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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2026

Spannend, verstörend und ungewöhnlich

Frostblut
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Das Hörbuch "Frostblut" von William Älgebrink ist ein düsterer Psychothriller, der unter die Haut geht. Das Hörbuch wird von Beate Rysopp gesprochen, die mit ihrer ruhigen und eindringlichen Art hervorragend ...

Das Hörbuch "Frostblut" von William Älgebrink ist ein düsterer Psychothriller, der unter die Haut geht. Das Hörbuch wird von Beate Rysopp gesprochen, die mit ihrer ruhigen und eindringlichen Art hervorragend zur bedrückenden Atmosphäre der Geschichte passt.
Beate Rysopp gelingt es, die unterschiedlichen Stimmungen und Emotionen glaubwürdig zu transportieren. Besonders die düsteren und emotionalen Passagen wirken durch ihre Interpretation sehr intensiv. Sie verleiht den Figuren eine eigene Stimme und trägt viel dazu bei, dass die beklemmende Grundstimmung jederzeit spürbar bleibt.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Dylan, der zurückgezogen in den verschneiten Wäldern nahe Jokkmokk lebt. Seine einzige Hoffnung ist die Rückkehr seiner Schwester Ella-Kajsa. Gleichzeitig ist er überzeugt davon, dass sein Herz immer kleiner wird und ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Als eines Tages ein kleiner Junge in seiner Küche erwacht, entwickelt sich ein verstörendes und spannendes Kammerspiel zwischen zwei Menschen, die auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet. Während der Junge dem freundlichen Busfahrer vertraut, kämpft Dylan mit seinen inneren Dämonen und bewegt sich immer näher auf einen Abgrund zu.
William Älgebrink schreibt atmosphärisch, intensiv und sehr bildhaft. Die eisige Landschaft Schwedens wird fast zu einer eigenen Figur der Geschichte. Besonders gut gefallen hat mir die düstere und bedrückende Stimmung, die sich durch das gesamte Hörbuch zieht. Allerdings wird die Handlung durch die vielen Perspektivwechsel sowie die Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit teilweise recht unübersichtlich. Da diese Wechsel nicht immer klar gekennzeichnet sind, empfand ich manche Abschnitte als etwas verwirrend.
Die Figuren sind vielschichtig und alles andere als eindimensional. Vor allem Dylan ist eine faszinierende Figur, die zwischen Verzweiflung, Hoffnung und Wahnsinn schwankt. Man weiß nie genau, ob man mit ihm mitfühlen oder sich vor ihm fürchten soll. Gerade diese Ambivalenz macht einen großen Reiz der Geschichte aus.
Trotz kleiner Schwächen bei der Orientierung innerhalb der Handlung hat mich das Hörbuch gut unterhalten. Die Geschichte ist spannend, ungewöhnlich und wirft einen schonungslosen Blick in menschliche Abgründe. Wer psychologische Thriller mit düsterer Atmosphäre, komplexen Figuren und einer bedrückenden Grundstimmung mag, sollte "Frostblut" eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 13.06.2026

Raus aus dem Hamsterrad und rein ins Leben.

Die Mitternachtsreise
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Das Hörbuch „Die Mitternachtsreise“ von Matt Haig überzeugt weniger durch Spannung als vielmehr durch seine wichtige Botschaft. Das Hörbuch gehört zur Mitternachtswelt, kann aber problemlos ohne Vorkenntnisse ...

Das Hörbuch „Die Mitternachtsreise“ von Matt Haig überzeugt weniger durch Spannung als vielmehr durch seine wichtige Botschaft. Das Hörbuch gehört zur Mitternachtswelt, kann aber problemlos ohne Vorkenntnisse gehört werden. Es handelt sich um einen ruhigen, nachdenklichen Roman und wird gesprochen von Christoph Maria Herbst, der bereits zahlreiche Hörbücher eingesprochen hat und als großer Fan von Matt Haigs Werken gilt.
Mit Christoph Maria Herbst als Sprecher war ich insgesamt zufrieden. Seine angenehme und klare Stimme passt gut zur Geschichte und sorgt dafür, dass man dem Geschehen leicht folgen kann. Weniger gelungen fand ich jedoch die Art, wie er die weiblichen Figuren gesprochen hat. Die stark verstellten Stimmen wirkten auf mich oft sehr piepsig, unnatürlich und teilweise sogar unsympathisch. Dadurch gingen für mich einige emotionale Momente verloren. Abgesehen davon hat er die Atmosphäre der Geschichte aber gut eingefangen.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Wilbur, der am Ende seines Lebens angekommen ist. Statt direkt dem Tod zu begegnen, findet er sich in einem geheimnisvollen Zug wieder. Dort trifft er auf Agnes Bagdale, die Besitzerin des Buchladens, der ihm in seiner Kindheit ein wichtiger Zufluchtsort war. Gemeinsam reisen sie durch die Stationen seines Lebens. Wilbur erlebt prägende Momente noch einmal, die schönen ebenso wie die schmerzhaften. Dabei wird ihm bewusst, welche Entscheidungen ihn geprägt haben und was im Leben wirklich von Bedeutung ist. Die Geschichte beschäftigt sich mit Liebe, Verlust, Reue, zweiten Chancen und der Frage, welche Erinnerungen und Menschen am Ende wirklich zählen.
Matt Haig schreibt sehr zugänglich, warmherzig und voller kluger Gedanken. Die Handlung verläuft eher ruhig und ohne große Überraschungen oder spektakuläre Wendungen. Stattdessen stehen die Figuren und ihre Gefühle im Mittelpunkt. Der Autor nimmt sich Zeit für nachdenkliche Gespräche und Beobachtungen, die zum Innehalten anregen. Gerade diese ruhige Erzählweise macht den besonderen Reiz der Geschichte aus.
Besonders gefallen haben mir die Figuren. Wilbur ist ein glaubwürdiger Protagonist, dessen Rückblick auf sein Leben viele Emotionen auslöst. Seine Zweifel, seine Reue, aber auch seine schönen Erinnerungen wirken authentisch. Auch Agnes spielt eine wichtige Rolle und begleitet ihn auf seiner Reise mit viel Wärme und Weisheit. Die Figuren sind vielleicht nicht außergewöhnlich komplex, besitzen aber genug Tiefe, um ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehbar zu machen.
Mir persönlich hat das Hörbuch gut gefallen. Es lebt von seinen Botschaften und den Gedanken, die es beim Hören auslöst. Es regt dazu an, über das eigene Leben nachzudenken. Oft streben wir nach beruflichem Erfolg, Wohlstand und immer neuen Zielen. Dabei geraten die wirklich wichtigen Dinge leicht in den Hintergrund. Liebe, Glück, gemeinsame Zeit und die Menschen, die uns am Herzen liegen. Genau diese Themen greift Matt Haig auf eine berührende Weise auf.
Ich kann das Hörbuch vor allem Menschen empfehlen, die ruhige und gefühlvolle Geschichten mögen und Freude an nachdenklichen Romanen haben. Wer auf spannende Wendungen und viel Handlung Wert legt, könnte sich stellenweise etwas unterfordert fühlen. Wer jedoch Geschichten mit Herz und Tiefgang schätzt, wird hier viel für sich mitnehmen können.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Zwischen gebrochenem Herzen und tödlicher Mission

We Who Will Die
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Das Hörbuch "We Who Will Die" ist der erste Band der "Empire Of Blood"-Trilogie von Stacia Stark und verbindet Romantic Fantasy mit düsteren Vampiren, gefährlichen Wettkämpfen und politischen Intrigen. ...

Das Hörbuch "We Who Will Die" ist der erste Band der "Empire Of Blood"-Trilogie von Stacia Stark und verbindet Romantic Fantasy mit düsteren Vampiren, gefährlichen Wettkämpfen und politischen Intrigen. Gelesen wird das Hörbuch von Viola Müller, die der Geschichte eine passende Atmosphäre verleiht und die Emotionen der Figuren überzeugend transportiert.
Im Mittelpunkt steht Arvelle, die im armen Dorn Distrikt lebt und jeden Tag ums Überleben kämpft. Um ihrem kranken Bruder zu helfen, geht sie einen magischen Schuldschwur mit einem Vampir ein. Dieser verpflichtet sie dazu, den Imperator zu töten, einen uralten und nahezu unbesiegbaren Vampir. Um überhaupt in seine Nähe zu gelangen, muss Arvelle erneut an der Auslese teilnehmen, einem brutalen Arenawettkampf, bei dem nur die Stärksten überleben. Zwischen tödlichen Prüfungen, dunkler Magie, Verrat und alten Gefühlen gerät sie immer tiefer in eine Verschwörung, die das gesamte Reich erschüttern könnte.
Viola Müller hat mir als Sprecherin sehr gut gefallen. Sie liest lebendig und gefühlvoll und schafft es, die Spannung der Kämpfe ebenso glaubwürdig zu vermitteln wie die emotionalen Momente. Besonders Arvelles innere Konflikte und ihre Zerrissenheit wurden für mich durch die angenehme und ausdrucksstarke Erzählweise greifbar. Dadurch fiel es leicht, in die Geschichte einzutauchen und über viele Stunden mitzufiebern.
Stacia Stark überzeugt mit einem flüssigen und fesselnden Schreibstil, allerdings hätte ich mir teilweise detailliertere Beschreibungen und noch mehr Atmosphäre gewünscht. Die Handlung entwickelt sich zügig und bietet eine gelungene Mischung aus Action, Fantasy und Romantik. Das Worldbuilding ist interessant aufgebaut und erinnert stellenweise an eine Mischung aus Gladiatorenarena und Vampirherrschaft. Besonders die gefährlichen Arenakämpfe und die politischen Machtspiele haben für eine dauerhaft hohe Spannung gesorgt.
Auch die Figuren konnten mich größtenteils überzeugen. Arvelle ist eine starke Protagonistin, die trotz ihrer schwierigen Situation nicht aufgibt und für ihre Familie kämpft. Ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte fand ich spannend zu verfolgen. Auch die Dynamik mit Tiernan sorgt für emotionale Momente und offene Fragen. Gleichzeitig gibt es einige Nebenfiguren, die neugierig auf die Fortsetzung machen und deren Rollen sicher noch weiter ausgebaut werden.
Insgesamt hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen. Die Mischung aus Vampiren, Arenakämpfen, Magie, Intrigen und Romantik sorgt für viele spannende Hörstunden. An manchen Stellen waren die vielen fremd klingenden Namen und die Vielzahl an Figuren etwas verwirrend, sodass ich beim Hören genau aufpassen musste. Teilweise habe ich einzelne Abschnitte erneut angehört, da ich das Hörbuch oft neben der Hausarbeit höre und nicht immer vollständig konzentriert bin. Dennoch macht der Auftakt definitiv Lust auf mehr und endet mit einer Entwicklung, die mich neugierig auf die Fortsetzung zurücklässt.
Empfehlen kann ich das Hörbuch allen, die düstere Fantasywelten, starke Heldinnen, spannende Wettkämpfe und romantische Verwicklungen mögen. Fans von Vampirgeschichten und Fantasy Romance kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 30.05.2026

Gelungene Fortsetzung mit Sogwirkung

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Mit dem Hörbuch „Die Nacht“ setzt Marc Raabe die Art Mayer-Serie spannend fort. Wie schon die beiden Vorgänger entwickelt auch dieser dritte Band schnell eine starke Sogwirkung und schafft es mühelos, ...

Mit dem Hörbuch „Die Nacht“ setzt Marc Raabe die Art Mayer-Serie spannend fort. Wie schon die beiden Vorgänger entwickelt auch dieser dritte Band schnell eine starke Sogwirkung und schafft es mühelos, einen immer tiefer in die düstere Geschichte hineinzuziehen. Die Handlung ist atmosphärisch dicht erzählt und lebt von den vielen offenen Fragen und den nach und nach enthüllten Verbindungen der Figuren.
Peter Lontzek überzeugt erneut als Sprecher und passt mit seiner ruhigen und markanten Stimme perfekt zur Stimmung der Reihe. Besonders die ernsteren und emotionalen Szenen trägt er sehr intensiv. Trotzdem hätte ich mir wie schon im zweiten Band zusätzlich eine zweite Stimme für Dana Karasch gewünscht. Vor allem Luisa Wietzorek hätte meiner Meinung nach wieder sehr gut zur Geschichte gepasst und dem Hörbuch noch mehr Abwechslung und emotionale Tiefe verliehen.
Besonders gefallen hat mir erneut das Ermittlerduo Art Mayer und Nele Tschaikowski. Ihre Zusammenarbeit wirkt inzwischen noch eingespielter und gleichzeitig bekommt vor allem Art emotional noch mehr Tiefe. Der Fall rund um Dana Karasch und ihre Tochter Milla sorgt von Anfang an für Spannung und entwickelt sich in eine unangenehm düstere Richtung.
Auch diesmal konnte mich Marc Raabe mit den vielen Wendungen und den geschickt aufgebauten Verknüpfungen überzeugen. Obwohl ich die Geschichte ähnlich spannend wie Band 2 fand, kommt sie für mich nicht ganz an die Intensität von „Die Dämmerung“ heran. Einige Entwicklungen haben mich zwar überrascht, dennoch hatte der zweite Band für mich insgesamt noch etwas mehr Dynamik und Spannung.
Insgesamt ist „Die Nacht“ erneut ein packender Thriller mit einer düsteren Atmosphäre, starken Figuren und einer raffiniert aufgebauten Handlung. Ich wurde wieder hervorragend unterhalten und freue mich jetzt schon sehr auf den vierten Band.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Atmosphärischer Krimi im Ruhrgebiet der sechziger Jahre

Weiße Westen, schwarze Nächte
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Mit dem Hörbuch „Weiße Westen, schwarze Nächte“ gelingt Sabine Hofmann ein atmosphärisch dichter Kriminalroman vor der spannenden Kulisse des Ruhrgebiets im Jahr 1966. Besonders gut gefallen hat mir die ...

Mit dem Hörbuch „Weiße Westen, schwarze Nächte“ gelingt Sabine Hofmann ein atmosphärisch dichter Kriminalroman vor der spannenden Kulisse des Ruhrgebiets im Jahr 1966. Besonders gut gefallen hat mir die Mischung aus historischem Hintergrund, Krimispannung und Spionageelementen. Das Ruhrgebiet wirkt lebendig und authentisch. Man spürt den gesellschaftlichen Wandel ebenso wie die Schattenseiten der damaligen Zeit. Der Kohleabbau steckt in der Krise, die Städte wachsen rasant und nicht jeder profitiert vom wirtschaftlichen Aufschwung.
Im Mittelpunkt steht Hedy Voss, eine ungewöhnliche Frau, die ihren Lebensunterhalt mit Einbrüchen verdient. Sie ist klug, vorsichtig und unglaublich geschickt darin, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Gleichzeitig bleibt sie oft schwer greifbar, was sie interessant macht, mir persönlich aber auch etwas Distanz zu ihr geschaffen hat. Insgesamt blieben auch andere Figuren für meinen Geschmack ein wenig zu blass, sodass ich gedanklich nicht immer ganz bei ihnen war.
Besonders spannend fand ich die Beziehung zwischen Hedy und ihrer Schwester Elsa, die mit ihrer Abhängigkeit zu kämpfen hat. Dadurch bekommt die Geschichte neben der Spannung auch eine emotionale Ebene. Als die beiden ungewollt in politische Machenschaften und einen gefährlichen Konflikt geraten, entwickelt sich die Handlung zunehmend packend und hält einige überraschende Wendungen bereit.
Henrike Tönnes hat mir als Sprecherin sehr gut gefallen. Sie liest angenehm und ausdrucksstark und verleiht den Figuren glaubwürdige Stimmen. Vor allem die spannenden Szenen bringt sie überzeugend rüber, wodurch das Hörbuch für mich zusätzlich gewonnen hat.
Ein kleiner Kritikpunkt war für mich auch, dass das Ende zu plötzlich kam und manche Entwicklungen recht schnell abgehandelt wurden.
Trotz kleiner Schwächen hat mich das Hörbuch insgesamt sehr gut unterhalten. Wer atmosphärische Krimis mit historischem Flair und einer ungewöhnlichen Hauptfigur mag, sollte hier definitiv reinhören. Von mir gibt es eine klare Hörenpfehlung.

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