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Veröffentlicht am 26.05.2026

Hohe Erwartungen und viel Potenzial - konnte mich nicht ganz überzeugen

Bis zum Mond
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Drei Freundinnen stecken in Seoul in ihren Bürojobs bei einem Snackhersteller fest: die Arbeit ist mittelmäßig, die Bezahlung schlecht und die Wohnungen winzig klein. Als eine der drei Kryptowährung für ...

Drei Freundinnen stecken in Seoul in ihren Bürojobs bei einem Snackhersteller fest: die Arbeit ist mittelmäßig, die Bezahlung schlecht und die Wohnungen winzig klein. Als eine der drei Kryptowährung für sich entdeckt, investiert sie - und gelangt zu nicht gerade wenig Geld. Eine der beiden Freundinnen kann sie überzeugen, mitzumachen und ebenfalls zu investieren, die dritte wehrt sich vehement. Beide Frauen kommen zu immer mehr Geld, leben aber auch in ständiger Angst, dass der Kurs in den Keller rutschen kann und das Geld weg ist. Werden sie am Ende glücklich und können ihre öden Bürojobs verlassen?

Ich war sehr gespannt auf das Buch, weil der Klappentext eine spannende Geschichte rund um ein wahrscheinlich vielen eher abstraktes Thema verspricht. Das Cover ist bunt gestaltet und passt zur Handlung, wirkt comichaft, aber dennoch passend.
Die Geschichte umspannt einen Zeitraum von knapp einem Jahr und wird aus der Ich-Perspektive der Freundin erzählt, die als Zweites mit einsteigt und investiert. Der Erzählstil ist oft sachlich und neutral, passt aber damit auch zur südkoreanischen Literatur. Das Leben als junge Frau in Seoul wird sehr gut beschrieben, angefangen vom Bürojob, in dem man einfach nicht aufsteigen kann, der beengten Wohnsituation in der Großstadt bis zum potenziellen Eheleben, das dort einen großen Stellenwert hat. Diese Dinge sind mitunter auch lustig und unterhaltsam, ebenso die Freundschaft der drei jungen Frauen liest sich gut und realitätsnah. Als "Leidensgenossinnen" erzählen sie von ihrem Alltag und es liest sich meist herrlich erfrischend.
Ich habe die ganze Zeit auf den großen Plottwist hingefiebert, auf eine Wendung in dem ganzen Kryptothema, aber wurde dahingehend enttäuscht. Wer eine dramatische und spannende Handlung erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht, eher ist "Bis zum Mond" ein guter Unterhaltungsroman, der vor sich hin plätschert und sich "weg lesen" lässt. Mir hat beim Lesen die Spannung gefehlt, es geht zwar tief in die Materie der Kryptowährungen und -investitionen, aber ich hätte mir mehr Spannung als die Kursschwankungen gewünscht.

"Bis zum Mond" hat, auch aufgrund der Betitelung "Bestseller" und "literarischer Hype", bei mir hohe Erwartungen geweckt, die nicht ganz bedient werden konnten. Es ist ein Buch für zwischendurch und gibt (tiefe) Einblicke in die Welt der Kryptowährungen und Female Finance, lässt aber die Handlung schleifen.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Unterhaltsamer, britischer Cozy Crime mit einem ermittelnden Seniorenquartett

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)
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In der Seniorenresidenz Coopers Chase geht es alles andere als gemütlich und ruhig zu: gemeinsam mit drei anderen Bewohnern trifft sich die Seniorin Joyce jeden Donnerstag zum "Donnerstagsmordclub". Dort ...

In der Seniorenresidenz Coopers Chase geht es alles andere als gemütlich und ruhig zu: gemeinsam mit drei anderen Bewohnern trifft sich die Seniorin Joyce jeden Donnerstag zum "Donnerstagsmordclub". Dort schauen sie sich alte und ungelöste Kriminalfälle an und recherchieren dazu. Durch ihre früheren Berufe und Verbindungen kann jeder seinen Teil dazu beitragen, den Rätseln ein Stück auf die Spur zu kommen. Als direkt vor ihrer Hautür ein Mord passiert, ist ihr aller Ermittlerinstinkt geweckt. Gemeinsam mit den ermittelnden Detectives der Polizei wollen sie dem Mörder auf die Schliche kommen.

Ich hatte schon viel von der Reihe um den "Donnerstagsmordclub" gelesen und wollte mir nun auch den ersten Band vornehmen. Die Idee um ermittelnde Senioren in einem Mordfall ist zwar nicht neu, aber hier sehr lustig und gut verpackt. In übersichtlich langen Kapiteln wechseln sich die normale Erzählperspektive mit Tagebucheinträgen von Joyce ab. Die vier Senioren, allen voran Joyce, muss man einfach gerne haben. Sie schießen oft über das Ziel hinaus, sind aber mit Leidenschaft, Ehrgeiz und vor allem viel Zeit bei den Ermittlungen dabei. Auch die ermittelnden Detectives sind toll gezeichnet und vor allem Donna passt hervorragend zum ermittelnden Seniorenquartett. Generell spielt der Autor hier mit den Klischees rund um Seniorenheimen und der Polizei sowie deren Charaktere, oft musste ich auch schmunzeln, weil es an manchen Stellen schon sehr klischeehaft wirkt.
Ein großer Kritikpunkt sind für mich allerdings die vielen Personen, die in der Handlung vorkommen. Gefühlt jeder ist verdächtig und mit den Namen kam ich zu oft durcheinander. Vielleicht wäre ein Personenverzeichnis hier hilfreich gewesen. Auch die Auflösung zog sich für mich zu sehr in die Länge und wurde immer komplizierter, vor allem mit den vielen Charakteren und mehreren Handlungssträngen in der Vergangenheit.

"Der Donnerstagsmordclub" ist perfekt zum Zwischendurch-Lesen, solange man den Überblick über die Figuren und das Geschehen behält, ist es ein kurzweiliger und unterhaltsamer, britischer Cozy Crime.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Was macht Familie aus? Über Adoption und Identitätssuche

Die Kinder von Bilbao
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Maria Larrea erzählt in ihrem autobiografischen Roman über ihre illegale Adoption, von der sie erfährt, als sie Ende zwanzig ist. Für sie bricht eine Welt zusammen, dennoch begibt sie sich auf Spurensuche ...

Maria Larrea erzählt in ihrem autobiografischen Roman über ihre illegale Adoption, von der sie erfährt, als sie Ende zwanzig ist. Für sie bricht eine Welt zusammen, dennoch begibt sie sich auf Spurensuche zu ihrer leiblichen Familie in Bilbao. Parallel erzählt sie die Geschichte ihrer Adoptiveltern Julián, aus der Nähe von Bilbaos und Victoria, aus Galicien, und von ihrer nicht einfachen Kindheit in Paris.

Das Buch ist aus Marias Ich-Perspektive geschrieben und bietet somit viel Einblick in ihre Gefühlswelt, was mir gut gefallen hat. Etwas Probleme hatte ich mit dem Erzählstil, der sehr filmisch und oft nüchtern, aber schonungslos ehrlich ist. Mit dem Hintergrundwissen, dass die Autorin Regisseurin ist und das Buch ihr Debütroman, wirkt der Erzählstil zwar nochmal mehr, blieb mir aber immer etwas fremd. Ich hatte auch, gerade anfangs, Probleme, die relativ kurzen Kapitel einzuordnen, weil abwechselnd von verschiedenen Personen erzählt wird, die Kapitel haben keine Überschriften.
Interessant ist es, von Marias Kindheit zu lesen, sie arbeitet sich hoch und wird an einer renommierten Filmschule angenommen. Ihr Verhältnis zu ihren Adoptiveltern ist nicht immer leicht, die Familie hat wenig Geld. Trotzdem wird für mich nicht ganz klar, wie sie genau zu ihren Eltern steht.
Der Umstand, wie sie von ihrer Adoption erfahren hat, wirkt beim Lesen unglaubwürdig, passt aber zum filmischen Erzählstil. Für mich hätte der Teil ihrer Suche nach ihrer leiblichen Familie noch länger gehen können, er nimmt kaum die Hälfte des Buches ein, ist aber eigentlich der zentrale Kern der Geschichte. Es geht zu viel um ihre Adoptiveltern, die aus prekären Verhältnissen in Spanien stammen, ich hätte mir beim Lesen jedoch gewünscht, auch mehr über das Leben und den Alltag der Autorin zu erfahren, von ihrem Mann und ihren Kindern ist kaum die Rede.

"Die Kinder von Bilbao" konnte mich nicht ganz abholen, der Erzählstil war mir zu filmisch und das zentrale Thema der illegalen Adoption wurde für mich zu kurz gehalten. Dennoch ist es ein interessanter autobiografischer Roman, der mit Figuren und Situationen spielt.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Zwei Lebensverläufe - was wäre gewesen, wenn?

Im Leben nebenan
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Toni hat bereits mehrere Kinderwunschbehandlungen hinter sich und lebt mit ihrem Partner zusammen in einer Altbauwohnung. Eines Tages erwacht sie als Antonia auf, ihr richtiger Name und findet sich in ...

Toni hat bereits mehrere Kinderwunschbehandlungen hinter sich und lebt mit ihrem Partner zusammen in einer Altbauwohnung. Eines Tages erwacht sie als Antonia auf, ihr richtiger Name und findet sich in einem völlig anderen Leben wieder: auf einmal hat sie einen fremden Mann, ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Anfangs weiß sie noch nicht, wie sie in dieses Leben hinein geraten ist und vor allem: wie sie wieder in ihr altes Leben kommt. Sie findet heraus, dass sie nun mit ihrer ersten großen Liebe verheiratet ist und ihre Tochter Hanna heißt. So wäre ihr Leben also verlaufen, wenn sie sich damals anders entschieden hätte. Aber möchte sie dieses fremde Leben überhaupt leben?

Ich fand die Ausgangslage total spannend: ich selbst frage mich auch ab und zu, was wäre gewesen, wenn? Wenn man eine Entscheidung anders getroffen hätte, wenn man etwas gewagt hätte, wenn man ja statt nein gesagt hätte in bestimmten Situationen. Das Ganze erinnert an den wunderbaren Roman "Die Mitternachtsbibliothek" von Matt Haig, den ich geliebt habe. Umso gespannter war ich auf dieses Buch, konnte aber mit der Umsetzung nicht so richtig warm werden.
Die Sichtweisen und Leben der Protagonistinnen wechseln sich kapitelweise immer ab: Toni als die ungewollt kinderlose und unverheiratete Frau und Antonia, die verheiratet ist, ein Baby hat und in einer teuer und geschmackvoll eingerichteten Wohnung lebt. Oft hatte ich das Gefühl, ich würde von zwei unterschiedlichen Frauen lesen, obwohl es ein und dieselbe Person ist, die in einer Art Parallelwelt existieren. Mit beiden wurde ich nicht so wirklich warm bis zum Schluss, die Geschichten werden aus der Sicht der beiden erzählt, was dem Leser die Gefühlswelt sehr gut näher bringt, aber oft konnte ich Gedanken und Handlungen nicht nachvollziehen.
Die Handlung tritt an manchen Stellen auf der Stelle, ich konnte das Geschehen auch oft zeitlich nicht einordnen, ob nun eine Woche oder ein Monat vergangen ist.
Antonias Haltung in ihrem neuen Leben ändert sich für mich zu schnell, das Ende konnte mich nicht überzeugen.

Die Themen, die hier behandelt werden, haben mich dafür umso mehr abgeholt: (unerfüllter) Kinderwunsch, Überforderung in der Mutterrolle, der Druck, der auf Frauen lastet und die Frage: macht ein Kind glücklich? Mit einer frischen und modernen Sprache schafft es die Autorin, den Leser zu fesseln. Die Figuren blieben dafür für mich ohne Tiefe und Entwicklung. Ich hätte mir von der Geschichte erhofft.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Erschreckend, brisant und realistisch - starker und spannender Anfang, der leider nicht fortgeführt wird

VIEWS
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Yasira Saad ist Kommissarin beim BKA und fassungslos als sie ein Video in den sozialen Medien sieht, das sofort viral geht: drei junge, schwarze Männer, offensichtlich Geflüchtete, vergewaltigen eine junge ...

Yasira Saad ist Kommissarin beim BKA und fassungslos als sie ein Video in den sozialen Medien sieht, das sofort viral geht: drei junge, schwarze Männer, offensichtlich Geflüchtete, vergewaltigen eine junge Frau und werden von einer vierten Person dabei gefilmt. Yasira soll die Ermittlungen leiten und das Verbrechen so schnell es geht aufklären, denn das Mädchen im Video, Lena Palmer, ist bereits einige Tage verschwunden. Schnell kocht das Thema hoch und eine rassistische und rechte Organisation namens "Aktiver Heimatschutz" kündigt Rache an und macht Jagd auf die Täter. Yasira hat keine Zeit zu verlieren und ahnt nicht, dass sie Situation die höchste Eskalationssufe noch gar nicht erreicht hat.

Ich habe zuvor nichts von Marc-Uwe Kling gelesen, aber der Klappentext hat mich neugierig gemacht - brisant und aktueller denn je. Die Handlung könnte 1:1 genauso in Deutschland passieren und ist leider keine düstere Zukunftsvision mehr - und würde sich sehr wahrscheinlich ähnlich schnell hoch schaukeln wie im Buch.
Der Erzählstil ist angenehm zu lesen mit kurzen, knappen Sätzen und Dialogen, die den nötigen Humor haben. Bereits zu Beginn wird eine gute Spannung aufgebaut, die auch lange gehalten werden kann. Die Handlung flacht aber leider oft ab und tritt auf der Stelle. Sehr gut gefallen haben mir die Einblicke in die polizeiliche Ermittlungsarbeit. Man begleitet Yasira als Ermittlerin bei der nervenaufreibenden und oft frustrierenden Suche nach den Tätern und vor allem dem Opfer. Dabei wird schnell klar, dass man sie nicht umsonst als Gesicht der Ermittlungen ausgesucht hat: als Frau mit Migrationshintergrund soll sie für Offenheit und Fortschritt bei der Polizei stehen.
Der Autor greift hier viele aktuelle und wichtige Themen auf: (offener) Rassismus, Polizeiarbeit, Hass und Hetze und rechte Vereinigungen. Die Figuren sind dabei meist sympathisch, bleiben aber blass und ohne Tiefe.
Der Plottwist der Handlung kommt schnell und war dann nicht allzu überraschend. Leider konnte ich mit dem Ende und der Auflösung gar nichts anfangen und es hat für mich auch nicht zur vorangehenden Handlung gepasst.

"Views" ist ein solider Thriller, der Einblick in die spannende Polizeiarbeit in einem hochbrisanten Fall gibt, aber durch eine abflachende Handlung gebremst wird.

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