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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2026

Düstere Dystopie in niedlicher Verpackung

Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte
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Eine gute Idee für ein modernes „1984“, doch die Umsetzung schwächelt.

Zunächst möchte ich anmerken, dass ich eher eine cozy Wohlfühlgeschichte oder zumindest eine Tragikomödie erwartet hatte. Stattdessen ...

Eine gute Idee für ein modernes „1984“, doch die Umsetzung schwächelt.

Zunächst möchte ich anmerken, dass ich eher eine cozy Wohlfühlgeschichte oder zumindest eine Tragikomödie erwartet hatte. Stattdessen bekam ich eine Dystopie. Gerade weil ich nach einer etwas leichteren Abwechslung zu den sonst eher dramatischen Büchern gesucht hatte, die ich normalerweise lese, war ich davon zunächst überrascht. Das soll meine Bewertung allerdings nicht beeinflussen, sondern eher als Hinweis für potenzielle Leser dienen.

Grundsätzlich gefiel mir die Idee von Haushaltsgeräten, die mithilfe von KI an ein technokratisches System gebunden sind. Das Buch wirft interessante philosophische Fragen auf: Was unterscheidet Maschine und Mensch? Ab wann wird KI zu einer unterdrückenden Belastung? Wann versagt sie als Hilfe? Und sind wir möglicherweise längst auf dem Weg dorthin? Gerade angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen sind das spannende und relevante Themen.

Leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Vor allem der Schreibstil und das schleppende Tempo störten mich zunehmend. Das Buch setzt stark auf „Tell“ statt „Show“. Vieles wird erklärt und nacherzählt, anstatt die Handlung für sich selbst sprechen zu lassen. Dadurch wirkt die Geschichte oft träge. Das gesamte Setting ist düster und bedrückend, dabei aber nicht einmal besonders spannend.

Schade eigentlich, denn die Grundidee und die behandelten Themen hätten großes Potenzial gehabt. Letztendlich fühlte ich mich beim Lesen eher gequält als unterhalten. Deshalb kann ich nicht mehr als 2 Sterne vergeben.

Lasst euch davon aber nicht abschrecken. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Sorry, not sorry

Drei Tage im Schnee
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Nach dem Klappentext hatte ich eine tiefgründige, psychologisch vielschichtige Geschichte erwartet – etwas über innere Kind-Arbeit und eine feinfühlige Freundschaft zwischen einer Erwachsenen und einem ...

Nach dem Klappentext hatte ich eine tiefgründige, psychologisch vielschichtige Geschichte erwartet – etwas über innere Kind-Arbeit und eine feinfühlige Freundschaft zwischen einer Erwachsenen und einem Kind. Leider wurde diese Idee recht oberflächlich umgesetzt.

Das Mädchen Sophie ist das typische Kind, das sich wundert, warum Erwachsene ständig im Kopf und nie im Hier und Jetzt leben. Arbeit, Verpflichtungen, Leistungsdenken – das ist natürlich ein zutreffendes Thema, wird hier aber weder gesellschaftskritisch noch psychologisch vertieft.

Unsere Protagonistin Hannah lebt ausschließlich für ihren Job. Sie ist überangepasst, kann schlecht Grenzen setzen und verliert sich im People Pleasing – hat aber immerhin ein finanziell abgesichertes Leben. An sich kein uninteressanter Ausgangspunkt, doch die Umsetzung bleibt sehr an der Oberfläche. Die vermeintlichen Lebensweisheiten wirken wie oft gehörte Kalendersprüche, statt wirklich zum Nachdenken anzuregen. Eine richtige Handlung sucht man vergeblich.

Im Grunde lebt Hannah ihr ganzes Leben nach den gesellschaftlichen Normen anderer. Teilweise dachte ich, das Buch könnte in Richtung Masking gehen – also diese extreme Überanpassung, die auf Dauer zu Burnout und weiteren Folgen führen kann, besonders bei Autismus oder ADHS. Leider wird das gar nicht thematisiert. Stattdessen jammert Hannah darüber, wenn sie mal allein ist, und fühlt sich sofort überflüssig, sobald sie nichts „Nützliches“ tut. Während der Corona-Zeit empfand sie sich zum Beispiel als komplett nutzlos.

Sorry, not sorry – ich war einfach genervt. Von einer ziemlich neurotypischen Figur, die kurzzeitig von „Reizüberflutung“ spricht, ohne wirklich zu wissen, was das bedeutet. Sie ist ständig unter Leuten, arbeitet ununterbrochen, und bekommt erst dann „zu viel“, wenn sie mal fünf Minuten Pause macht. Das ist keine Reizüberflutung, das ist FOMO (Fear of Missing Out). Natürlich hinterfragt sie dann auch noch, warum sie so eine Angst hat, in einer Stadt, die niemals schläft, einfach mal nichts zu tun. Ganz ehrlich: Mit jedem Kapitel war ich genervter. Sorry, not sorry.

Ich selbst kenne das Thema People Pleasing aus eigener Erfahrung, konnte mich aber trotzdem kaum mit Hannah identifizieren. Das wäre kein Problem, wenn mich die Geschichte auf andere Weise gepackt hätte – hat sie aber leider nicht. Besonders Hannahs Grübeleien über RomComs und die Frage, warum Menschen ihr Glück in romantischen Beziehungen suchen, fand ich klischeehaft. Ich mag RomComs und Romantasy durchaus, aber mein persönliches Glück habe ich nie von einer Beziehung abhängig gemacht. Glück und Unglück liegen für mich in einem selbst – nicht in einer Partnerschaft.

Positiv hervorheben kann man immerhin, dass das Buch angenehm leicht geschrieben ist. Wer gerade etwas Entspanntes ohne Komplexität sucht, kann hier fündig werden. Für Leser*innen, die ein eher „normales“ Leben führen, manchmal zu nett sind und sich selbst dabei vergessen, mag es ansprechend sein.

Wer sich aber schon länger mit psychologischen Themen oder innerer Kind-Arbeit beschäftigt, wird hier wenig Neues finden. Für mich persönlich war es schlicht zu langweilig und zu oberflächlich.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

All worse now

All Better Now
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Als ich erstmalig den Klappentext von "All better now" las, dachte ich direkt dies müsste genau meinen Geschmack treffen. Allerdings wurde ich sehr enttäuscht.

Scheinbar hatte ich andere Vorstellungen ...

Als ich erstmalig den Klappentext von "All better now" las, dachte ich direkt dies müsste genau meinen Geschmack treffen. Allerdings wurde ich sehr enttäuscht.

Scheinbar hatte ich andere Vorstellungen von dem Plot als letztlich umgesetzt wurde. Ich hätte mir gewünscht, dass ethische Themen in die Tiefe ergründen werden. Ein Virus, das einen immer glücklich sein lässt, egal was um einen geschieht klingt da nach dem perfekten Ausgangspunkt. Leider bleibt es sehr an der Oberfläche bezüglich psychologischer Dynamiken. Der Roman setzt sich eher mit wissenschaftlichen und politischen Fragen auseinander. Um dies zu untermauern gibt es zahlreiche Vergleiche zum vergangenen Corona-Virus. Die Charaktere blieben farblos, ebenso die Handlung.

Man hätte was neues, innovatives aus der Grundidee machen können. Leider wurde das Potenzial nicht genutzt. So bleibt es eben eine Dystopie über einen Virus und deren politische Folgen. Sowas hat man schon öfter gelesen oder in Filmen gesehen. Ich hätte mir gewünschte, dass wirklich näher auf die Emotionsregulation, die der Virus angreift, eingegangen wird. Ein bisschen mehr Mut aus bekannten Bahnen aufzutreten hätte dem Buch gut getan.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Schwerfällig

The Legend of Lady Byeoksa
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Das Buch hat ein wahnsinnig tolles Cover und einen dazu wunderschönen Buchschnitt. Dies fiel mir direkt ins Auge. Für mich als jemand mit großem Interesse an koreanischer Kultur und Fantasy klang es dann ...

Das Buch hat ein wahnsinnig tolles Cover und einen dazu wunderschönen Buchschnitt. Dies fiel mir direkt ins Auge. Für mich als jemand mit großem Interesse an koreanischer Kultur und Fantasy klang es dann auch noch nach einer perfekten Story. Ich erwartete eine Art Mischung aus dem KDrama Mystic Pop Up Bar und der Legende um Mulan.

Was habe ich bekommen? Zunächst einmal sind die Story und die Ideen des Buches wirklich top. Der unnötig komplizierte Schreibstil macht es allerdings schwer wirklich in die Geschichte einzutauchen. Zeitweilen hatte ich das Gefühl eher einen schweren Fachartikel zu lesen, der mit hölzernen Dialogen gespickt ist. Den Anfang fand ich noch atmosphärisch, danach verliert es immer mehr an Leichtigkeit. Durch die Erzählung wird gesprintet und gleichzeitig ist es extrem langatmig. Manches musste ich doppelt lesen, um den roten Faden beizubehalten. Die Figuren wurden in meinem Kopf nicht lebendig, obwohl doch viel Potential da war. Stellenweise habe ich mich einfach nur durchgequält. Erschwerend kam hinzu, dass das Buch auf rund 400 Seiten in nur 5 Kapitel eingeteilt sind. 5 Kapitel, die sich nur schwer unterbrechen lassen ohne aus dem Fluss zu kommen. Es springt zu viel hin und her. Einiges wird ausschweifend erklärt, während anderes runter gerattert wird. Vor allem bei den Dialogen musste ich mich echt konzentrieren, um am Faden zu bleiben wer gerade was sagt. Uff, schade um die tolle Idee. Wirklich.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Anfang wow, dann mau

The Kinder Poison
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Das Cover ist wunderschön. Es sieht zusammen mit dem Farbschnitt sehr edel aus. Der Klappentext verspricht eine sehr interessante und spannende Geschichte. Ich war jedenfalls sehr gespannt auf das Buch.

Als ...

Das Cover ist wunderschön. Es sieht zusammen mit dem Farbschnitt sehr edel aus. Der Klappentext verspricht eine sehr interessante und spannende Geschichte. Ich war jedenfalls sehr gespannt auf das Buch.

Als ich das Buch begann, war ich auch zunächst sehr angetan. Die Welt wird sehr bildreich beschrieben und auch dir Charaktere wirken vielversprechend. Leider häufen sich daraufhin viele Belanglosigkeiten und manches wird einfach zu langatmig beschrieben. Ich werde beim ersten Teil bleiben. Ich hatte Mühe wirklich bei Laune zu bleiben.

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