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Wolkenspiel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2025

Befreiung von einem Narzisten

Blumen im Schuh
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Wenn ein Buch es schafft, dass ich am Ende mit dem Gefühl zurückbleibe: „Schade, jetzt machen die ohne mich weiter und ich kriege es nicht mehr mit.“, dann muss die Autorin einiges richtig gemacht haben. ...

Wenn ein Buch es schafft, dass ich am Ende mit dem Gefühl zurückbleibe: „Schade, jetzt machen die ohne mich weiter und ich kriege es nicht mehr mit.“, dann muss die Autorin einiges richtig gemacht haben. Ich habe mit Elisabeth gelitten und mich mit ihr gefreut. Langsam schält sie sich aus dem Kokon, der im Laufe ihrer Ehe durch ihren Mann, aber auch durch sie selbst zum Eigenschutz entstanden ist. So viele Zwänge und Einschränkungen waren für Elisabeth wie eine zweite Haut.
Angestoßen durch den Betrug ihres Mannes Wolfgang schafft sie den Absprung und findet Unterschlupf bei ihrer patenten Schwägerin Anja. Auch sie hat unter ihrem Bruder Wolfgang gelitten und steht Elisabeth nun bei. Erschreckend, zu was Wolfgang fähig ist. Ich wünsche jedem eine Anja im Leben, denn ihre Art hat mich begeistert. Sie ist da wenn man sie braucht, hat einen coolen Spruch auf Lager, kann aber auch mal einstecken und hat einen tollen Freundeskreis.
Der christliche Glaube ist sehr gut in die Geschichte verwoben. Mir gefiel es sehr, dass auch in diesem Bereich klar wurde: Nicht alle Christen/Kirchgänger verhalten sich auch immer so , wie es sein sollte. Auch in Gemeinden „menschelt“ es. Aber das ist kein Grund sich vom Glauben abzuwenden.
Man könnte noch so viele gute, interessante, lustige, tiefgehende Szenen und interessante Personen erwähnen. Aber ich möchte nicht zu viel verraten. Denn dieses Buch muss man gelesen haben. Es berührt und lässt einen eigene Verhaltensmuster und die des eigenen Umfelds mal genauer betrachten.
Ich konnte beim Lesen lachen, aber auch Tränen vergießen und durfte daran teilhaben, wie Elisabeth sich aus ihrem Kokon befreit und ihre Flügel entfaltet und ausstreckt.
Eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.11.2024

„A Christmas Carol“ in Texas

Kein Korb zu Weihnachten
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Karen Witemeyer ist einfach ein Garant für schöne Geschichten. In diesem kleinen Auszeit Roman nimmt sie uns mit in eine Geschichte, die einige Anspielungen auf Charles Dickens „A Chrismas Carol“ beinhaltet. ...

Karen Witemeyer ist einfach ein Garant für schöne Geschichten. In diesem kleinen Auszeit Roman nimmt sie uns mit in eine Geschichte, die einige Anspielungen auf Charles Dickens „A Chrismas Carol“ beinhaltet. Daher ist der englische Originaltitel „A Texas Christmas Carol“ sehr treffend gewählt. Selbst Dickens drei Geister finden einen Weg in diese Geschichte, die von christlichen Wertmaßstäben und einem Leben mit Gott geprägt ist.
Felicity ist in diesem Jahr für die Weihnachtsaktion der Kirchengemeinde zuständig. Dazu möchte sie auch den reichen, aber geizigen Evan Beazer (bei Dickens heißt er Ebenezer Scrooge) gewinnen. Statt um eine Spende zu bitten, möchte sie jedoch seine Mithilfe und zeigt dabei großes Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit ohne unfreundlich zu werden.
Felicity ist eine sehr sympathische Figur, zu jedermann freundlich und stets hilfbereit. So ganz anders als Evan Beazer, der sehr zurückgezogen lebt, schroff und abweisend ist. Wie können zwei so unterschiedliche Personen zusammenkommen?
Dieser kurzweilige Roman ist wunderbar für die Vorweihnachtszeit. Wie von Karen Witemeyer gewohnt ist es ein Wohlfühlroman, der einfach herrlich zu lesen ist und den ich daher uneingeschränkt ans Herz lege.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Unterhaltsame Anekdoten mit Schmunzelgarantie

Das Glück hat kleine Schokofinger
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Titus Müller nimmt mit seinem angenehm leichten Schreibstil die Leser mit in die Anfänge seiner eigenen Familie. Im Verlauf des Buchs, bei dem es sich um eine erweiterte Neuausgabe handelt, werden zunehmend ...

Titus Müller nimmt mit seinem angenehm leichten Schreibstil die Leser mit in die Anfänge seiner eigenen Familie. Im Verlauf des Buchs, bei dem es sich um eine erweiterte Neuausgabe handelt, werden zunehmend kurze Wortwechsel oder Episoden mit den Söhnen Jona und Felix erzählt. Diese entdecken die Welt auf ihre wunderbar kindliche Weise. Innerhalb eines Kapitels gab es gegen Ende mehrere unabhängige, kurze Szenen, was mich zunächst etwas verwirrte. Aber einmal erkannt, dass es sich nicht mehr um zusammenhängende Geschichten innerhalb eines Kapitels handelt, liest es sich wieder wunderbar leicht. Wer Kinder hat, wird die ein oder andere Situation so oder ähnlich schon selbst erlebt haben. Denn Titus Müller nimmt uns schonungslos ehrlich und humorvoll mit in seinen Alltag mit zwei kleinen Jungs und zaubert damit immer wieder ein Schmunzeln und Lächeln ins Gesicht. Hinzu kommen Erkenntnisse, dass auch wir Erwachsenen von den Kindern lernen können. Z.B. ist vielen von uns leider das kindliche Staunen abhandengekommen. Dabei gibt es so viel direkt um uns herum, das bestaunt werden kann und will.
Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, da es kurzweilig, humorvoll und ehrlich mit hineinnimmt in den Alltag einer jungen Familie und mit Sicherheit mehrfach ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Lebendig gewordene Geschichte

Die Kannenbäckerin
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Nachdem die 13-jährige Johanna ihre gesamte Familie an die Pest verloren hat, macht sie sich auf den langen Fußweg zu ihrem ihr unbekannten Onkel. Da dies zur Zeit des 30-jährigen Kriegs für ein Mädchen ...

Nachdem die 13-jährige Johanna ihre gesamte Familie an die Pest verloren hat, macht sie sich auf den langen Fußweg zu ihrem ihr unbekannten Onkel. Da dies zur Zeit des 30-jährigen Kriegs für ein Mädchen sehr gefährlich war, verkleidet sich Johanna als Junge. Beim Onkel angekommen ergibt es sich, dass Johanna Johann bleibt. Sie genießt die neuen, unbekannten Freiheiten eines Jungen und darf als solcher dem Onkel in der Werkstatt helfen. Dabei zeigt Johanna großes Geschick und Freude. Aber wie lange kann sie ihre Tarnung aufrechterhalten?

Annette Spratte schafft es das Leben zur Zeit des 30-jährigen Kriegs lebendig werden zu lassen. Der Leser lebt, bangt, leidet und fiebert mit Johanna mit. Der Schreibstil ist packend, so dass ich das Buch kaum weglegen wollte. Nebenbei erfährt man noch einges über die Kunst des Töpferns. Einzig den Handlungsstrang um den Umgang mit Hexen (ich benenne es nicht genauer, um nicht zuviel zu verraten), hätte ich nicht gebraucht. Aber vermutlich war das zur damaligen Zeit tatsächlich so.
Auf jeden Fall hat mich Annette Spratte wieder einmal wunderbar unterhalten und nebenbei noch in punkto Töpfern und 30-jähriger Krieg weitergebildet.
Daher empfehle ich diesen Roman gerne und von ganzem Herzen weiter.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Fesselnd, heftig und mit vielen Wendungen

Das Haus am Ende der Welt
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Ein Reitunfall reißt Mai aus ihrem Alltag heraus und lässt in ihr Fragen nach der eigenen Vergangenheit aufkommen. In Finnland macht sie sich auf die Suche nach ihrer Herkunft, nach Geborgenheit, Angenommensein ...

Ein Reitunfall reißt Mai aus ihrem Alltag heraus und lässt in ihr Fragen nach der eigenen Vergangenheit aufkommen. In Finnland macht sie sich auf die Suche nach ihrer Herkunft, nach Geborgenheit, Angenommensein und sich selbst. Ihr Vater Henning reist hinterher und versucht wieder an sie heranzukommen. Aber Mai rebelliert, ist innerlich zerrissen. Und doch scheint alles in ihr nach Hilfe zu schreien, eine Lösung und inneren Frieden zu finden.

Die Handlung ist vielschichtig und vor allem zu Beginn gilt es die zunächst scheinbar vielen Figuren für sich zu sortieren. Einige finnische Vokabeln habe ich während des Lesens nachgeschlagen, was mir zum Verständnis sehr geholfen hat. Da hätte ich mich über einen kleinen Glossar im Anhang gefreut. Aber die Geschichte fesselt, will gelesen werden und zieht in ihren Bann.

Der Roman handelt größtenteils in der Gegenwart und wird im Wechsel aus den beiden Sichten der Hauptprotagonisten erzählt. Immer wieder gibt es Rückblicke, die dankenswerterweise in einer anderen Schriftart geschrieben sind. Dadurch ist es leichter einzuordnen. Katrin Faludi schafft es perfekt, dass diese Rückblicke und die Gegenwart einander ergänzen und unterstützen. Auch der Schreibstil ist packend und als Leser will man einfach zügig weiterlesen, um zu erfahren, wie die Situation so verfahren werden konnte. Was ist im Leben dieser Menschen so schiefgelaufen? Wo sind die Verbindungen? Immer wieder gibt es unverhergesehene Wendungen und an manchen Stellen hat es mich innerlich zerrissen, was einige Menschen ertragen müssen.
In all dem gibt es aber auch die Frage nach der eigenen Schuld und der Möglichkeit der Vergebung.

Meine heimliche Lieblingsperson ist Janne, eine Pastorin, die immer wieder mal kurz in Erscheinung tritt und mir unglaublich gut gefällt. Über sie und ihre Geschichte würde ich gerne noch mehr lesen.
Auch ihren Humor bringt Katrin Faludi in einzelnen Formulierungen ein, z.B. in der Beschreibung der Kardashian-Villa, dem Hühnerstall oder der „optischen Messerstecherei“, wenn Blicke töten könnten.

„Das Haus am Ende der Welt“ ist ein komplexer und fesselnder Roman, der heftige Themen anpackt und auch nach dem Lesen noch nachhallt.

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