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Veröffentlicht am 16.06.2026

✎ Michelle Schusterman & Dr. Cara Goodwin - Rebel Girls, Growing up powerful 5 Alles über Social Skills

Rebel Girls - das Original. Growing up powerful: Alles über Social Skills
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„Rebel Girls, Growing Up Powerful 5 Alles über Social Skills“ von Michelle Schusterman und Dr. Cara Goodwin beschäftigt sich mit vielen Situationen, die Kinder im Alltag erleben: Freundschaften, Gespräche ...

„Rebel Girls, Growing Up Powerful 5 Alles über Social Skills“ von Michelle Schusterman und Dr. Cara Goodwin beschäftigt sich mit vielen Situationen, die Kinder im Alltag erleben: Freundschaften, Gespräche mit anderen, Konflikte, Unsicherheiten und die Frage, wie man in schwierigen Momenten reagieren kann.

Ein großer Teil des Buches dreht sich um Social Media. Ich hoffe zwar, dass das in unserer Familie mit zehn Jahren noch kein wichtiges Thema sein wird, gleichzeitig hat mir dieser Abschnitt gezeigt, wie selbstverständlich soziale Netzwerke für viele Kinder inzwischen geworden sind. Gerade deshalb finde ich das Buch nicht nur für Mädchen ab zehn Jahren interessant. Einige Inhalte werden Jugendliche noch begleiten, andere halte ich sogar schon für jüngere Kinder für hilfreich.

Gut gefallen hat mir, dass die Autorinnen viele Beispiele aus dem Alltag aufgreifen. So geht es unter anderem darum, wie man ein Referat vorbereitet und vor einer Gruppe spricht. Damit beginnen die Kinder an unserer Schule bereits in der dritten Klasse. Die entsprechenden Tipps können deshalb schon früher nützlich sein als die Altersempfehlung des Verlages vermuten lässt.

Das Buch gliedert sich in sechs Kapitel:

- Kapitel 1: Was sage ich bloß?
- Kapitel 2: Freundschaften schließen
- Kapitel 3: Kommunikation ist alles
- Kapitel 4: Heikle Momente
- Kapitel 5: Harte Zeiten
- Kapitel 6: Du kannst das!

Am Ende eines jeden Kapitels gibt es ein Quiz, das zur Selbstreflexion anregt. Dadurch wird das Gelesene greifbarer und lässt sich leichter auf die eigene Lebenswelt übertragen. Meiner Meinung nach bleibt dadurch auch mehr hängen. Diese Mischung aus Informationen, Beispielen und kleinen Selbsttests macht das Buch abwechslungsreich und leicht zugänglich.

Wie bei anderen Büchern der Rebel-Girls-Reihe steht auch hier nicht im Vordergrund, fertige Lösungen vorzugeben. Stattdessen werden verschiedene Möglichkeiten gezeigt, mit bestimmten Situationen umzugehen. Gerade bei Themen wie Freundschaft, Meinungsverschiedenheiten, Grenzen setzen oder peinlichen Momenten kann das eine wertvolle Unterstützung sein. Kinder werden so ermutigt, ihren eigenen Weg zu finden.

Besonders gelungen fand ich die vielen alltagsnahen Beispiele. Schwierige Themen werden verständlich erklärt, ohne dass der Eindruck entsteht, den Kindern etwas vorzuschreiben. Für mich sind solche Bücher oft ein guter Gesprächseinstieg.

Insgesamt ist „Rebel Girls, Growing Up Powerful 5 Alles über Social Skills“ ein gelungenes Sachbuch für Mädchen, das wichtige soziale Fähigkeiten aufgreift und verständlich vermittelt. Die Rebel-Girls-Reihe gehört für mich zu den Kinderbuchreihen, die immer wieder Denkanstöße liefern und Kindern Orientierung bieten, ohne belehrend zu wirken.

©2026 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 12.05.2026

✎ Judith Reusch - Gretas Männer

Gretas Männer
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Als ich zu „Gretas Männer“ von Judith Reusch griff, hatte ich keine allzu hohen Erwartungen. Familienromane lese ich zwar immer wieder gern, doch nicht jede dieser Geschichten berührt mich wirklich. Dieser ...

Als ich zu „Gretas Männer“ von Judith Reusch griff, hatte ich keine allzu hohen Erwartungen. Familienromane lese ich zwar immer wieder gern, doch nicht jede dieser Geschichten berührt mich wirklich. Dieser Roman wirkte zunächst wie eine weitere Erzählung über generationsübergreifende Konflikte. Dass er mich am Ende so aufwühlen würde, hätte ich nicht gedacht.

Judith Reusch schreibt klar, unaufgeregt und mit einer Wärme, die sich leise, aber nachhaltig entfaltet. Als Hörbuch hat mich der Roman besonders überzeugt. Fanny Bechert und Irina Scholz verleihen den Figuren glaubwürdige Stimmen und transportieren genau die feinen Zwischentöne, von denen diese Geschichte lebt.

Im Mittelpunkt steht Greta, eine Frau, die in ihrem langen Leben unfassbar viel verloren hat und dennoch nie verbittert ist. Vieles von dem, was sie erlebt, hätte andere vermutlich zerbrechen lassen. Greta aber richtet den Blick immer wieder nach vorn. Sie bleibt offen für das Leben, für neue Wege und für die Menschen um sie herum. Diese innere Stärke macht sie zu einer Figur, die mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

Besonders bewegt hat mich, wie großzügig Greta liebt. Sie denkt nicht nur an sich selbst, sondern trägt ein Herz in sich, das Platz für andere schafft. Umso schmerzlicher empfand ich den Kontaktabbruch ihrer Tochter Marie. Dieser Bruch zieht sich wie ein stiller Schatten durch den gesamten Roman und zeigt, wie tief Unausgesprochenes und alte Verletzungen in einer Familie wirken können.

Das Ende hat mich sehr traurig zurückgelassen, weil ein zentrales Thema des Buches auch mein eigenes Leben berührt. Manche Erfahrungen lassen sich nicht abschütteln. Sie bleiben, ob man will oder nicht, und man lernt nur, mit ihnen zu leben. Vielleicht hat mich das Buch gerade deshalb so tief getroffen. Es hat alte Wunden gestreift und zugleich die Hoffnung geweckt, dass sich bestimmte Muster nicht zwangsläufig über Generationen hinweg fortsetzen müssen.

Natürlich lebt die Geschichte von Geheimnissen, Missverständnissen und jahrzehntelangem Schweigen. Diese Motive kennt man aus vielen Familiengeschichten. Judith Reusch gelingt es jedoch, daraus eine berührende und vielschichtige Erzählung zu machen. Durch Greta, ihre Enkelin Lola und die wechselnden Perspektiven entsteht ein eindringliches Bild davon, wie eng Erinnerung, Schuld und Liebe miteinander verknüpft sind.

Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass die männlichen Figuren mit großer Fairness gezeichnet werden. Obwohl Greta schwere Verluste erlebt, werden ihre Ehemänner nicht zu Karikaturen gemacht. Sie bleiben glaubwürdige, liebevolle Menschen mit Ecken und Kanten.

Zugleich zeigt Judith Reusch Mutterschaft in ganz unterschiedlichen Facetten. Sie erzählt von Fürsorge, Überforderung, Erwartungen und den Verletzungen, die sich tief zwischen Mütter und Töchter schieben können. Gerade diese Vielschichtigkeit verleiht dem Roman zusätzliche emotionale Tiefe.

Für mich ist „Gretas Männer“ ein berührender Familienroman über eine außergewöhnliche Frau, die trotz aller Verluste nie aufgehört hat zu lieben. Eine Geschichte, die traurig macht, lange nachhallt und daran erinnert, wie wichtig es ist, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen, bevor das Schweigen zu groß wird.

©2026 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 28.04.2026

✎ Christine Schär - Die Sternensocke

Die Sternensocke
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Es gibt Bücher, die passen perfekt in die Adventszeit. Und es gibt solche, die ihren Zauber unabhängig vom Kalender entfalten. Genau dieses Gefühl hatten wir bei „Die Sternensocke: Ein Weihnachtsmärchen ...

Es gibt Bücher, die passen perfekt in die Adventszeit. Und es gibt solche, die ihren Zauber unabhängig vom Kalender entfalten. Genau dieses Gefühl hatten wir bei „Die Sternensocke: Ein Weihnachtsmärchen über die Magie des Gebens“von Christine Schär. Obwohl wir das Buch weit entfernt von Plätzchenduft und Weihnachtsstress gelesen haben, war nach wenigen Seiten dieses warme, leise Gefühl da, das nur Geschichten hinterlassen, die mehr wollen als bloß nett zu unterhalten.

Im Mittelpunkt steht Fadi, eine kleine Socke mit großem Herzen, die auf ihrem Weg nicht an sich selbst denkt, sondern dort hilft, wo Trost, Unterstützung und Wärme gebraucht werden. Gerade dadurch vermittelt die Handlung Kindern auf sehr greifbare Weise, dass es oft die unscheinbaren Gesten sind, die für andere am meisten bedeuten. Hilfsbereitschaft, Mitgefühl und Zusammenhalt ziehen sich spürbar durch die gesamte Geschichte, ohne dass die Autorin diese Werte jemals aufdringlich erklären muss.

Besonders gelungen sind dabei die Illustrationen. Sie sind farbenfroh, ausdrucksstark und so klar aufgebaut, dass selbst jüngere Kinder dem Geschehen problemlos folgen können, auch wenn sie noch nicht jedes Wort erfassen. Mimik, Bewegungen und kleine Details tragen viel zur Stimmung bei und erzählen die Handlung stellenweise beinahe eigenständig weiter. Nur an zwei Stellen sind uns kleine zeichnerische Ungereimtheiten aufgefallen, die kurz irritieren, im Gesamtbild aber kaum ins Gewicht fallen.

Was das Buch stark macht, ist seine warme, zugängliche Erzählweise. Die Handlung bleibt sehr geradlinig und verzichtet auf größere Überraschungen. Christine Schär setzt hier bewusst nicht auf ein großes Abenteuer, sondern auf leise Momente und eine klare Botschaft, die Kindern den Zugang erleichtert und Raum zum Mitfühlen lässt.

Die vermittelten Werte entstehen aus dem Tun der Figuren heraus. Kinder sehen, wie Zusammenhalt funktioniert. Sie erleben, dass Teilen manchmal Verzicht bedeutet. Sie spüren, dass Freundlichkeit Kraft kostet und trotzdem lohnt. Diese Erkenntnisse werden nicht gepredigt, sondern gefühlt.

Auch wenn am Ende ein Weihnachtsbaum und ein märchenhafter Abschluss den festlichen Rahmen noch einmal deutlich machen, funktioniert die Geschichte weit über die Winterzeit hinaus. Ihr eigentliches Zentrum ist nicht Weihnachten, sondern Menschlichkeit. Deshalb ist „Die Sternensocke“ für uns kein Bilderbuch, das nur im Advent hervorgeholt wird, sondern eine liebevoll gestaltete Vorlesegeschichte über Nächstenliebe, die zu jeder Jahreszeit gelesen werden kann.

©2026 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 24.04.2026

✎ Sara Jin Li & Camila Rivera - Rebel Girls, Growing up powerful 4 Alles über Freundschaft

Rebel Girls - das Original. Growing up powerful: Alles über Freundschaft
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„Rebel Girls - Growing Up Powerful: Alles über Freundschaft“ von Sara Jin Li und Camila Rivera hat mich anders getroffen, als ich es erwartet hätte. Wer nach einem klassischen Ratgeber sucht, der klare ...

„Rebel Girls - Growing Up Powerful: Alles über Freundschaft“ von Sara Jin Li und Camila Rivera hat mich anders getroffen, als ich es erwartet hätte. Wer nach einem klassischen Ratgeber sucht, der klare Regeln vorgibt, wird hier nicht fündig. Stattdessen entsteht das Gefühl, einem offenen, ehrlichen Austausch zu folgen - stellenweise tröstlich, stellenweise unangenehm nah an eigenen Erfahrungen.

Das Buch entfaltet seine Gedanken entlang verschiedener Aspekte von Freundschaft: vom Kennenlernen über das Wachsen miteinander bis hin zu Konflikten, Verlust und dem bewussten Pflegen von Verbindungen. Diese Struktur wirkt nicht starr, sondern eher wie ein roter Faden, an dem man sich orientieren kann, während man sich durch die unterschiedlichen Perspektiven bewegt. Besonders eindrücklich ist, wie viele Stimmen hier Raum bekommen. Neben persönlichen Erlebnissen der Autorinnen tauchen Fragen von Kindern und Jugendlichen auf, die direkt und unverstellt sind. Dazu kommen Impulse von Fachpersonen und bekannten Persönlichkeiten sowie Szenarien aus dem Alltag, die vertraut wirken.

Was hängen bleibt, ist dieses Gefühl von Echtheit. Sara Jin Li und Camila Rivera scheuen sich nicht davor, auch ihre eigenen Schwächen offenzulegen. Sie sprechen darüber, dass sie selbst nicht immer fair oder loyal waren. Genau das relativiert diesen oft unausgesprochenen Anspruch, immer alles richtig machen zu müssen. Freundschaft wird hier nicht als Idealbild präsentiert, sondern als etwas, das sich entwickelt, scheitert, neu beginnt und manchmal auch einfach wehtut.

Gleichzeitig fordert das Buch dazu auf, die eigene Haltung zu hinterfragen. Es geht nicht nur darum, gute Freundinnen zu finden, sondern auch darum, selbst eine zu sein - ohne sich dabei zu verlieren. Leserinnen werden ermutigt, ihre Grenzen zu setzen und für sich einzustehen, aber ebenso, Unterstützung anzunehmen, wenn sie gebraucht wird. Diese Balance wird nicht belehrend vermittelt, sondern durch viele kleine Denkanstöße. Gerade für Mädchen entsteht so ein Zugang, der Selbstbehauptung und Hilfesuche gleichwertig nebeneinanderstellt.

Auch formal unterstützt die Gestaltung das Lesen. Der Textfluss wird immer wieder durch visuelle Elemente aufgelockert, kleine Einschübe oder hervorgehobene Gedanken geben Raum zum Innehalten. Das wirkt weniger wie ein durchgehender Textblock und mehr wie ein Buch, in dem man blättern, verweilen und auch zurückspringen darf.

Ich habe das Buch nicht nur als Mutter gelesen, sondern auch als Frau und Freundin - und in jeder dieser Rollen etwas daraus mitgenommen. Obwohl die Altersempfehlung bei etwa zehn Jahren liegt, habe ich Inhalte bereits mit meiner achtjährigen Tochter besprochen. Gerade weil Freundschaften bei ihr seit dem Schulstart nicht immer stabil verlaufen, waren viele Beispiele direkt greifbar. Daraus haben sich Gespräche entwickelt, die sonst wahrscheinlich nicht in dieser Offenheit entstanden wären.

©2026 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 27.03.2026

✎ Liz Kessler - Geheimname Eisvogel

Geheimname Eisvogel
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Liz Kessler ist für mich längst mehr als nur ein Name auf einem Buchcover. Spätestens seit „Als die Welt uns gehörte“ wusste ich, dass ihre Geschichten etwas auslösen, das nachwirkt. Mit „Geheimname Eisvogel“ ...

Liz Kessler ist für mich längst mehr als nur ein Name auf einem Buchcover. Spätestens seit „Als die Welt uns gehörte“ wusste ich, dass ihre Geschichten etwas auslösen, das nachwirkt. Mit „Geheimname Eisvogel“ bestätigt sie das erneut – diesmal ruhiger, weniger überwältigend, aber nicht weniger eindringlich.

Im Zentrum steht erneut der Zweite Weltkrieg, diesmal mit Fokus auf die Niederlande und zwei Schwestern, die gezwungen sind, ihre Identität zu verbergen, um zu überleben. Die eine passt sich an, die andere widersetzt sich. Aus dieser Gegenüberstellung entsteht eine Dynamik, die deutlich macht, wie viel selbst unter extremen Bedingungen noch entschieden werden kann, dass selbst in ausweglosen Situationen Handlungsspielraum existiert. Dieses Motiv zieht sich konsequent durch den Roman: Jede Entscheidung zählt, auch wenn sie klein wirkt.

Besonders eindrücklich ist die Verbindung zur Gegenwart. Neben der historischen Handlung entfaltet sich eine zweite Ebene, die zeigt, wie lange Schuld, Schweigen und unverarbeitete Erlebnisse nachhallen können. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Heute wirkt dabei nicht konstruiert, sondern notwendig, weil sich erst im Zusammenspiel beider Ebenen ein vollständiges Bild ergibt.

Die vielen Perspektiven und Zeitebenen erzeugen Tiefe, fordern aber auch. Man muss ständig zwischen Figuren und Zeiten wechseln. Dadurch setzt sich jedoch ein Gesamtbild zusammen, das sich erst nach und nach erschließt.

Ein Thema, welches mich unerwartet stark erwischt hat, ist Mobbing. Es wirkt nicht konstruiert, sondern erschreckend real - und genau das macht es so unangenehm nahbar. Die Autorin zeigt dabei nicht nur die Verletzung, sondern auch, was echte Verbindung und Loyalität tatsächlich bedeuten können, ohne es kitschig werden zu lassen.

Kesslers Stärke liegt in ihrer Bildsprache. Szenen laufen beim Lesen geradezu filmisch ab, entwickeln sich ruhig und gewinnen dann abrupt an Intensität. Es gibt eine Stelle, die mich komplett unvorbereitet traf. Kein langsames Heranführen, kein Schutz. Einfach ein Moment, der stehen bleibt. Er ist schwer auszuhalten, weil er nichts abmildert. Diese Direktheit macht den Augenblick so eindringlich und verankert ihn nachhaltig.

Auch die jahrzehntelangen Schuldgefühle, die sich durch die Handlung ziehen, geben dem Ganzen ein zusätzliches Gewicht. Man merkt schnell, dass es hier nicht nur um das Geschehen selbst geht, sondern um das, was danach bleibt. Dieses Nachwirken ist es, das die Geschichte zusammenhält und ihr Tiefe verleiht.

Die Vielzahl an Themen ist spürbar, wirkt jedoch nicht überladen. Manchmal wusste ich gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte, doch am Ende greifen die einzelnen Stränge ineinander und fügen sich zu einem stimmigen Gesamtbild, sodass ich nicht das Gefühl hatte, irgendwo in der Luft zu hängen.

Das Nachwort zur Situation jüdischer Menschen in den Niederlanden zwischen 1940 und 1945 ergänzt die Erzählung sinnvoll. Es ordnet ein, ohne belehrend zu wirken und verbindet die fiktionale Ebene mit der historischen Realität.

Im direkten Vergleich bleibt „Als die Welt uns gehörte“ für mich emotional noch einen Schritt intensiver. Trotzdem ist „Geheimname Eisvogel“ ein Buch, das hängen bleibt. Vielleicht nicht mit derselben Wucht, aber mit einer anderen Art von Nachklang. Liz Kessler bleibt für mich damit eine Autorin, deren Geschichten nicht einfach enden, sondern weiterarbeiten.

©2026 Mademoiselle Cake