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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2026

Walküre-Spiele

Darkly
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Dia ergattert ein begehrtes Praktikum bei der geheimnisvollen Veda Foundation – doch statt Büroarbeit landet sie mit sechs anderen Jugendlichen auf einer isolierten Insel. Dort werden sie in ein tödliches ...

Dia ergattert ein begehrtes Praktikum bei der geheimnisvollen Veda Foundation – doch statt Büroarbeit landet sie mit sechs anderen Jugendlichen auf einer isolierten Insel. Dort werden sie in ein tödliches Darkly-Spiel gezwungen, bei dem niemand weiß, wem er trauen kann und wer die Fäden zieht.

Die Grundidee des lebendigen Brettspiels fand ich großartig. Sehr originell, atmosphärisch, und mir sehr viel Potenzial. Aber leider war die Umsetzung nicht so überzeugend wie erhofft. Der Einstieg in die Handlung war noch sehr gut mit den humorvollen Schreibstil. Doch je weiter die Story voranschreitet, desto mehr verliert sich dieser Ton. Die Handlung wird zunehmend sprunghaft, Szenen wechseln abrupt, und oft hatte man das Gefühl, dass wichtige Zwischenschritte fehlen. Dadurch wirkt vieles unlogisch, fast so, als würde die Struktur unterwegs auseinanderfallen. Es ist zu verworren, zu chaotisch und sehr undurchschaubar, was einerseits gut ist, doch die Rätsel waren nicht so packend und die Spannung baute sich nicht richtig auf. Vieles wirkt eher abgedreht als fesselnd. Statt Nervenkitzel gab es eher Verwirrung.

Die Handlung wird in der Ich-Erzählform aus der Sicht von Dia erzählt. Durch die Ich‑Perspektive bekommt man tiefe Einblicke in ihre Gedanken. Dia ist eine starke Protagonistin und sehr speziell mit ihren ungewöhnlichen Hobbys und ihrer Faszination der Darkly-Spiele. Zudem ist sie clever, neugierig und hat einen starken Willen. Die anderen Teilnehmer wirken ebenfalls eigenartig, aber blieben im Gegensatz zu Dia sehr blass und entwickeln kaum Tiefe.

Sehr schön gestaltet sind die bildlichen Extras in der Handlung. Hin und wieder gab es Einschübe von Abbildungen, Fotografien, Plänen und Briefe. Sie haben perfekt zur Atmosphäre gepasst und haben zum Fortgang der Handlung den ein oder anderen Hinweis geliefert.

Die Auflösung fand ich ebenfalls nicht ganz überzeugend. Sie kam zu plötzlich und es war irgendwie nicht so ganz rund um die nötige Klarheit zu bekommen.

Mein Fazit:
Der Story hat viele kreative Ansätze und eine starke Hauptfigur, verliert sich aber in einer übermäßig sprunghaften, chaotischen Erzählweise. Die Extras sind toll, die Idee originell, doch die Umsetzung bleibt zu verworren, um wirklich zu fesseln.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Bernstein-Opfer

Strandopfer
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Lena Schuldt wird an die polnische Ostseeküste geschickt, weil ein deutscher Urlauber tot am Strand liegt. Was wie ein Unfall aussieht, wird sofort rätselhaft, als man einen großen Bernstein im Mund des ...

Lena Schuldt wird an die polnische Ostseeküste geschickt, weil ein deutscher Urlauber tot am Strand liegt. Was wie ein Unfall aussieht, wird sofort rätselhaft, als man einen großen Bernstein im Mund des Toten findet. Nur kurze Zeit später wird die zehnjährige Luisa, die Tochter einer Bekannten des Verstorbenen, als vermisst gemeldet. Gemeinsam mit dem polnischen Ermittler Adam Krawczyk nimmt Lena die Urlaubergruppe in einer Villa ins Visier. Alle wirken nervös, jeder hat Geheimnisse, und niemand sagt die ganze Wahrheit. Als ein zweiter Mensch unter denselben mysteriösen Umständen stirbt, wird klar, dass ein Täter gezielt zuschlägt und dass die Zeit knapp wird, um Luisa zu finden.

"Strandopfer" ist der Auftakt in eine neue Krimi-Reihe mit dem deutsch-polnischen Ermittler-Duo.

Die Grundidee mit dem deutsch-polnischen Ermittler-Duo, kulturellen Reibungspunkten und der Ostsee-Atmosphäre ist sehr interessant, doch leider war die Handlung selbst etwas durchwachsen und Potenzial ging verloren.

Ansich lässt sich der Schreibstil ganz gut und flüssig lesen. Da die Handlung sich an der polnischen Ostseeküste abspielt, werden auch polnische Ausdrücke und Sätze eingebaut, die aber leicht zum Stolperstein werden und dadurch den Lesefluss hemmen.

Die Handlung wird hauptsächlich aus der Perspektive von Lena erzählt. Es plätschert eher vor sich hin, als dass wirklich ermittelt wird. Viele Szenen verlieren sich in Nebensächlichkeiten, Wiederholungen ziehen sich durch das Buch, und die Entscheidung, ausschließlich aus Lenas Perspektive zu erzählen, nimmt der Geschichte auf Dauer die nötige Spannung. Ein Perspektivwechsel hätte hier viel Dynamik bringen können.

Sehr geprägt wurde die Handlung von Vorurteilen gegenüber Polen. Sie nahmen etwas überhand und irgendwann haben sie nur noch genervt.

Über die Hauptprotagonistin Lena erfährt man in diesem Band schon sehr viel. Ihre schwierige Kindheit macht sie greifbar, aber ihre Vergangenheit wird so ausführlich und so oft wiederholt erzählt, dass der eigentliche Fall immer wieder in den Hintergrund rückt. Adam dagegen bleibt noch sehr blass. Man erfährt kaum etwas Privates über ihn, was die Dynamik des Duos unausgewogen wirken lässt.

Mein Fazit:
Ein Krimi mit interessanter Grundidee und atmosphärischem Stil, der sich aber zu sehr in Vorurteilen, Wiederholungen und Lenas Vergangenheit verliert. Die Spannung bleibt auf der Strecke, was sehr schade ist, denn das Ermittler-Duo hätte viel Potenzial.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Tödliche Unwetterkatastrophe

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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In der Karwendel-Region sorgen schwere Unwetter für Überschwemmungen und zahlreiche Vermisste. Mitten im Chaos wird ein Mann tot in einer Schlucht gefunden. Schnell ist klar, dass er nicht ertrunken, sondern ...

In der Karwendel-Region sorgen schwere Unwetter für Überschwemmungen und zahlreiche Vermisste. Mitten im Chaos wird ein Mann tot in einer Schlucht gefunden. Schnell ist klar, dass er nicht ertrunken, sondern ermordet wurde. Alexa Jahn nimmt trotz der angespannten Lage die Ermittlungen auf und stößt dabei auf eine alte Tragödie, die nun mit voller Wucht zurückkehrt. Auch auf der österreichischen Seite wütet der Sturm und Chefinspektor Bernhard Krammer versucht hier den Überblick zu behalten.

"Grenzfall - Ihr Grab in den Fluten" ist Band 6 der Grenzfall-Reihe mit dem deutsch-österreichischen Ermittlerduo. Es lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen, da der Fall selbst in sich abgeschlossen ist. Jedeoch empfiehlt es sich, wie bei allen Buchreihen, die Vorgänger zu kennen, um Figurenentwicklung und Dynamiken vollständig zu verstehen.

Zu Beginn beeindruckt der Roman mit einer bildgewaltigen Darstellung des Unwetters, das über die Grenzregion hinwegfegt. Mit Sturm, Regen und Überschwemmungen wird die Naturgewalt so intensiv beschrieben, dass man das Unwetter selbst spürt. Es entsteht zweifellos eine düstere und beklemmende Atmosphäre.

Jedoch nimmt diese Naturgewalt einen Großteil der Handlung ein. Auf deutscher Seite dreht sich lange alles um Vermisste, überflutete Gebiete und die Folgen des Sturms. Es bremst den Krimiplot spürbar aus. Der im Klappentext erwähnte Tote taucht erst sehr spät auf, und die eigentliche Ermittlungsarbeit beginnt erst in der zweiten Hälfte.

Es gibt praktisch zwei von einander unabhängige Handlungsstränge. Auf der deutschen Seite, wo Alexa Jahn ermittelt, ist es die Leiche in der Schlucht und auf der österreichischen Seite entwickelt sich ein vollkommen unabhängiger Fall für Bernhard Krammer. Dabei wird die Handlung aus den verschiedenen Perspektiven von Alexa und Krammer erzählt und bekommt immer wieder Einschübe von Wanderern, Briefe einer Mutter und einer Jugend-Clique. Vieles läuft parallel und greift wenig ineinander. Es wirkt umfangreich und zeitgleich etwas überfrachtet. Ein klarerer Fokus oder eine spätere Verknüpfung der Fälle wäre für die Spannung besser gewesen. Die Auflösung am Ende ist sehr vorhersehbar.

Es ist wie gewohnt mit einem flüssigen Schreibstil geschrieben, der einen auch mit in die Story hineinzieht.

Mein Fazit:
Trotz intensiver Atmosphäre und flüssigem Schreibstil verliert sich dieser Band zu sehr in der Naturgewalt und startet den eigentlichen Krimifall erst spät. Die parallelen Stränge greifen kaum ineinander, was die Spannung schmälert. Mich konnte dieser Band leider nicht so wirklich überzeugen, auch wenn ich das Ermittlerduo sehr gerne mag. Eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Ein solider Reihenband, den man lesen kann, aber nicht zwingend muss.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

War okay

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Natalie Olsen und ihre beste Freundin Cara genießen eine ausgelassene Partynacht. Cara verschwindet mit einem attraktiven Mann. Am nächsten Morgen liegt sie schwer verletzt im Koma und die Polizei hat ...

Natalie Olsen und ihre beste Freundin Cara genießen eine ausgelassene Partynacht. Cara verschwindet mit einem attraktiven Mann. Am nächsten Morgen liegt sie schwer verletzt im Koma und die Polizei hat keinerlei Hinweise auf den Täter. Natalie beschließt den Mann selbst ausfindig zu machen. Als sie den Mann zufällig auf einem Magazincover erkennt, ist klar, dass es sich um den erfolgreichen Unternehmer Geoffrey Rosenberg handelt. Nun will sie selbst handeln und erschleicht sich eine Stelle in seiner luxuriösen Villa, um ihm eine Falle zu stellen. Doch je länger sie dort ist, desto stärker wächst in ihr der Verdacht, dass sie sich in eine Gefahr begeben hat, die sie unterschätzt hat.

Die Handlung wird hauptsächlich in der Ich-Erzählperspektive von Natalie erzählt. Hin und wieder gibt es Einschübe eines "Unbekannten", die sehr rätselhaft sind und einem anfangs auch den Raum zum selbst Miträtseln gibt. Jedoch wird ziemlich schnell klar, wer sich dahinter verbirgt und der Effekt des Miträtselns verschwindet. Danach gibt es nicht mehr wirklich diese Miträtsel-Momente.

Der Schreibstil ist flüssig und schnell zu lesen, aber nicht wirklich packend. Zwar gibt es Wendungen und Momente, die Spannung erzeugen sollen, doch insgesamt blieb der Nervenkitzel für mich gering. Die Handlung wirkte häufig konstruiert, als hätte man sie in eine bestimmte Richtung drücken wollen. Auch die Auflösung fühlte sich zu schnell abgehandelt an. Einige Fragezeichen blieben offen oder wurden nur halbherzig erklärt, was den Eindruck verstärkte, dass die Geschichte mehr Potenzial hatte, als letztlich genutzt wurde.

Die Figuren waren alle ohne Tiefgang. Natalie wirkt extrem naiv und stürzt sich ohne Nachdenken in den Haushalt von dem einflussreichen Unternehmer Rosenberg. Ihre Handlungen wirkten oftmals sehr unrealistisch ohne vorherigem Nachdenken. Die Figuren im Haushalt Rosenbergs waren zwar undurchschaubar, aber blieben dennoch sehr oberflächlich. Somit konnte ich zu keinem eine wirkliche Bindung aufbauen. Sie waren mehr Spielfiguren in der Handlung als wirklich lebendig wirkende Protagonisten.

Mein Fazit:
Es war im Grunde eine solide Unterhaltung für Zwischendurch. Leicht zu lesen, aber wenig Tiefe, wenig Thrill und kaum echte Überraschungen. Für mich blieb die Geschichte hinter ihrem Potenzial zurück. Man kann es lesen, aber wenn man es nicht liest, verpasst man auch nichts.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Solide Fortsetzung

Sturmschreie
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Bei Harads wird im Fluss eine männliche Leiche gefunden. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um einen Geflüchteten handelt, der im nahe gelegenen Abschiebelager lebte und kurz zuvor eine ...

Bei Harads wird im Fluss eine männliche Leiche gefunden. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um einen Geflüchteten handelt, der im nahe gelegenen Abschiebelager lebte und kurz zuvor eine Aufenthaltserlaubnis erhalten hat. Die Ermittler Idun Lind und Calle Brandt stoßen bei ihren Nachforschungen jedoch auf hartnäckiges Schweigen und verschlossene Türen. Gleichzeitig kämpft die junge Nadira in Syrien ums Überleben und wagt eine riskante Flucht, bei der jeder Schritt zur Bedrohung werden kann.

"Sturmschreie" ist der 4. Band der Reihe mit dem Ermittler-Team Idun Lind und Calle Brandt. Es empfiehlt sich die Vorgängerbände zu kennen, da die Story nahtlos an die Vorgänger anknüpft. Bei mir waren die Vorgänger nicht mehr so präsent, daher fiel mir der Einstieg etwas schwer. Leider gibt es auch keine Rückblenden oder Einwürfe zu Iduns privater Geschichte. Somit fällt es schwer direkt wieder eine emotionale Verbindung zu ihr aufzubauen, obwohl sie als Figur weiterhin sympathisch und greifbar bleibt. Ihr Partner Calle bleibt weiterhin sehr blass. Über ihn erfährt man nach wie vor wenig, sodass seine Rolle eher funktional bleibt und emotional kaum Tiefe gewinnt.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven im Wechsel erzählt. Dadurch ist es abwechslungsreich und vielschichtig. Überraschende Wendungen sorgen für Spannung. Die Perspektive von der jungen Syrerin Nadira ist der zentrale Schlüssel zur Handlung und verknüpft viele der thematischen Fäden. Jedoch bleibt diese Perspektive auf einer gewissen Distanz und wird nicht so emotional zugänglich. Die Cliffhänger an den Kapitelenden animieren zum Weiterlesen. Gleichzeitig gibt es aber Passagen, in denen sich die Handlung spürbar zieht. Diese Längen bremsen den Lesefluss. Zudem verlieren sich manche angeschnittenen Aspekte im Verlauf und werden nicht weitergeführt.

Der Schreibstil bleibt angenehm flüssig und gut lesbar. Es wird ein brisantes, gesellschaftlich relevantes Thema aufgegriffen: Flüchtlinge, Asyl und Abschiebungen. Diese Thematik verleiht der Handlung Aktualität.


Mein Fazit:
Dieser Teil der Reihe konnte mich leider nicht ganz so überzeugen wie die Vorgänger. Obwohl der Fall spannend war, hatte mir die Handlung zu viele Längen und konnte mich nicht so emotional erreichen. Außerdem gab es zu viele Aspekte, die einfach nicht weiterverfolgt wurden. Trotzdem recht lesenswert für alle, die Iduns Geschichte weiterverfolgen wollen.

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