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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2026

Poetisch gestrickte Erzählung, die auf vielen Ebenen berührt

Hungergesang
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Eine Rezension über dieses Buch zu schreiben gleicht einer kleinen Herausforderung, denn das Gelesene ist schwer in Worte zu fassen. Die Geschichte handelt von den dreizehnjährigen Drillingen Lara, Mara ...

Eine Rezension über dieses Buch zu schreiben gleicht einer kleinen Herausforderung, denn das Gelesene ist schwer in Worte zu fassen. Die Geschichte handelt von den dreizehnjährigen Drillingen Lara, Mara und Sara, die einander absolut gleichen, aber unterschiedliche Haarfarben haben. Sie handelt von der seltsamen und innigen Einheit zwischen den drei Mädchen, von der Grausamkeit der fehlenden Liebe und Wärme in einer Kindheit. Von Eltern, die besser keine sein sollten. Mit vielen ausschmückenden Beschreibungen, poetisch angehaucht, mal bis ins Mark erschütternd, mal wie aus anderen Welten beschreibt Nicola Quaß das Leben aus der Sicht der Drillinge. Sie erzählt davon, wie die Mädchen sich gegenseitig unterstützen und wie ein einziges Wesen gemeinsam handeln, denken, atmen, träumen, leben. Einige Szenen scheinen der puren Fantasie zu entspringen. "Hungergesang" lässt sich wahrlich nicht in eine bestimmte Kategorie oder gar eine Schublade stecken - es ist eine poetische Erzählung, nahezu gemalt, die berührt. Sie berührt. Sie schürt Ängste, hinterlässt Kälte und Fassungslosigkeit, gleichzeitig geht sie nahe, die uneingeschränkte Ganzheit unter den Mädchen ist von Harmonie geprägt und schlicht ergreifend. Es ist ein Werk, das ich aufgeschlossenen Lesern sehr ans Herz legen möchte.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Kunst in all ihren Facetten und Farben

The Artist
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Bereits das Cover mit seinem Lavendelfeld lässt die Leser erahnen, dass die literarische Reise in den Süden Frankreichs geht. Joseph Adelaide, ein britischer Journalist, der über Kunst schreibt, reist ...

Bereits das Cover mit seinem Lavendelfeld lässt die Leser erahnen, dass die literarische Reise in den Süden Frankreichs geht. Joseph Adelaide, ein britischer Journalist, der über Kunst schreibt, reist in den 20er Jahren zu dem Künstler Edouard "Tata" Tartuffe in ein Bauernhaus in der Provence. Dieser lebt dort wie ein Einsiedler mit seiner Nichte Ettie, die ihm nicht nur den Haushalt, sondern eigentlich auch das gesamte Leben, organisiert und regelt. Während Tata der angesehene Künstler ist, sorgt sie für sein Arbeitsmaterial, die Motive als auch für die gesamte Kommunikation. Sie ist leise, effektiv und agiert nahezu unsichtbar im Hintergrund, während Tata all die Eigenschaften hervorbringt, die man von einem exzentrischen Künstler erwartet. Er ist mürrisch, manchmal fast cholerisch, zurückgezogen, will seine Ruhe. Josephs Eintreffen verändert alles, vor allem Ettie und ihre Einstellung zum Leben.
Dieser Roman berührt nicht nur Kunstliebhaber. Er zeigt emotionale Abgründe, tiefe Einschnitte aber auch die Schönheit dieser Welt. Lucy Steeds verpackt die Geschichten ihrer Protagonisten in Wörter, die den Leser mit all den Sinnen in die Provence führen. Man riecht den Lavendel und die reifen Früchte, man hört die Zikaden und spürt den Mistral auf der Haut. Man liest die Geschichte abwechselnd aus Etties und Josephs Sicht, was es für mich nur noch interessanter macht.
Ein tolles Debüt von Lucy Steeds, das ich absolut weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Verhinderte Aufarbeitung durch Schweigen und Scham

Die Schatten der Schuld
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Michael Jensen hat es wieder einmal geschafft, einen spannenden Roman zu schreiben, der in der Vergangenheit wütet, in der Gegenwart handelt und Geist und Seele der Leser aufwühlt.
Wie das Cover schon ...

Michael Jensen hat es wieder einmal geschafft, einen spannenden Roman zu schreiben, der in der Vergangenheit wütet, in der Gegenwart handelt und Geist und Seele der Leser aufwühlt.
Wie das Cover schon eindrucksvoll vermittelt, handelt die Geschichte in Hamburg. Die Milliardärsfamilie Reinhardt und deren Gäste werden anläßlich des 80. Geburtstags der Matriarchin Marlene Reinhardt ins Hamburger Rathaus geladen, wo eine Lobeshymne nach der anderen auf Marlene angestimmt wird. Doch kurz darauf wird Marlene in einem Nebenzimmer von einem älteren Herren niedergestochen.
Da aufgrund ihres prekären Zustandes vorerst jedes Gespräch mit Marlene nicht möglich ist und auch der achtzigjährige Täter schweigt, fängt Marlenes Enkeltochter Katharina an, mit Hilfe eines Detektivs Nachforschungen anstellen zu lassen und findet dabei heraus, dass die Ahnen der Familie des Täters ursprünglich auch aus Hamburg kommen, die Familie aber in Israel lebt. Immer tiefer werden die Einblicke in die Vergangenheit und die Gründe für die Tat ersichtlicher. Gemeinsam mit der Tochter des Attentäters geht sie auf die Suche nach der Wahrheit.
Mit viel Fingerspitzengefühl beschreibt Michael Jensen, wie weit die Schatten des 2. Weltkrieges auch in die heutige Zeit reichen und welche Tragweite sie haben. Das Gelesene wird mich innerlich noch lange beschäftigen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein weiteres rasantes Comic-Abenteuer von Du und Ich

DU und ICH gegen das Erdnussbuttermonster
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Wie das Cover schon anmuten lässt, erleben Du und Ich ein neues Abenteuer, und dank der Erdnüsse und der Überschrift kann man erahnen, in welche Richtung es geht. Dieses Mal berichten Du und Ich über das ...

Wie das Cover schon anmuten lässt, erleben Du und Ich ein neues Abenteuer, und dank der Erdnüsse und der Überschrift kann man erahnen, in welche Richtung es geht. Dieses Mal berichten Du und Ich über das Abenteuer, das sie erlebten als sie durch ein sehr tiefes Loch bis zur Mitte der Erde fielen. Was man so erlebt bei dem Fall? Das reicht schon für ein paar Erdnussbuttersandwiches und Spiele. Wenn der Geruch nach Erdnuss nur nicht das Erdnussbuttermonster wecken würde. Denn das liebt was? Genau, Erdnussbutter. Und schon stecken Du und Ich mittendrin in dem nächsten Abenteuer. Mit vielen witzigen Zeichnungen, ein wenig Text und viel Humor und Fantasie versuchen Du und Ich also, das Erdnussbuttermonster zu besiegen. Wie gut, dass auch die Brüder Faustdick wieder am Start sind und dabei helfen. Zwar helfen sie nur, weil sie letzten Endes Profit daraus machen wollen, aber egal. Schließlich sind auch Batrat und Stein am Start und geben ihr Bestes, gemeinsam das Erdnussbuttermonster zu schlagen.
Mein Kind hat das Buch wieder einmal in Rekordzeit verschlungen - aber so konnte ich es zeitnah wenigstens auch noch lesen.
Wir lieben beide die Zeichnungen im Buch und die witzigen Details, die dabei zu entdecken sind. Es gibt keine große Moral hinter diesem Buch, aber es macht Spaß, liest sich schnell und bringt viel Humor ins Lesen. Sobald ein Band 3 rauskommt, wird auch der bei uns einziehen!

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  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Illustrationen
Veröffentlicht am 24.04.2026

Eine abenteuerliche Reise von vier Freunden auf der Suche nach dem Frühling

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Flora Brimble lebt in Rye, wo die Luft nach Salz schmeckt, weil das Meer ganz nah ist. Doch in Rye geht man bedrückt durch die Gassen, denn der Frühling will und will nicht kommen. Kurz entschlossen macht ...

Flora Brimble lebt in Rye, wo die Luft nach Salz schmeckt, weil das Meer ganz nah ist. Doch in Rye geht man bedrückt durch die Gassen, denn der Frühling will und will nicht kommen. Kurz entschlossen macht sich Flora auf die Suche nach eben diesem und der Maikönigin und lernt dabei zwei eigentümliche Gesellen kennen, die sie auf der Reise begleiten: das großartige, sprechende Eichhörnchen Parzival und den etwas eigentümlichen Kobold Grisold. Gemeinsam erleben sie so manches Abenteuer, später zusammen mit Harriet, dem rothaarigen Mädchen, die es eigentlich doch nur auf dem Papier geben sollte. Die Hexe Ych und ihr höriger Diener Rigor Mortis versuchen, die Helden dabei aufzuhalten, da sie die Welt in Dunkelheit hüllen wollen, und für eine Weile sieht es nach einem deutlichen Sieg für die Bösewichte aus.
Freundschaft, Magie und Hoffnung sind für mich die zentralen Themen in dieser Geschichte, die für Kinder ab 10 Jahre geeignet sein soll. Meine Tochter ist neun Jahre alt und fand die Geschichte absolut genial. Allerdings hat sie diese auch nicht alleine gelesen, sondern wir haben sie gemeinsam gelesen abends zum Einschlafen. Besonders gefallen haben uns Harriet mit ihrem unerschütterlichen Optimismus und grandiosen Einfallsreichtum sowie Parzival, der in allem irgendwie einfach gut ist und die Wahrheit auf der Zunge trägt.
Marcus Raffel hat eine wunderschöne, fantasievolle Geschichte erfunden, die in einem hübschen Cover mit tollem Farbschnitt festgehalten wurde. Von uns gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

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