Eindrückliche Schilderung einer Flucht
Die Körper, die sich bewegenIn „Die Körper, die sich bewegen“ begleiten wir Nosa aus einer perspektivlosen Situation in Nigeria auf seiner langen Flucht durch die Sahara und übers Mittelmeer bis nach Italien. Dabei erfahren wir einiges ...
In „Die Körper, die sich bewegen“ begleiten wir Nosa aus einer perspektivlosen Situation in Nigeria auf seiner langen Flucht durch die Sahara und übers Mittelmeer bis nach Italien. Dabei erfahren wir einiges über das Schleusersystem, über Flüchtlingsunterkünfte und -gefängnisse, Transportmittel und den Umgang mit den Menschen.
Dieses Buch zeigt auf sehr eindringliche Weise die Beweggründe für solch eine schwierige Reise sowie die zahlreichen Bedrohungen und Risiken, denen sich die Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft aussetzen.
Dabei kommen anhand von Nosa sowie verschiedener Wegbegleiter ganz viele verschiedene Aspekte zum Tragen (Armut, Homosexualität, Perspektivlosigkeit, Betrug, Vergewaltigung, Gewalt - um nur ein paar zu nennen) und werden dem Leser recht ungeschönt vor Augen geführt. Und doch gibt es auch zarte positive Erlebnisse von Freundschaft und Großzügigkeit, die Hoffnung machen und das Buch insgesamt abrunden. Man spürt die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung des Protagonisten - aber dennoch wird nicht überemotionalisiert sondern teils fast distanziert berichtet. Ein Stilmittel, das die Hilflosigkeit verdeutlicht, die sich an verschiedenen Stellen auch an der „Nichthandlung“ der Menschen zeigt.
Ein wichtiger Roman in einer Zeit, in der die Besatzung von Hilfsschiffen kriminalisiert und Flüchtlinge als Bedrohung abgestempelt und für rechtspolitische Zwecke verurteilt werden.