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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2025

Humorvoll, emotional und Unterhaltsam

Hot Mess
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„Warum geht es in all den traurigen Filmen und Songs eigentlich immer um gescheiterte Liebe? Zerbrochene Freundschaften waren weitaus schmerzhafter und komplizierter.“ (Kapitel 35)



Worum geht’s ?

Drei ...

„Warum geht es in all den traurigen Filmen und Songs eigentlich immer um gescheiterte Liebe? Zerbrochene Freundschaften waren weitaus schmerzhafter und komplizierter.“ (Kapitel 35)



Worum geht’s ?

Drei verschiedene Frauen, drei verschiedene Lebenssituationen. Lexi, Claire Joanne sind drei junge Frauen Ende 20/ Anfang 30, kennen sich nicht, aber haben eines gemeinsam: Sie stellen alle drei fest, dass sich ihre Leben derart verändert haben und damit auch die Erwartungen, die sie an ihre Freundschaften haben. Als sich die Wege der drei kreuzen, müssen sie entscheiden, wie es für sie weitergehen soll.


Wie war’s ?

Sophie White bringt es völlig auf den Punkt: Freundschaften sind im Leben oft prägender, als die Liebe und trotzdem kommt ihr meist eine viel geringere Bedeutung zu. Die Thematik hat mich also völlig abgeholt. Sophie White zeichnet mit Lexi, Claire und Joanne drei völlig unterschiedliche Charaktere, die teilweise ein wenig überspitzt dargestellt werden. Sie befinden sich in toxischen Freundschaften und versuchen einen Weg zu finden, damit umzugehen. Zum Ende entwickelt sich die Handlung nochmal in eine anfangs unerwartete Richtung.

Sophie White schreibt humorvoll und witzig und dann wieder überraschend emotional. Ich habe gelacht, geschmunzelt, mich über den ein oder anderen Charakterzug geärgert und gewundert und zum Schluss auch ein Tränchen verdrückt. Trotz ernster Themen, die Sophie White aufgreift, gelingt es ihr diesen die Schwere zu nehmen.
Einen Kritikpunkt gibt es jedoch: Die dargestellte Normalisierung oder Verharmlosung von Drogenkonsum. Finde ich persönlich immer schwierig… Nichtsdestotrotz: Eine große Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2025

Eine Welt voller Mythen und Monster

Shield of Sparrows
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„Was, wenn ich springen würde? Würde es jemanden kümmern? Nein. Nicht, wenn es um mich ging. Nicht um die falsche Prinzessin von Quentis.“ (Kapitel 1)



Worum geht’s?

Eigentlich sollte Odessas Schwester ...

„Was, wenn ich springen würde? Würde es jemanden kümmern? Nein. Nicht, wenn es um mich ging. Nicht um die falsche Prinzessin von Quentis.“ (Kapitel 1)



Worum geht’s?

Eigentlich sollte Odessas Schwester Mae den Prinzen von Turah heiraten und damit ihre Aufgabe als Sparrow erfüllen, damit der Frieden in Calandra aufrecht erhalten werden kann. Doch als der Prinz mit seinem mysteriösen Begleiter, dem Hüter, in Quentis eintrifft, fordert er Odessas Hand. Also muss Odessa in kurzer Zeit viel lernen und schnell stellt sie fest, dass viele Mythen und Legenden über Monster und Götter einen wahren Kern haben und sie viel zu lange von ihrer eigenen Familie im Dunkeln gelassen wurde.



Wie war’s?

Zuallererst: Wie schön ist bitte dieses Cover? Mir gefällt es so unglaublich gut, wie es je nach Lichteinfall schimmert. Aber davon abgesehen, hat mich auch der Inhalt überzeugt.

Ich muss gestehen, dass es mir dieses Mal wahnsinnig schwer fällt, den Inhalt kurz und knapp wiederzugeben. Denn tatsächlich ist es doch recht verworren und es sind mehrere Aspekte für die Handlung relevant. Das mag vielleicht nach einer komplizierten Handlung klingen, sie ist aber von Anfang an nachvollziehbar aufgebaut, der rote Faden gleich erkennbar. Auch der Schreibstil hat es mir leicht gemacht in die Welt einzutauchen. Gleichzeitig lässt die Story viel Spielraum für eigene Vermutungen, so dass man einfach weiterlesen muss, weil man natürlich wissen will, wie es denn nun wirklich ist! Und ja, wir bekommen Antworten und es gibt einige Plottwists. Aber einiges bleibt auch noch ungeklärt, sodass ich auf jeden Fall jetzt schon auf den nächsten Band hin fiebere!

Was mir auch sehr gefällt, ist das Worldbuilding. Es ist ausgefeilt, es gibt Monster und magische Wesen, Mythen und Legenden. Und obwohl wir mit Odessa schon viel über die Welt in Erfahrung bringen können, bleibt hier noch jede Menge Potential für die Folgebände.

Zu den Protagonisten: Odessa ist eine sehr sympathische Protagonistin, weil sie zunächst eher „normal“ erscheint, ohne großartige Fähigkeiten. Sie macht eine charakterliche Entwicklung durch und wird zunehmend sicherer und selbstbewusster. Auch die Tension zwischen Odessa und ihrem Loveinterest ist direkt fühlbar. Die Beziehung entwickelt sich sehr slow. Das ist für mich definitiv ein Pluspunkt, denn ich habe es deutlich lieber, wenn die Handlung im Fokus steht. Daher sind die Spice-Szenen für mich auch ein Manko. Auf mich haben sie deplatziert und künstlich gewirkt und ich empfand sie als nicht notwendig. Zum Glück hielten sie sich sehr in Grenzen.

Ich bin supergespannt, wie sich die Story weiterentwickeln wird. Für mich definitiv eine absolut lohnenswerte Story, mit kleinen Abzügen im Romance-Part.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2025

Unerwartet anders - aber besonders

Bestie
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„Denn Mädchengedanken gehören in Schönschrift gepresst und hinter winzige Plastikschlösser gesperrt. Zwischen den Seiten sitzt das ganze Mädchen. Und neben ihnen die Scham.“ (Kapitel 2)



Worum geht’s?

Als ...

„Denn Mädchengedanken gehören in Schönschrift gepresst und hinter winzige Plastikschlösser gesperrt. Zwischen den Seiten sitzt das ganze Mädchen. Und neben ihnen die Scham.“ (Kapitel 2)



Worum geht’s?

Als Delia zufällig eine „Mitbewohnerin gesucht“-Anzeige ihrer liebsten Influencerin Anouk entdeckt, nutzt sie diese Chance für einen Neuanfang. Als Lilly zieht sie bei Anouk ein und versucht alles, um Anouk als Freundin zu gewinnen und ihren Traum Bühnenautorin zu werden umzusetzen. Gleichzeitig will Anouk auch von Lilly profitieren und lässt sie damit immer weiter in ihr Leben.



Wie war’s?

Auf dieses Buch habe ich mich lange gefreut und dann war es da. Und es war ganz anders, als erwartet. Joana June schreibt ganz einzigartig und geht geschickt mit Worten um. Sie baut stilistische Szenen ein, die das Buch mittendrin wild, anders und einzigartig machen. Ich habe anfangs meine Zeit gebraucht, um in das Buch zu finden, in die Handlung und die beiden Protagonistinnen. Und dann war ich mittendrin und bin durch die Seiten geflogen. Bestie zeigt, wie schwierig es sein kann Freundschaften zu schließen, wenn man älter wird und man selbst zu sein bzw. sich selbst zu finden. Insbesondere in Zeiten von Social Media, in denen eigentlich nichts so ist, wie es nach außen scheint.

Joana June zeichnet tiefgründige Charaktere mit Ecken und Kanten, die auch nicht immer sympathisch sind, aber dafür absolut authentisch. Immer wieder habe ich mich selbst dabei ertappt, mich in den Gedanken oder Handlungen wiederzuerkennen.

Ein großartiges Buch, das nicht immer Antworten gibt, aber dafür Fragen aufwirft, Gedankengänge anstößt und dazu anregt sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein Buch, das nicht löslässt

Yellowface
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„In der Nacht, in der ich Ethena Liu sterben sehe, feiern wir ihren Vertrag mit Netflix.“ (Kapitel 1)



Worum geht’s´?

June und Athena pflegen seit dem Studium eine oberflächliche Freundschaft, denn ...

„In der Nacht, in der ich Ethena Liu sterben sehe, feiern wir ihren Vertrag mit Netflix.“ (Kapitel 1)



Worum geht’s´?

June und Athena pflegen seit dem Studium eine oberflächliche Freundschaft, denn vor allem stehen sie in Konkurrenz in der hart umkämpften Literaturbranche. Als Athena June von ihrem neuen Manuskript berichtet und kurz darauf stirbt, kann June nicht anders, als das Manuskript an sich zu nehmen, zu vervollständigen und selbst zu veröffentlichen. Denn June erkennt ganz klar: Diese Geschichte verdient es erzählt zu werden, egal von wem. Mit diesem Geheimnis begibt sie sich jedoch in eine Abwärtsspirale…


Wie war’s?

Nachdem ich das Buch Anfang des Jahres beendet hatte, habe ich 4 Sterne vergeben. Das musste ich nun doch nochmal nach oben korrigieren, da mich das Buch immer noch nicht loslässt. Etwas gestört hatte mich das Ende. Das Verhalten der Protagonistin war mir zum Schluss zu übertrieben. Mittlerweile überlege ich, ob es nicht doch logischer Teil einer Charakterentwicklung war, nur einfach anders als ich es erwartet habe.

Und da sind wir schon bei den besonderen Aspekten dieses Buches. Zum einen ist es die unglaublich selbstgerechte June. Ich finde es wahnsinnig spannend, dass Rebecca Kuang bewusst mit einer unsympathischen Protagonistin arbeitet und wie es ihr gelingt ihren inneren Konflikt greifbar darzustellen. Zum anderen gefällt mir der Schreibstil wieder sehr gut. Es hat ein bisschen was von einem Unfall. Man will unbedingt wissen, wie es weitergeht!

Mit diesem Buch zeigt Rebecca Kuang, dass sie absolut wandelbar ist. Ihre besonderen Merkmale bleiben dennoch bestehen: eine ausführliche Recherchearbeit und ein geschicktes Einbinden ihrer chinesischen Wurzeln. Darüber hinaus bekommen wir tiefgründige Einblicke in die Literaturbranche und Themen wie Rassismus oder Canel Culture. Absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 30.05.2026

Selbsttäuschung bis zum Größenwahn

She’s a Star!
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Worum geht’s?

Jessamyn hat ein Ziel im Leben, nämlich ein Musical-Star zu werden. Als die Produktion zu The Sound of Music ansteht, weiß sie, die Hauptrolle der Maria ist wie für sie gemacht. Aber sie ...

Worum geht’s?

Jessamyn hat ein Ziel im Leben, nämlich ein Musical-Star zu werden. Als die Produktion zu The Sound of Music ansteht, weiß sie, die Hauptrolle der Maria ist wie für sie gemacht. Aber sie bekommt die Rolle der… Betreuung der Kinderschauspieler. Aber auch hier sieht Jessamyn jede Menge Zeichen, dass weiterhin sie der Star des Musicals sein sollte und ihr Ehrgeiz wird immer mehr zu Größenwahn.

Wie war’s?

Wow, was für ein Ritt! Meredith Hambrock schreibt witzig, sarkastisch, überspitzt und macht diesen Roman dadurch zu einer spannenden aber unterhaltsamen Mischung, die sich irgendwann wie ein Fiebertraum lesen lässt. Dadurch ließ sich das Buch ganz leicht an einem Stück weglesen. Jessamyn selbst hat mich als Protagonistin immer mehr in ihren Bann gezogen. Sie ist wahnsinnig ehrgeizig, egozentrisch, selbstdarstellend und gehässig. Aber genau das finde ich sehr spannend, denn der Autorin gelingt es dies stimmig rüberzubringen und ebenso wie schwer es Jessamyn zunehmend fällt die Fassade ihres perfekten und talentierten Ichs aufrecht zu erhalten. Sie verstrickt sich immer weiter in ihrer Wahrnehmung und Selbstdarstellung bis es wirklich tragisch wird. Das Ende war schließlich einfach nur absolut passend für den Handlungsverlauf. Ich mag es, wenn mit gängigen Rollenbildern und Erwartungen gespielt wird und genau das tut die Autorin mit Jessamyn. Phasenweise hat mir das Buch durch die wirklich unsympathische Protagonistin ähnliche Vibes wie Yellowface von R. F. Kuang gegeben.

Was ich mir für ein ganz rundes Ergebnis gewünscht hätte, wäre dass die Gründe dafür, dass Jessamyn ist wie sie ist, noch etwas mehr Raum bekommen hätten. Auch war für mich das Verhalten von einigen Nebencharakteren nicht immer ganz nachvollziehbar.

Wer verrückte und unsympathische zu schätzen weiß, wird bei diesem Buch auf seine Kosten kommen.

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