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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2026

Gefährliche Welt mit Drachen und Luft nach oben

Dragon Cursed – Zeig keine Gnade (Deluxe-Ausgabe)
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Elise Kova ist ein überzeugter Nerd und so überrascht es nicht, dass auch ihr neuestes Buch von ihren Hobbys inspiriert wurde: DnD, gefährliche Drachen, Attack on Titan, Elden Ring...
Eine spannende Mischung ...

Elise Kova ist ein überzeugter Nerd und so überrascht es nicht, dass auch ihr neuestes Buch von ihren Hobbys inspiriert wurde: DnD, gefährliche Drachen, Attack on Titan, Elden Ring...
Eine spannende Mischung und doch passt alles wunderbar in dieser Geschichte zusammen. Die Stadt Vingard ist die Heimat von Isola und dem Rest der Menschheit, vor den Toren lauert der Tod in vielfältigen Formen, so u.a. auch Drachen. Das Problem ist nur, dass auch Menschen dazu verflucht sein können, sich in Extremsituationen in Drachen zu verwandeln.
Genau diese Befürchtung plagt Isola und während solche immer wiederkehrenden Gedanken und Sorgen durchaus nachvollziehbar und authentisch sind, hat es nach einer Weile doch etwas meinen Lesefluss gestört.
Diese hauptsächlich im Mittelteil auftretenden Längen und Wiederholungen sind wohl mein größter Kritikpunkt an diesem Auftakt der Geschichte.

Dabei konnte mich der Rest aber durchaus begeistern. Man wird zu Beginn direkt ins kalte Wasser und einen Drachenangriff hineingeworfen, was ich als Einstieg super fand. Gleichzeitig wird man aber auch mit zahlreichen Begriffen erschlagen, hier habe ich doch einige Seiten gebraucht, bis ich durchgeblickt habe.
Im Anschluss begibt man sich recht schnell ins Tribunal - einerseits hätte ich gerne noch mehr vorher über diese Welt erfahren, andererseits waren die Prüfungen und Herausforderungen des Tribunals auch schön spannend und die Lösungen von Isolas Gruppe kreativ und gelungen.
Neben einer schönen Freundschaft gibt es dort natürlich auch eine Liebesgeschichte, die aber ziemlich langsam beginnt, was mich persönlich jetzt nicht gestört hat.
Eine kleine Warnung noch: Für ein Young Adult Buch ist es allerdings oft auch ziemlich brutal und nicht gerade nett zu den Charakteren, dabei sind manche Szenen laut Kova sogar schon entschärft worden.
Insgesamt ein spannender Auftakt, der trotz kleiner Schwächen Lust auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 13.06.2026

Zwischen gefühlvollen Songs und Freundschaften

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
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Sowohl Olive als auch Drew kämpfen mit Verlusten in ihren Leben, als der Zufall sie in einer magischen Nacht zusammenführt. Genauso zufällig treffen sie sich einige Zeit später als neue Nachbarn wieder, ...

Sowohl Olive als auch Drew kämpfen mit Verlusten in ihren Leben, als der Zufall sie in einer magischen Nacht zusammenführt. Genauso zufällig treffen sie sich einige Zeit später als neue Nachbarn wieder, mit dem kleinen Problem, dass ihre WGs eigentlich verfeindet sind...
Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven erzählt, was mir richtig gut gefallen hat, da man so beide Protagonisten und ihre Gefühle ausführlich kennenlernt, aber auch einen Einblick in beide WGs erhält.
Dies ist auch eine Stärke des Romans, beide Seiten wachsen einem irgendwie richtig ans Herz, sowohl die Männer- als auch die Frauengemeinschaft. Die Charaktere fühlen sich an wie alte Freunde, das Buch ist nicht nur auf die Liebesgeschichte fixiert, sondern erkundet so noch Freundschaften und Familienbeziehungen.

Aber auch Olive und Drew waren mir sympathisch, beide kämpfen mit ihrer ganz eigenen Trauer und verarbeiten diese in ihrer gemeinsamen Arbeit, dem Erschaffen von berührenden Liedern. Bei allem hat mir das Tempo gut gefallen, es wirkte realistisch: Songs entstehen nicht einfach so, die Beziehung ist nicht sofort da, alles ist ein langsamer Prozess und wir können der Entwicklung beiwohnen.
Das Thema Trauer wurde hier authentisch in die Handlung eingefügt und nicht nur als Aufhänger für Olives Umzug benutzt, sondern formt ihren Charakter und ihre Beziehungen.
Auch der Schreibstil war angenehm, man konnte ohne Probleme viele Seiten am Stück lesen, ohne zu stocken oder sich zu langweilen.
Lediglich diese leicht erzwungene Feindschaft zwischen den WGs fand ich nach einer Weile doch ein wenig überflüssig, aber gut.
Insgesamt eine süße Liebesgeschichte mit tollen Nebencharakteren und emotionalen Momenten.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Spannung mit toller Atmosphäre

Moorland. Die Zwillinge
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In einem nebligen Moor im Winter TikTok-Videos drehen ist eine grandiose Idee, was soll schon schiefgehen?
Leider so einiges, weshalb Kommissarin Malia ermitteln muss: Was ist mit den jungen Zwillingen ...

In einem nebligen Moor im Winter TikTok-Videos drehen ist eine grandiose Idee, was soll schon schiefgehen?
Leider so einiges, weshalb Kommissarin Malia ermitteln muss: Was ist mit den jungen Zwillingen passiert, wohin sind sie verschwunden?

Die Atmosphäre hat mir richtig gut gefallen: Auf der einen Seite gab es das mysteriöse, gefährliche und neblige Moor, auf der anderen Seite die dörflich anmutende Kleinstadt, in der gefühlt jeder jeden kennt.
Beides sorgt für eine schön düstere und teilweise auch leicht unheimliche Stimmung, die richtig gut zur Handlung bzw. einem Thriller generell gepasst hat.
Auch die Einblicke und Infos zum Moor mochte ich, da konnte man nebenbei noch ein bisschen was lernen.

Der Aufbau ist ebenfalls gelungen, kurze Kapitel sorgen für einen schönen Lesefluss, wechselnde Perspektiven bringen einem die Charaktere näher und halten die Neugier aufrecht, immer neue Hinweise lassen den Leser miträtseln.
Durch falsche Fährten und Plottwists wird es auch fast nie wirklich langweilig.
Zu Beginn musste ich manchmal noch kurz zurückblättern, da ich mir nicht alle Namen auf Anhieb merken konnte, das wurde jedoch schnell besser.
Ich mochte auch die Mischung aus "Privatleben/Familie der Kommissarin" und den eigentlichen Ermittlungen, das Verhältnis ist hier gut getroffen und Malia sympathisch.
Manches erschien mir allerdings nicht so ganz realistisch, besonders bei den Ermittlungen, wobei allerdings ja auch im Buch schon nebenbei erwähnt wird, dass die Leute auch nicht unbedingt lesen wollen, wie die Polizisten Schreibtischarbeit leisten.
Insgesamt ein echt spannender Thriller, der zum Miträtseln einlädt und viele Geheimnisse verbirgt.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Wie das Leben so spielt

Salto
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Marko und Claire sind seit einigen Jahren schon zusammen, haben gerade Abi gemacht und träumen von einem gemeinsamen Umzug samt Studium nach München.
Doch für Marko gibt es nur Absagen, seine Alternative ...

Marko und Claire sind seit einigen Jahren schon zusammen, haben gerade Abi gemacht und träumen von einem gemeinsamen Umzug samt Studium nach München.
Doch für Marko gibt es nur Absagen, seine Alternative führt ihn nach Budapest, die Beziehung zu Claire wird beendet um eine Fernbeziehung zu vermeiden.
Und dann kommt auch dort alles ganz anders als geplant...

Salto ist ein Buch, das ich absolut verschlungen habe: Die Kapitel sind kurz, der Schreibstil angenehm und die Sprache leicht verständlich. Dazu gab es zwar keine klassische Spannung, trotzdem wollte ich permanent wissen, wie es weitergeht.
Die Sprache war hierbei passend zum Alter des Protagonisten und Ich-Erzählers Marko, seine Formulierungen und Gedanken wirkten sehr authentisch und nicht künstlich. Anspielungen auf die heutige Jugendkultur wurden so eingebaut, dass es natürlich wirkt und dabei auch für andere Altersgruppen vermutlich gut nachvollziehbar bleibt.
Dabei werden immer wieder Sätze und Textstellen mit großer Wortgewalt eingebaut, wunderbare Abschnitte, die ich doppelt gelesen habe. Teilweise haben mich einzelne Zitate an eine Art Poetry Slam erinnert.

Es gibt nicht viele Charaktere, dafür lernen wir diese umso besser kennen bzw. Markos Beziehungen zu ihnen. Hier kann nicht nur die zarte und unaufdringliche Liebesgeschichte glänzen, sondern auch die Schilderung einer Vater-Sohn-Beziehung. Statt großer Dramatik wird alles in leisen Tönen erzählt, eine Geschichte, wie sie das Leben halt so spielt.
Die Handlung spielt über mehrere Monate hinweg, immer wieder gibt es kleine Zeitsprünge und man ist hautnah dabei, wenn sich die Charaktere mit gescheiterten Plänen, Krankheiten und der Ungewissheit nach der Schule auseinandersetzen müssen. Viele dieser Gefühle hallen dabei im Leser wider, man erinnert sich an seine eigenen Erfahrungen und kann gut mitfühlen, selbst wenn der eigene Weg anders aussah.
Eine authentische Coming-of-Age-Geschichte, über die unergründlichen Wege des Lebens, in beeindruckenden Worten erzählt!

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Obsessionen und Selbstfindung

Spielverderberin
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Auf zwei Zeitebenen bekommen wir einen kleinen Einblick in die Leben dreier Freundinnen: Sophie, Romy und Lotte stehen zunächst kurz vor dem Abi, vier Jahre später haben sich ihre Wege getrennt - doch ...

Auf zwei Zeitebenen bekommen wir einen kleinen Einblick in die Leben dreier Freundinnen: Sophie, Romy und Lotte stehen zunächst kurz vor dem Abi, vier Jahre später haben sich ihre Wege getrennt - doch was hält die Zukunft für sie parat, was verbirgt sich in der Vergangenheit?
Der Aufbau ist geschickt gestaltet, die beiden Zeitebenen wechseln sich in der Erzählung ab, während in beiden das Geschehen weiterläuft und in der Vergangenheitsebene auf die Auflösung des Geheimnisses hinsteuert.
Dieses wird immer wieder angedeutet, macht neugierig und baut leichte Spannung auf, drängt sich jedoch auch nicht in den Vordergrund wie bei einem Thriller, weshalb man am Ende auch keine krasse Auflösung benötigt.

Auch der Schreibstil hat mir gefallen, die Sätze sind überwiegend eher kurz, aber tragen Gewicht und können auch oft ohne große Worte viel Bedeutung vermitteln.
Passend dazu ist der Text in kurze Abschnitte gegliedert, die man so wunderbar wie kleine Häppchen konsumieren kann. Von daher ist dieses Buch eher keins, das man schnell wegliest, sondern eher eins, das man langsam liest und wirken lässt.
Hierbei wird dadurch auch eine besondere Atmosphäre vermittelt, es ist ein wenig bedrückend und angespannt, mit positiveren Unterbrechungen.
Die Gefühle der Charaktere, insbesondere Sophies, kommen dadurch umso besser rüber. Ich persönlich habe weniger mitgefühlt, dafür konnte ich als Beobachterin alles gut nachvollziehen.
Themen wie Obsessionen, Freundinnenschaften, Selbstfindung von jungen Erwachsenen, Verlorensein und dem Wunsch dazugehören zu wollen werden anschaulich dargestellt und authentisch beschrieben.
In einigen Dingen konnte ich mich auch selbst wiedererkennen, sowohl gefühlsmäßig als auch bei Punkten der Lebensgeschichten.
Die literarische Beschäftigung mit dem Thema Dorf-/Stadtkind fand ich daher sehr interessant, auch wenn ich vieles anders sehen würde als die Protagonistin.
Insgesamt ein eher ruhiges Buch mit versteckter Tiefe, das leicht poetisch anmutet und dem man daher Zeit geben sollte, um richtig zu wirken.

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