Profilbild von CorniHolmes

CorniHolmes

Lesejury Star
offline

CorniHolmes ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit CorniHolmes über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Ein wunderbarer Mix aus Spannung, Humor, Urlaubsfeeling und Romantik.

Lucky – Was ich dir sagen will
0

Bailey Harris hat es zum Publikumsliebling in einer erfolgreichen Streamingserie geschafft, doch ihr Erfolg hat auch seine Schattenseiten. Sie hat sein kurzem einen Stalker und muss für einige Zeit untertauchen. ...

Bailey Harris hat es zum Publikumsliebling in einer erfolgreichen Streamingserie geschafft, doch ihr Erfolg hat auch seine Schattenseiten. Sie hat sein kurzem einen Stalker und muss für einige Zeit untertauchen. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, ist ihr neuer Bodyguard niemand anderes als Jackson – der Mann, mit dem sie Junos Bay, einer malerischen Kleinstadt an der kalifornischen Küste, immer wieder aneinandergeraten ist. Gemeinsam flüchten die beiden in ein abgelegenes Motel, wo es schon bald heftig zwischen ihnen zu knistern beginnt. Mit seinem mürrischen Verhalten und seinen sommerblauen Augen macht Jackson sie fast wahnsinnig. Aber meint er es wirklich gut mit ihr? Irgendetwas scheint er zu verbergen. Als Bailey auf Jacksons Geheimnis stößt, bricht eine Welt für sie zusammen. Jetzt kann ihr noch das magische Junos Bay helfen.

Hierbei handelt es sich um den zweiten Teil der Junos-Bay-Trilogie, Vorkenntnisse sind meinen Empfinden nach jedoch nicht zwingend erforderlich. In jedem Band stehen andere Figuren im Vordergrund, sodass die Bücher unabhängig voneinander lesbar sind. Mehr Spaß macht es jedoch, wenn man die chronologische Reihenfolge einhält.

Nach meiner Begeisterung für den Trilogieauftakt, musste natürlich auch die Fortsetzung bei mir Einzug halten. Schon das Cover verspricht wieder jede Menge sommerliche Urlaubs-Vibes und macht das Buch gemeinsam mit Farbschnitt in der Erstauflage zu einem echten Hingucker. Ich war voller Vorfreude und wurde nicht enttäuscht! Im Gegenteil, ich finde diesen Band sogar noch etwas besser als den ersten.

Dagmar Bach ist einfach immer ein Garant für zauberhafte Feelgood-Romane. Mit ihrem gewohnt locker-leichten Schreibstil entführt sie uns zurück nach Junos Bay – einem absoluten Wohlfühlort, der fast schon etwas Magisches an sich hat und zum Träumen und für-immer-Dableiben einlädt. Die Geschichte startet mit einer Folge aus Baileys Podcast, der ein vielversprechender Prolog folgt, und wird anschließend größtenteils aus der Ich-Perspektive von Bailey geschildert. Zwischendurch gibt es immer mal wieder kurze, geheimnisvolle Chatverläufe und jedes Kapitel wird von einem Satz aus Jacksons Gedankenwelt eingeläutet. Letzteres hat mir besonders gut gefallen. Die kleinen Gedankenschnipsel passen immer perfekt zu den folgenden Ereignissen und steigern die Neugier auf das, was kommt.
Während der Vorgänger für mich teils sehr vorhersehbar war, kann dieser Band mit deutlich mehr Wendungen und Spannung punkten. Durch die Stalker-Thematik kommt die Story stellenweise fast schon wie ein Thriller daher, ist gleichzeitig aber auch so spritzig und humorvoll wie man es von der Autorin kennt. Die Mischung ist einfach großartig gelungen. Es wird mehr als deutlich, dass das Glamourleben auch seine Schattenseiten hat, vor allem in der heutigen Zeit von Internet, Instagram und Co. Man fiebert und rätselt beim Lesen mit und fragt sich die ganze Zeit, wer Baileys Stalker sein könnte und was Jackson zu verbergen hat. Auch Romantiker kommen wieder auf ihre Kosten. Die Trops Grumpy meets Sunshine, Body Guard Romance und Forced Proximity wurden hier wunderbar vereint. Die Beziehung zwischen Bailey und Jackson entwickelt sich glaubhaft und sorgt für viele unterhaltsame und emotionale Momente. Die Zwei sind ein herrlich gegensätzliches Paar, deren Zusammenspiel man mit Freude mitverfolgt. Die weiteren Figuren sind jedoch nicht minder liebevoll gezeichnet – ob alte Bekannte aus dem ersten Band oder neue Gesichter – Dagmar Bach hat einfach ein Händchen für einzigartige Charaktere.
Zum Ende hin wird es besonders packend und dramatisch, was nochmals einen krassen Kontrast zu der meist cozy Atmosphäre bildet.

Fazit: „Lucky – Was ich dir sagen will“ ist ein wunderschöner Sommer-Wohlfühlroman mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Humor, Urlaubsfeeling und Romantik. Die perfekte Lektüre für alle RomCom-Fans ab 12 Jahren. Dagmar Bach hat es mal wieder geschafft mich zu begeistern! Ich habe das Buch nahezu in einem Rutsch gelesen und kann den dritten Band (der leider erst im März 2027 erscheinen wird) schon jetzt kaum erwarten. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Bittersüß, berührend und voller Poesie!

Ein Hund namens Katze
0

4,5 Sterne

Ein kleiner Welpe überlebt als einziger in seinem Wurf und wird von seiner Mutter auf den Namen Katze getauft. Denn Katzen sind unabhängig und selbstständig. Und da sie ihren Sohn verlassen ...

4,5 Sterne

Ein kleiner Welpe überlebt als einziger in seinem Wurf und wird von seiner Mutter auf den Namen Katze getauft. Denn Katzen sind unabhängig und selbstständig. Und da sie ihren Sohn verlassen wird, wünscht sie sich, dass er wie eine Katze ist. Mit der Mahnung, dass er niemandem trauen soll, lässt sie Katze zurück. Dieser fühlt sich jedoch gar nicht wie eine Katze, sondern unendlich einsam. Im Wald wird er von den anderen Tieren verscheucht und auch in der großen Stadt Helsinki findet er keinen Anschluss – wird von den anderen (Rasse-)Hunden sogar als räudiger Mischling beschimpft. Doch dann trifft er auf den Mann namens Marder, der es als Obdachloser ebenfalls nicht leicht hat. Er stinkt, trinkt und ist schmutzig, aber dennoch fühlt sich Katze zu ihm hingezogen. Marder ist wie er: Einsam. Als sie sich begegnen, erfahren beide zum ersten Mal, was Freundschaft und Vertrauen bedeutet.

„Ein Hund namens Katze“ ist der erste Band einer fünfbändigen finnischen Bilderbuchreihe, bei der alle Bände eigenständig lesbar sind. Schon das Cover lässt erahnen, dass es sich hierbei um kein typisches, fröhlich-buntes Kinderbuch handelt. Poetisch und eindringlich, aber auch voller Humor und Zärtlichkeit erzählt Tomi Kontio aus der Sicht von Hund Katze von Einsamkeit, Obdachlosigkeit, Vorurteilen, Identität, Freundschaft und Vertrauen. Die Erzählung trifft einen mitten ins Herz, regt zum Nachdenken an und hat etwas Melancholisches an sich, vor allem zu Beginn. Gleichzeitig vermittelt sie aber auch viel Hoffnung und Lebensfreude. Sie zeigt uns, wie wertvoll es ist, jemanden an seiner Seite zu haben, der einen versteht und so akzeptiert und liebt, wie man ist. Es macht richtig Freude, Katze auf seinem Weg zu begleiten und mitzuerleben, wie sein Wunsch nach Nähe und Liebe erhört wird und er in dem Obdachlosen namens Marder einen Gleichgesinnten und Freund fürs Leben finden wird.

Genauso zart und liebevoll wie der Text sind auch die wunderhübschen Illustrationen von Elina Warsta. Mit feinem Strich, gedämpften Farben und viel Liebe zum Detail machen die Bilder die Emotionen greifbar und fangen die Stimmung perfekt ein.

Fazit: „Ein Hund namens Katze“ ist eine poetische und berührende Geschichte ab 6 Jahren über die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt, das Anderssein, Zugehörigkeit und Freundschaft. Ein leises und kraftvolles Bilderbuch für Jung und Alt, das nachhallt. Ungeschönt, bittersüß und mit ganz viel Herz. Mich hat die Geschichte über die beiden Außenseiter Katze und Marder sehr bewegt, ich kann diesen Reihenauftakt nur empfehlen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein tierisch unterhaltsamer Mäusekrimi voller Witz, Charme und Mitratespaß.

Meisterdetektiv Mausebart – Wo ist Gustav Giftzahn? Ein Mäusekrimi (Band 1)
0



Monsieur Mausebart ist ein weltberühmter französischer Meisterdetektiv und gerade in das Städtchen Bath gezogen. Bereits an seinem ersten Tag bekommt er es mit einem äußerst spannenden Fall zu tun: Der ...



Monsieur Mausebart ist ein weltberühmter französischer Meisterdetektiv und gerade in das Städtchen Bath gezogen. Bereits an seinem ersten Tag bekommt er es mit einem äußerst spannenden Fall zu tun: Der stadtbekannte Restaurantbesitzer Gustav Giftzahn ist spurlos verschwunden! Und es bleibt nicht bei dem einen Opfer. Monsieur Mausebart beginnt natürlich sofort mit dem Ermitteln, unterstützt von seinem neuen Gehilfen (und großen Fan) Mopsi Hakenschlag. Gemeinsam entdecken sie am Tatort erste Hinweise in Form von einer rätselhaften Nachricht in der Buchstabensuppe des Entführungsopfers. Als sie die Spur des Verbrechers verfolgen (unterstützt vom etwas verpeilten Polizeikommissar Pummler), zeigt sich sehr schnell, dass nicht alle in Bath dem Meisterdetektiv wohlgesonnen sind. Der Fall ist viel kniffliger und gefährlicher als gedacht. Ob Monsieur Mausebart und Mopsi ihn wohl lösen werden?

Die englische Autorin und Illustratorin Charley Rabbit präsentiert hier einen mausestarken Comic-Roman, an dem nicht nur kleine Krimifans ihre helle Freude haben. Schon das Cover mit der Ausstanzung ist ein Hingucker und dahinter geht es ganz genauso weiter. Eine wunderbare Mischung aus Textpassagen und Comicsequenzen erwartet einen hier, begleitet von zahlreichen lustigen Illustrationen, unterschiedlichen Schriftarten und vielen Lautmalereien. Sehr cool ist auch die schwarz-gelbe Farbgebung, die für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt und einfach die perfekte Wahl ist. Denn welche Farbe könnte besser zu einem Mäusehelden passen als käsegelb? Man spürt einfach auf jeder Seite, wie viel Kreativität und Liebe zum Detail in diesem Buch stecken. Selbst der größte Lesemuffel wird hier seinen Spaß haben.

Auch inhaltlich begeistert dieser Reihenauftakt vom ersten Moment an. Mit einer ordentlichen Portion Witz und Charme erzählt Charley Rabbit diese spannende Detektivgeschichte, die mit lauter überraschenden Wendungen punkten kann und vor schrägen Gestalten nur so sprüht. Vieles ist sehr überzeichnet, das Ganze rutscht aber niemals ins Alberne ab. Für meinen Geschmack hätte es das ständige Gepupse zwar nicht gebraucht, aber bei Kindern kommt so etwas ja immer gut an. Junge Spurnasen werden es lieben, den cleveren und mutigen Meisterdetektiv Monsieur Mausebart bei seinen Ermittlungen zu begleiten und mit ihm mitzurätseln – langweilig wird es dabei zu keiner Zeit. Ganz nebenbei vermittelt die Geschichte auch noch ein paar schöne Botschaften über Selbstvertrauen, Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Sie zeigt uns, wie wichtig es ist, niemals den Mut zu verlieren und dass es nichts Wertvolleres im Leben gibt als gute Freunde, die immer zu einem halten. Viel zu schnell ist man auch schon am Ende angelangt und würde sich am liebsten sofort ins nächste Abenteuer stürzen. Soweit ich weiß, gibt es bisher noch keinen zweiten Teil, ich hoffe aber sehr, dass sich das noch ändern wird.

Fazit: „Meisterdetektiv Mausebart – Wo ist Gustav Giftzahn?“ ist ein tierisch unterhaltsamer und originell gestalteter Mäusekrimi voller Humor, Spannung und Mitratespaß. Ein vielversprechender Auftakt für alle Detektivfans ab 8 Jahren, der Lust auf mehr macht. Herrlich schrullig und charmant. Ich habe mich beim Lesen bestens amüsiert und freue mich schon sehr auf den zweiten Band. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein unterhaltsames Ferienabenteuer, das zum Nachdenken anregt.

Der Sommer, als wir die Weltherrschaft übernahmen
0



Die zwölfjährigen Zwillinge Fili und Karo und ihr kleiner Bruder Jeps verbringen ihre Sommerferien wie jedes Jahr auf der kleinen Nordseeinsel Wegeland bei ihrer Patentante Flora. Diese ist mittlerweile ...



Die zwölfjährigen Zwillinge Fili und Karo und ihr kleiner Bruder Jeps verbringen ihre Sommerferien wie jedes Jahr auf der kleinen Nordseeinsel Wegeland bei ihrer Patentante Flora. Diese ist mittlerweile Bürgermeisterin, allerdings sind nicht alle Inselbewohner einverstanden mit ihren Plänen. Tante Flora möchte den Autoverkehr auf Wegeland abschaffen und stattdessen Esel und Kutschen einsetzen. Vor allem der Nachbar Bauer Böckmann scheint überhaupt nichts von den Ideen der neuen Bürgermeisterin zu halten, was er auch ordentlich zum Ausdruck bringt. Als sich Tante Flora durch ein Missgeschick das Bein bricht und aufs Festland ins Krankenhaus muss, stehen die Geschwister und ihre zwei Freunde Martje und Tammo vor einigen Herausforderungen. Bauer Böckmann stachelt die Insulaner richtig gegen Tante Flora auf, die frisch eingetroffenen Esel müssen versorgt werden und dann steht auch noch wichtiger Besuch an. Ob es den Kindern wohl gelingen wird, wieder für Frieden zu sorgen und die Zukunft der Insel zu retten?

Rieke Patwardhan hat mal wieder ein gelungenes Kinderbuch geschaffen hat, das viel mehr ist als nur eine vergnügliche Ferienlektüre. Auf eine kindgerechte und humorvolle Weise erzählt die Autorin von Freundschaft, Miteinander, Umweltschutz, Demokratie und Diplomatie. Die Geschichte liefert Diskussionsstoff und veranschaulicht gekonnt, dass aus kleinen Meinungsverschiedenheiten schnell große Konflikte werden können und wie wichtig es ist, miteinander zu kommunizieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ich-Erzählerin Fili, ihre Geschwister und ihre Freunde von der Insel sind eine tolle aufgeweckte Truppe. Völlig verschieden und gemeinsam unschlagbar. Sie halten stets fest zusammen und zeigen uns, dass man nie zu klein oder zu jung ist um Großes zu bewirken.
Trotz der ernsten Themen kommt die Geschichte keineswegs schwer oder bedrückend daher. Mit der kleinen fiktiven Nordseeinsel Wegeland hat die Autorin ein herrliches Wohlfühlsetting geschaffen, das direkt Fernweh weckt. Man kann die idyllische Landschaft förmlich vor sich sehen, riecht die salzige Meeresluft (und den Eselmist, lol) und bekommt richtig Lust auf ein Fischbrötchen.

Auch an Spannung mangelt es hier nicht. Das Buch wird insgesamt zwar eher ruhig erzählt, weiß aber dennoch zu fesseln und ist zu keiner Zeit langweilig. Vor allem zum Ende hin wird es ganz schön aufregend. Dass das Ganze vielleicht nicht immer realistisch ist, tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Allerdings hat es mich schon ein wenig verwundert, wie entspannt die Eltern der Geschwister reagieren, als sie erfahren, dass Tante Flora nicht mehr auf die Kinder aufpassen kann. Besonders, da Jeps gerade mal fünf Jahre alt ist. Junge Leser*innen werden sich an diesem Punkt aber sicherlich nicht stören, im Gegenteil. Ohne Eltern jede Menge Abenteuer erleben – solche Sommerferien wünscht sich sicherlich jedes Kind.

Die unverwechselbaren schwarz-weiß Illustrationen von Regina Kehn untermalen das Erzählte treffend und runden das Leseerlebnis perfekt ab.

Fazit: „Der Sommer, als wir die Weltherrschaft übernahmen“ ist ein spannendes und unterhaltsames Ferienabenteuer über Zusammenhalt, Kompromissbereitschaft und den Mut, für das Richtige einzustehen. Eine wunderbare Sommergeschichte ab 10 Jahren mit sympathischen Charakteren, atmosphärischem Insel-Feeling und wichtigen Themen, die zum Nachdenken anregen. Rieke Patwardhan und Regina Kehn haben es mal wieder geschafft, mich zu begeistern, ich kann ihr neues gemeinsames Kinderbuch wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2026

Eine weitere bezaubernde Mumin-Geschichte!

Die Mumins und der verbotene Park
0

Es ist Mittsommerabend und Mumin, der Schnupferich und die kleine Mü pflücken im Wald Blumen. Plötzlich stehen sie vor einem langen, hohen Zaun, an dem eine Tafel hängt, auf der steht: DAS BETRETEN DER ...

Es ist Mittsommerabend und Mumin, der Schnupferich und die kleine Mü pflücken im Wald Blumen. Plötzlich stehen sie vor einem langen, hohen Zaun, an dem eine Tafel hängt, auf der steht: DAS BETRETEN DER PARKANLAGEN IST STRENGSTENS VERBOTEN. GENEHMIGUNG ERFORDERLICH. Mumin möchte lieber umkehren, aber der Schnupferich und die kleine Mü hören nicht auf ihn. Als sie den Parkeingang finden, entdecken sie noch weitere Verbotsschilder. Im Park treffen sie auf mehrere Waldkinder, die unglücklich in einem Sandkasten hocken. Denn spielen und Spaß haben ist im Park verboten. Sie erzählen den drei Freunden von dem Park-Wächter, ein wütender Hermul, der Verbote für das Beste hält und sich jeden Tag neue Dinge ausdenkt, die man verbieten kann. So kann das nicht weitergehen, diesem Parkwächter muss mal eine Lektion erteilt werden, findet der Schnupferich. Um ihn zu erschrecken, säht er Hattifnatten-Samen. Diese kleinen weißen Wesen sind besonders elektrisch, wenn sie neugeboren sind. Der Plan funktioniert, allerdings kehrt der Park-Wächter kurz darauf zurück und sperrt Mumin, den Schnupferich und die kleine Mü in einen Käfig. Oje. Ob sie sich wohl aus ihrem Gefängnis befreien können? Werden sie den Park wieder zu einem glücklichen Ort machen?

Als absolute Mumin-Liebhaberin freue ich mich jedes Mal wie ein Schneekönig, wenn ein neues Buch aus dem Mumin-Universum erscheint. Bei dem hier vorliegenden Werk handelt es sich um eine Neuinterpretation einer Geschichte aus Tove Janssons „Die Mumins – Sturm im Mumintal“. Nachdem mich bereits die vorherigen Mumin-Bücher aus dem Urachhaus Verlag begeistern konnten, durfte dieser Band in meiner Sammlung natürlich nicht fehlen. Und ich wurde mal wieder nicht enttäuscht.

Dem schwedischen Autorinnen-Duo Cecilia Davidsson und Alex Haridi ist es einmal mehr gelungen, ein Abenteuer rund um die beliebten finnischen Trollwesen vereinfacht für jüngere Kinder nachzuerzählen, ohne dass der mumintypische Charme verloren geht. Ein großes Lob gebührt an dieser Stelle auch Brigitta Kicherer, Janssons angestammter Übersetzerin, die bei der Übersetzung mal wieder wunderbare Arbeit geleistet hat.
Vorkenntnisse sind erneut nicht erforderlich, denn die wichtigsten Figuren werden zu Beginn kurz vorgestellt. Als zusätzliche Einstiegshilfe gibt es vorne im Buch noch eine doppelseitige schwarz-weiß Karte, die das Mumintal zeigt. Doch egal ob Kenner oder Neuling – dieses Buch macht garantiert jedem Leser Spaß.

Mit Janssons charakteristischem klugem und warmherzigen Humor erzählt dieser Band von Zusammenhalt, Engstirnigkeit, Auflehnung und Einsicht. Auch dieses Muminabenteuer kommt nicht nur aufregend, lustig und drollig daher, sondern steckt auch voller Weisheit und einem Hauch Düsternis. So farbenfroh das Cover auch sein mag, im Mumintal treiben auch einige unheimliche Geschöpfe ihr Unwesen. Die Hattifnatten zum Beispiel, die wie kleine, schaurige Gespenster aussehen. Trotz allem ist das Buch für Kinder ab 4 Jahren sehr gut geeignet. Die Charaktere sind überaus liebenswert und schrullig gestaltet und sorgen mit ihren verschiedenen Eigenheiten für herrliche Vorlesemomente. Ob der sympathische Mumin, der pfiffige Schnupferisch oder die kleine freche Mü – man muss sie einfach alle ins Herz schließen.

Maya Jönsson hat das Mumintal und seine einzigartigen Bewohner
innen ein weiteres Mal mit ihren atmosphärischen Illustrationen zum Leben erweckt. Mal großflächig und bunt, mal in kleinen skizzenhaften schwarz-weiß Zeichnungen, an der sich besonders Nostalgiker erfreuen, untermalen die Bilder das Erzählte ganz zauberhaft und laden zum Verweilen und Betrachten ein.

Fazit: „Die Mumins und der verbotene Park“ ist ein weiteres unterhaltsames Abenteuer aus dem Mumintal nach einer Erzählung von Tove Jansson. Eine zeitlos schöne Vorlesegeschichte ab 4 Jahren, die mit ihren charmanten Charakteren und wundervollen Illustrationen Jung und Alt gleichermaßen verzaubert. Für mich persönlich ist es nicht der stärkste Mumin-Band, begeistert bin ich aber dennoch. Ob Fans oder die, die es noch werden wollen – ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere