmänner
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Humorvolles Buch, manche Sachen sind überspitzt, manchmal karikiert, wie zum Beispiel Cindy, die beim ersten Date mit Henry mit Pablo textet und telefoniert, vier verschiedene alkoholische Getränke bestellt, ...

Humorvolles Buch, manche Sachen sind überspitzt, manchmal karikiert, wie zum Beispiel Cindy, die beim ersten Date mit Henry mit Pablo textet und telefoniert, vier verschiedene alkoholische Getränke bestellt, ohne davon zu trinken und dann zu diesem Pablo fährt. Oder, die gleiche Cindy will und hat später "Casual Sex" mit Henry und mit Felix, nur um den verheirateten Pablo eifersüchtig zu machen. Etwas übertrieben, aber sehr aussagekräftig.

Hingegen bahnt sich die Geschichte zwischen Henry und Emily Laurent filigran und viel ernsthafter dargestellt. Seine Monologe auf Emilys Anrufbeantworter sind ehrlich und herzergreifend.
Henry hat zu seinen Kindern ein lockeres aber liebevolles Verhältnis, hilft ihnen, greift auch wenn nötig finanziell unter die Arme. Auch zu seiner Ex-Frau hat er ein gutes Einvernehmen, auch wenn er nicht mit allem einverstanden ist, was sie tut oder sagt.

Wenn Frauen in den Wechseljahren sind, ist es längst salonfähig geworden, darüber zu sprechen. Männer sind da erst im Kommen. Hitzewallungen, Hormonschwankungen, Gewichtsabnahme oder -zunahme, erhöhter Blutdruck, schlechte Cholesterinwerte - typisch nur für Frauen? Mitnichten. Wäre aber höchst weibisch, so etwas zuzugeben.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Wenn der geliebte Mensch geht

Versprich mir, dass du tanzt
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Da bahnt sich eine schöne neue Liebesgeschichte an. Adam, die große Liebe stirbt schon in jungen Jahren tragisch an Krebs, die zweite große Liebe, Josh, der Freund aus Kindheitstagen ist verschollen.
Aber ...

Da bahnt sich eine schöne neue Liebesgeschichte an. Adam, die große Liebe stirbt schon in jungen Jahren tragisch an Krebs, die zweite große Liebe, Josh, der Freund aus Kindheitstagen ist verschollen.
Aber auf dem Sterbebett verlangt Adam von Lily Josh zu suchen und mit ihm Frieden zu schließen, denn Lily und Josh sind im Streit auseinander gegangen, kurz vor der Hochzeit von Lily und Adam. Wie in jedem guten Kunstmärchen, erfahren die Lesenden peu à peu immer mehr Einzelheiten aus der Vergangenheit der Protagonisten und letztendlich, wie es zu dem großen Zerwürfnis kam. Ein wenig an den Haaren herbeigezogen, ein wenig (aber nur ganz wenig) kitschig, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Welche Frau träumt nicht davon, von solch zwei gut aussehenden Männern so stark geliebt zu werden?
Ich dachte, mit der zweiten Hochzeit käme nun das Happy End , aber Dani Atkins hat noch ein Kapitel drangehängt, das als würdiger Abschluss dieser Liebesgeschichte gelten kann.
Der schlichte Stil, der sich auch zu Pathos steigern kann, je nachdem, wie es die Szene gerade erfordert, liest sich angenehm und hat nur leichte Anklänge an die triviale Sprache. Die überliest man leicht.
Aber, und das frage ich mich schon die ganze Zeit: wer tanzt hier wo und warum? Nicht einmal der Hochzeitswalzer wird erwähnt im Buch. Also, warum der deutsche Titel? Im englischen Original heißt das Buch “Always You and Me”. Das leuchtet ein. Aber wieso ein Tanzversprechen???

Nett, mit einigen Schwächen, die aber der Geschichte keinen allzu großen Abbruch tun.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Chick Lit reinsten Wassers

Variation – Für immer oder nie
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Chick Lit reinsten Wassers

Bei solchen Büchern, so nah am Kitsch gebaut, ist das Ende wohl immer klar. Aber das ist nicht das Problem. Spannend ist der Weg bis zum Traualtar. Wird die eng- und kaltherzige ...

Chick Lit reinsten Wassers

Bei solchen Büchern, so nah am Kitsch gebaut, ist das Ende wohl immer klar. Aber das ist nicht das Problem. Spannend ist der Weg bis zum Traualtar. Wird die eng- und kaltherzige strenge Mutter ihren Widerstand aufgeben und den Mann als Schwiegersohn akzeptieren? Wie werden Sopran und Heldentenor ihre Schwierigkeiten und Ängste überwinden? Bei diesen Büchern ist immer der Weg das Ziel, nie das Ende.
Und Rebecca Yarros hat uns wieder einen schönen meanderreichen Weg geliefert in diesem Buch. Es dauert zwar etwas, bis alle Geheimnisse offenbart und alle Hindernisse überwunden und beseitigt sind, aber dann löst sich die Geschichte leider in Friede Freude Eierkuchen auf.
Die Handlung ist schnell erzählt: eine einheimische bodenständige Familie mit drei Kindern, eine Tochter und zwei Söhne, warmherzig, offen, fröhlich, auf der einen Seite und auf der anderen Seite eine reiche Familie, bestehend aus den Eltern und vier Töchtern, die jedes Jahr in diesen Ferienort eintreffen, sich abschotten und nur der Leidenschaft zum Ballett der Mutter frönen. Alle vier Töchter müssen Ballett tanzen, weil die Mutter ehemals eine Primaballerina war und die Töchter müssen den Traum der Mutter weiterführen. Hier regiert Strenge und Kaltherzigkeit. Klingt vorbestimmt. Aber die älteste Tochter steigt irgendwann aus dem Reigen aus und weigert sich zu tanzen. Die nächste Tochter ist sehr talentiert, die Mutter konzentriert sich voll auf sie. Als diese Tochter in einem Autounfall stirbt, muss die nächste Tochter ran. Und da kommen die Söhne der einheimischen Familie ins Spiel. sie verlieben sich in die Töchter 2 und 3. Aber nach dem Tod der einen Tochter ändert sich alles. Nun wird Tochter Nr. 3 von der Mutter gezwungen, die Rolle der verstorbenen Tochter zu übernehmen und ein Star der Ballettszene zu werden am Balletttheater in New York, wo die Mutter einst eine berühmte Tänzerin war. Der Junge wird zum Rettungsschwimmer und rettet zahllosen Menschen das Leben.
Nach Jahren sehen sie sich wieder, die Liebe ist immer noch da, aber durch die Umstände und die Lügen der Mutter, die sich gegen diese Liebe stemmte, wird es dauern bis sie zueinander finden. Die Komplikationen sind wirklich interessant und spannend, denn die Mutter hatte weit mehr Schuld auf sich geladen, als anfangs vermutet. Das ganze Ausmaß ihrer Intrigen wird erst zum Schluss offenbart. Aber wahre Liebe kennt keine Hindernisse.
Da hier ganz klar der Weg das Ziel ist, war es interessant das Buch zu lesen, die Irrungen, Kabalen und Verwicklungen, auf die ich hier nicht näher eingehen will, zu lesen. Ein paar explizite Sexszenen gibt es hier auch, kommt wohl kein Buch heutzutage mehr ohne aus. Manchmal frage ich mich, wie Jane Austen, die Brontè Schwestern oder Thomas Hardy ohne sie ausgekommen sind.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Spannend, sehr spannend

Die feindliche Zeugin
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Schon das Titelbild mit der Gerichtsperücke versetzt uns in die Atmosphäre des Romans. Am Anfang steht eine Schlägerei zwischen Jugendlichen, die für einen der Teilnehmer tödlich endet. die anderen Teilnehmer ...

Schon das Titelbild mit der Gerichtsperücke versetzt uns in die Atmosphäre des Romans. Am Anfang steht eine Schlägerei zwischen Jugendlichen, die für einen der Teilnehmer tödlich endet. die anderen Teilnehmer an der Prügelei laufen weg, zurück bleibt Emmet, der versucht dem Opfer noch zu helfen. Das Opfer ist weiß, Emmet ist schwarz. Sofort ist für alle klar, nur und allein Emmet kann der Mörder sein. Emmets Pflichtverteidigerin, Rosa Mercedes Higgins, gehört auch zu den colored people. Sie spürt instinktiv, da stimmt etwas nicht und beginnt selbst mit den Ermittlungen, schon weil Emmet jede Aussage zum Mordfall verweigert.

Der flüssige Schreibstil, die angenehm kurzen Kapitel halten die Spannung auf konstant hohen Level auch wenn ab und zu kleine Absacker drohen. Die Spannung bleibt bis zum Schluss auch deswegen erhalten, weil an unerwarteten Stellen plötzlich Wendungen ins Spiel kommen, die das Geschehen in ein anderes Licht tauchen.

Die Darsteller kommen sehr sympathisch und lebensecht rüber. Die Rechtsanwältin, ihre Großmutter, ihr kleiner Bruder, aber auch Emmet, der vermeintliche und schon vorverurteilte Mörder.
Grandios fand ich, wie Higgins vor Gericht einem anderen Delinquenten bis zum Prozess das Gefängnis ersparte, indem sie in den altehrwürdigen Mauern des Gerichtssaals ihr Handy zum Einsatz brachte.

Das Buch gewährt interessante Einblicke in das britische Justizsystem und deckt den immanenten Rassismus darin auf. Obwohl, ob die deutsche Justiz und ihre Behörden zu 100% frei von jedweden Rassismus oder Vorurteilen sind, wage ich in Frage zu stellen, zumindest sehr zaghaft.

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