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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2026

Gute Einführung

Gesund mit Visite – das Bauch-weg-Programm
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Das Gesundheitsmagazin "Visite" im NDR kenne ich und war daher sehr gespannt auf das Bauch-Weg-Programm. Eingeteilt ist das Buch in Informationen und Hintergrundwissen, weshalb Ernährung wichtig ist, weshalb ...

Das Gesundheitsmagazin "Visite" im NDR kenne ich und war daher sehr gespannt auf das Bauch-Weg-Programm. Eingeteilt ist das Buch in Informationen und Hintergrundwissen, weshalb Ernährung wichtig ist, weshalb Diäten zum Scheitern verurteilt sind und es stattdessen eine langfristige Ernährungsumstellung braucht um abzunehmen, sowie die Unterscheidung von Bauchfett. Anschließend folgt der Rezeptteil, der größtenteils vegetarisch ist, was mich positiv überrascht hat. Für mein Empfinden und meine Vorstellung würde ich viele Rezepte veganisieren, weiß daher nicht, ob sie dann noch ins Konzept passen, bzw. wie wichtig die tierischen Produkte für das Programm tatsächlich sind oder ob auch andere Proteinquellen gut gehen. Die Rezepte sind jedenfalls alltagstauglich, einfach umsetzbar und sind abwechslungsreich. Auch wenn nicht strikt nach den Rezepten gekocht wird und eine sofortige strikte Ernährungsumstellung erfolgt, bieten die Rezepte Anregungen zur Umsetzung und einer eventuell auch schrittweise Umstellung.

Zum Schluss folgt der sportliche Teil mit Übungen, die ich so in der Form alle schon in diversen Ernährungs- und Abnehmprogrammen gesehen habe, die jedoch moderat umsetzbar sind.

Ein gutes Einführungsbuch für alle, die ihre Ernährung langfristig umstellen und gesünder essen / leben möchten.

Veröffentlicht am 02.06.2026

Ungewöhnlicher Krimi

Giftiger Grund
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Joran wird aus dem Gefängnis entlassen, wo er nach einem bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle die letzten sieben Jahre verbracht hat. Mit dem legalen Neuanfang wird es schwierig, da sein Vater ...

Joran wird aus dem Gefängnis entlassen, wo er nach einem bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle die letzten sieben Jahre verbracht hat. Mit dem legalen Neuanfang wird es schwierig, da sein Vater Geld von ihm erpresst und sich die Jobsuche schwierig gestaltet. Jorans Hoffnungsschimmer: die Beute, die er damals vor der Festnahme noch in einem Kanalschacht verstecken konnte. Doch auch dem verlassenen Tankstellengelände liegt in dem Schacht nicht das Geld, sondern die Leiche seines Freundes und damaligen Komplizen Aras. Ist Marvin, der dritte aus dem Bunde, etwa sein Mörder? In dieser Nacht begegnet Jaron der Lost-Places-Fotografin und Instagramerin Charu und der kleinen Edda, die im Schlafanzug unterwegs ist. Alle drei einen die wiederkehrenden Begegnungen auf dem Tankstellengelände und die schwierigen Familienumstände, aus denen sie kommen.

"Giftiger Grund" ist ein Kriminalroman ohne Ermittlerinnen. Statt sich auf die Suche nach Täterinnen oder Motiven zu machen, legt Thomas Knüwer den Fokus auf die Figurenentfaltung, die Verflechtungen der Handlungsstränge und der Ereignisse, die zu den Geschehnissen führen.
Der Schreibstil ist ruhig und beschreibt die Atmosphäre sehr gut. Zunächst war mir unklar, wie die Figuren Joran, Churu und Edda zusammenhängen und inwiefern eine gemeinsame Handlung entstehen soll. Doch Knüwer hat allles gut miteinander verbunden und so einen spannenden, unaufgeregten Krimi geschrieben, der den einzelnen Figuren Raum zur Entfaltung gibt.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Spannend und gute Twists

The Exes
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Natalie sehnt sich nach dem für sie perfekten Mann und ist überglücklich, als sie ihn endlich in James gefunden hat. Mit ihm ist sie glücklich und möchte eine Familie gründen. Die Männer, die bisher in ...

Natalie sehnt sich nach dem für sie perfekten Mann und ist überglücklich, als sie ihn endlich in James gefunden hat. Mit ihm ist sie glücklich und möchte eine Familie gründen. Die Männer, die bisher in ihrem Leben waren, haben ihr nicht zu einem glücklichen Leben verholfen. Doch sie sind nicht nur ihre Ex-Freunde, sondern alle drei sind auch tot. Und Natalie war jedes Mal in der Nähe. Für sie ist wichtig, dass James davon nicht erfährt und keine Gefahr herrscht.

Leodora Darlington hat mit "The Exes" einen sehr spannenden Thriller über weibliche Wut, Rache und toxische Beziehungen geschrieben. Erzählt wird auf verschiedenen Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven - sowohl in der Gegenwart in der Beziehung mit James, als auch in der Vergangenheit der Beziehungen mit den Ex-Freunden als auch in Natalies Kindheit. Es hat einige Kapitel gebraucht, bis ich einen Überblick über die verschiedenen Figuren und Erzählebenen bekommen habe. Was Leodora Darlington jedoch von der ersten Seite an geschafft hat, war mich in einen tiefen Sog zu ziehen. Natalie bleib für mich recht lange distanziert und nicht durchschaubar, ebenso James. Mir gefielt, wie sich die Figuren immer wieder verändert haben, es unvorhersehbare Plottwists gab, auch wenn ich dachte, die Handlung zu durchschauen, wurde ich immer wieder überrascht.
Zum Schluss hin fand ich einige Handlungen nicht mehr ganz nachvollziehbar und etwas überzogen, aber insgesamt war es ein sehr spannender Thriller, der mich noch eine ganze Weile beschäftigen wird.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Rückschau auf eine Ehe

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Christien Brinkgreve war mehrere Jahrzehnte mit ihrem Ehemann verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hat, die allerdings auch schon längst ausgezogen sind. Nach dem Tod ihres Mannes A. räumt Christien das ...

Christien Brinkgreve war mehrere Jahrzehnte mit ihrem Ehemann verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hat, die allerdings auch schon längst ausgezogen sind. Nach dem Tod ihres Mannes A. räumt Christien das Haus auf und um. Mit jedem Gegenstand, den sie in die Hand nimmt, kommen gemeinsame Erinnerungen auf. Sie erzählt von dem Kennenlernen, während dem A. noch verheiratet war, ihren Schwierigkeiten, an der Universtität eine Karriere als Frau zu machen, von A.s erfolgreichen Arbeiten als Journalist und den Mechanismen und Entwicklungen ihrer Ehe.
Christien Brinkgreve ist emeritierte Professorin für Soziologie, setzte sich mit der Beziehung zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Eltern und Kindern. Sie hat sich mit patriarchalen Strukturen auseinandergesetzt und stellt in der Rückschau fest, welche patriarchalen Strukturen und internalisierten Verhaltensmuster und Gedanken sich auch in ihrer Ehe gefestigt haben. Mit den fortschreitenden Kapiteln wird klar, wie viel Schatten und Differenzen es neben den hellen Momenten in der Ehe gab, wie die Beziehung zwischen Christien und A., A. und seiner Mutter sowie seiner Schwester und die Beziehung zu den Söhnen gewirkt haben.

Ein ehrlicher und eindrücklicher Blick auf eine jahrzehntelange Ehe, eine Bilanz, die klar ist und offen bleibt. Was Christien Brinkgreve vor allem gelungen ist, ist das Aufzeigen der vielen Gleichzeitigkeiten, was mir gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein Infragestellen im Alter

Die Liebe, später
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Kora und Anselm sind seit über zwanzig Jahren verheiratet. Kora war Journalistin, bis sie eine Herzoperation aus dem Job und dem Alltag holt und eine lange Regenerationsphase beginnt. Anselm war Biologe, ...

Kora und Anselm sind seit über zwanzig Jahren verheiratet. Kora war Journalistin, bis sie eine Herzoperation aus dem Job und dem Alltag holt und eine lange Regenerationsphase beginnt. Anselm war Biologe, hat in Berlin gearbeitet und ist an den Wochenenden immer zur Kora nach Köln gependelt. Als er in Frührente geht und aus der Fernehe plötzlich eine dauerhafte Anwesenheit wird, prallen zwei Welten aufeinander: Anselm möchte endlich sein Traumprojekt umsetzen und einen Libellenteich im Garten anlegen. Kora stellt vieles infrage und nimmt erstmal Abstand. Sie besucht eine ehemalige Arbeitskollegin, verlängert ihren Aufenthalt dort und besucht auch Freundinnen, denkt über die Vergangenheit und Erlebnisse nach und findet vor allem fünf Dinge, die sie sich fragt. Währenddessen setzt sie sich mit dem Verschwinden einer jungen Frau auseinander, deren Partner sie um Hilfe bittet.

Gisa Klönne schreibt nüchtern und distanziert, weshalb es für mich lange gebraucht hat, ein Gefühl für Kora und Anselm zu entwickeln. Ich brauchte die erste Hälfte etwa, um komplett im Roman anzukommen.
Ich kann mir vorstellen, dass vor allem Leser
innen in ihren 50ern/60ern sich in Kora und Anselm wiederfinden können und sich, ihre Ehe und ihre Lebensträume infrage stellen. Da regt Gisa Klönnes Erzählung sicherlich zum Nachdenken oder Umdenken an. Gerade der Wechsel von Nähe und Distanz wird durch die Perspektivwechsel untermalt.

Ein Roman, der die Suche nach sich selbst im fortgeschrittenen Alter thematisiert.