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Veröffentlicht am 17.06.2017

Bad Romance

Gray
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Im ehrwürdigen Cambridge ist ein Student, der als sicherer Fassadenkletterer bekannt war, vom Dach gestürzt. Sein Tutor, Dr. Augustus Huff, ist temporärer Erbe des Graupapageien Gray. Allerdings kommt ...

Im ehrwürdigen Cambridge ist ein Student, der als sicherer Fassadenkletterer bekannt war, vom Dach gestürzt. Sein Tutor, Dr. Augustus Huff, ist temporärer Erbe des Graupapageien Gray. Allerdings kommt er eher zufällig an das Tier, denn die Putzfrau glaubt, in des Studenten Zimmers spukt es als sie plötzlich dessen Stimme vernimmt. Augustus soll also eigentlich einen Geist austreiben und kommt dann mit einem Papagei nach hause. Dr. Augustus Huff Zähler und Pedant vor dem Herrn hat auf einmal einen Vogel, der ihm von Bad Romance erzählt und Nüssen und psychologischen Problemen. Und an dem Ableben seines Studenten kommt Huff auch einiges eigenartig vor.

Natürlich ist der Papagei durch den Tod seines Besitzers, der viel Zeit damit verbracht hat, dem Vogel das Sprechen beizubringen, ziemlich verstört. Alleine bleiben will er erstmal nicht. Dr. Huff will aber keine Unordnung in seiner Wohnung, was ihm zu einigen Übernachtungen in seiner Badewanne verhilft. Schließlich kann der Papagei im Bad nicht viel durcheinander bringen, aber wie erwähnt, er schläft nur in Gesellschaft. Und so sitzt er regelmäßig auf Huffs Schulter während dieser sich aufmacht, die Umstände des Todes seines Studenten näher zu beleuchten. Schnell findet Huff heraus, dass im Leben des nicht sonderlich beliebten Elliot einiges anders war als geglaubt.

Dieses Buch lebt wahrlich von dem zwanghaften Ordnungsfanatiker Dr. Augustus Huff, der jeden Schritt am liebsten mit dem linken Fuß beginnt, und seinem überraschenden Erbe. Gray, von dem man beinahe glauben könnte, er versteht, was er sagt. Eigentlich als Forschungsobjekt gedacht, nimmt der Papagei nicht nur Augustus für sich ein. Doch wie Huff schnell merkt, ist er plötzlich nur noch der mit dem Vogel, was bei seinen Ermittlungen durchaus hilfreich sein kann. Und so stolpert er durch diesen witzigen Krimi, der mit einigen Überraschungen aufwartet, auch wenn diese hinter der ausgeklügelten Situationskomik manchmal zurücktreten.

Mit Bjarne Mädel wurde für Gray und Huff eine geradezu ideale Stimme gefunden, die das Hören des Romans zu einem außerordentlichen Vergnügen macht. Man kann ihn sich bestens als Dr. Huff mit seinem temporären Besitz auf der Schulter durch die Gassen von Cambridge wandernd vorstellen. Auch wenn man seine „Bad Romance“ erst nach einer Suche im großen Netz zuordnen kann, ein Lied, das es tatsächlich gibt und das man auch noch kennt, behält sein „rara ulala“ einen gewissen Witz. Huffs leichte Naivität, die doch auch gepaart ist mit großer Intelligenz, kommt sehr eindrucksvoll rüber. Man nimmt ihm ab, dass er manchmal vom Leben überfordert ist und das er sich doch nicht scheut eben jenem Leben die Stirn zu bieten. Und Gray bringt genau die richtige Portion Unordnung in des Doktors Leben.

Dr. Augustus Huff und sein nun nicht mehr temporärer Mitbewohner bilden ein echt tolles Team. Man würde wünschen, mehr von ihnen zu hören.

Veröffentlicht am 29.06.2026

Wenn Kinder ausziehen

Zeit der Freundinnen
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Mit ihrer kleinen Reparaturwerkstatt hat sich die Goldschmiedin Julia vor einigen Jahren selbstständig gemacht. Ihr Sohn Flavio hat gerade seinen Realschulabschluss gemacht. Max, ihr zweiter Mann, ist ...

Mit ihrer kleinen Reparaturwerkstatt hat sich die Goldschmiedin Julia vor einigen Jahren selbstständig gemacht. Ihr Sohn Flavio hat gerade seinen Realschulabschluss gemacht. Max, ihr zweiter Mann, ist Pilot zum Glück nicht auf der Langstrecke. Läuft, denkt sie. Dann teilt Flavio ihr mit, dass er einen Ausbildungsplatz gefunden hat. Eine tolle Nachricht, eigentlich. Dass die Ausbildung im hundert Kilometer entfernten Mittenwald beginnen soll, ist dann doch ein Schock. Ihr Junge ist doch erst sechzehn. Auch der Sohn von ihrer Freundin Sophie ist nach der Schule in die Ferne aufgebrochen. Ein kleiner Trost ist es, dass ihre Jugendfreundin Helen wieder in München ist.

Drei Freundinnen, deren Kinder langsam flügge werden. Die Zeit des Umsorgens ist langsam vorbei. Auch Helens Töchter beginnen mit einem Studium. Wie gehen die drei Frauen damit um, dass die Kinder erwachsen werden. Flavio ist der jüngste der Nachkommenden. Sechzehn ist sehr jung. Für Julia fühlt es sich viel zu früh an loszulassen. Und eine kleine Erinnerung an Julias eigene Kindheit taucht ausgerechnet in Helens Buchladen auf. Ist da noch eine Sache, über die sich Julia Gedanken machen sollte. Wenn sie ehrlich ist, handelt es sich um etwas, über das sie schon lange nachdenkt.

Manchmal nimmt das Leben nochmal eine ganz andere Wendung, wenn die Kinder flügge werden. Julias hat zum Beispiel auch mehr Zeit sich um ihre kleine Werkstatt zu kümmern. Dass ihr Sohn nicht mehr einfach da ist, muss sie erstmal verdauen. Zum Glück behandelt ihr Max sie mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Doch mit ihren Freundinnen muss sie so einiges besprechen, damit die Freundschaft bestehen bleibt. Authentisch beschreibt die Autorin wie es wohl ist in der Mitte des Lebens, in der es oft nochmal große Veränderungen gibt. Man fühlt sich sofort wohl mit den drei Freundinnen Julia, Sophie und Helen. Sie unterstützen sich und ihre Freundschaft hat doch auch mal Ecken und Kanten. So wie im wirklichen Leben. Das zu lesen, ist eine Freude, die mit zwei weiteren Romanen, die noch in diesem Jahr erscheinen, weitergeht.

Veröffentlicht am 07.06.2026

Sommer der Veränderung

Summer Romance
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Vor zwei Jahren ist Alis Mutter gestorben, was Ali in tiefe Trauer versetzt hat. Und nun meint ihr Mann Pete, dass er nicht mehr mit ihr verheiratet sein möchte. Alleinerziehend mit drei Kindern, so einfach ...

Vor zwei Jahren ist Alis Mutter gestorben, was Ali in tiefe Trauer versetzt hat. Und nun meint ihr Mann Pete, dass er nicht mehr mit ihr verheiratet sein möchte. Alleinerziehend mit drei Kindern, so einfach wird das nicht, aber Ali ist, wenn sie ehrlich ist, eher erleichtert, dass die Entscheidung endlich getroffen ist. Da trifft sie auf dem Hundeplatz auf Ethan, mit dem sie sich sofort versteht. Sie verabreden sich und verbringen einen Tag, der unbedingt in irgendeiner Form wiederholt werden sollte. Doch kann sich Ali das zugestehen? Es gibt so viel zu bedenken.

Wie ist es, wenn man sich eingestehen muss, dass eine Ehe schon lange nicht mehr funktioniert hat? Ali will erstmal selbst auf die Füße kommen. Der Tod ihrer Mutter geht ihr immer noch nahe. Und Pete verhält sich manchmal egoistisch und rücksichtslos. Ali ist verunsichert und sie befürchtet, dass sie sich nicht auf etwas Neues einlassen kann. Vielleicht wäre ein kleiner Sommerflirt genau das Richtige. Ethan braucht Hilfe beim Ausräumen des Hauses seiner Eltern, die sich plötzlich entschlossen haben nach Florida zu ziehen. Den Sommer über wird er vor Ort sein und er ist Anwalt. Aufräumen gegen Hilfe bei der Scheidungsvereinbarung.

Ein Sommerroman wie er im Buche steht. Vielleicht ist Ali zu Beginn noch zu sehr in ihrer Trauer versunken. Doch durch die Begegnung mit Ethan entsteht eine gewisse Leichtigkeit, was dem Roman sehr guttut. Ein paar Verwicklungen müssen gemeistert werden und es gibt auch ernste Momente. Dennoch entsteht so ein positiver Vibe, der die Lektüre sehr unterhaltsam werden lässt. Ali und Ethan haben ihre Geschichten und es ist schön herauszufinden, ob es eine gemeinsame Geschichte für sie geben wird. Eine Sommerromanze für den Sommer genau das Richtige.

Veröffentlicht am 06.06.2026

Im Geschäft

Der Tag des Skorpions
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Bennie Griessel und Vaughn Cupido sind wieder richtig im Dienst in Stellenbossh. Und schon haben sie mehr Arbeit am Hals als sie bewältigen können. Eigentlich. Froh wieder im Spiel zu sein, machen sie ...

Bennie Griessel und Vaughn Cupido sind wieder richtig im Dienst in Stellenbossh. Und schon haben sie mehr Arbeit am Hals als sie bewältigen können. Eigentlich. Froh wieder im Spiel zu sein, machen sie sich gleich an die Arbeit. Und es wird gleich richtig hart. Ein ehemaliger Kollege, der inzwischen als Privatdetektiv tätig war, wird tot aufgefunden. Besonders für Cupido wird es schwer, der mit Brandon befreundet war. Und irgendwas ist seltsam, möglicherweise war es doch kein Unfall. Allerdings könnte Cupido auch befangen sein und deshalb nicht von der einfachsten Möglichkeit ausgehen. Erstmal muss er sich dann auch um eine seltsame Explosion auf einem Weingut kümmern.

Bereits zum zehnten Mal ermittelt Bennie Griessel gemeinsam mit seinem Kollegen und Freund Vaughn Cupido. Sie sind wieder bei der Polizei unter ihrem alten Chef, der manchmal mit mahnenden Worten nicht spart. Bennie ist glücklich verheiratet. Immer bewusst bleibt ihm, dass der Kampf gegen den Alkohol nie enden wird. Auch Cupido möchte seine Beziehung mit einer Heirat krönen. Doch irgendwie schiebt er den Moment der großen Frage vor sich her. Und nun sind sie richtig eingespannt. Zum einen glauben sie nicht, dass der Unfall von Brandon genauso abgelaufen sein kann, wie er sich darstellt. Zum anderen entwickelt sich auch die Sache am Weingut entwickelt sich ganz anders.

Diese Reihe um ein Ermittlerteam aus Südafrika liest man immer wieder gerne. Arbeitspartner sind Bennie und Vaughn, aber auch Freunde. Wie häufiger bekommen sie es auch hier mit einem sehr kniffligen Fall zu tun. Eigentlich ermitteln sie getrennt und müssen damit klarkommen, dass es so garnicht vorangehen will. Denn wieso kann der ehemalige Kollege bei so einem dummen Unfall sterben, wo er doch nicht dumm war und schon überhaupt nicht unvorsichtig. Aber wenn er ermordet wurde, gibt es eben kein Motiv. Und wieso sollte jemand einfach eine Schäferhütte in die Luft jagen? Es ist zum Haare raufen. Ein wenig rauft man mit ihnen mit, auch wenn man als Leser oder Leserin vielleicht in einigen Momenten einen kleinen Vorsprung hat. Doch so langsam entfaltet sich ein Komplott mit einer politischen Komponente, was ausgesprochen fesselnd ist. Ein rasantes Finale tut ein übriges, um den gemächlichen Beginn vergessen zu lassen. Eine tolle Reihe, mit der man einen kleinen Einblick in das Leben in Südafrika.

Veröffentlicht am 01.05.2026

Das Schloss

Wenn die Schatten sterben
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Rebecca Kolberg zieht nach dem Tod ihres Mannes nach Solothurn in der Schweiz. Sort hat sie den alten Familiensitz geerbt, den sie wieder herrichten lassen will. Durch ihren Sohn Adrian kommt sie gleich ...

Rebecca Kolberg zieht nach dem Tod ihres Mannes nach Solothurn in der Schweiz. Sort hat sie den alten Familiensitz geerbt, den sie wieder herrichten lassen will. Durch ihren Sohn Adrian kommt sie gleich in Kontakt mit den Nachbarn, die sehr sympathisch sind. Doch als die Handwerker mit ihrer Arbeit beginnen, finden diese im Keller hinter einer doppelten Wand die sterblichen Überreste einer weiblichen Person. Es wird festgestellt, dass die Tote vor so langen Jahren verstorben ist, dass die Sache in der Schweiz bereits läge verjährt ist. Trotzdem möchte Rebecca wissen, was in den 1940er Jahren passiert ist.

Es entwickelt sich eine Geschichte um zwei Frauen. Becky sucht in der Gegenwart nach Spuren, da die Polizei wegen der Verjährung nicht mehr ermittelt. Sie stößt auf Tagebücher von Emma Kummer, die wohl die Tote im Keller ist. Wie war es in der Schweiz, während in Deutschland die Nazis herrschten. Wurde das Land von den Geschehnissen im Nachbarland beeinflusst? Jedoch hält die Gegenwart auch für Rebecca unerwartete Probleme bereit. Den Unfalltod ihres Mannes hat sie noch nicht überwunden und auch Ereignisse in ihrer neue Heimat bereiten ihr Sorgen. Wenigstens versteht sich der zehnjährige Adrian gut mit der achtjährigen Pia von nebenan.

Ein geschichtliches Thema hat der Autor auf spannende Weise mit der Gegenwart verwoben. Es ist lehrreich, wenn man etwas über die Vergangenheit erfahren kann. Und auch die Gefahren in der heutigen Zeit. Auch in der Schweiz gab es während des zweiten Weltkriegs rechte Bestrebungen, die an die Macht wollten. Wie sich das in dem kleinen Ort Solothurn ausgewirkt hat, wird zwar in der Fiktion dargestellt. Der geschichtliche Hintergrund ist aber durchaus real. Auch wie die Vergangenheit manchmal in die Gegenwart wirkt, ist fesselnd beschrieben. Vielleicht ist in der Vergangenheit mehr zu finden als man ahnt. Das mag möglicherweise auch für einen selbst ein Anreiz sein, mit Nachforschungen zu beginnen.