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Veröffentlicht am 29.06.2026

Ein witziger Comicroman über die schlimmsten Haustiere der Welt

Worst Pets Ever – Eingesperrt!
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Mein Sohn hat den ersten Band der neuen Reihe „Worst Pets Ever“ schon sehnsüchtig erwartet, nachdem er die „Worst Week Ever“-Bücher rund um Justin Chase innerhalb kürzester Zeit verschlungen hatte. Dort ...

Mein Sohn hat den ersten Band der neuen Reihe „Worst Pets Ever“ schon sehnsüchtig erwartet, nachdem er die „Worst Week Ever“-Bücher rund um Justin Chase innerhalb kürzester Zeit verschlungen hatte. Dort spielten die drei tierischen Chaoten Bitzi, Brutus und Käpt‘n Flauschbär bereits eine wichtige Rolle. Nun stehen sie endlich selbst im Mittelpunkt.

Die Geschichte dreht sich um die drei Haustiere, die aufgrund ihrer zahlreichen Vergehen in eine Erziehungsanstalt gebracht werden. Doch natürlich sorgen Käpt‘n Flauschbär, Bitzi und Brutus auch dort für jede Menge Chaos, Streiche und turbulente Abenteuer. Besonders Käpt’n Flauschbär mit seiner ständig schlechten Laune hat es meinem Sohn angetan.

Am lustigsten fand er die Szene mit Trainer Travis, den Käpt‘n Flauschbär quer durch den Sportraum jagt. Dass sich Trainer Travis im Laufband verheddert und schließlich nur noch in einer Herzchen-Unterhose dasteht, hat ihn zum Lachen gebracht. Auch dass er ständig über Stock und Stein und sogar über Pipi stolpert ist besonders witzig erzählt.

Der Comicroman überzeugt mit der abwechslungsreichen Typografie und den vielen Illustrationen. Die Geschichte ist witzig erzählt und durch den einfachen Schreibstil sowie den geringen Textanteil besonders für Erstleser oder Lesemuffel geeignet. Mein Sohn ist zwar ein Vielleser und hat das Buch an einem Nachmittag beendet, hatte dabei aber trotzdem großen Spaß.

Besonders gut gefallen haben uns die Extras am Ende des Buches, wie das Tutorial „Wie man Brutus zeichnet“ und die Bastelidee.

Schade allerdings, dass der Comicroman recht kurz ist (118 Seiten).

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Eine sommerliche Liebesgeschichte

Kein Sommer ohne August
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Eigentlich bin ich nicht die typische Zielgruppe für Liebesromane, dennoch klang die Geschichte von „Kein Sommer ohne August“ so vielversprechend, dass ich dem Buch eine Chance geben wollte. Und was soll ...

Eigentlich bin ich nicht die typische Zielgruppe für Liebesromane, dennoch klang die Geschichte von „Kein Sommer ohne August“ so vielversprechend, dass ich dem Buch eine Chance geben wollte. Und was soll ich sagen? Es ist ein gefühlvoller Sommerroman, der für einige schöne und entspannte Lesestunden sorgt.

Im Mittelpunkt stehen Charlie und August, die seit Kindheitstagen eng befreundet waren, jedoch seit zehn Jahren keinen Kontakt mehr haben. Dass zwischen ihnen etwas vorgefallen ist, wird von Beginn an angedeutet und sorgt für einen gelungenen Spannungsbogen. Charlie hat damals Hals über Kopf ihre Heimat verlassen und ist nach New York geflohen. Natürlich möchte ich als Leserin unbedingt erfahren, was passiert ist. Dieser Teil der Geschichte wird sehr gut erzählt.

Nach zehn Jahren kehrt Charlie zurück in ihre Heimat, nachdem sie Mollys Buchhandlung geerbt hat. Molly ist Augusts Großmutter und ihre Buchhandlung wurde für Charlie und August ein Zufluchtsort.

Molly als Figur hat mit sehr gefallen. Sie ist warmherzig, mitfühlend und besitzt die besondere Gabe, das Beste in anderen Menschen zu erkennen. Ihre Buchhandlung wird zu einem Wohlfühlort, den man sich mit der gemütlichen Leseecke und den vielen Büchern wunderbar vorstellen kann.

Generell hat mir das Setting gefallen. Die gemeinsame Liebe von Charlie und August zu Büchern war für mich sogar einer der schönsten Aspekte des Romans und hat mich mehr angesprochen als die eigentliche Liebesgeschichte.

Die Lovestory selbst ist nett erzählt und folgt dem beliebten Friends-to-Lovers-Motiv. Allerdings war vieles recht vorhersehbar. Vor allem August wirkte auf mich stellenweise etwas überzogen. Seine bedingungslose Liebe zu Charlie erschien fast zu perfekt. Ähnlich ging es mir mit seiner Ex-Partnerin June, die sich außergewöhnlich selbstlos darüber freut, dass August am Ende mit seiner Kindheitsfreundin zusammenfindet. Das wirkte auf mich nicht ganz glaubwürdig.

Zudem hatte die Handlung zwischendurch einige Längen. Charlie und August standen sich gefühlt ständig selbst im Weg, wodurch sich manche Passagen gezogen haben.

Wer gefühlvolle Sommerromane, Friends-to-Lovers-Geschichten und Geschichten rund um Buchhandlungen liebt, wird mit diesem Roman vermutlich viel Freude haben. Manchmal braucht es einfach Geschichten, die das Herz wärmen und mit sommerlichem Setting bezaubern.

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Ein Gesellschaftsroman unserer Gegenwart

Hellere Tage
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„Hellere Tage“ von Ulrich Wölk ist ein Gesellschaftsroman unserer Zeit, der viele aktuelle Themen aufgreift und sie in die Lebensrealität seiner Figuren einbettet. Themen wie politischer Extremismus, sexuelle ...

„Hellere Tage“ von Ulrich Wölk ist ein Gesellschaftsroman unserer Zeit, der viele aktuelle Themen aufgreift und sie in die Lebensrealität seiner Figuren einbettet. Themen wie politischer Extremismus, sexuelle Orientierung, Umwelt- und Klimaschutz fließen in die Handlung ein ohne dass der Roman dabei belehrend wirkt. Stattdessen entsteht beinahe eine Chronik unserer Gegenwart, die zeigt, welche Fragen und Konflikte unsere Gesellschaft derzeit beschäftigen.

Im Mittelpunkt des Romans steht die Ethikprofessorin Ruth, Mitte fünfzig, die sich nach der Affäre ihres Mannes Ben plötzlich neu orientieren muss. Sie sucht nach Nähe, Liebe und Sexualität, streitet gleichzeitig mit ihrem Ex um eine Immobilie und versucht weiterhin eine enge Beziehung zu ihrer Stieftochter Jenny aufrechtzuerhalten. Parallel dazu wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Vor Jahren war sie an einem linksextremistischen Anschlag auf einen Strommast beteiligt, was berufliche Konsequenzen für sie hatte. Hinzu kommen der Tod ihres Vaters und ein Geheimnis, das dieser ihr zeitlebens verschwiegen hat. Dadurch stellt sich Ruth zwangsläufig die Frage, wie gut sie ihn eigentlich wirklich kannte. Ihr Leben gerät zunehmend ins Wanken.

Besonders gelungen fand ich Ruth als Figur. Ihr Seelenleben wird offengelegt. Sie ist intellektuell, reflektiert, aber auch verletzlich. Gerade ihre Gedanken über gesellschaftliche Entwicklungen machen den Roman interessant. Auch die Beziehung zu Jenny ist glaubwürdig geschrieben. Ruth bemüht sich ehrlich um einen guten Kontakt zu ihrer Stieftochter, hört ihr zu und ist bereit, sich auf ihre Sichtweisen einzulassen. Gleichzeitig merkt man, wie sehr Jenny zu Ruth aufblickt. Sie möchte selbst rebellisch und aktivistisch sein, erkennt aber schnell, dass sie an ihre Grenzen stößt und Ruth in ihrer Jugend deutlich kompromissloser und mutiger war.

Sehr amüsant war zudem die Szene, in der Jenny für ihren Freund ein Steak kaufen möchte, es an der Kasse jedoch zurücklegt, nachdem sie dort eine alte Bekannte trifft. Die Scham darüber, in bestimmten Kreisen mit Fleischkonsum negativ aufzufallen, beschreibt Woelk äußerst treffend. Gerade solche kleinen Momente halten unserer heutigen Gesellschaft einen Spiegel vor und machen den Roman so zeitnah.

Trotz vieler starker Ansätze hätte ich mir an manchen Stellen allerdings mehr Tiefe gewünscht. Einige Themen werden eher angerissen als wirklich ausgearbeitet. Die Homosexualität von Ruths Vater verläuft beispielsweise etwas im Sande, ebenso die beginnende Affäre mit dem unter RAF-Verdacht stehenden Harald. Andererseits passt genau das vielleicht auch zum Konzept des Romans. Denn nicht jede Geschichte findet eine klare Auflösung, manches verliert sich einfach im Alltag und bleibt fragmentarisch, genau wie im echten Leben.

„Hellere Tage“ ist ein Roman über gesellschaftliche Umbrüche, persönliche Krisen und die Frage, wie man sich selbst immer wieder neu erfindet. Trotz aller Schwere bleibt am Ende ein hoffnungsvoller Ton zurück und die leise Erinnerung daran, dass nach dunklen Zeiten eben doch wieder hellere Tage kommen können. Für mich ein kluger, aktueller und sehr menschlicher Roman.

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Veröffentlicht am 20.05.2026

Kommt wie ein Tsunami daher: erst leise und dann mit einer Wucht

Unter Wasser
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„Unter Wasser“ von Tara Menon kommt wie ein Tsunami daher, zuerst leise, fast unauffällig, bevor die Geschichte mit gewaltiger emotionaler Wucht über einen hereinbricht.

Im Fokus steht die Ich-Erzählerin ...

„Unter Wasser“ von Tara Menon kommt wie ein Tsunami daher, zuerst leise, fast unauffällig, bevor die Geschichte mit gewaltiger emotionaler Wucht über einen hereinbricht.

Im Fokus steht die Ich-Erzählerin Marissa, die auf ihre Kindheit und Jugend in Thailand zurückblickt. Besonders prägend war ihre enge Freundschaft zu Arielle, bis diese 2004 beim verheerenden Tsunami in Phuket ums Leben kam. Von dort an ist nichts mehr, wie es war. Nach dem Unglück zieht Marissa nach New York, doch auch dort gelingt es ihr nicht, der Trauer zu entkommen. Überall wird sie an Arielle erinnert und der Verlust bleibt allgegenwärtig. Sie vermisst sie schmerzhaft.

Sehr eindrücklich ist, wie stark das Motiv des „Unter-Wasser-Seins“ durch die gesamte Erzählung getragen wird. Marissa fühlt sich seit Arielles Tod, als würde sie unter einer schweren, undurchdringlichen Wasseroberfläche leben: gedämpft, isoliert, nicht ganz Teil der Welt um sie herum.

Besonders gelungen ist die bildhafte Sprache. Die Naturbeschreibungen sind intensiv und ausdrucksstark. Farben sind nie einfach nur „blau“, sondern erscheinen als Azur, Türkis oder in unzähligen Schattierungen dazwischen. Dadurch entsteht ein sehr lebendiges, fast sinnliches Naturerleben. Die Kinder in Thailand wachsen mit dieser intensiven Umwelt auf, mit Meerestieren, Korallen und dem Tauchen, etwa beim Beobachten von Mantarochen. Der Leser bekommt ein starkes Gefühl für die Schönheit und Kraft dieser Welt.

Auch die besondere Beziehung zwischen Mensch und Natur zieht sich als zentrales Thema durch den Roman. Selbst im späteren New York bleibt dieses bewusste Wahrnehmen erhalten, wie zum Beispiel im Central Park, wo selbst Mönchssittiche kleine Brücken zur Vergangenheit schlagen. Natur ist hier nicht Kulisse, sondern etwas Lebendiges, fast Prägendes für Identität und Erinnerung.

Beeindruckend ist zudem die Darstellung der Tsunamikatastrophe selbst: die unheimliche Stille vor dem Ereignis, das Verhalten der Tiere, die die Gefahr offenbar früher wahrnahmen und schließlich die erschütternden Szenen danach, etwa beim Bergen der Toten.

Ein klitzekleiner Kritikpunkt war für mich der langsame Erzählbeginn. Die Geschichte baut sich nur langsam auf und hat gerade am Anfang ein paar Längen.

Trotzdem überwiegt klar der positive Eindruck: Eine sprachlich starke und emotional bewegende Geschichte über Freundschaft, Verlust und die Kraft der Natur.

Klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Das raue Leben einer jungen Grönländerin

Das Tal der Blumen
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„Das Tal der Blumen“ von Niviaq Korneliussen ist ein rauer und bedrückender Roman, der einen tiefen Einblick in die grönländische Gesellschaft gibt. Im Mittelpunkt steht eine junge Grönländerin, die sich ...

„Das Tal der Blumen“ von Niviaq Korneliussen ist ein rauer und bedrückender Roman, der einen tiefen Einblick in die grönländische Gesellschaft gibt. Im Mittelpunkt steht eine junge Grönländerin, die sich so weit wie möglich von ihrer Familie entfernen möchte. Sie geht nach Dänemark, um dort zu studieren, doch auch dort findet sie keinen Halt. Statt eines Neuanfangs wird sie mit Vorurteilen und dem Rassismus vieler Dänen gegenüber Grönländern konfrontiert. Sie kommt mit den neuen Strukturen und Erwartungen nicht zurecht, findet keinen Anschluss und bleibt genauso verloren wie zuvor.

Der Roman schildert die Lebensumstände vieler junger Grönländer eindringlich. Hoffnungslosigkeit, Identitätsprobleme, psychische Erkrankungen und tiefe Einsamkeit bestimmen das Leben der Figuren. Besonders erschütternd ist die Thematisierung der hohen Suizidrate unter jungen Grönländern. Der Roman ist sogar strukturell durch die Erwähnung von Suiziden geprägt, was die bedrückende Grundstimmung zusätzlich verstärkt. Gleichzeitig zeigt das Buch, wie schwer es ist, Hilfe zu bekommen. Trotz Hilferufen gibt es kaum therapeutische Angebote, und viele Betroffene bleiben mit ihren Problemen allein.

Was mich besonders beeindruckt hat, war die beklemmende Grundstimmung des Romans. Man spürt regelrecht die Kälte unter den Figuren. Sie gehen kaum herzlich miteinander um, viele wirken emotional abgestumpft, plump, derb und kalt. Diese Verrohung zieht sich durch das gesamte Buch.

Auch sprachlich ist der Roman sehr direkt. Die vulgäre und derbe Sprache passt zwar zur Härte der dargestellten Lebensrealität, war mir stellenweise aber fast zu viel. Gleiches gilt für die teilweise sehr ausführlich beschriebenen sexuellen Handlungen. Hier hatte ich oft den Eindruck, dass die Autorin bewusst provozieren möchte, was mich beim Lesen eher genervt hat als einen Mehrwert für die Handlung zu bieten.

Trotz dieser Kritikpunkte halte ich „Das Tal der Blumen“ für ein wichtiges und eindrucksvolles Buch. Es zeigt ein zerrissenes Land und eine Generation junger Menschen, die zwischen kultureller Identität, Perspektivlosigkeit und gesellschaftlicher Kälte verloren geht. Kein leichter Roman, aber einer, der lange nachhallt.

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