Profilbild von coffee2go

coffee2go

Lesejury Star
offline

coffee2go ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit coffee2go über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2026

aus den Fugen geraten

Chaos
0

Der Roman ist in einer klaren und direkten Sprache formuliert und bringt die Dinge auf den Punkt. Hedda befindet sich mitten in einer Lebenskrise, ihr gesamtes Leben steht am Wendepunkt, ihre Masterarbeit ...

Der Roman ist in einer klaren und direkten Sprache formuliert und bringt die Dinge auf den Punkt. Hedda befindet sich mitten in einer Lebenskrise, ihr gesamtes Leben steht am Wendepunkt, ihre Masterarbeit bekommt sie nicht fertig, privat kriselt es, ihre Kindheit holt sie ein und emotional ist sie am Tiefpunkt. Es ist interessant zu beobachten, wie kleine Situationen oder Konflikte in alle Lebensbereiche einwirken und das Leben von Hedda komplett und nachhaltig verändern. Es werden Alltagssituationen und Probleme beschrieben, aber bei Hedda spitzt es sich zu, sodass eine Eskalation absehbar wirkt. Hedda wird vielschichtig beschrieben, wie sie auf andere wirkt, aber auch wie sie selbst Situationen einschätzt, verdrängt und welche Gedanken sie sich macht. Die Grundstimmung ist durchgehend düster, teilweise trostlos, manchmal blitzt ein kleiner Hoffnungsschimmer durch. Für Leser*innen, die sich selbst gerade in einer deprimierenden, gefühlt ausweglosen Situation befinden, würde ich das Buch nicht empfehlen, denn es wirkt nach.

Veröffentlicht am 02.07.2026

spannende Sommerlektüre, außer der Schluss...

Die Finca
0

Das Cover ist wunderschön und verleiht dem Thriller Urlaubsflair, das dann aber schon bald gestört wird. Der Einstieg ist ruhig, man kann sich als Leser*in gut in die Situation hineinversetzen und die ...

Das Cover ist wunderschön und verleiht dem Thriller Urlaubsflair, das dann aber schon bald gestört wird. Der Einstieg ist ruhig, man kann sich als Leser*in gut in die Situation hineinversetzen und die beiden Hauptcharaktere Rosi und Fabian kennenlernen. Was zuerst wie ein Missverständnis beginnt, indem Housesitter doppelt gebucht wurden, wird schon bald gruselig, indem im Haus eigenartige Aktionen passieren, fremde Menschen auftauchen und Bedrohungen wahrgenommen werden. Rosi ist sich auch nicht sicher, ob sie Fabian vertrauen kann, aber sie möchte den Job keinesfalls vorzeitig abbrechen. Bis zur Hälfte des Buches geschieht noch recht wenig, ab der Mitte wird es spannend, aber somit war für mich auch schon das Ende in etwa vorhersehbar. Der Schluss hat mir nicht so gut gefallen, hier überschlagen sich die Ereignisse, die Situationen wirken unwirklich und wenig glaubhaft. Ich hätte es gut gefunden, wenn die Actionmomente dezenter ausgefallen wären und besser über das gesamte Buch verteilt worden wären. Als leichte Sommerlektüre passt das Buch gut, ansonsten hätte es etwas anspruchsvoller sein können, vielleicht auch spannender durch zusätzliche Personen oder Situationen am Anfang.

Veröffentlicht am 12.06.2026

zu einfach zu durchschauen

Sophie L.
0

Der Thriller hat eine spannende Thematik, in der es darum geht, inwieweit wir unseren Erinnerungen trauen können und wie nach Traumata Erinnerungen verändert werden können. Nachdem Olivia als Expertin ...

Der Thriller hat eine spannende Thematik, in der es darum geht, inwieweit wir unseren Erinnerungen trauen können und wie nach Traumata Erinnerungen verändert werden können. Nachdem Olivia als Expertin in diesem Gebiet arbeitet hätte ich mir vor ihr mehr Expertise, eine bessere analytische Selbsteinschätzung und generell eine intensivere und tiefgreifendere Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht, das eher laienmäßig und oberflächlich abgehandelt wurde. Die zwei Zeitebenen haben mir sehr gut gefallen und wurden auch gut miteinander verwoben. Besonders die dramatischen Erlebnisse von Sophie und Josephine in der Kriegszeit der 1940er Jahre habe ich historisch und persönlich interessant empfunden. Die aktuelle Geschichte rückt hiermit fast sogar in den Hintergrund. Wer hinter dem Tod von Olivias Großmutter stecken könnte, war für mich keine große Überraschung, sondern schon von Anfang an ziemlich klar, daher habe ich am Ende nicht so mitfiebern können. Der Einstieg war spannend, der Mittelteil leider abgeflacht und wiederholend, die Geschichte drehte sich im Kreis und das Ende keine große Überraschung, somit war es für mich ein mittelmäßig spannendes Leseerlebnis, das nicht mit „Anna O“ verglichen werden kann.

Veröffentlicht am 27.05.2026

frische Idee

Sag mir, dass du mir vertraust
0

Der Thriller hat mich zuerst aufgrund der originellen Idee angesprochen, über eine Playlist Hinweise zu übermitteln. Im Nachhinein betrachtet finde ich die Umsetzung doch etwas umständlich, es wäre auch ...

Der Thriller hat mich zuerst aufgrund der originellen Idee angesprochen, über eine Playlist Hinweise zu übermitteln. Im Nachhinein betrachtet finde ich die Umsetzung doch etwas umständlich, es wäre auch einfacher machbar gewesen, aber dennoch mal eine erfrischende Idee, die sich durch die Geschichte zieht. Die Frage, wie gut kennt Marissa den Mann an ihrer Seite, den sie liebt, wirklich? – sucht nach Antworten, die teilweise auch in eine andere Richtung deuten, als sie es sich gedacht hätte. Die Spannung wird zu Beginn schnell aufgebaut und bleibt konstant hoch, es gibt auch zahlreiche Wendungen und Cliffhanger, die dies noch zusätzlich untermauern. Als Charakter finde ich Melissa glaubwürdig, sie lässt uns Leser*innen auch an all ihren Emotionen teilhaben, von Wut, Trauer, Hoffnung – und immer im Vordergrund das Wohl ihres Sohnes. Zu den weiteren Charakteren konnte ich aufgrund des Tempos weniger Tiefe aufbauen, was ich etwas schade finde. Das Ende war nicht ganz nach meinem Geschmack, ohne jetzt zu viel verraten zu wollen.

Veröffentlicht am 27.05.2026

zu viel, zu schnell, zu gewollt

Sieben letzte Tage
0

Der Justizthriller beginnt spannend und man fühlt sich als Leserin sofort mitten im Thema, da keine Zeit vergeudet wird, sondern jede Seite mit Informationen und Aktionen gefüllt ist. Im Mittelpunkt steht ...

Der Justizthriller beginnt spannend und man fühlt sich als Leserin sofort mitten im Thema, da keine Zeit vergeudet wird, sondern jede Seite mit Informationen und Aktionen gefüllt ist. Im Mittelpunkt steht die Verurteilung von Alices Vater, wobei nun neu aufgerollt werden soll, ob er ein Mörder oder ob er selbst ein Opfer einer Verschwörungsaktion ist. Nachdem Alice nun selbst Strafverteidigerin ist, kann sie die Tatsachen aus zwei Perspektiven betrachten, beruflich und privat als Tochter. Sie beginnt selbst zu recherchieren und hat nur noch wenig Zeit, sodass sie nahezu unmenschliches leisten und beweisen müsste. Obwohl Alice als Charakter sehr intensiv beschrieben wird, ist es mir dennoch schwergefallen, einen persönlichen Bezug zu ihr herzustellen. Die Familiengeschichte ist emotional und psychologisch geschickt eingefädelt, aber das Tempo steigert sich mit der Zeit enorm und auch die Handlungen rauschen nur so dahin, sodass es mir bis zum Schluss zu schnell, zu geladen, zu actionreich wurde – von allem ein wenig zu viel, um glaubwürdig zu bleiben. Man hat auch kaum Zeit sich als Leserin in eine neue Situation hineinzuversetzen oder gar in die Tiefe zu gehen, das kommt leider zu kurz. Etwas Entschleunigung und ein authentischer Schluss hätten mir besser gefallen.