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Veröffentlicht am 14.06.2026

Wenn echte Begegnungen wieder wichtiger werden

Ich bin dann mal da
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Manchmal braucht es kein großes Drama, sondern nur einen ehrlichen Blick auf den eigenen Alltag, um sich ertappt zu fühlen. Genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen von Ich bin dann mal da. Christina Schöffler ...

Manchmal braucht es kein großes Drama, sondern nur einen ehrlichen Blick auf den eigenen Alltag, um sich ertappt zu fühlen. Genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen von Ich bin dann mal da. Christina Schöffler schreibt so nahbar, warm und lebensklug, dass viele ihrer Gedanken wie kleine Spiegel wirken.

Besonders schön fand ich, dass das Buch nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. Es geht nicht darum, Technik zu verteufeln oder das Handy aus dem Fenster zu werfen. Vielmehr erzählt die Autorin humorvoll und ehrlich davon, wie schnell echte Begegnungen, leise Momente und auch die Beziehung zu Gott zwischen Nachrichten, Terminen und Bildschirmzeit verschwinden können.

Die Alltagsgeschichten haben mich immer wieder berührt, weil sie so normal wirken und gerade deshalb hängen bleiben. Nachbarschaft, Familie, Kindererziehung, verletzliche Beziehungen und der Wunsch nach mehr Tiefe bekommen hier einen liebevollen Rahmen. Es fühlt sich an wie ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee, ehrlich, manchmal schmunzelnd, manchmal nachdenklich und immer mit ganz viel Herz.

Für mich ist dieses Buch eine wohltuende Einladung, wieder bewusster da zu sein. Nicht perfekt, nicht krampfhaft, sondern mitten im echten Leben. Ein Buch, das entschleunigt, ermutigt und daran erinnert, dass Nähe, Glaube und Gemeinschaft oft genau dort beginnen, wo der Bildschirm einmal dunkel bleibt.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Ein Familienroman, der leise nachhallt

Räume zum Verschwinden
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Manche Bücher kommen nicht laut polternd durch die Tür, sie stehen plötzlich im Raum und schauen einen einfach an. Genau so fühlt sich Räume zum Verschwinden an. Kein schneller Familienroman für nebenbei, ...

Manche Bücher kommen nicht laut polternd durch die Tür, sie stehen plötzlich im Raum und schauen einen einfach an. Genau so fühlt sich Räume zum Verschwinden an. Kein schneller Familienroman für nebenbei, sondern ein literarisches Mosaik, das sich Stück für Stück zusammensetzt und dabei ordentlich im Kopf nachhallt.

Stuart Nadler erzählt von Sonja, Fania, Moses und Arnold, verteilt über Zeiten, Orte und Lebensbrüche. London, Montreal, Prag, England, dazu Wien als verlorener Ursprung. Klingt erstmal nach schwerem Stoff und ja, das ist es auch. Aber nicht im Sinne von zäh, sondern eher wie ein altes Fotoalbum, bei dem man plötzlich merkt, dass zwischen den Bildern viel mehr steht als auf den ersten Blick sichtbar ist.

Besonders stark ist diese leise Wucht. Da wird nicht alles erklärt, nicht jedes Gefühl groß ausgeleuchtet. Vieles bleibt zwischen den Zeilen, in Blicken, Erinnerungen und Schweigen. Genau das macht es so passend für die Geschichte einer Familie, die von Krieg, Schuld, Exil und Trauma geprägt ist. Manchmal möchte man beim Lesen kurz sagen: Mensch, redet doch endlich miteinander. Aber dann merkt man, dass manche Wunden eben nicht einfach brav auf Kommando erzählen.

Der Roman verlangt Aufmerksamkeit. Wer Action, klare Antworten und Tempo sucht, wird hier vermutlich ungeduldig mit dem Fuß wippen. Wer aber literarische Familiengeschichten mag, die sich Zeit nehmen und ihre Figuren nicht glattbügeln, bekommt ein tiefes, trauriges und wunderschön erzähltes Buch.

Räume zum Verschwinden ist kein Wohlfühlroman, aber einer mit Herz, Schatten und Nachhall. Ein Buch, das nicht verschwindet, nur weil man es zuklappt.

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Veröffentlicht am 13.06.2026

Ein Garten voller Dornen, Liebe und Geheimnisse

Hazelthorn
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Manor, Mord und ein Garten, der viel zu lebendig wirkt: Hazelthorn hat mich direkt in eine Welt gezogen, die wunderschön und gleichzeitig vollkommen unheimlich ist. Dieses eBook fühlt sich an wie ein Spaziergang ...

Manor, Mord und ein Garten, der viel zu lebendig wirkt: Hazelthorn hat mich direkt in eine Welt gezogen, die wunderschön und gleichzeitig vollkommen unheimlich ist. Dieses eBook fühlt sich an wie ein Spaziergang durch Nebel, Dornen und alte Geheimnisse, bei dem man längst merkt, dass etwas nach einem greift, aber trotzdem weitergeht.

Evander war für mich eine Figur, die mir schnell naheging. Seine Einsamkeit, seine Angst und dieses Gefühl, nie wirklich frei zu sein, haben mich emotional gepackt. Laurie dagegen bringt genau diese gefährliche Mischung aus Charme, Misstrauen und Verletzlichkeit mit, die die Geschichte so spannend macht. Zwischen den beiden knistert es nicht einfach nur romantisch, sondern dunkel, kompliziert und herzzerreißend.

Besonders stark fand ich die Atmosphäre. Hazelthorn Manor lebt fast wie eine eigene Figur, voller Schatten, Geheimnisse und unausgesprochener Wahrheiten. Der Garten ist dabei nicht nur Kulisse, sondern eine echte Bedrohung. Diese botanische Horror-Stimmung ist bildgewaltig, beklemmend und manchmal richtig unangenehm schön.

CG Drews schreibt poetisch, intensiv und sehr gefühlvoll. Manche Sätze wirken wie Dornen, die sich langsam festsetzen. Für mich war das genau passend zum Genre, auch wenn man sich auf diese Art von Erzählweise einlassen muss.

Hazelthorn ist düster, romantisch, giftig schön und emotional überraschend stark. Ein Buch für alle, die Horror nicht nur erschreckend, sondern auch traurig, zart und gefährlich schön mögen.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Wenn alte Steine plötzlich Trost spenden

Stone Lands
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Manchmal kommt ein Buch daher, das gar nicht laut sein muss, um ordentlich im Herzen herumzuwühlen. Stone Lands ist genau so ein Fall. Fiona Robertson nimmt einen mit auf eine Reise durch Großbritannien, ...

Manchmal kommt ein Buch daher, das gar nicht laut sein muss, um ordentlich im Herzen herumzuwühlen. Stone Lands ist genau so ein Fall. Fiona Robertson nimmt einen mit auf eine Reise durch Großbritannien, zu alten Steinen, windigen Landschaften und Orten, die mehr gesehen haben als wir alle zusammen beim Familienkaffee erzählen könnten.

Der Einstieg über ihre Trauer hat mich direkt gepackt. Nicht auf diese künstlich dramatische Art, sondern ehrlich, ruhig und ziemlich nah. Da sitzt man da, liest über Menhire, Verlust und Erinnerung und denkt plötzlich: Mensch, so ein Stein kann mehr Trost ausstrahlen als mancher gut gemeinte Spruch aus dem Bekanntenkreis.

Besonders schön fand ich, wie Robertson Geschichte, Natur, Legenden und persönliche Gefühle miteinander verbindet. Das klingt erstmal nach einer Mischung, bei der man sich fragt, ob das nicht trocken wird wie ein alter Keks. Wird es aber nicht. Es hat etwas Erdiges, Warmes und Staunendes. Man spürt diese Liebe zu den Landschaften und zu den alten Steinen auf jeder Seite.

Natürlich ist Stone Lands kein Buch für schnelles Weglesen zwischen Tür und Angel. Es möchte Ruhe. Vielleicht sogar Tee. Oder Kaffee. Und ein bisschen Bereitschaft, sich auf Stille, Trauer und Schönheit einzulassen. Wer das zulässt, bekommt ein sehr besonderes Buch über Abschied, Beständigkeit und das kleine Wunder, dass die Welt trotz allem schön bleibt.

Für mich ein leises, kluges und berührendes Werk, das nicht schreit, aber lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Wenn Zeit zur Währung wird und Liebe trotzdem dazwischenfunkt

Skipshock
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Manchmal schlägt ein Buch auf wie eine Zugtür in eine völlig fremde Welt, und genau so hat sich Skipshock für mich angefühlt. Margo steigt ein, alles wirkt noch halbwegs normal, und plötzlich sitzt man ...

Manchmal schlägt ein Buch auf wie eine Zugtür in eine völlig fremde Welt, und genau so hat sich Skipshock für mich angefühlt. Margo steigt ein, alles wirkt noch halbwegs normal, und plötzlich sitzt man mit ihr in einer Kälte, die nicht nur draußen liegt, sondern auch mitten im Herzen dieser neuen Welt.

Gelesen habe ich das Buch als Buddyread mit meiner Tochter, abwechselnd im gleichen Buch, und genau das hat hier so viel Spaß gemacht. Kaum hatte eine von uns ein Kapitel beendet, kam schon dieses typische „Du musst jetzt weiterlesen, ich muss wissen, was mit Moon passiert“. Besonders schön waren diese kleinen Lesepausen, in denen wir versucht haben, die Zeitzonen zu verstehen, über Margos Entscheidungen diskutiert haben und uns beide gefragt haben, ob Liebe überhaupt eine Chance hat, wenn Zeit selbst zur Waffe wird.

Margo mochte ich, weil sie nicht einfach nur mutig ist, sondern auch verloren, wütend und suchend. Moon war für uns beide sofort so eine Figur, bei der man leiser liest, weil man nichts verpassen will. Zwischen den beiden knistert es nicht kitschig, sondern vorsichtig, verletzlich und mit dieser Art Sehnsucht, die perfekt zu einer Time Travel Romance passt.

Die Welt von New Davia ist düster, originell und manchmal richtig beklemmend. Zeit bedeutet Macht, Leben, Kontrolle und Verlust. Genau das macht die Geschichte so besonders. Skipshock ist spannend, romantisch, wild und emotional, aber auch ein Buch, bei dem man aufmerksam bleiben muss. Für uns war es ein Buddyread voller „Warte, was?“ Momente, Herzklopfen und diesem schönen Gefühl, gemeinsam in einer Geschichte festzustecken.

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