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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2026

Großartig

Tata
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Agnes erhält die Nachricht, ihre Tante Colette sei gestorben. Doch diese wurde schon vor drei Jahren beerdigt. Was ist da passiert?
Ein vielversprechender Anfang. Ich hatte einen Spannungsroman erwartet, ...

Agnes erhält die Nachricht, ihre Tante Colette sei gestorben. Doch diese wurde schon vor drei Jahren beerdigt. Was ist da passiert?
Ein vielversprechender Anfang. Ich hatte einen Spannungsroman erwartet, aber das ist es nicht.
Die Lebensgeschichte der Tante Collette wird zum großen Teil erzählt von ihrer Nichte Agnes, aber in Teilen auch von ihr selbst. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Perspektivwechsel, durch die wir einen Einblick in das Innenleben der jeweils Beteiligten erhalten. Es entsteht ein Familienpanorama, das verschiedenen Handlungssträngen folgt und auf unterschiedlichen Zeiteben spielt. Da muss man sich schon etwas anstrengen, um immer genau zu verstehen, worum und um wen es gerade geht, und was die Person vorher schon erlebt hat. Eine Liste der Figuren wäre hilfreich gewesen.
Der Stil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Sehr genau schildert sie Emotionen und Zwischentöne. Es geht um Liebe und Freundschaft, um Schuld, Gewalt und Missbrauch, und darum, einander zu helfen.
Valerie Perrin ist eine moderne französische Autorin, die bewegend und spannend erzählt. Wer komplexe Familiengeschichten mag, ist hier gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 27.05.2026

Goldrubinglas

Träume aus Feuer
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1685: Johannes Kunkel ist Alchimist und bekommt vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg eine Insel in der Havel geschenkt, um dort Glas zu fertigen. Er erschafft Großartiges.
Die Sprache ...

1685: Johannes Kunkel ist Alchimist und bekommt vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg eine Insel in der Havel geschenkt, um dort Glas zu fertigen. Er erschafft Großartiges.
Die Sprache von Florian Illies ist etwas Besonderes. Der Autor berichtet poetisch und mit einem feinen Humor, aber auch mit einer gewissen Distanz. Wörtliche Rede benutzt er nur selten. Das wirkt eher betrachtend als spannend. So sehr ich die Sprache genoss, ich konnte mich nicht so richtig verlieren in der Geschichte.
Die Details der Glasherstellung sind sehr anschaulich. Es ist ein Handwerk und zugleich eine Kunst, und das an der Grenze zwischen Alchemie und Naturwissenschaft.
Ein interessanter Einblick in die deutsche Geschichte. Kein Roman.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Weiblich

Fünf Tage im Licht
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Sophie ist Künstlerin, sie malt. Auf einer griechischen Insel feiert sie gemeinsam mit ihen Studienfreundinnen Alessia und Iris den Junggesellinnenabschied von Helena. Sophie hadert mit dem Kinderwunsch ...

Sophie ist Künstlerin, sie malt. Auf einer griechischen Insel feiert sie gemeinsam mit ihen Studienfreundinnen Alessia und Iris den Junggesellinnenabschied von Helena. Sophie hadert mit dem Kinderwunsch ihres langjährigen Freundes. Sie versucht, im eigenen Leben anzukommen und sich künstlerisch zu verwirklichen.
Sophie wirkt mit ihrer Verletzlichkeit und ihrer Suche sehr authentisch und glaubhaft. Sie ist eine interessante Protagonistin, der man gerne folgt. Ihre reichen Freundinnen und auch die Männer bleiben dagegen etwas blass. Arbeiten bekannter Künstlerinnen werden geschildert, die Sophie auf ihrem Weg beeinflusst haben und noch beeinflussen werden. Hier gibt es auch Zeitsprünge, aber die verwirren nur wenig. Im Zentrum stehen weibliche Lebensentwürfe zwischen Mutterschaft, gesellschaftlichen Erwartungen und künstlerischem Ausdruck.
Eine Sommergeschichte voller Tiefe und Ehrlichkeit, für Künstlerinnen und Frauen, die das sein könnten.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Schön und grausam

Meine Berge bist du
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Briefe an die Berge kann die Post nicht zustellen. In einem entlegenen Dorf in den italienischen Alpen taucht ein ganzes Paket solcher Briefe auf. Es ist die Grundlage dieses Buches.
Die Idee, sich an ...

Briefe an die Berge kann die Post nicht zustellen. In einem entlegenen Dorf in den italienischen Alpen taucht ein ganzes Paket solcher Briefe auf. Es ist die Grundlage dieses Buches.
Die Idee, sich an einen der Berggipfel zu wenden, wenn man etwas Bewegendes zu erzählen hat, ist berührend. Täglich schauen die Dorfbewohner dort hinauf. Es sind einfache Menschen, die ein hartes Leben haben. In den Briefen schildern sie den Bergen amüsante, seltsame und schöne Episoden, die sich zu einer Geschichte zusammenfügen. Doch es ist kein Idyll, denn es fehl nicht an Grausamkeit und überraschenden, unschönen Wendungen.
Die Darstellung als eine Art Briefroman ist etwas anspruchsvoll: Man muss sehr darauf achten, wer jetzt gerade erzählt und in welcher Zeit man sich befindet, um alles richtig zu verstehen. Das Ganze ist poetisch erzählt, schön zu lesen und voller Weisheit. Empfehlung!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Wolkenleicht

Die Wolkengucker
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Wilma und Margarete sind Wolkengucker. Als Margarete stirbt, macht Wilma sich auf die Suche nach Menschen, die sich ebenfalls für Wolken interessieren. Sie lernt interessante, schräge und eigenartige Charaktere ...

Wilma und Margarete sind Wolkengucker. Als Margarete stirbt, macht Wilma sich auf die Suche nach Menschen, die sich ebenfalls für Wolken interessieren. Sie lernt interessante, schräge und eigenartige Charaktere kennen. Diese Aktion und die Menschen helfen ihr, ihren Verlust zu verarbeiten. Auch für die Menschen, die von nun an die Wolkengucker-Gemeinschaft bilden, verändert sich einiges. Da ist die Putzhilfe, die für Margarete gearbeitet hat und sie ebenfalls vermisst. Da sind ein junger Mann und seine achtjährige Tochter, die über einen Hinweiszettel zur Gruppe stoßen und ein fieser Nachbar, der zu einem Freund wird.
Das alles ist leicht und angenehm zu lesen. Man muss entspannt sein, um Wolken zu beobachten, denn sie bewegen sich meistens nur langsam. ie Protagonisten in dieser Geschichte brauchen gute Gründe, um diese Entschleunigung tatsächlich zu üben. Und in aller Gemächlichkeit wachsen sie aneinander.
Eine Geschichte zum Wohlfühlen.

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