Befreiung von einem Narzisten
Blumen im SchuhWenn ein Buch es schafft, dass ich am Ende mit dem Gefühl zurückbleibe: „Schade, jetzt machen die ohne mich weiter und ich kriege es nicht mehr mit.“, dann muss die Autorin einiges richtig gemacht haben. ...
Wenn ein Buch es schafft, dass ich am Ende mit dem Gefühl zurückbleibe: „Schade, jetzt machen die ohne mich weiter und ich kriege es nicht mehr mit.“, dann muss die Autorin einiges richtig gemacht haben. Ich habe mit Elisabeth gelitten und mich mit ihr gefreut. Langsam schält sie sich aus dem Kokon, der im Laufe ihrer Ehe durch ihren Mann, aber auch durch sie selbst zum Eigenschutz entstanden ist. So viele Zwänge und Einschränkungen waren für Elisabeth wie eine zweite Haut.
Angestoßen durch den Betrug ihres Mannes Wolfgang schafft sie den Absprung und findet Unterschlupf bei ihrer patenten Schwägerin Anja. Auch sie hat unter ihrem Bruder Wolfgang gelitten und steht Elisabeth nun bei. Erschreckend, zu was Wolfgang fähig ist. Ich wünsche jedem eine Anja im Leben, denn ihre Art hat mich begeistert. Sie ist da wenn man sie braucht, hat einen coolen Spruch auf Lager, kann aber auch mal einstecken und hat einen tollen Freundeskreis.
Der christliche Glaube ist sehr gut in die Geschichte verwoben. Mir gefiel es sehr, dass auch in diesem Bereich klar wurde: Nicht alle Christen/Kirchgänger verhalten sich auch immer so , wie es sein sollte. Auch in Gemeinden „menschelt“ es. Aber das ist kein Grund sich vom Glauben abzuwenden.
Man könnte noch so viele gute, interessante, lustige, tiefgehende Szenen und interessante Personen erwähnen. Aber ich möchte nicht zu viel verraten. Denn dieses Buch muss man gelesen haben. Es berührt und lässt einen eigene Verhaltensmuster und die des eigenen Umfelds mal genauer betrachten.
Ich konnte beim Lesen lachen, aber auch Tränen vergießen und durfte daran teilhaben, wie Elisabeth sich aus ihrem Kokon befreit und ihre Flügel entfaltet und ausstreckt.
Eine absolute Leseempfehlung!