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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2026

Klein und witzig

Klein aber tot
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In der kleinen Stadt Knuffingen geht es eigentlich ruhig zu. Kommissar Jojo Wunder hat nicht wirklich viel zu tun. Doch das ändert sich schnell, als ein Toter aufgefunden wird. Friedrich Frank war Journalist ...

In der kleinen Stadt Knuffingen geht es eigentlich ruhig zu. Kommissar Jojo Wunder hat nicht wirklich viel zu tun. Doch das ändert sich schnell, als ein Toter aufgefunden wird. Friedrich Frank war Journalist und hat viele Leute in Knuffingen in seinen Kolumnen sehr niedergemacht. Es gibt also eine Menge Verdächtige, darunter auch Jojos Mutter…

Ich fand das Buch herrlich witzig. Allein schon die Idee, eine fiktive Stadt aus dem Hamburger Miniatur-Wunderland Schauplatz eines Krimis (einer Serie) werden zu lassen, ist schon eine tolle Idee. Dazu kommt, dass ich das Wunderland kenne und daher auch alle Bezüge im Buch dazu sofort erkannt habe. Trotzdem ist es auch für Nichtkenner gut lesbar und man versteht den Inhalt. Es ist wie ein kleiner Regionalkrimi, nicht super spannend, aber gut lesbar und vor allem sehr unterhaltsam. Daher gibt es von mir eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Wer kennt die Ebstorfer Weltkarte?

Das Rad der Welt
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Die Herzogtochter Agnes lebt ein zu damaliger Zeit (um 1300) übliches Leben für eine hochgestellte adlige junge Frau. Sie hat Lesen und Schreiben gelernt und ist sehr wissbegierig, doch der Zeit gemäß ...

Die Herzogtochter Agnes lebt ein zu damaliger Zeit (um 1300) übliches Leben für eine hochgestellte adlige junge Frau. Sie hat Lesen und Schreiben gelernt und ist sehr wissbegierig, doch der Zeit gemäß soll sie vor allem gut verheiratet werden, um der Familie zu dienen. Durch einen Zufall lernt sie den Buckel-Krämer Liudger kennen und sie verlieben sich. Als ihr ein Bräutigam präsentiert wird und sie den nicht heiraten möchte, plant sie mit Liudger zu fliehen. Doch das geht schief und ihr Vater verstößt sie aus der Familie und steckt sie in ein Kloster. Dort muss sie anfangs niedere Arbeiten machen, schafft es aber später, in die Bibliothek zu kommen, um dort ihre Idee einer großen Weltkarte umzusetzen. Doch Liudger bleibt in ihren Gedanken...

Um die Eingangsfrage zu beantworten: ich hatte vor dem Buch noch nie etwas von die Ebstorfer Weltkarte gehört. Und nach dem Lesen des Buches bedauere ich sehr, dass es sie im Original nicht mehr gibt. Sie muss fantastisch gewesen sein. Was das Buch angeht, vermittelt es zum einen natürlich sehr viel Wissen über diese Karte. Man erfährt aber auch sonst einiges über die damalige Zeit. Dabei kommt es nicht langweilig und gelehrt daher, sondern lässt sich sehr gut lesen. Die Geschichte ist interessant. Auch wenn das Zusammentreffen von Agnes und Liudger - zwar der Geschichte geschuldet - etwas zu unrealistisch in meinen Augen ist. Die weitere Entwicklung allerdings folgt dann mehr der damaligen Realität. Die Auflösung finde ich gelungen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Starke Frauen

Die Honigfrauen - Ein Sturm zieht auf
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1910 in einer kleinen Stadt im Bergischen Land. Der bekannte Konditormeister Ludwig Honig stirbt überraschend. Er hatte ein großes Geheimnis. Bevor er seine Frau Auguste geheiratet hat, gab es eine andere ...

1910 in einer kleinen Stadt im Bergischen Land. Der bekannte Konditormeister Ludwig Honig stirbt überraschend. Er hatte ein großes Geheimnis. Bevor er seine Frau Auguste geheiratet hat, gab es eine andere Frau, die ein Kind mit ihm hatte. Er hat diese Familie die ganze Zeit unterstützt. Allerdings wusste das niemand und so ist Auguste schockiert, als sie erfährt, dass es jetzt einen Haufen Schulden gibt und sie nicht weiß, von was sie künftig leben sollen.

Das Buch erzählt eine sehr gelungene Geschichte über die Zeit um 1910 und die damalige Situation von Frauen. Sie waren als ledige Mütter geächtet, sie waren als Geschiedene geächtet und sie waren auch geächtet, wenn sie gar nichts dafür konnten... so wie Auguste, deren Mann heimlich eine zweite Familie hatte. Sie mussten irgendwie zusehen, dass sie über die Runden kommen. Und das ist ihnen schon sehr schwer gemacht worden. Genau das beschreibt das Buch sehr gut. Gleichzeitig zeigt es aber auch, wie starke Frauen mit Zusammenhalt doch einiges erreichen konnten. Das alles ist gut lesbar und nachvollziehbar und das einzig „fiese“ an dem Buch ist der Cliffhänger ganz zum Schluss. Und es dauert noch eine Weile, bevor man Teil Zwei lesen kann. Von mir gibt es jedenfalls eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Noch ein Pilgerbuch?

Nach Santiago wollte ich nie
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Nach dem erfolgreichen Buch von Hape Kerkeling über seinen Jakobsweg sprossen entsprechende Bücher wie Sand am Meer aus dem Boden. Warum also jetzt noch ein Pilgerbuch, warum sollte man es lesen?

Meine ...

Nach dem erfolgreichen Buch von Hape Kerkeling über seinen Jakobsweg sprossen entsprechende Bücher wie Sand am Meer aus dem Boden. Warum also jetzt noch ein Pilgerbuch, warum sollte man es lesen?

Meine Antwort darauf ist: weil es zu den absolut sehr guten in diesem Genre gehört. Die Autorin ist Journalistin und kann schreiben. Das muss nicht unbedingt zusammenpassen. In diesem Fall aber doch. Sie schreibt sehr locker, mit viel Selbstironie, aber auch Selbstreflexion. Sie vermeidet ewig lange Ausführungen über detailliert gelaufene Kilometer. Auch die üblichen Pilgerprobleme mit Schlafsälen oder gesundheitlichen Sachen handelt sie relativ kurz ab. Das Besondere an dem Buch ist das Zusammentreffen mit verschiedenen Menschen, die man auf diese Weise ebenfalls mit kennenlernt. Auch die Änderung, die in ihr selbst vorgeht, ist gut beschrieben und absolut nachvollziehbar. So macht das mit Wandern von zu Hause aus große Lust und das Lesen Spaß. Von mir gibt es daher eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.05.2026

Interessante Wendungen

Weil sie lügt
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Annas Schwester Juliane ist vor anderthalb Jahren verschwunden. Inzwischen geht die Polizei von einem Verbrechen aus und verdächtigt Annas Vater, der in Untersuchungshaft im Gefängnis sitzt. Er beteuert ...

Annas Schwester Juliane ist vor anderthalb Jahren verschwunden. Inzwischen geht die Polizei von einem Verbrechen aus und verdächtigt Annas Vater, der in Untersuchungshaft im Gefängnis sitzt. Er beteuert seine Unschuld. Anna glaubt ihm mehr oder weniger. Sie selbst versucht, etwas über Julis Verbleib herauszufinden.

Das Buch ist sehr gut lesbar und über weite Strecken auch sehr spannend. Man möchte Anna glauben, doch sie selbst hat scheinbar viele Geheimnisse und nach und nach werden mögliche Verdächtige und Täter präsentiert, doch irgendwie passt alles nicht zusammen. Und so bleibt man ziemlich bis zum Ende ahnungslos, was denn passiert sein könnte und wer der Täter ist. Und dann werden eben zum Ende hin interessante Wendungen präsentiert, die zumindest ich nicht so auf dem Schirm hatte. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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