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Veröffentlicht am 14.06.2026

Capitaine Blanc löst auch Cold Cases

Bedrohliche Alpilles
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Roger Blanc wurde versetzt. Glücklicherweise nicht zurück nach Paris, sondern ins benachbarte Salon-de-Provence, wo er die Abteilung „Cold Cases“ übernimmt. Für den Capitaine kein Problem, Hauptsache er ...

Roger Blanc wurde versetzt. Glücklicherweise nicht zurück nach Paris, sondern ins benachbarte Salon-de-Provence, wo er die Abteilung „Cold Cases“ übernimmt. Für den Capitaine kein Problem, Hauptsache er kann in der Provence bleiben. Zumal er Fabienne mitnehmen darf und sein alter und neuer Chef Nkoulou gegen eine gelegentliche Mitarbeit von Marius nichts einzuwenden hat. Auch die Neuen im Team, Alexandra Ayew und Paul Brisson sind engagierte Kollegen und fügen sich gut in die Mannschaft ein.

Cay Rademacher lässt Roger Blanc erneut in der Provence ermitteln. Nachdem er 12 Fälle gelöst hat und endlich in der neuen Heimat angekommen ist, wird er in eine neue Einheit versetzt. Ich finde, der Spannung und dem Unterhaltungswert von Fall 13 hat das nicht geschadet. Eher im Gegenteil.

Der erste Cold Case der neuen Einheit liegt erst sechs Jahre zurück. Ein Dreifachmord hat seinerzeit die Öffentlichkeit erschüttert. Damals wurde eine Familie angegriffen und die Eltern getötet. Nur die kleine Tochter hat schwerverletzt überlebt. Das vierte Opfer war ein Radfahrer, der, ebenfalls erschossen, neben dem Auto der Überfallenen gefunden wurde. Obwohl das Verbrechen nur wenige Jahre zurückliegt, erweist sich die Neuaufnahme des Falls als schwierig. Die einzige Überlebende des Angriffs, die mittlerweile 12-jährige Carla Mayer spricht stets nur von einem „bösen Mann“ ohne weitere Details nennen zu können. Sie wurde von der Witwe des getöteten Radfahrers adoptiert. Weitere Vernehmungen fördern zunächst keine neuen Fakten zutage. Nur der Dorfpolizist erwähnt, dass damals nicht besonders intensiv ermittelt wurde. Gut, dass Blanc auch weiterhin auf die Mitarbeit von Saad Ben-Rouijal, den genialen Spurensicherer zählen kann. Prompt liefert dieser neue Erkenntnisse, die Bewegung in die Ermittlungen bringen.

Viele Personen, doch wer ist verdächtig? Die Witwe des Radfahrers, die mit Carla endlich das lang ersehnte Kind bekommen hat? Das deutsche Rentnerpaar, das auch nach dem Verbrechen weiterhin seinen Urlaub vor Ort verbringt und jetzt sogar das Haus der Ermordeten gekauft hat? Der Arbeitskollege des Vaters, ebenfalls ein Restaurator, der einen Konkurrenten loswerden wollte? Die Olivenbäuerin, die sich von den Mayers betrogen fühlte? Konzentriert und gründlich nimmt sich Blanc alle Beteiligten vor. Können er und sein Team den Altfall lösen?

Erneut hat mich Cay Rademacher mit in seine Provence genommen. Stets sind die Ortskenntnisse des Autors zu spüren, genau wie seine Liebe zur Region. Ein neuer Blanc-Krimi bedeutet für mich stets einen Kurztrip in die Gegend, die ich ebenfalls sehr schätze. Das Lokalkolorit und die spezielle Atmosphäre bereiten mir jedes Mal großes Vergnügen. Unaufgeregt und gemächlich rollt der Autor den schwierigen Altfall auf, der mit jedem neu entdeckten Indiz an Spannung gewinnt und diese auch hält. Rademachers Charaktere sind sorgfältig gezeichnet, sie wirken lebendig und überzeugen. Dass zwei der wichtigsten Figuren neurodiverse Züge aufweisen, spielt eine gewisse, aber keine spektakuläre Rolle.

Ich schätze Cold Cases unter anderem deswegen, weil oft Geheimnisse ans Licht kommen, die gar nicht gesucht wurden. So wie in diesem Fall. Hier wird nicht nur ein Verbrechen aufgeklärt.

Die Idee des Autors, seinem Hauptcharakter nach 12 erfolgreichen Fällen, ein etwas anderes Betätigungsfeld zuzuweisen, halte ich für rundum geglückt. Tatsächlich ist „Bedrohliche Alpilles“ für meinen Geschmack einer der besten Teile der Reihe. Wenn Rademacher jetzt noch auf „Pisten“ verzichten würde, wäre mein Leserinnenglück perfekt.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Ein gefährliches Erbe

Jagd durch Luxemburg
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Der Selfmade-Millionär und Medienpionier Charles Forestier Cannes stirbt mit 92 Jahren. Da er seinen Tod voraussah, hatte er ausreichend Zeit, ein wahrhaft perfides Testament zu verfassen. Die meisten ...

Der Selfmade-Millionär und Medienpionier Charles Forestier Cannes stirbt mit 92 Jahren. Da er seinen Tod voraussah, hatte er ausreichend Zeit, ein wahrhaft perfides Testament zu verfassen. Die meisten seiner Erben haben zu Lebzeiten des Millionärs gut von seinem Geld gelebt und trotzdem Schulden angehäuft. Jetzt gieren sie nach dem Erbe. Doch dieses will erst verdient sein. Cannes macht es seiner Sippschaft nicht leicht. Vielmehr steht mehr auf dem Spiel als die potenziellen Erben ahnen.

„Jagd durch Luxemburg“ von Romain Haas ist ein raffinierter Krimi, der mit überraschenden Wendungen und viel Lokalkolorit unterhält. Ein wirklich gelungenes Krimidebüt!

Die viel beachtete Testamentseröffnung durch den Notar, Maître Simon, droht zu eskalieren. In einem vom Erblasser verfassten Video nennt dieser die Bedingungen für das Erbe und die Suche danach. Juristisch unanfechtbar wie er aus gutem Grund betont. Er rät seinen Nachkommen, gemeinsam auf die Suche nach der Lösung zu gehen, denn bei 100 Millionen Euro bleibt für jeden ein üppiger Anteil. Der Verstorbene hat für alle potenziellen Erben ein Rätsel vorbereitet. Dazu noch eines für die Öffentlichkeit, das die anwesenden Medienvertreter publizieren sollen. Die Suche ist auf einen Monat begrenzt. Wird die Aufgabe nicht gelöst, wird das Erbe gespendet. Von acht möglichen Erben zerreißt nur eine ihr Rätsel. Die anderen machen sich auf die Jagd, die bald einen Todesfall nach sich zieht.

Die Protagonisten sind beinahe alle unsympathisch. Oft habe ich mich gefragt, ob großer Reichtum sich negativ auf den Charakter auswirkt. Im Fall des Cannes-Clans ist das eindeutig der Fall. Hat also der Medienmogul selbst schuld, dass seine Nachkommen in seinen Augen so missraten sind? Nur seine Enkelin Carlotta Isabella Cannes, genannt Charlie, aus Lëtzebuerg, Literaturstudentin in Zürich, ist ein sympathischer Charakter. Mit ihr gemeinsam begeben wir uns auf Schatzjagd, die wir aus ihrer Perspektive erleben.

Warum macht Charlie überhaupt mit? Sie hat keine Schulden und ist finanziell abgesichert. Weil sie neugierig ist und Kriminalromane liebt? Oder weil sie glaubt, ihrem Großvater, die Teilnahme schuldig zu sein oder weil sie ihrer buckligen, gierigen Verwandtschaft das Geld nicht gönnt?

Die Rätsel sind skurril und schwierig. Bald ist klar, dass nur Charlie und allenfalls ihr Onkel Edouard, der Anwalt, ausreichend intelligent sind, um die Lösungen zu finden. Prompt wird immer wieder versucht, Carlotta in die Enge zu treiben und ihr die gefundenen Lösungen abzujagen. Nachdem der perfide Plan, Charlie als Mörderin zu überführen, scheitert, holt sie sich Hilfe. Doch kann sie ihren Freunden aus der Kindheit vertrauen? Einer ihrer Verwandten verhält sich überraschend und ein gefährlicher Unbekannter scheint mit im tödlichen Spiel zu sein. Wird Charlie die Rätsel lösen und wird sie überleben?

Romain Haas hat mich mit seiner Schatzjagd spannend unterhalten. Seine bildhafte Sprache und die Reise quer durch Luxemburg haben mir gut gefallen. Manche der Handlungsorte habe ich nachgeschlagen. So wurde mir erst bewusst, was für ein lohnendes Reiseziel Luxemburg ist. Das Miträtseln macht Spaß. Bis zum Schluss war mir klar, dass noch eine weitere Partie mit im Spiel sein muss, ohne dass ich auf die Lösung gekommen bin. Im spannenden Showdown werden alle Fragen beantwortet und der Medienmogul sorgt für eine letzte Überraschung.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Solo für Mila?

Nebelbeute
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Ermittlerin Mila Weiss will sich ihren Dämonen endlich stellen und sucht Johannes Toblach. Den Verbrecher, der für das spurlose Verschwinden der beiden Mädchen verantwortlich ist, die sie beschützen wollte. ...

Ermittlerin Mila Weiss will sich ihren Dämonen endlich stellen und sucht Johannes Toblach. Den Verbrecher, der für das spurlose Verschwinden der beiden Mädchen verantwortlich ist, die sie beschützen wollte. Geduldig macht sie die ermüdenden Spielchen ihres Informanten mit bis sie den Aufenthaltsort ihres Gegners erfährt. Dann lässt sie sich beurlauben und fährt los. Doch Toblach weiß längst, was sie vorhat und beobachtet Milas Ankunft in dem abgelegenen Dorf, das sein Unterschlupf ist. Die Jagd beginnt. Doch wer ist die Beute?

„Nebelbeute“ ist der dritte Fall der Gruppe 4, einer Sondereinheit, die auf Serientäter spezialisiert ist. Benjamin Cors hat erneut einen spannenden Thriller mit düsterer Atmosphäre geschrieben, der mich schon im Prolog gefesselt hat.

Anders als „Krähentage“ und „Aschesommer“ beginnt der neue Fall mit einem Solo von Mila. Sie hat eine Auszeit genommen, um Toblach aufzuspüren und mehr über das Schicksal von Mathilda und Romy, den verschwundenen Mädchen, zu erfahren. Jakob, der jetzt alleiniger Leiter der Gruppe 4 ist macht sich Sorgen - mit Recht wie sich bald herausstellt. Kurz nach Milas Ankunft im Bergdorf geschieht ein schrecklicher Mord. Das Opfer wird makaber zur Schau gestellt. Eine Botschaft für Mila? Lucy von der Gruppe 4 hält regelmäßigen Kontakt zu ihrer beurlaubten Kollegin. Nach drei Wochen bricht die Verbindung plötzlich ab. Mila ist verschwunden, aber die bizarren Morde gehen weiter. Ein Amtshilfegesuch macht es möglich: Gruppe 4 ermittelt in Toblachs abgelegenem Bergdorf. Wird Mila gefunden?

Das großartige Setting hat mich sofort gefangen. Ein abgelegenes Dorf in den Bergen, mitten in einem düsteren Wald. Das ständige Kreischen aus dem Sägewerk, das die Ruhe stört und die Anwohner belastet. Nebel, Schnee und Kälte, die abweisend erscheinen, aber die Gegend zu einem hervorragenden Unterschlupf machen. Es erstaunt nicht, dass in dieser wilden, unwirtlichen Landschaft schreckliche Verbrechen begangen werden.

Mir hat es sehr gefallen, die Mitglieder der Gruppe 4 wiederzutreffen. Den nachdenklichen Jakob, den korrekten Ludger, den taffen Finnen Tuure, die schrille IT-lerin Lucy, den schroffen Max und die fürsorgliche Frauke. Dazu kommt Lasse, ein Neuzugang, der sich gut ins Team einfügt. Im Mittelpunkt steht in diesem Fall aber Mila Weiss. Sie hat ihre Albträume satt und will sich ihrem Dämon, also Toblach, stellen. Ihre Erfolgschancen sind gut, aber sie weiß nicht, was tatsächlich auf sie zukommt.

Benjamin Cors schafft es mühelos, den Spannungsbogen bis zum Showdown zu halten. Neben der düsteren Atmosphäre sorgen raffinierte Wendungen und verschiedene Erzählstränge für intensives Kopfkino. Speziell die bizarren Morde sind nichts für sensible Nerven. Nachdem sich eine vielversprechende Spur als nicht zielführend erweist, müssen die Ermittler sich neu sortieren. Jetzt gelingt es ihnen, die unterschiedlichen Handlungsabläufe zusammenzuführen. In einem packenden Showdown wird der Täter schließlich gestellt. Alle offenen Fragen werden beantwortet.

Der neue Fall der Gruppe 4 hat mir außerordentlich gut gefallen, sodass ich das Buch nur ungern aus der Hand legte. Er beinhaltet alles, was ich von einem spannenden Thriller erwarte. Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung und überlasse dem Autor das Schlusswort:

„Sie gehörten zur Gruppe 4, sie jagten Serienmörder. Mit großem Erfolg, aber auch mit hässlichen Narben, die alle im Team davontrugen. Jedes Mal. Weil das Böse einen nie unversehrt entließ.“

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Mörderische Bretagne

Bretonisch mit Meeresrauschen
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Jo Kervella, die gerade die kleine Musikkneipe Breizhbleu eröffnet hat, wird nach einem Konzert brutal niedergeschlagen. Neubürger haben es in Camaret-sur-Mer nicht immer einfach, zumal wenn sie aus Paris ...

Jo Kervella, die gerade die kleine Musikkneipe Breizhbleu eröffnet hat, wird nach einem Konzert brutal niedergeschlagen. Neubürger haben es in Camaret-sur-Mer nicht immer einfach, zumal wenn sie aus Paris kommen. Doch das geht zu weit, denkt Buchhändlerin Tereza Berger und beginnt zu recherchieren, wer ein Motiv dafür hat, Jos Tod zu wünschen.

Gabriela Kasperski hat für den siebten Band ihrer Bretagne-Reihe „Bretonisch mit Meeresrauschen“ erneut einen spannenden Plot gewählt. Dieses Mal entführt sie uns in die umkämpfte Musikszene. Doch auch Camaret-sur-Mer lernen wir von einer neuen Seite kennen. Teil sieben hat mich schnell in seinen Bann gezogen und bestens unterhalten. Auch für Neueinsteiger ist der Roman geeignet.

Tereza beschließt im Fall Jo zu ermitteln. Sie glaubt nicht, dass die Mieterin ihrer Cabane von dem jungen Musiker niedergeschlagen wurde, den die Polizei verdächtigt. Dabei ist die Buchhändlerin eigentlich vollauf damit beschäftigt ihrem ehemaligen Verlobten aus dem Weg zu gehen. Seit sie ihn vor knapp einem Jahr aus Panik vor dem Traualtar stehen ließ, herrscht Funkstille zwischen den beiden. Nur mit Mühen ist Tereza einigermaßen über diesen Verlust hinweg gekommen. Und jetzt ist Gabriel aus Schottland in die Bretagne zurückgekehrt! Trotz ihres Liebeskummers hört Tereza auf ihren Instinkt und versteckt den jungen Mann vor der Polizei. Bei ihren Recherchen fördert sie verschiedene Motive zutage, lüftet gut gehütete Geheimnisse, entlarvt fiese Intrigen und kommt krummen Machenschaften auf die Spur. Mithilfe der Nonnen vom Leuchtturmkloster, allen voran die bezaubernde Sœur Nominoë, gelingt Tereza der entscheidende Ermittlungsschritt.

Dieses Mal steht die sympathische Buchhändlerin selbst im Mitteilpunkt. Mit ihrer stets griffbereiten Boule-rouge ist sie für (fast) alle Situationen gerüstet. Ihr Liebesleben bzw. dessen Abwesenheit macht ihr aber derzeit schwer zu schaffen. Auch die anderen Charaktere sind authentisch und es hat mich gefreut, alte Freunde wiederzutreffen. Wie immer ist die Liebe der Autorin zur Bretagne in allen Kapiteln spürbar. Jeder Band dieser Reihe erscheint mir wie eine Reise in diese malerische Gegend und ich liebe die atmosphärische Beschreibung von Landschaft, Bretonen und Bräuchen. Meinem Romantikerherz kommt es sehr entgegen, dass Tereza und Gabriel offensichtlich noch eine zweite Chance haben. Daneben kommt der Kriminalfall nicht zu kurz.

Tereza löst auch diesen Fall und alles war wieder ganz anders als Emil Vanderbrouke vermutete. Ich frage mich, warum der zum Commissaire befördert wurde. Die Spannung hält bis zum Ende an, das wir nach zahlreichen Wendungen erreichen und die Auflösung überzeugt.

Ich freue mich sehr, dass Gabriela Kasperski Inspiration und Ideen nicht ausgehen und fiebre schon ihrem nächsten Fall entgegen. Volle Punktzahl von mir.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Bruno bekommt Gegenwind

Bredouille
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An einem kalten Dezembermorgen entdeckt Bruno die Leiche von Monique Duhamel, einer erfolgreichen Unternehmerin, in deren geparktem Fahrzeug. Offensichtlich hat sie sich selbst das Leben genommen. Aber ...

An einem kalten Dezembermorgen entdeckt Bruno die Leiche von Monique Duhamel, einer erfolgreichen Unternehmerin, in deren geparktem Fahrzeug. Offensichtlich hat sie sich selbst das Leben genommen. Aber warum auf einem abgelegenen Rastplatz, weit entfernt von ihrem Wohnort? Etwas erscheint Bruno merkwürdig und lässt seine Alarmglocken läuten. Während er sich um Totenschein und Abtransport der Verstorbenen kümmert, stellt er fest, dass zwei seiner Freundinnen, die Ärztin Fabiola und die Richterin Annette, mit der toten Monique bekannt waren. Noch ahnt er nicht, wie sehr dieser Zwischenfall sein Leben, beruflich wie privat, durcheinander wirbeln wird.

Als großer Fan der Reihe habe ich mich auf den 18. Fall Brunos gefreut. Martin Walker hat mich einmal mehr bestens unterhalten.

Bruno erfährt, dass Monique nach einer kürzlich erlittenen Fehlgeburt die Hoffnung auf eigene Kinder begraben musste. Dies konnte sie nicht verkraften und deshalb hat sie sich umgebracht. Erst viel später wird klar, was Brunos Alarmglocken läuten ließ. Während der Chef de police noch damit beschäftigt ist, Moniques Fall abzuschließen, gerät ein junger Rekrut der Polizeiakademie ins Zwielicht. Dass es sich dabei um den missratenen Neffen eines einflussreichen Generals handelt, sorgt für Erschütterung bis in die höchsten Kreise. Lange ist ungewiss, inwieweit die Straftaten des jungen Mannes aufgedeckt und belangt werden. Dass auch sexuelle Belästigungen zu seinen Untaten gehören, verleiht dieser Angelegenheit zusätzliche Brisanz.

Freundschaft und Zusammenhalt sind in St. Denis keine Einbahnstraße. Als Bruno in die Titel gebende Bredouille gerät, stellen sich seine Freunde und Bekannten, aber auch die Kollegen an seine Seite. Die Verwaltungsassistentin Colette erweist sich erneut als wertvolle Unterstützung und hervorragende Strategin. Bruno findet in ihr eine brillante Verbündete. Auch ihr Rat bezüglich seiner gut gemeinten Einmischung in die Belange seines Bekannten Xavier und dessen Frau erweist sich als richtig.

Gut gefallen hat mir, dass die Verzweiflungstat Moniques, Bruno über den eigenen Status und seine Träume nachdenken lässt. Da trifft es sich gut, dass eine Situation, die schon viel zu lange schwelte, jetzt zu Ende geht und Platz für Neues macht. Darauf hatte ich schon länger spekuliert. Einmal mehr hat mir Brunos Umsicht und Rechtschaffenheit imponiert. Zeitweise wünschte ich mir, er hätte irgendeine Marotte oder kleine Schwäche, die ihn ein bisschen weniger perfekt erscheinen ließe. Angesichts des abgrundtief Bösen, dem er in "Bredouille" die Stirn bieten muss, ist er jedoch genau richtig, so wie er ist.

Martin Walker bleibt sich, glücklicherweise, treu. Brunos Fälle bewegen sich immer etwas abseits der üblichen Krimis. Bei ihm spielen stets auch geschichtliche Bezüge oder gesellschaftliche Belange eine Rolle, über das Lokalkolorit in Form einer hervorragenden Küche und der spektakulären Landschaft weit hinaus.

Auch diesen Fall, eigentlich sind es zwei, kann Bruno aufklären. Alle offenen Fragen werden geklärt, aber es bleibt ein fahler Nachgeschmack angesichts der Kampagne gegen Bruno und was heute in dieser Richtung alles möglich ist. Auf Brunos 19. Fall freue ich mich jetzt schon und hoffe zuversichtlich auf ein weiteres Zusammentreffen mit Laura und George Sand.

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