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Veröffentlicht am 08.06.2026

Mehr Klarheit und Kreativität mit Stift & Notizbuch

Das Personal Intelligence Book. Dein strukturiertes Notizbuch für die Zukunft.
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Das Sachbuch „Personal Intelligence Book. Wie Du mit Stift und Notizbuch Deine Kreativität zurückeroberst“ von Andrea Weichand ist ein hilfreiches Praxishandbuch zum Festhalten der eigenen Gedanken.

Wer ...

Das Sachbuch „Personal Intelligence Book. Wie Du mit Stift und Notizbuch Deine Kreativität zurückeroberst“ von Andrea Weichand ist ein hilfreiches Praxishandbuch zum Festhalten der eigenen Gedanken.

Wer wie ich Notizbücher liebt, wird sich hier gleich angesprochen fühlen:
Anstatt permanent am Handy oder PC zu hängen, bin ich froh über Auszeiten, in denen ich mich analog beschäftige, mit Lesen oder handschriftlichem Schreiben auf Papier.

Im Zentrum des Buches steht die von der Autorin entwickelte Denktabellen-Technik. Diese einfache visuelle Struktur soll helfen, lose Gedanken handschriftlich festzuhalten, logisch zu ordnen, neu miteinander zu kombinieren und systematisch weiterzuentwickeln. Das Aufschreiben von Hand soll den Fokus schärfen, die Konzentration stärken und mentale Klarheit erzeugen.
Anhand von zwölf Effekten zeigt die Autorin und Datenanalystin auf, wie sich durch das analoge, strukturierte Arbeiten zentrale Fähigkeiten entwickeln: eine bessere Wahrnehmung, klarere Entscheidungen, mehr Struktur und Überblick sowie kreative Problemlösungen und nachhaltiges Lernen.

Das Buch hat ein paar durchaus interessante Ansätze und ich konnte hier einiges für mich mitnehmen (z.B. auf S. 103 ff. „Entscheidungs-Effekt“ und S. 155 ff. „Denkraum-Effekt“ sowie S. 173 ff. „Entlastungs-Effekt“)

Am Ende konnte mich die Technik des Personal Intelligence Books nur bedingt überzeugen.
Dazu muss ich sagen, dass ich seit einigen Jahren mit der „Bullet Journal Methode“ nach Ryder Carroll arbeite (sein Buch war ein Augenöffner für mich und ich kann es nur weiterempfehlen!); damit habe ich mir ein persönliches, für meine Bedürfnisse angepasstes „Bullet Journal“ angelegt, mit dem ich meine Termine, ToDo’s, Tracking Lists, Leselisten und anderes organisiere.

Da ich aber zusätzlich zum Bullet Journal noch weitere Notizbücher führe bzw. noch anlegen möchte, bin ich weiterhin offen für das „Personal Intelligence Book“. Ich werde es für mich nochmal in Ruhe ausprobieren!

Vielen Dank an den Murmann Publishers Verlag und an Lovelybooks.de für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Juristische Grauzonen und spannende Fälle

Feine Risse
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„Feine Risse“ ist das zweite Buch von Elisa Hoven. Wie schon in ihrem Vorgängerroman „Dunkle Momente“ geht es hier wieder um die erfahrene Strafverteidigerin Eva Herbergen. Eigentlich wollte sie ihre ...

„Feine Risse“ ist das zweite Buch von Elisa Hoven. Wie schon in ihrem Vorgängerroman „Dunkle Momente“ geht es hier wieder um die erfahrene Strafverteidigerin Eva Herbergen. Eigentlich wollte sie ihre Anwaltszulassung zurückgeben, doch ein neuer dramatischer Fall stimmte sie um. Wir begleiten sie wieder durch acht spektakuläre Fälle, unter anderem geht es um Fahrerflucht, Selbstjustiz, eine Bergtour mit einem tödlichen Unfall, eine Kindesentführung mit Lösegeldforderung und einen tödlichen Schuss bei Filmdreharbeiten. Hierbei werden die moralischen Grauzonen von Schuld, Recht und Gerechtigkeit perfekt aufgezeigt.

„Männlich, sechsundfünfzig Jahre alt, geboren in Falkensee, arbeitslos, vorbestraft wegen Trunkenheit im Straßenverkehr. Fünf Informationen, und ist entsteht das Porträt eines Menschen Punkt unsere Stärken und Schwächen, Leidenschaften und Abgründe, all das, was uns ausmacht, reduziert auf Geschlecht und Alter, Nutzen und Nachteil für die Gesellschaft.“

Sehr gut gelungen fand ich, dass sich wie ein roter Faden ein privates Familiengeheimnis in der Familie von Evas Mann Peter durch das gesamte Buch zog. Auch die einzelnen Fälle sind lose miteinander verbunden bzw. sie kommt in späteren Kapiteln darauf zurück.

Elisa Hovens Schreibstil gefiel mir auch bei diesem Roman sehr gut. Sie hat eine feine Beobachtungsgabe und schreibt mit Tiefgang.

"‘Gehst du davon aus? Davon, dass jedem Menschen alles zuzutrauen ist?‘, fragte Peter.
Ich glaube, dass in jedem von uns Dunkelheit ist. Dass wir zu vielem fähig sind, wenn wir in Not geraten, dass wir düstere Gedanken haben, die niemand wissen darf, dass uns Wut oder Angst rücksichtslos, Neid und Hass mitleidlos machen können. Ein Mörder ist bis zu der Sekunde seiner Tat kein Mörder gewesen. Er war der Busfahrer, der immer so freundlich die nächste Station angesagt hat, der Pfleger, der sich rührend um die Großmutter kümmerte, der Mathelehrer, den drei Schüler aus seiner Klasse ihren Lieblingslehrer genannt haben. Es gibt sie natürlich, die berechnenden, sadistischen, narzisstischen Täter, oder Menschen die nicht gelernt haben, auf eine Provokation anders zu reagieren als mit Gewalt. Aber ich habe in meinem Beruf einige Mörder getroffen, und es ist mir nur selten gelungen, den Unterschied auszumachen zwischen Ihnen und uns, den Bösen und den Guten, sie waren nicht weniger freundlich oder interessiert, die meisten von ihnen haben jemanden oder etwas geliebt.“

Dass Elisa Hoven als Strafrechtsprofessorin vom Fach ist, verleiht der Handlung eine enorme Tiefe und Authentizität. Das Buch überzeugt jedoch nicht nur inhaltlich, sondern auch durch sein schriftstellerisches Handwerk. Ich vergebe hier 4 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den S. Fischer Verlag und an Lovelybooks.de für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Ich glaube, ich wurde geboren, um glücklich zu sein …

Sister, Sister
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In ihrem Roman „Sister, Sister“ erzählt Emily Austin von den beiden Schwestern Sigrid und Margit. Als Kinder waren sie unzertrennlich, anders hätten sie die Kälte ihres Elternhauses wohl kaum überstanden. ...

In ihrem Roman „Sister, Sister“ erzählt Emily Austin von den beiden Schwestern Sigrid und Margit. Als Kinder waren sie unzertrennlich, anders hätten sie die Kälte ihres Elternhauses wohl kaum überstanden. Doch nachdem Sigrid die Schule abbrach und Margit zum Studieren wegzog, hatten die beiden sich entfremdet. Während Margit ein geordnetes Leben führt, ist Sigrid unglücklich. Als sie versucht, sich umzubringen, nähern sich die Schwestern einander wieder. Nach und nach setzt sich das Bild über ihre Kindheit und die Geschehnisse, die zum Suizidversucht führten, zusammen.

Der Einstieg in das Buch fiel mir anfangs etwas schwer. Wie viele andere Leser*innen wurde auch ich von der Enthüllung überrascht, dass es sich bei dem im Klappentext erwähnten „tragischen Ereignis“ um Sigrids Suizidversuch handelt. Ab dem Kapitel „die wahrheit“ bzw. sobald auch Margit zu Wort kam, fand ich das Buch zum Ende hin dann immer stärker.

Sigrids viele Versuche ihrer Abschiedsbriefe wirken auf den ersten Blick fast beiläufig, offenbaren jedoch bei genauerer Betrachtung ihre emotionalen Nöte.

„Schmeiß alles weg, was ich bis jetzt geschrieben habe, Marg. Der Tonfall passt nicht, und das Ganze ist viel zu unzusammenhängend. Mir ist nicht gelungen, was ich erreichen wollte. Bitte behandle es als groben Entwurf. Behandle es als Müll.
Neuer Versuch. Diesmal wird der Brief besser, weil ich jetzt aufgewärmt bin. Diese Version wird formeller, und das wird sie verbessern. Wenn man zu lax schreibt, gerät das Gesagte zu psychopathisch. Ich will, dass dieser Versuch offizieller klingt. Ich will, dass die Leute ihn lesen und denken: Wow, sie wusste wirklich, was sie tat.“

Besonders, wenn Sigrid schreibt, wie sie sich im Kreis ihrer Familie oft fühlte („Ich musste vor ihnen verstecken, wer ich war. Ich fühlte mich von ihnen losgelöst. Als wäre ich eine Fremde. Ich fühlte mich bei ihnen einsamer, als wenn ich allein war.“), war das sehr intensiv und berührend.

„Vor ein paar Monaten spazierte ich eines Abends über den Friedhof in der Stadtmitte und dachte über das Erwachsenwerden nach. Ich entschied, dass wir tief im Inneren immer noch die sind, die wir als Kinder waren. Als Teenager muss man all seine Eigenheiten verstecken und sich verbiegen, um dazuzugehören und andere Leute zu beeindrucken, aber als Erwachsener muss man wieder zu der Person finden, die man mit acht Jahren war.
Ich glaubte, ich müsste mich in jemand Neues verwandeln, um erwachsen zu werden. Ich veränderte mich sehr. Ich stumpfte ab und wurde ernster. Als Kind war ich glücklicher. Ich war kreativer, und es machte mir weniger aus, was andere Leute von mir dachten. Ich wünschte, ich könnte in der Zeit zurückreisen, mich wieder meinen echten Interessen widmen, von allen gesellschaftlichen Erwartungen lossagen und mit mir selbst zufrieden sein.
Das Problem ist, dass mein Kinder-Ich in der Welt nicht gut zurechtkäme. Ernste Menschen, die tun, was von ihnen erwartet wird, führen ein einfacheres Leben. Es fällt mir schwer, mein wahres Selbst mit einem bequemen Leben in Einklang zu bringen.
Ich glaube, ich wurde geboren, um glücklich zu sein. Mir wurde ein Wesen gegeben, das besser zu jemandem gepasst hätte, der in der Lage ist, unbeschwert zu leben. Ich fühlte mich wie eine glückliche Person, die in einem Käfig sitzt. Ich glaube, ich trage die Seele von einem kleinen Sonnenschein in mir, aber sie liegt begraben in diesem furchtbaren Sumpfmonster-Körper.“

Ich vergebe final 4 von 5 Sternen für diesen Roman – vor allem das optimistisch klingende Ende mit dem Bild der „rosa Wolken“ fand ich gelungen.

Vielen Dank an den pola Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Die unerträgliche Gleichzeitigkeit unvereinbarer Gefühle

Die erste halbe Stunde im Paradies
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Anne und ihr großer Bruder Kai standen sich als Kinder sehr nah – sie brauchten sich gegenseitig als Stütze, denn sie mussten sich jahrelang um ihre chronisch kranke Mutter kümmern. Ihre Mutter war Sängerin, ...

Anne und ihr großer Bruder Kai standen sich als Kinder sehr nah – sie brauchten sich gegenseitig als Stütze, denn sie mussten sich jahrelang um ihre chronisch kranke Mutter kümmern. Ihre Mutter war Sängerin, Musik prägte das Familienglück, doch es zerbrach an der immer schlimmer werdenden Krankheit ihrer Mutter. Die Kinder können die Hilfe, die die Mutter benötigt, kaum mehr bewältigen. Besonders ihr Bruder möchte eine Reha der Mutter nutzen, um aus den Pflichten auszubrechen.

"‘Ich habe nur diese drei Wochen. Wir haben nur diese drei Wochen. Versteh das doch. Wenn Mama von der Reha zurück ist, geht alles wieder von vorne los.‘
Er meinte: das Kümmern. Ich wollte widersprechen. Irgendetwas in der Richtung sagen, dass es doch unsere Mutter war, um dies hier ging, und dass wir versprochen hatten, immer zusammenzuhalten. Aber ich wusste nicht, wie genau ich es hätte sagen müssen, um ihn umzustimmen.“
[...]
„Da begriff ich, dass er die Sache durchziehen würde, ganz egal, was ich davon hielt. Ich starte ihn mit offenem Mund an. Meine Wut auf ihn war riesig, aber genauso groß, das musste ich zugeben, weil meine Bewunderung. Dass er eine Entscheidung einfach nur für sich getroffen hatte und die Konsequenzen dafür in Kauf nahm. Dass seine Freiheit ihm wichtiger war als das, was unsere Mutter wollte. Komisch. Die Idee von Freiheit war mir selbst in diesem Zusammenhang noch nie gekommen. Es hätte ja im Umkehrschluss bedeutet, dass wir nicht frei waren, solange unsere Mutter uns brauchte. Wir waren aber doch keine Gefangenen. Oder kam es ihm so vor?“

Inzwischen ist Anne 30 Jahre alt, arbeitet als Pharmavertreterin und lebt bewusst ein zurückgezogenes Leben.

„Aber die erste halbe Stunde im Paradies - die Zeitspanne, in der niemand etwas von einem will oder braucht und man selbst auch von niemandem etwas will oder braucht und daher nichts wehtun kann-, diese erste halbe Stunde stelle ich mir wie Glück vor.“

Während Anne sich auf einer Weiterbildung befindet, meldet sich ihr Bruder Kai auf einmal, zu dem sie jahrelang keinen Kontakt mehr hatte. Er war gerade in einer Entzugsklinik und braucht ein paar Tage Unterkunft. Widerwillig holt Anne ihn ab und sie wird gezwungen, sich mit ihm auszusprechen und die schmerzhafte Vergangenheit aufzuarbeiten.

„Da verstand ich endlich, was mich seit meiner Kindheit gequält hat: die unerträgliche Gleichzeitigkeit unvereinbarer Gefühle.“

„Die erste halbe Stunde im Paradies“ von Janine Adomeit ist ein tiefgründiges, sehr emotionales Familiendrama über Kinder, die viel zu jung schwere Pflegeverantwortung übernehmen müssen und die Auswirkungen auf ihr Leben.
Janine Adomeits Schreibstil und die Struktur mit zwei Zeitebenen fand ich sehr gelungen. Das Buch hat mich sehr berührt und ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Die Geschichten hinter den Taten

Dunkle Momente
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Dass Elisa Hoven selbst Juristin ist, merkt man ihrem Roman „Dunkle Momente“ an.
Ihre Protagonistin Eva Herbergen ist eine Strafverteidigerin, die kurz vor dem Ende ihrer langen Karriere ihre Anwaltszulassung ...

Dass Elisa Hoven selbst Juristin ist, merkt man ihrem Roman „Dunkle Momente“ an.
Ihre Protagonistin Eva Herbergen ist eine Strafverteidigerin, die kurz vor dem Ende ihrer langen Karriere ihre Anwaltszulassung zurückgeben möchte. Grund dafür sind ihre Schuldgefühle aufgrund eines lange zurückliegenden, vermeintlichen Routinefalls, dem sie damals nicht die nötige Aufmerksamkeit widmete. Seitdem setzt sie sich nahezu grenzenlos für ihre Mandant*innen ein und überschreitet dabei oft die Grenzen der üblichen Mandatswahrnehmung. Sie weiß, dass es oft nicht viel braucht, dass jemand zum Täter wird – oder zum Opfer. Oft genügt ein dunkler Moment, der alles verändert.

„Jede Tat hat eine Geschichte. Sie rechtfertigt nicht die Tritte an den Kopf, den Messerstich oder den Schlag mit der Vase, doch sie kann sich erklären. Zeitungen aber drucken nicht nur schwarz-weiß, sie urteilen auch so.“

In neun Episoden erleben wir Eva Herbergen als Verteidigerin bei spektakulären, von realen Fällen inspirierten Gerichtsverhandlungen, in denen die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Recht verschwimmt.

Mich faszinieren Geschichten in moralischen Grauzonen: Der tiefere Blick hinter die Tat macht menschliche Beweggründe nachvollziehbar und regt zum Nachdenken an.

„Nichts bedeutet einen so großen Bruch in der Biographie eines Menschen wie das Verbrechen. Der Täter wird reduziert auf die Tat, die er begangen hat, meist in seinem schlechtesten oder schwächsten Moment. Wenn jemandem ein Mord vorgeworfen wird, interessiert uns nicht mehr, ob er sich liebevoll um seine Kinder gekümmert hat, ein verlässlicher Freund war oder seine alten Eltern gepflegt hat. Alle guten Taten zählen nicht mehr neben der einen bösen. Und auch die ist oft weniger monströs, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag.“

„Dunkle Momente“ verbindet packende Unterhaltung geschickt mit fundierten juristischen Einblicken und gesellschaftlichen Denkanstößen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

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