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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2026

Ein einziger Rausch

Es war nicht anders möglich
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Martina ist Mitte dreißig, arbeitslos und treibt sich am liebsten in den Berliner Eckkneipen herum. Die Nachricht, dass ihr Vater unerwartet verstorben ist, trifft sie wie ein Schlag. Ihr direktes Ziel: ...

Martina ist Mitte dreißig, arbeitslos und treibt sich am liebsten in den Berliner Eckkneipen herum. Die Nachricht, dass ihr Vater unerwartet verstorben ist, trifft sie wie ein Schlag. Ihr direktes Ziel: eine Kneipe. Doch aus einem Bier in der Kneipe werden mehrere, wird ein Abend, werden ganze Abende, Wochen, die durch Kneipenbesuche, Tresengespräche und anhaltenden Alkoholkonsum geprägt sind.
Die Leser*innen werden mitgenommen in Martinas wirre Gedankenwelt, die episodenhaft ist, zwischen einzelnen Zeiten und Erinnerungen wechselt, und die immer wirrer wird. Svenja Liesau schreibt roh, ungeschönt, abgehackt und bietet Marina und ihren Gedanken viel Raum. Zwischenzeitlich gibt es Briefe und SMS an den verstorbenen Vater, die ahnen lassen, was Martina sich gewünscht hätte. Doch es bleiben Vermutungen.
Martina versinkt immer mehr im Nachtleben, verliert den Halt, ist auf permanenter Suche und steuert auf die große Eskalation hin.

Ein bewegendes Buch, das wirr, ungeschönt ist und eine (von vielen) valide Reaktion auf Trauer zeigt - Trauer nicht unbedingt um das, was war, sondern vielmehr um das, was nicht war oder hätte sein können.

Ich mochte die Lektüre sehr, auch wenn mich das Ende verstört hat und ich mir etwas Hoffnungsvolleres gewünscht hätte.

Veröffentlicht am 12.06.2026

Unterhaltsamer Roman

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene Buchholz, Vorstandsvorsitzende im Aviola-Konzern, wartet auf ihre Beförderung. Doch ich Chef ist dazu erst bereit, wenn sie ein Achtsamkeitscoaching bei dem berühmten Alex Grow absolviert ...

Marlene Buchholz, Vorstandsvorsitzende im Aviola-Konzern, wartet auf ihre Beförderung. Doch ich Chef ist dazu erst bereit, wenn sie ein Achtsamkeitscoaching bei dem berühmten Alex Grow absolviert hat. Denn Marlene ist fachlich kompetent, wird jedoch menschlich nicht als fähig empfunden. Widerwillig und spottend macht sich Marlene also auf den Weg ins Brandenburger Schloss - mit dem Vorhaben, einen inoffiziellen Deal mit Alex Grow zu schließen und dort ihre Ruhe zu haben.
Doch Alex Grow nimmt seine Aufgabe ernst: Ein Achtsamkeitcoaching für Marlene ist für ihn nicht verhandelbar. Denn für Alex steht alles auf einer Karte - der Academy droht der Bankrott. Wenn er es schafft, Marlenes Gefühlsresistenz zu beseitigen, winkt ihm ein Großauftrag des Aviola-Konzerns und seine Academy wäre gerettet. Außerdem kämpft er selbst gegen Panikattacken.

Maxim Leos Plot gefiel mir, basierend auf dem Klappentext und der Leseprobe, bereits gut. Auch die Umsetzung mochte ich: Die Fiugren entwickeln Tiefe, finden zueinander und zu sich selbst und sorgen nebenbei für humorvolle Situationen. Dabei wird charmant dargestellt, was bedeutsam im Leben ist und wie welche Prioritäten gesetzt werden.
Der Schreibstil ist flüssig-leicht, unterhaltsam und gleichzeitig gefühlvoll an den richtigen Stellen.
Ein unterhaltsamer Roman mit liebenswerten Figuren und einem schönen Verlauf.

Veröffentlicht am 12.06.2026

Vom Aufwachsen bis hin zu den Dreißigern

Zum ersten Mal
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Die Podcasterinnen Gesina Demes und Annika Prigge erzählen in "Zum ersten Mal" von ihrem Aufwachsen als Mädchen / junge Frau und ihren Wegen bis hin zu den Dreißigern. Dabei spielen Schönheitsideale, Wertvorstellungen, ...

Die Podcasterinnen Gesina Demes und Annika Prigge erzählen in "Zum ersten Mal" von ihrem Aufwachsen als Mädchen / junge Frau und ihren Wegen bis hin zu den Dreißigern. Dabei spielen Schönheitsideale, Wertvorstellungen, unsere Sozialisierung und Erfahrungen mit Jungs eine Rolle. Was jedoch im Fokus steht ist die Freundinnenschaft und die Gewissheit, dass die Freundinnen immer da sind - egal was ist.

Gesina Demes und Annika Prigge erzählen so persönlich und offen, dass ich bei der Lektüre das Gefühl hatte, Freundinnen zuzuhören, die von ihrem Aufwachsen, ihren Erfahrugen, Ängsten, Sorgen und Erfolgen sprechen. Das mochte ich sehr gern und konnte altersbedingt auch an einiges anknüpfen. So wird umfassend von der ersten Menstruation, der ersten Liebe, dem ersten Liebeskummer, den ersten Trennungen und den ersten Erlebnissen in der Arbeitswelt erzählt.
Ein leichtes, unterhaltsames Buch über sämtliche ersten Male, an die sicherlich ganz viele anknüpfen können.

Veröffentlicht am 11.06.2026

Hart und intensiv

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Lales Mutter ist drogenabhängig und verliert das Sorgerecht für die anderthalbjährige Lale. Der Vater sitzt nach einem gescheiterten Bankraub im Gefängnis, weshalb ein Freund von ihm Lale aus dem Heim ...

Lales Mutter ist drogenabhängig und verliert das Sorgerecht für die anderthalbjährige Lale. Der Vater sitzt nach einem gescheiterten Bankraub im Gefängnis, weshalb ein Freund von ihm Lale aus dem Heim und zu sich holt: In eine Männer-Kommune. Lale wächst dort in den 80er Jahren auf, wo sich ihr Leben durch weitere Unsicherheiten, Abhängigkeiten und Instabilität fortsetzt. Lale ist da, hat jedoch keinen Raum, lernt keine Grenzen und erkennt auch keine Grenzen. Das Leben in der WG ist gekennzeichnet durch wechselnde Frauenbekanntschaften, Drogenkonsum, linker Widerstand, politische Äußerungen und Missbrauch. Erst im Grundschulalter findet Lale etwas Halt, schwirrt jedoch weiterhin durch das Leben, sucht nach Orientierung und wünscht sich ein "normales" Leben ohne den Zugang dazu zu kennen. Erst als sie selbst Mutter wird, ordnen sich die Dinge, sie kann aus der Instabilität und den Abhängigkeiten einen Ausweg finden...

Lilli Tollkien schreibt im Präsens, was Lales Erleben nahbar und spürbar macht. Dennoch ist der Ton schroff, einige Passagen wirken plastisch, sodass ich durchgehend eine große Distanz zu Lale, aber auch den anderen Männern in der WG, spüre. Der erste Teil über Lales Kindheit gefiel mir gut, dann gab es einige Längen und Szenen, die mir schwerfielen zu lesen. Mitdem Lale eine junge Frau war, fiel es mir wieder leichter. Trotzdem war die gesamte Lektüre durch Schwermut, Bedrückung und Härte geprägt.

Ein intensiver und aufwühlender Roman, mit dessen Inhalt sich Leser*innen vorher vertraut machen sollten, um die Tragbarkeit einschätzen zu können.

Veröffentlicht am 05.06.2026

Gute Einführung

Gesund mit Visite – das Bauch-weg-Programm
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Das Gesundheitsmagazin "Visite" im NDR kenne ich und war daher sehr gespannt auf das Bauch-Weg-Programm. Eingeteilt ist das Buch in Informationen und Hintergrundwissen, weshalb Ernährung wichtig ist, weshalb ...

Das Gesundheitsmagazin "Visite" im NDR kenne ich und war daher sehr gespannt auf das Bauch-Weg-Programm. Eingeteilt ist das Buch in Informationen und Hintergrundwissen, weshalb Ernährung wichtig ist, weshalb Diäten zum Scheitern verurteilt sind und es stattdessen eine langfristige Ernährungsumstellung braucht um abzunehmen, sowie die Unterscheidung von Bauchfett. Anschließend folgt der Rezeptteil, der größtenteils vegetarisch ist, was mich positiv überrascht hat. Für mein Empfinden und meine Vorstellung würde ich viele Rezepte veganisieren, weiß daher nicht, ob sie dann noch ins Konzept passen, bzw. wie wichtig die tierischen Produkte für das Programm tatsächlich sind oder ob auch andere Proteinquellen gut gehen. Die Rezepte sind jedenfalls alltagstauglich, einfach umsetzbar und sind abwechslungsreich. Auch wenn nicht strikt nach den Rezepten gekocht wird und eine sofortige strikte Ernährungsumstellung erfolgt, bieten die Rezepte Anregungen zur Umsetzung und einer eventuell auch schrittweise Umstellung.

Zum Schluss folgt der sportliche Teil mit Übungen, die ich so in der Form alle schon in diversen Ernährungs- und Abnehmprogrammen gesehen habe, die jedoch moderat umsetzbar sind.

Ein gutes Einführungsbuch für alle, die ihre Ernährung langfristig umstellen und gesünder essen / leben möchten.