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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

Eine sehr dystopische Erzählung

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Dieses Buch ist eine dystopische Reise in eine Zukunft, in der es keine Antworten gibt.

Jacqueline Harpmans Geschichte überzeugt dadurch, dass sie alles offen lässt und man selbst in der Rolle der überforderten ...

Dieses Buch ist eine dystopische Reise in eine Zukunft, in der es keine Antworten gibt.

Jacqueline Harpmans Geschichte überzeugt dadurch, dass sie alles offen lässt und man selbst in der Rolle der überforderten Frauen steckt, die nicht wissen, wo sie sind, weshalb sie dort sind, wie sie dort hingekommen sind und ob sonst noch jemand lebt.
Die Protagonistin, die nicht einmal ihren eigenen Namen kennt und immer nur als "die Kleine" angesprochen wird, irrt ihr Leben lang durch eine dystopische Welt, in der sie nie Antworten findet und wie der Name schon sagt - nie Männer kennenlernt.

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich dieses Buch eigentlich finde und schlussendlich muss ich sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat, dass alles so offen geblieben ist. Gleichzeitig kann ich aber auch nachvollziehen, dass dies wahrscheinlich auch der größte Kritikpunkt an diesem Buch sein kann.

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Sommerlich leichte Lektüre

Mirabellentage
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„Mirabellentage“ ist ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch, das sich angenehm lesen lässt, auch wenn es nicht ganz ohne Schwächen auskommt. Besonders positiv fällt auf, dass die Geschichte immer wieder ...

„Mirabellentage“ ist ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch, das sich angenehm lesen lässt, auch wenn es nicht ganz ohne Schwächen auskommt. Besonders positiv fällt auf, dass die Geschichte immer wieder mit Humor und Leichtigkeit erzählt wird, sodass man gut durch die Seiten getragen wird. Allerdings wirkt die Handlung an einigen Stellen etwas zu weit hergeholt und stellenweise konstruiert. Manche Szenen sind deutlich überspitzt – etwa die Idee, ein italienisches Rezept wie eine Sonntagspredigt zu inszenieren. Das sorgt zwar für amüsante Momente, kann aber auch etwas überzogen wirken und nimmt der Geschichte gelegentlich ihre Glaubwürdigkeit. Inhaltlich behandelt das Buch eigentlich ein eher trauriges Thema, nämlich einen Abschied. Dennoch bleibt der Ton insgesamt überraschend leicht. Das macht die Lektüre zwar angenehm, führt aber auch dazu, dass es stellenweise an Tiefe fehlt. Gerade bei einem so emotionalen Kern hätte man sich an manchen Punkten mehr Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit gewünscht. Die Figuren hingegen sind durchweg sympathisch und tragen viel zum positiven Gesamteindruck bei. Man verbringt gern Zeit mit ihnen, auch wenn die Handlung nicht immer vollständig überzeugt. Insgesamt ist „Mirabellentage“ eine leichte, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch – mit charmanten Charakteren, aber auch mit inhaltlichen Schwächen und verpasstem Potenzial für mehr Tiefe.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Eine einfühlsame Erzählung über eine neurodivergente Familie

Sie wollen uns erzählen
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Das Cover "Sie wollen uns erzählen" ist ansprechend, hat aber relativ wenig mit dem Inhalt zu tun.
Inhaltlich geht es in dem Buch um Oz, der etwas blödes in der Schule angestellt hat und sich wünscht, ...

Das Cover "Sie wollen uns erzählen" ist ansprechend, hat aber relativ wenig mit dem Inhalt zu tun.
Inhaltlich geht es in dem Buch um Oz, der etwas blödes in der Schule angestellt hat und sich wünscht, dass etwas schreckliches passiert, das seine Mama so ablenkt, dass er ihr den Brief, über das was vorgefallen ist, nicht geben muss.
Als Oz heim kommt, stellt er fest, dass es geklappt hat: seine Mama Ann hat keinen Kopf für ihn und hat sogar vergessen, dass Zeugnistag ist.
Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil die Gedanken sehr sprunghaft dargestellt sind und die Handlungsstränge von Oz und Ann zum Teil sehr stark miteinander verwoben sind, aber insgesamt fand ich es sehr gelungen und die Figuren Ann und Oz sind sehr authentisch geworden, da ihre Neurodivergenz so passend dargestellt wurde.
Anfangs hat mich das Buch noch nicht sofort gepackt, aber man konnte sich wirklich sehr gut in Oz hineinversetzen und im zweiten Teil des Buchs wollte ich einfach nicht mehr aufhören zu lesen.
Am Ende hab ich mich allerdings schon gefragt, was denn nun eigentlich mit Nell ist. Dass sie sich nirgendwo meldet ist schon sehr eigenartig und verantwortungslos!
Ansonsten kann ich das Buch sehr empfehlen - es ist kurzweilig und gleichzeitig sehr einfühlsam geschrieben.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Das Leben steht Kopf - der Übergang in eine neue Lebensphase

Salto
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„Salto“ von Kurt Prödel hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Die Geschichte begleitet Marko und Claire kurz vor ihrem Abitur. Beide träumen davon, nach der Schule zusammen in einer Stadt zu studieren ...

„Salto“ von Kurt Prödel hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Die Geschichte begleitet Marko und Claire kurz vor ihrem Abitur. Beide träumen davon, nach der Schule zusammen in einer Stadt zu studieren und ihr Leben gemeinsam weiterzuführen. Doch wie so oft im echten Leben kommt alles anders: Marko muss für sein Studium nach Ungarn, während Claire nach München gehen möchte. In dieser Übergangszeit merken beide schnell, wie überfordernd dieser neue Lebensabschnitt sein kann, und müssen sich mit ganz unterschiedlichen Problemen auseinandersetzen.

Marko und Claire waren mir beim Hören sehr sympathisch. Gleichzeitig hatte ich manchmal das Gefühl, dass ihre Beziehung ein wenig unrealistisch wirkt – vor allem, weil Claire aus einem sehr guten Elternhaus kommt und ihre Verbindung mit Marko dadurch für mich nicht immer ganz glaubwürdig war. Trotzdem mochte ich die beiden als Figuren sehr.

Besonders gefallen hat mir, wie das Buch Themen wie Erwachsenwerden, Fernbeziehungen und den Umgang mit traumatischen Erlebnissen behandelt. Der Stil wirkt sehr authentisch und passt gut zu Markos Perspektive.

Das Ende passt eigentlich zur Geschichte und zu dieser Lebensphase, in der vieles offen und unsicher ist. Trotzdem hätte ich mir persönlich gewünscht, noch ein bisschen mehr darüber zu erfahren, wie es mit Marko und Claire weitergeht.

Ich würde das Hörbuch vor allem jungen Menschen empfehlen – oder auch Eltern mit Kindern in diesem Alter.

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Zwischen Inszenierung und Wahrheit: ein Blick hinter die perfekte Fassade

Yesteryear
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Caro Claire Burke greift in Yesteryear ein hochaktuelles und zugleich faszinierendes Thema auf: die Inszenierung eines Lebensentwurfs im Spannungsfeld von Social Media und dem Tradwife-Trend. Besonders ...

Caro Claire Burke greift in Yesteryear ein hochaktuelles und zugleich faszinierendes Thema auf: die Inszenierung eines Lebensentwurfs im Spannungsfeld von Social Media und dem Tradwife-Trend. Besonders spannend ist dabei der Hype um die Protagonistin, der nicht nur ihre Außenwirkung prägt, sondern auch Fragen nach Authentizität und Selbstbestimmung aufwirft.

Zu Beginn folgt der Roman zunächst relativ klassisch der Entwicklung der Hauptfigur und zeigt, wie sie zu der Frau geworden ist, als die sie sich der Öffentlichkeit präsentiert. Doch schon bald bricht die lineare Erzählweise auf: Die Handlung springt zwischen zwei Zeitpunkten hin und her, wodurch sich nach und nach ein komplexeres Bild ergibt. Lange bleibt unklar, wie Natalie eigentlich in ihre Situation geraten ist – ein erzählerischer Kniff, der Neugier erzeugt und zum Weiterlesen motiviert.

Allerdings hat der Roman im Mittelteil einige Längen. Gerade die wiederholten Perspektivwechsel und das bewusste Zurückhalten zentraler Informationen ließen die Handlung für mich zeitweise etwas zäh wirken. Hier hätte eine straffere Erzählweise dem Lesefluss gutgetan.

Zum Ende hin nimmt die Geschichte jedoch noch einmal deutlich an Fahrt auf und mündet in eine überraschende Auflösung, mit der so kaum zu rechnen ist. Diese Wendung ist zwar originell, wirkte aber für mich zugleich etwas konstruiert und auch nicht vollständig überzeugend.

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