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Veröffentlicht am 27.05.2026

Grandios gut

Das Meer von Mississippi
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Es gibt so Bücher, bei denen weiß man schon nach den ersten Seiten: ja, das ist es. So ging es mir auch mit diesem Roman, der mich von Anfang an gefangen nahm mit seiner eindringlichen Schilderung der ...

Es gibt so Bücher, bei denen weiß man schon nach den ersten Seiten: ja, das ist es. So ging es mir auch mit diesem Roman, der mich von Anfang an gefangen nahm mit seiner eindringlichen Schilderung der katastrophalen Hochwasserkatastrophe von 1927 und dem Schicksal einer Handvoll Menschen, die sich zu dieser Zeit an einem der am schlimmsten betroffenen Orte befanden. Zwei Prohibitionsagenten kommen nach Hobnob auf der Suche nach dem erfolgreichen Schwarzbrenner der Gegend und dem Mörder ihrer Kollegen. Ausgerechnet ein verwaistes Baby führt einen von ihnen ahnungslos genau zu der Frau, die die Destille betreibt. Und natürlich geschieht das Unausweichliche, als sie sich begegnen. Aus beiden Perspektiven im Wechsel geschildert, aus seiner und ihrer Sicht, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu, und am Ende verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse, während die grauen Fluten des Mississippi alles mit sich reißen. Es ist schon eine Weile her, dass mich ein Roman derart eindringlich fesseln konnte, dass ich ihn ihn Rekordzeit durchgelesen habe. Fazit: absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Zwischen Toten und Dämonen

Weavingshaw
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Während der halbtransparente Umschlag des Buches vor allem den Romance-Teil dieser Romantasy betont, enthüllt das Bild auf dem darunterliegenden Buchdeckel die düstere Fantasy, die den Hauptteil des Buches ...

Während der halbtransparente Umschlag des Buches vor allem den Romance-Teil dieser Romantasy betont, enthüllt das Bild auf dem darunterliegenden Buchdeckel die düstere Fantasy, die den Hauptteil des Buches ausmacht. Hier geht es endlich einmal nicht bzw. nur am Rande um die romantische Beziehung von Leena und dem Saint, was ich sehr erfrischend fand. Dafür schafft die Autorin eine Welt, in der es Dämonen gibt und Leena Tote sehen kann - alles recht düster und unheimlich, also genau so wie ich es mag. Dass sich im Verlauf der Handlung der anfängliche Hass zwischen den zwei Hauptpersonen in etwas anderes wandelt, fügt sich dabei absolut glaubwürdig ein, ohne die Story zu dominieren - die beiden lernen sich und ihre Geheimnisse und Schwächen besser kennen und verstehen und das schafft eine solide Basis für alles, was folgt oder in den Folgebänden noch kommen mag.
Die Hintergrundgeschichte des geheimnisvollen und grausamen Saint, für den Leena gezwungenermaßen arbeiten und ihre besondere Gabe einsetzen muss, um sich und ihren Bruder zu retten, hat mich besonders fasziniert, und der Saint selbst wandelte sich nicht nur in Leenas Augen von einem gefühllosen und berechnenden Monster zu einer gequälten und doch auch mitfühlenden Seele, der durch sein Umfeld zu dem gemacht wurde was er ist. Leena selbst ist von Anfang an eine starke junge Frau, die zwar grossen Respekt oder auch Angst vor dem Saint hat, sich aber nicht einschüchtern lässt und ihm von Anfang an die Stirn bietet. Dabei wirkt der Verlauf der Geschichte vollkommen natürlich und ungezwungen. Der Schreibstil ist absolut fesselnd: der Grundton ist angenehm düster und unheimlich, aber stellenweise blitzt auch ein Funke Humor durch. Die Autorin hat sich viel Mühe gegeben, eine faszinierende einzigartige Welt zu schaffen und das ist ihr mühelos gelungen. Alles greift perfekt ineinander und was am Ende enthüllt wird, wirkt nicht aufgesetzt oder konstruiert, sondern einfach nur konsequent und folgerichtig - genau so muss es sein. Ich bin jedenfalls restlos begeistert von diesem Buch und kann es kaum erwarten, Leena und den Saint auf ihrer weiteren Reise zu begleiten, was aber leider noch ein paar Monate dauern wird.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Grassi müpft auf

Ein romantischer Tod
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Auch der dritte Fall für Vittorio Grassi hat mich von Anfang bis Ende begeistert. Dass La Spezia thematisiert wird, das spätestens seit dem kürzlich erschienenen historischen Roman bekannt sein dürfte, ...

Auch der dritte Fall für Vittorio Grassi hat mich von Anfang bis Ende begeistert. Dass La Spezia thematisiert wird, das spätestens seit dem kürzlich erschienenen historischen Roman bekannt sein dürfte, in dem es um den Aufenthalt Lord Byrons und seiner Entourage und den tragischen Tod Percy Shelleys geht, fand ich überraschend - dieses Jahr scheint La Spezia mich zu verfolgen. Aber diesmal auf sehr unterhaltsame und kurzweilige Art und Weise, und ich habe mich köstlich über Grassi amüsiert, der "dank" eines Schlags auf den Kopf eine gute Entschuldigung für seine ungewohnt aufbrausende und unfreundliche Art hat, mit der er seine Mitmenschen diesmal ein ums andere Mal vor den Kopf stößt. Gut gefallen hat mir, dass diesmal auch die Figuren rund um Grassi mehr Raum einnehmen und die Handlung vorantreiben - Toni und Grassis Tochter, Ricci und vor allem der Gerichtsmediziner La Penza, der mit seiner direkten und unverblümten Art eine sehr erfrischende Note in die Geschichte bringt und mich immer wieder schmunzeln liess. Der Todesfall, in dem diesmal ermittelt wird, ist gut durchdacht und konnte mich bis zuletzt bei der Stange - und beim Mitraten - halten. Kurzum: aller guten Dinge sind drei, und bei dieser Reihe haben alle drei Teile bisher mit Bravour bestanden. Jetzt hoffe ich dass es so immer weiter geht und noch lange keine Flaute in Sicht ist.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Bleibt im Gedächtnis

Solange ein Streichholz brennt
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Das Buch ist mir durch die vielen Erwähnungen in Diskussionsrunden aufgefallen - im Laden hätte ich es wohl keines zweiten Blickes gewürdigt, da das Cover mich überhaupt nicht anspricht und der Titel keinerlei ...

Das Buch ist mir durch die vielen Erwähnungen in Diskussionsrunden aufgefallen - im Laden hätte ich es wohl keines zweiten Blickes gewürdigt, da das Cover mich überhaupt nicht anspricht und der Titel keinerlei Assoziation weckt. Etwas politisches? Ein Sachbuch, möglicherweise über Geschichte? Nee, alles falsch und so wurde ich mit einer einzigartigen Geschichte überrascht, die mich sofort gefesselt hat und zur Folge hatte, dass ich das Buch in einem Rutsch durchlesen "musste", um zu erfahren wie es für Bohm und Alina ausgeht. Die Höhen und Tiefen in beider leben, bei Bohm natürlich um einiges drastischer, haben mich sehr bewegt, und die Auflösung, wieso Bohm auf der Straße gelandet ist, war gleichzeitig so traurig, aber auch undramatisch und schleichend, dass man sich tatsächlich vorstellen kann, dass Bohms Schicksal unter entsprechenden Randbedingungen jeden in unserer Gesellschaft treffen kann. Wie Alina Bohm auf Augenhöhe und ohne jedes Vorurteil oder Abscheu begegnet fand ich sehr beeindruckend und gut: sie sieht einfach nur den Menschen, und der hat viel zu bieten. Manchmal hatte ich die Befürchtung, es könnte kitschig oder künstlich werden, aber das Geschehen verlief so natürlich und glaubhaft, dass ich einfach nur wie gebannt an den Zeilen hing. Besonders toll finde ich, wie ein ernstes und wichtiges Thema hier in einer absolut lesenswerten und auch unterhaltsamen Geschichte verpackt wird, ohne ein Urteil zu fällen oder den moralischen Zeigefinger zu erheben: es ist einfach.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Magische Lebkuchen

Mehl, Magie und Machenschaften
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Das Buch bietet alles, was ich in meiner Jugend mit Begeisterung verschlungen hätte - und auch jetzt noch weiß die Geschichte zu überzeugen. Eine junge und eigentlich gar nicht mutige Heldin wider Willen, ...

Das Buch bietet alles, was ich in meiner Jugend mit Begeisterung verschlungen hätte - und auch jetzt noch weiß die Geschichte zu überzeugen. Eine junge und eigentlich gar nicht mutige Heldin wider Willen, die eigentlich nur in Ruhe backen möchte, ein paar fiese Bösewichte am Hofe der Herzogin, die Arges im Schilde führen und Jagd auf magisch Begabte machen, ein unerschrockener und findiger Gefährte, der Mona zur Seite steht um seine Schwester zu rächen - alle Charaktere sind mit viel Herzblut erdacht worden, und das merkt man. An Mona gefällt mir besonders gut, dass sie anfangs gar nicht mutig ist und auch im Verlauf der Handlung immer wieder betont, dass es eigentlich nicht die Aufgabe einer Vierzehnjährigen sein sollte, das Herzogtum zu retten - und doch stellt sie sich tapfer allen Herausforderungen und gibt ihr Bestes. Und das kann sich letztlich wirklich sehen lassen, und natürlich habe ich Sauerteig Bob und den kleinen Lebkuchenmann sofort ins Herz geschlossen. Eine unglaublich fantasievolle, magische und dabei auch düstere (was ganz nach meinem Geschmack ist) Geschichte die zeigt, dass auch aus kleinen Dingen Großes entstehen kann, wenn man sich traut. Uneingeschränkte Leseempfehlung.

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