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Veröffentlicht am 16.07.2026

Tiefsinnige Gedanken aus einer Gefängniszelle

Gebete, Gedichte und Gedanken aus dem Gefängnis
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„Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten diesen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder ...

„Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten diesen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.“

Mehr als achtzig Jahre, nachdem sie niedergeschrieben wurden, bewegen diese Worte noch immer zutiefst. Noch eindrücklicher werden sie, wenn man bedenkt, welchen Preis Dietrich Bonhoeffer für seine Überzeugungen zu zahlen bereit war.

Dieser Band versammelt unterschiedliche Texte aus Bonhoeffers letzten Lebensjahren: Gedichte, eine Traupredigt, Gedanken zu den Tagesversen der Herrnhuter Losungen, theologische Betrachtungen und vieles mehr. Sie geben einen tiefen Einblick in das, was ihn in den Jahren seiner Gefangenschaft bewegte. Einige der hier enthaltenen Texte finden sich auch in dem bekannten Buch „Widerstand und Ergebung“, andere sind dagegen weniger bekannt.

Gedanken an den Tod schwingen immer wieder mit. Bonhoeffer schreibt über seine Erfahrungen im Gefängnis, über seine Hoffnung für die Zukunft der Kirche und über seinen Glauben inmitten großer Unsicherheit. Jedem Text ist eine informative Einleitung vorangestellt, die hilft, den historischen und persönlichen Hintergrund besser zu verstehen.

Viele dieser Texte waren ursprünglich an enge Freunde gerichtet. Offen spricht Bonhoeffer über Zweifel und Hoffnung. Er reflektiert darüber, was die Gefangenschaft über seinen eigenen Charakter ans Licht bringt, und seine Sehnsucht nach Familie und Freunden wird immer wieder spürbar.

Einige Texte haben mich sehr berührt, doch nicht alle haben mich gleichermaßen angesprochen, und obwohl die Einleitungen hilfreich sind, hätte ich sie mir stellenweise etwas kürzer gewünscht. Dennoch enthält dieser Band eine Fülle wertvoller Gedanken. Dietrich Bonhoeffer zählt zu meinen persönlichen Vorbildern, und es ist bereichernd, seine Gedanken aus den Jahren vor seiner Hinrichtung kennenzulernen. Auch wenn meine Lebensumstände ganz anders sind, lerne ich viel aus seinem Umgang mit Leid, Unsicherheit und Vertrauen auf Gott.

Fazit: Wer Bonhoeffer nicht nur als Theologen, sondern als glaubenden Menschen kennenlernen möchte, findet in diesem Buch wertvolle Gedanken. Die Texte sind nicht immer leicht zu lesen, doch sie laden zum Nachdenken ein und wirken gerade durch ihre Ehrlichkeit und geistliche Tiefe. Für Leser, die sich intensiver mit Bonhoeffers Leben und Glauben beschäftigen möchten, ist dieser Band eine lohnende Ergänzung.

Veröffentlicht am 16.07.2026

Von innen heraus leiten

Führungsweise
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Es ist bereichernd, wie der bekannte Schweizer Autor Thomas Härry seine Leser mit jedem Buch weiter mitnimmt auf seine persönliche Glaubens- und Lebensreise. Er ist selbst darum bemüht, innerlich zu wachsen ...

Es ist bereichernd, wie der bekannte Schweizer Autor Thomas Härry seine Leser mit jedem Buch weiter mitnimmt auf seine persönliche Glaubens- und Lebensreise. Er ist selbst darum bemüht, innerlich zu wachsen und zu einer reiferen Persönlichkeit zu werden, und das kommt in seinen Büchern zum Ausdruck.

Leiten – ob in der Gemeinde, im Beruf oder in anderen Bereichen des Lebens – dazu gibt es bereits viele gute Bücher. Die meisten beschäftigen sich mit Methoden, Strategien und hilfreichen Werkzeugen. Was dieses Buch auszeichnet, ist ein anderer Ansatz: Im Mittelpunkt steht nicht zuerst die Frage, was ein Leiter tun soll, sondern wer ein Leiter ist. Thomas Härry richtet den Blick auf den Charakter, die Weisheit und die Reife einer Leitungsperson.

Im ersten Teil dieses Buches geht es um das Thema Maßhalten. Härry zeigt, wie das Pendel in beide Richtungen ausschlagen kann: Manche Leiter überschätzen sich selbst, andere halten zu wenig von sich. Der gesunde Weg liegt in der Mitte – in einer demütigen Einschätzung der eigenen Person und in der Erkenntnis, dass letztlich alles Gelingen von Gott abhängt. Sehr offen beschreibt Härry dabei auch seine eigenen inneren Kämpfe: „In solchen Momenten reitet mich wieder einmal das Bedürfnis, gesehen, anerkannt, bewundert zu werden. Gut zu sein. Besser als andere. Es ist ein armseliges Getue, das mich im Blick auf meinen Charakter schwächt statt stärkt.“

Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Thema Veränderung. Ein Leiter sollte sich bewusst sein, dass Veränderungen für Menschen oft schmerzhaft sind, weil sie mit Verlust verbunden sind. Es gilt, sich von Liebgewonnenem zu verabschieden und gleichzeitig die Menschen mitzunehmen. Hilfreich beschreibt er, wie ein Leiter mit Widerstand umgehen kann und warum Einwände ernst genommen werden sollten.

Der dritte Teil ist für mich der wichtigste. Hier geht es um den Begriff „Gravitas“, das Härry als eine innere Stand- oder Charakterfestigkeit, oder mit dem biblischen Bild von Verwurzeltsein beschreibt. Laut Bonhoeffer besitzen Menschen mit Gravitas: „… eine innere Kraft und die Bereitschaft zur Verantwortung. Einer Verantwortung, die nicht blind den Umständen und Meinungen anderer folgt, sondern tief im eigenen Herzen und in dessen Bindung an Gott geformt wurde.“

Praktisch wird das Buch durch die vielen persönlichen Beispiele des Autors. Er erzählt nicht nur von seinen Erkenntnissen, sondern von eigenen Schwächen und Gewohnheiten, die ihm geholfen haben, zu wachsen. Dazu gehört auch die Bereitschaft, neugierig zu bleiben, zu lesen und lebenslang Lernender zu sein.

Dieses Buch richtet sich an Menschen, die andere führen und Verantwortung tragen. Es ist ein ausgezeichnetes Rüstzeug für alle, die nicht nur bessere Leiter werden möchten, sondern vor allem zu einer Person reifen wollen, die durch ihr Leben Ausstrahlung gewinnt und andere ermutigt.

Das Fundament aller Überlegungen und Ratschläge ist dabei das Getragensein von Gott. Härry betont, dass wir nicht darum bestrebt sein sollen, aus eigener Kraft alles zu erreichen. Es geht vielmehr um die Bereitschaft, Gott zu vertrauen und sich ihm zur Verfügung zu stellen. Geistliche Übungen, wie beispielsweise seine Art des Bibellesens, sind dabei hilfreiche Wegbegleiter. Doch es geht weniger um einzelne Disziplinen als um die Sehnsucht, als Mensch zu wachsen und Christus ähnlicher zu werden.

Fazit: Ein gut lesbares, tiefgründiges und ermutigendes Buch. Es fordert heraus, lädt zum Nachdenken ein und weckt die Sehnsucht, ein Mensch zu werden, der innerlich in Christus verwurzelt ist und daraus heraus andere führen kann.

Veröffentlicht am 14.06.2026

Den Alltag vor Gott bringen

Betend leben
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Dieses wohltuende Buch über das Gebet lenkt den Blick auf Gott als Gegenüber und beschreibt ihn als einen liebenden himmlischen Vater, der sich freut, wenn seine Kinder mit ihren Anliegen zu ihm kommen.

Beim ...

Dieses wohltuende Buch über das Gebet lenkt den Blick auf Gott als Gegenüber und beschreibt ihn als einen liebenden himmlischen Vater, der sich freut, wenn seine Kinder mit ihren Anliegen zu ihm kommen.

Beim Lesen wird schnell deutlich, dass der Autor selbst ein Beter ist. Gespickt mit zahlreichen Beispielen aus seinem persönlichen Leben ermutigt er seine Leser, mit Gott zu sprechen. Besonders die Sorgen um seine autistische Tochter machen ihm immer wieder seine eigene Schwachheit deutlich. Gerade in seinem Unvermögen erlebt er Gottes Macht.

Die insgesamt 34 Kapitel eignen sich hervorragend für die tägliche Andachtszeit. Jedes Kapitel behandelt einen Aspekt rund um das Thema Gebet und Vertrauen und lässt sich in fünf bis zehn Minuten lesen. Das Buch beginnt mit Gedanken über die Beziehung zum himmlischen Vater, geht dann auf mögliche Zweifel ein und erklärt anschließend, welche Möglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten, im Bitten liegen. Dabei kommen auch Themen wie Klagen und unerhörte Gebete zur Sprache.

In den letzten Kapiteln wird es praktisch. Konkrete Vorschläge wie das Erstellen von Gebetskärtchen oder das Führen eines Gebetstagebuchs helfen dabei, erste Schritte zur Vertiefung des persönlichen Gebetslebens zu gehen.

Der Schreibstil ist einfach und angenehm zu lesen. Durch die vielen Beispiele und Geschichten wirkt das Buch lebendig und nahbar. Es ist nicht kopflastig; tiefgehende theologische Fragestellungen stehen nicht im Vordergrund, da der Schwerpunkt klar auf der Praxis liegt. Verständnisvoll und ermutigend lädt der Autor dazu ein, kleine, realistische Schritte zu gehen, statt sich hohe und möglicherweise unerreichbare Ziele zu setzen.

Fazit: Wie schön, dass dieses wertvolle Handbuch zum Thema Gebet neu aufgelegt wurde. Praktisch und auch für Laien gut verständlich, lädt es zu einem vertrauensvollen Leben nahe am Vaterherz Gottes ein. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 31.05.2026

Kleine Schritte zu mehr Freiheit im Alltag

Little Addictions
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„Nur mal kurz Instagram checken“ – und schon ist eine Stunde vergangen.

Im Geschäft einen schönen Stoff berühren und direkt ein neues Kleidungsstück kaufen, das eigentlich nicht nötig ist.

In geselliger ...

„Nur mal kurz Instagram checken“ – und schon ist eine Stunde vergangen.

Im Geschäft einen schönen Stoff berühren und direkt ein neues Kleidungsstück kaufen, das eigentlich nicht nötig ist.

In geselliger Runde ein Gläschen Wein trinken – aber wann wird daraus eine problematische Gewohnheit?

Süchte können das Leben stark beeinträchtigen. Dabei geht es nicht nur um Alkohol, Drogen oder Glücksspiel. Auch scheinbar harmlose Gewohnheiten können Menschen gefangen nehmen. Wie erkennt man solche Muster, und wie gelingt es, sie zu verändern?

Catherine Gray kennt diese Herausforderungen aus eigener Erfahrung. Nachdem sie ihre Alkoholsucht überwunden hat, beschäftigt sie sich intensiv mit den Mechanismen alltäglicher Abhängigkeiten. In diesem Ratgeber beleuchtet sie nicht nur Gewohnheiten rund um Alkohol, Nikotin, Smartphones oder Pornografie, sie schreibt auch über bedenkliche Verhaltensweisen, wie Tratschen oder Prokrastination.

Anschaulich verbindet sie persönliche Erfahrungen mit Erkenntnissen von Fachleuten. Ihr Schreibstil ist angenehm - unterhaltsam und motivierend. Nach einer Einführung in die Hintergründe alltäglicher Gewohnheiten bietet sie jeweils konkrete Anregungen für Veränderungen im Alltag.

Die vorgestellten Strategien zielen nicht auf völligen Verzicht ab, sondern auf einen bewussteren Umgang mit Genussmitteln und Gewohnheiten. So kann man beispielsweise den Kaffeekonsum reduzieren oder erfahren, zu welcher Tageszeit eine Tasse Kaffee am meisten Genuss bringt und am wenigsten schadet.

Fazit: Ein empfehlenswerter Ratgeber für Menschen, die sich ihren schlechten Gewohnheiten stellen wollen, um bewusster zu leben. Sachlich fundiert, aber auch persönlich geschrieben, beleuchtet dieses Buch die Ursachen für kleine Süchte und hilft ihnen die Macht zu nehmen.

Veröffentlicht am 10.05.2026

Das Vermögen der Witwe

Das Vermächtnis
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Simon ist Anwalt in einer Kleinstadt. Von den hohen Honoraren im nahen Washington kann er nur träumen. Seine Klienten brauchen seine Hilfe meistens nur, wenn es um ein Testament oder eine Insolvenz geht. ...

Simon ist Anwalt in einer Kleinstadt. Von den hohen Honoraren im nahen Washington kann er nur träumen. Seine Klienten brauchen seine Hilfe meistens nur, wenn es um ein Testament oder eine Insolvenz geht. Mit solchen Aufträgen verdient er gerade genug, um seine laufenden Kosten zu begleichen.

Sein Leben ist alles andere als vollkommen. Seine Ehe ist zerrüttet. Er sehnt sich nach einer besseren Beziehung zu seinen Kindern. Dazu kommt eine ungute Gewohnheit, die ihn viel Geld kostet. Als eine ältere Dame ihn aufsucht, um ein neues Testament aufzusetzen, scheint es zunächst um ein schnelles, gewöhnliches Erbe zu gehen. Doch dann berichtet sie ihm von ihrem geheimen Vermögen. Simon sieht schon die Dollarzeichen vor seinen Augen. Das erwartete Honorar scheint die Lösung all seiner Probleme zu sein. Doch er muss erbittert feststellen, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint.

Dieser Grisham-Roman ist wegen seiner unvorhersehbaren Handlung spannend. Nachdem die Werke dieses Bestsellerautors in den letzten Jahren nicht an seine ersten Bücher heranreichen konnten, ist dies wieder ein Top-Titel. Der Protagonist hat seine Probleme und Laster, und doch wächst er dem Leser mit seiner sympathischen Art von Seite zu Seite immer mehr ans Herz. Der Leser bangt mit, als sein Ruf und gar sein Leben bedroht sind.

Die Lösung des Rätsels ist unerwartet und am Ende des Buches wird deutlich, dass Grisham auf ein großes Unrecht hinweisen will. Das verleiht der Erzählung Stärke und gibt das Gefühl nicht nur zum Zeitvertrieb oder zur Entspannung zu lesen, sondern dabei gleichzeitig über ein wichtiges Thema informiert zu werden.

Fazit: Die Handlung ist bis zum Schluss mitreißend. Nach mehreren mittelmäßigen Büchern kann dieser packende Justizthriller mit den ersten Werken Grishams mithalten. Sehr empfehlenswert!