2, 3, 5, 7 ...
Dead Girls Don't Dance“Das gemauerte Poolhaus ist größer als mein Zuhause und voll von weißen Korbmöbeln, muffigen Auflagen, alten Taschenbüchern und nicht aufgeblasenem Wasserspielzeug, Rückstände unserer Kindheit. Früher ...
“Das gemauerte Poolhaus ist größer als mein Zuhause und voll von weißen Korbmöbeln, muffigen Auflagen, alten Taschenbüchern und nicht aufgeblasenem Wasserspielzeug, Rückstände unserer Kindheit. Früher dachte ich immer, dass sie etwas bedeutet hätte. Dass wir hier zusammen etwas aufgebaut hätten.” (Seite 26)
Ein tödlicher Sommer und eine tiefe Schlucht, in der jede Menge Geheimnisse schlummern. Das Buch hatte mich allein von der Story her total angesprochen. Eine tote Schwester, ein Sommer später stirbt wieder jemand und mittendrin Addie die kleine Schwester, die versucht mit Seth das Geheimnis um die Morde? Zu lösen. Die Autorin schafft es wunderbar, eine dichte Atmosphäre zu erzeugen, in der eine leise Bedrohung unterschwellig mitschwingt.
Was mir besonders gefiel, war das Kleinstadtsetting, die Erinnerungsfetzen an vergangene Sommer und das dunkle Erwachen aus einer Kindheitsnostalgie. Besonders bemerkenswert ist, dass die Autorin ein gutes Auge für Details hat, dadurch wird die Geschichte lebendig. Jedoch wurden meiner Meinung nach manchmal zu viele Äußerlichkeiten der Charaktere forciert, welche die Handlung unnötig in die Länge gezogen haben. Ich muss jetzt wirklich nicht wissen, wie X seine Haare trägt und Y und Z ...
Die Kapitel sind sehr kurzgehalten, was einem das Gefühl von „noch ein Kapitel lesen“ gibt, dennoch täuscht es nicht über die etwas langatmige erste Hälfte des Buches hinweg.
Spannung wird meiner Meinung nach nicht wirklich erzeugt, der Fokus liegt doch sehr auf den Figuren und der Liebesgeschichte. Vieles ist auch recht vorhersehbar, und so richtig fesseln konnte mich der Jugendthriller nicht. Dennoch mochte ich den Erzählstil und die Atmosphäre, die erzeugt wurde, sehr.
Addie und Seth sind vielschichtig ausgearbeitet, und ich mochte die Handlung mit all diesen ganz normalen Begebenheiten, sei es ein Freiluftkino, ein geheimer Ort seit der Kindheit oder die vielen Geheimnisse.
Auch die ganzen Nebenfiguren erhalten viel Raum und eine Backroundstory, gerade das macht die Geschichte greifbar und authentisch.
Fazit: Ein atmosphärischer Jugendthriller mit einem tollen Setting und viel Liebe zum Detail, dem es für meinen Geschmack aber etwas an Tempo und echter Überraschung gefehlt hat. Für Einsteiger ins Genre oder Fans von Kleinstadt-Dramen ab 14 Jahren aber definitiv eine gute Leseempfehlung!
3,5 ⭐