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Veröffentlicht am 12.06.2026

Vorstadt-Idylle

Alles ihre Schuld
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Man stelle sich vor, man will sein Kind vom Playdate abholen und dann ist es nicht dort und an der Adresse wohnt eine völlig fremde Frau, die keine Ahnung hat, wovon man spricht. Diesen Alptraum ...


Man stelle sich vor, man will sein Kind vom Playdate abholen und dann ist es nicht dort und an der Adresse wohnt eine völlig fremde Frau, die keine Ahnung hat, wovon man spricht. Diesen Alptraum erlebt Vanessa Irvine. Ihr Sohn Milo sollte eigentlich bei Jacob sein. Nur das ist er nicht und Jacob lebt nicht an der Adresse. Auch ist Jacobs Mutter zur Zeit in Frankreich und Milo ist definitiv nicht bei ihrem Sohn. Eine fieberhafte Suche beginnt. Wer ist das Kindermädchen, dem
Milo folgte. Woher kennt er sie? Langsam sehr langsam öffnet der Roman den Abgrund in der beschaulichen Vorstadt. Schicht um Schicht häutet sich die Geschichte und legt finstere Hintergründe offen bis eine Wunde bleibt, die sich nicht mehr schließen wird. Mir hat vor allem der
Schreibstil sehr gut gefallen, der unblutig ist und trotzdem das Grauen wachrüttelt. Beim nächsten Mal wird man sich überlegen, wem man sein Kind anvertraut. Eine klare Leseempfehlung gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Das unsichtbare Imperium

Bakterien – die heimlichen Helden
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Erfrischend und mitreißend erzählend, nimmt Peter Wohlleben uns mit in die Welt der kleinen Lebewesen. Da wo ganze Dynastien nur einen Tag Bestand haben, aber sich trotzdem öfter als die Menschheit ...


Erfrischend und mitreißend erzählend, nimmt Peter Wohlleben uns mit in die Welt der kleinen Lebewesen. Da wo ganze Dynastien nur einen Tag Bestand haben, aber sich trotzdem öfter als die Menschheit bis heute reproduziert haben. Es sind nützliche aber auch gefährliche Gesellen und wir übersehen sie so oft. Sie produzieren eigene Antibiotika oder zellteilungshemmende Substanzen, die eventuell die Chemotherapie ergänzen oder sogar ersetzen können. Peter Wohlleben fragt sich, ob sie uns im Endeffekt steuern. Und das Ganze wird locker erzählt, so dass ich vergessen habe, dass ich gerade ein Fachbuch lese. Die Themen sind so aufbereitet, dass man immer wieder wow und Aha Momente hat. Natürlich bleibt das Buch an der Oberfläche, aber es soll ja auch von der breiten Masse gelesen und kein wissenschaftlicher Wälzer sein. Ich fand es unterhaltsam und ungewöhnlich informativ. Ich empfehle es gern weiter.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Der Alptraum Alleinerziehender

Pina fällt aus
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Für Pina und ihren Sohn Leo wird der Alptraum alleinerziehender Eltern Wirklichkeit. Pina liegt schwerkrank im Krankenhaus und Leo ist allein. Erschwerend ist, dass Leo behindert ist und nicht ...

Für Pina und ihren Sohn Leo wird der Alptraum alleinerziehender Eltern Wirklichkeit. Pina liegt schwerkrank im Krankenhaus und Leo ist allein. Erschwerend ist, dass Leo behindert ist und nicht alleine für sich sorgen kann.
Und ab hier wird die Geschichte magisch, denn so allein ist Leo nicht. Denn in Pinas und Leos Mietshaus leben ganz besondere Menschen – eigentlich sind die völlig normal mit ihren eigenen Problemen wie z.B. die alte Dame Inge Russeck, die ihre Wohnung nicht mehr verlässt (aus Angst zu stürzen) oder Wojtek, der Kunst sammelt aber dies nur macht, weil er an der Händlerin interessiert ist und die junge Zola, die die Schule abgebrochen hat. Diese drei beginnen sich um Leo zu kümmern und merken immer mehr, dass ihre Hilfe auch ihnen hilft. Das Schöne ist, dass die Geschichte frei von Pathos oder kitschigen Gefühlen geschrieben ist und dass jeder der drei Helfer für Leo zu Wort kommt. Und diese völlig normale Art, wie sie den Alltag und die Herausforderungen beschreiben. Auch wie die drei von Hausbewohnern über Mitstreiter zu freunden werden, ist unglaublich schön beschrieben. Aber alles ganz normal.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Final Countdown

Noch fünf Tage
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Spitzenköchin Lis bleiben noch fünf Tage zum Leben. Dann wird das Gift, was ihre Auftraggeber beim Festmahl in der Silvesternacht getötet hat, auch sie umbringen. Fünf Tage, um den wahren Mörder zu finden, ...

Spitzenköchin Lis bleiben noch fünf Tage zum Leben. Dann wird das Gift, was ihre Auftraggeber beim Festmahl in der Silvesternacht getötet hat, auch sie umbringen. Fünf Tage, um den wahren Mörder zu finden, ihre Unschuld zu beweisen (immerhin hatte sie das todbringende Mahl zubereitet, was sie für fie Polizei zur Hauptverdächtigen macht) und ihre Tochter zu schützen bzw. für deren Zukunft zu sorgen.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Allein der Ansatz, das hier nicht die Polizei ermittelt, sondern eins der Opfer vom Krankenbett aus. Die Frage, war Lis es vielleicht doch - sie war nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Auch ihre Beschreibungen aus dem Leben der Schönen und Reichen, mit mehr Schein als Sein und den ganzen Intrigen, die Lis für sich zu nutzen wusste oder wurde sie benutzt? Die Bemerkungen der Palliativschwester Esme geben dem Buch Tiefgang. Ich fand den atemlosen Schreibstil (5 Tage sind nicht viel) und die Idee grandios. Ich habe mit Lis gelitten, war fasziniert von der Welt, aus der sie berichtet hat und hab mitgerätselt. Ein sehr unterhaltsames Buch, mit einem völlig neuen Ansatz, was ich gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Trauer und Schuld

Unter Wasser
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Unter Wasser – genau diesen Eindruck habe ich, spielt sich Marissas Leben seit am 2. Weihnachtsfeiertag 2004 ab. An diesem Tag überschwemmte ein Tsunami Thailand und riss auch Marissas altes ...

Unter Wasser – genau diesen Eindruck habe ich, spielt sich Marissas Leben seit am 2. Weihnachtsfeiertag 2004 ab. An diesem Tag überschwemmte ein Tsunami Thailand und riss auch Marissas altes Leben mit sich. In ihrem neuen Dasein in New York scheint sie nie angekommen zu sein. All ihre Handlungen und Gefühle sind seltsam getrübt, so als würde sie sich noch immer unter Wasser befinden. Nur wenn sie sich an ihr altes Leben, ihre Kindheit und Jugend und an ihre Seelenfreundin Arielle erinnert, dann ist Melissa klar. Arielle der Fixpunkt und beste Freundin (eher Seelenschwester) fehlt ihr und nicht nur das – Schuldgefühle fressen Marissa auf – wenn sie nicht aufpassst, dann überrollt die Welle sie doch noch. Ein Buch, was sich sehr sensibel mit dem Thema Trauer und Trauma; Freundschaft und Verlust befasst und nebenbei die Schönheit und Fragilität der Natur im Auge behält. Dieses Buch hat mich sehr berührt; es ist traurig; es ist berührend, über die Freundschaft der beiden Mädchen zu lesen und es vermittelt trotzdem Zuversicht. Ich fand es sehr berührend und empfehle es gern weiter.

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